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Veröffentlicht am 14.12.2025

Bewegendes Bild

Schwanentage
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Zwischen Fürsorge und Freiheit

Zhang Yueran gehört zu den spannendsten Stimmen der modernen chinesischen Literatur. In Schwanentage erzählt sie eine leise, eindringliche Geschichte über Fürsorge, Abhängigkeit ...

Zwischen Fürsorge und Freiheit

Zhang Yueran gehört zu den spannendsten Stimmen der modernen chinesischen Literatur. In Schwanentage erzählt sie eine leise, eindringliche Geschichte über Fürsorge, Abhängigkeit und den Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben. Im Mittelpunkt steht Yu Ling, ein Kindermädchen, das sich liebevoll um den siebenjährigen Kuan Kuan kümmert und im Haushalt einer wohlhabenden Familie fast unsichtbar ihren Dienst tut – bis ein Entschluss ihr Leben komplett auf den Kopf stellt.

Als der Vater und Großvater des Jungen wegen Korruption verhaftet werden und die Mutter verschwindet, steht Yu Ling plötzlich allein da. Aus der Verzweiflung heraus plant sie, den Jungen zu entführen – nicht aus Kälte, sondern aus der Hoffnung auf ein anderes Leben. Doch die Ereignisse überschlagen sich, und Yu Ling muss sich fragen, was Freiheit für sie überhaupt bedeutet.

Yueran zeichnet Yu Ling als komplexe, stille Heldin des Alltags. Sie ist weder Opfer noch Täterin, sondern eine Frau, die in einem System lebt, das ihr kaum Möglichkeiten lässt. Ihr Tun und Denken wirken oft widersprüchlich, aber gerade das macht sie glaubwürdig. Man spürt ihre Sehnsucht nach Selbstbestimmung, auch wenn sie kaum Worte dafür findet.

Besonders beeindruckend ist, wie präzise Yueran soziale Unterschiede und subtile Machtstrukturen einfängt. In kleinen, scheinbar unspektakulären Szenen wird spürbar, wie tief Klassismus und Ungerechtigkeit in den Alltag eingewoben sind. Dabei schreibt die Autorin poetisch und klar zugleich – ruhig, aber voller Intensität. Ihre Beobachtungen sind fein, manchmal bitter, oft schön.

Manche Wendungen hätten für meinen Geschmack etwas mehr Raum vertragen, vor allem Yu Lings innere Entwicklung. Ihre Entscheidungen kommen teils unerwartet, und manche Nebenfiguren bleiben blass. Trotzdem bleibt der Roman stark, weil er so viele Schichten zeigt: die von sozialer Abhängigkeit, von Verantwortung, Schuld, aber auch leiser Hoffnung.

Schwanentage ist kein lautes Buch, sondern eines, das nachklingt. Es erzählt von Menschen, die kaum gesehen werden, und zeigt, wie viel Mut es braucht, in einer ungerechten Welt trotzdem Mensch zu bleiben. Wer feinfühlige, poetische Romane über gesellschaftliche Spannungen und leise Emotionen mag, wird hier fündig – und vielleicht ein Stück nachdenklicher zurückbleiben.

Veröffentlicht am 14.12.2025

Romantasy mit Stil!

Darkthorn Archives 1: Bite the Bride
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Penny Juniper entführt mit Bite the Bride in eine dunkle, atmosphärische Welt mit Magie, Geheimnisse und knisternder Spannung. Schauplatz ist Edinburgh der 1920er Jahre – eine schroffe, geheimnisvolle ...

Penny Juniper entführt mit Bite the Bride in eine dunkle, atmosphärische Welt mit Magie, Geheimnisse und knisternder Spannung. Schauplatz ist Edinburgh der 1920er Jahre – eine schroffe, geheimnisvolle Stadt, in der alte Mächte und moderne Ideen aufeinandertreffen. Genau hier entfaltet sich die Geschichte von Katherine Campbell und Ethan Hawthorn – einer Studentin mit Abneigung gegen Vampire und einem ebenso kontrollierten wie gefährlich faszinierenden Vampir.

Die Dynamik zwischen Kat und Ethan ist das Herz des Romans. Ihre Beziehung beginnt mit Abneigung, wächst über unfreiwillige Nähe – und entwickelt sich zu einer Verbindung, die gleichermaßen zärtlich wie explosiv ist. Juniper gelingt es, diese Spannung über weite Strecken aufrechtzuerhalten, ohne in Klischees zu verfallen. Besonders Ethan überzeugt: distanziert und doch verletzlich, ein Vampir mit Gewissen, der seine Fassade nur langsam fallen lässt. Kat dagegen ist scharfzüngig, impulsiv und unabhängig – eine Protagonistin, die sich weder durch Magie noch durch Gefühle ihre Stärke nehmen lässt.

Für das Hörbuch sind Yeşim Meisheit und Vincent Fallow die Stimmen hinter den Figuren – und sie machen ihre Sache richtig gut. Meisheit verleiht Kat eine freche, selbstbewusste Note, die perfekt zu ihrer widerspenstigen Art passt, während Fallow Ethan mit ruhiger, kontrollierter Stimme füllt und seine innere Zerrissenheit glaubhaft transportiert. Wegen Meisheit bin ich auch auf das Buch aufmerksam geworden, das sie zu meinen liebsten Hörbuchsprecher*innen gehört.

Was den Roman jedoch davon abhält, vollkommen zu glänzen, ist weniger der Stil als eine inhaltliche Leerstelle. Kats familiärer Hintergrund – vor allem ihre schwierige Beziehung zur Mutter, die mit einem Vampir durchgebrannt ist – wird zwar erwähnt, aber nie wirklich beleuchtet. Gerade hier hätte sich die Chance geboten, Kats Misstrauen und ihre innere Zerrissenheit noch greifbarer zu machen. Mir fehlte an der Stelle eine Auflösung.

Trotzdem ist Bite the Bride ein äußerst fesselnder Auftakt: humorvoll, romantisch, düster – und mit genau der richtigen Prise Ironie. Penny Juniper verbindet Sinnlichkeit und Spannung auf erfrischend natürliche Weise und erschafft Figuren, die man gerne begleitet. Zusammen mit der überzeugenden Hörbuchumsetzung von Meisheit und Fallow macht das Ganze richtig Spaß und macht neugierig auf den nächsten Band – auch wenn nicht alles perfekt ausgeschöpft wird.

Veröffentlicht am 14.12.2025

Jane Austen als Detektivin

Miss Austen ermittelt. Die mysteriöse Hochstaplerin
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Jessica Bull knüpft mit dem zweiten Band der Miss Austen ermittelt-Reihe nahtlos an den Charme ihres Auftakts an – und schafft es erneut, Jane Austen als ebenso kluge wie entschlossene Amateurdetektivin ...

Jessica Bull knüpft mit dem zweiten Band der Miss Austen ermittelt-Reihe nahtlos an den Charme ihres Auftakts an – und schafft es erneut, Jane Austen als ebenso kluge wie entschlossene Amateurdetektivin lebendig werden zu lassen. Zwischen Gesellschaftsroman und Kriminalfall entfaltet sich ein wunderbar atmosphärischer Wohlfühlkrimi, der zugleich spielerisch mit historischen Fakten und feiner Fiktion arbeitet. Nach einigen Längen am Anfang, da mir noch nicht klar war, wohin die Reise gehen soll, war ich dann doch ganz schön gefesselt von all den faszinierenden Ideen, mit denen die Autorin den Roman gefühlt hatte.

Als in Kent plötzlich eine geheimnisvolle spanische „Prinzessin“ Anspruch auf das Erbe von Mrs. Knight erhebt (welches ihrem Bruder zusteht), lässt Jane nicht locker. Während ihr Umfeld sie lieber verheiratet sehen würde und Mrs. Knight ihr jede Einmischung verbietet, folgt Jane unbeirrbar ihren eigenen Spuren. Mit wacher Beobachtungsgabe, scharfem Witz und einer kräftigen Portion Mut stolpert sie von Theorie zu Theorie – und wächst genau dadurch noch stärker über die Erwartungen ihrer Zeit hinaus.

Bull verleiht Jane hier eine Selbstsicherheit, die sich so natürlich anfühlt, dass man sich beinahe vorstellen kann, die echte Austen hätte mit derselben Energie durchs Leben ermittelt. Die Mischung aus vertrauten Figuren, neuen Intrigen und dem Erbschaftsplot macht den Roman abwechslungsreich; das Tempo bleibt angenehm ruhig, gewinnt aber mit jeder Wendung etwas an Spannung. Besonders schön: die kleinen Momente, in denen Bulls Leidenschaft für Austen aufblitzt – man spürt einfach, wie viel Herzblut in dieser Figur steckt.

Nach ein paar Fantasy- und Liebesromanen war dieser seichte Krimi wie ein literarische Entspannung: leicht, klug, aber nicht anstrengend – ein Buch, das hebt und trägt. Genau deshalb wächst mir diese Reihe so ans Herz!

Veröffentlicht am 14.12.2025

Ein Abstieg in das Dark Romance Genre ...

Leave Me Behind
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Dark Romance trifft auf Militär-Action – und ich mittendrin

Ich weiß selbst nicht ganz, wie es passiert ist, aber TikTok hat mich so lange mit Clips zu Leave Me Behind befeuert, bis meine Neugier größer ...

Dark Romance trifft auf Militär-Action – und ich mittendrin

Ich weiß selbst nicht ganz, wie es passiert ist, aber TikTok hat mich so lange mit Clips zu Leave Me Behind befeuert, bis meine Neugier größer war als mein gesunder Menschenverstand. Und obwohl Dark Romance eigentlich nicht mein Zuhause ist, war ich bereit, dem Genre nach Hunting Adeline eine zweite Chance zu geben – vielleicht war es der Hype, vielleicht die Lust auf ein etwas „härteres“ Setting. Also gut. Ab ins Special-Forces-Untergrund-Gefühl.

Was mir gefallen hat

Die Grundidee ist wirklich stark: Militär-Verschwörungen, eine Spezialeinheit voller Misstrauen und Intrigen, eine Protagonistin, die sich in einem feindseligen Team behaupten muss – und irgendwo zwischen Blut, Verrat und Kugelhagel brodelt ein düsterer Love-Interest.
Die Action funktioniert, die Szenen sind intensiv, brutal und sehr filmisch. Und ja: Nell ist ein biestiges Kraftpaket – analytisch, stur und gnadenlos – eine Figur, die man nicht jeden Tag in Liebesromanen findet. Der Roman hat definitiv Unterhaltungswert: viel Tempo, viel Drama, viel „Ich kann nicht glauben, dass das gerade passiert“.

Was für mich nicht ganz rund war

So spannend das militärische Grundgerüst ist – es bleibt leider zu oft in der zweiten Reihe. Stattdessen dominieren die Beziehung, die Emotionalität und die tropenstarken Dark-Romance-Elemente, sodass das eigentliche Potenzial der Verschwörungsstory nicht voll ausgespielt wird.
Das erinnert ein bisschen an Hunting Adeline: großartige Idee, aber der Fokus rutscht weg von dem, was die Geschichte besonders hätte machen können.

Dazu kommen einige logische Lücken, Erzählabbrüche und Stellen, an denen die Figuren sehr „klischeehaft“ wirken – gerade Bradshaw, der zwischen gefährlicher Killermaschine und gebrochenem Hündchen hin- und herspringt. Und Nell, die sich gleichzeitig als Monster beschreibt, Harmonie sucht, aber auch wieder völlig ausrastet – das machte es mir schwer, richtig mitzufühlen.

Der zweite Teil des Buches wirkt fast wie ein anderer Roman: Erst Mobbing und Selbstbehauptung, dann plötzlich ein großes Mafia-/Intrigenspiel, das vorher kaum vorbereitet wird. Spannend, aber tonal etwas holprig.

Und ja… einige spicy Szenen überschreiten Grenzen, die für mich nicht mehr unter „dunkel“ fallen, sondern eher unter „Das gehört in Therapie“. Wer das Genre kennt, weiß, dass es solche Szenen geben kann, aber man sollte darauf vorbereitet sein.

Und dann dieses Ende…

Das Ende schlägt plötzlich einen völlig anderen Ton an – fast schon cozy, fast idyllisch. Für viele wahrscheinlich ein schöner Abschluss, auch für mich, weil ich aus klassischen Liebesromanen komme. Aber es wirkt tatsächlich wie ein Fremdkörper im Gesamtton des Buches. Ein kitschiges Schleifchen auf einer blutverschmierten Militarystory – aber gut, irgendwie hat es mich gerade deshalb gekriegt.

Hörbuch-Eindruck

Das Hörbuch wird von Marie Sandmann und Carlos Lunes gesprochen – und die beiden leisten wirklich hervorragende Arbeit. Die Perspektiven wirken klar getrennt, emotional gut erfasst, und die düsteren, angespannten Stimmungen werden hervorragend transportiert. Besonders die Actionszenen und die psychologischen Momente wirken im Hörbuch oft noch intensiver als im Text. Für mich war das Hörbuch definitiv ein Pluspunkt und hat einige schwächelnde Stellen der Handlung gut abgefedert.

Fazit

Leave Me Behind ist ein wilder Mix aus Dark Romance, Militär-Action, Intrigen und extremen Emotionen. Wer Logik, Realismus oder seelische Stabilität von Figuren erwartet, wird hier wenig glücklich.
Wer dagegen dunkle Vibes liebt, Action will, sich auf toxische Dynamiken einlassen kann und beim Spice nicht zimperlich ist, findet ein unterhaltsames, temporeiches und stellenweise wirklich packendes Buch.
Für mich war es ein kurioses, aber spannendes Genre-Experiment – und trotz aller Kritikpunkte hat mich das kitschige Ende auf eine charmante Art erwischt.

Veröffentlicht am 14.12.2025

Magisch!

Miss Swans zauberhafte Pension für magische Gäste
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Mit diesem Roman kehrt Sangu Mandanna zu genau dem zurück, was sie so gut kann: warmherzige Magie, eine Portion Chaos und Figuren, die man am liebsten sofort adoptieren möchte. Miss Swans zauberhafte Pension ...

Mit diesem Roman kehrt Sangu Mandanna zu genau dem zurück, was sie so gut kann: warmherzige Magie, eine Portion Chaos und Figuren, die man am liebsten sofort adoptieren möchte. Miss Swans zauberhafte Pension für magische Gäste liest sich wie eine Einladung in ein Zuhause, das man zuvor nicht kannte, aber sofort vermisst, sobald man die Tür hinter sich schließt.

Im Mittelpunkt steht Sera, deren Leben zwischen verschwindender Magie, einer sehr lebendigen – eigentlich verstorbenen – Tante und allerlei magischen Missgeschicken schon kompliziert genug ist. Doch das wahre Herz der Geschichte schlägt in der kleinen Pension, wo Sera und ihre Tante eine kunterbunte Schar an Gästen aufnehmen: ein Fuchs, der eigentlich keine Füchsin sein wollte, ein mittelalterlicher Ritter in Ausbildung, ein Cousin voller Neugier, ein zombiehafter Hahn und noch einige andere liebenswerte Sonderlinge.

Diese Gruppe wächst zusammen wie eine echte Wahlfamilie, voller Loyalität, Humor und Verständnis. Und mitten hinein stolpert Luke, ein grummeliger Historiker mit einer kleinen Schwester im Schlepptau, der eigentlich nur eine Nacht bleiben wollte – bis die Magie des Hauses (und Seras Wesen) ihn langsam auftaut.

Der Roman ist eher ruhig, behaglich und voller kleiner Szenen, die ans Herz gehen. Große Action findet man hier weniger, dafür aber viele feinfühlige Momente über Verlust, Zugehörigkeit, Verantwortung und den Mut, sich selbst neu zu definieren. Auch ernste Themen wie Ausgrenzung und Angst vor dem Anderssein werden leise eingeflochten.

Was mir besonders gefallen hat, ist die Atmosphäre: das warme Licht der Pension, die verschlungenen Wege der Magie, das Aufeinandertreffen von humorvoller Schrulligkeit und emotionaler Tiefe. Man liest und fühlt sich dabei ein bisschen wie eingehüllt in eine Wolldecke – mit gelegentlichem Lachen, wenn das nächste magische Chaos ausbricht.

Ein herzenswarmes, charmantes Fantasybuch, das Found Family, Magie und leise Romantik wunderbar miteinander verbindet. Perfekt für Cozy-Fantasy-Fans!