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Veröffentlicht am 10.05.2024

Cozy pur!

Miss Moons höchst geheimer Club für ungewöhnliche Hexen
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Wer auf der Suche nach einem cozy Fantasy Roman mit ein bisschen prickelnder Romantik ist, sollte nach “Miss Moons höchst geheimer Club für ungewöhnliche Hexen” von Mandanna greifen. Bei diesem warmen ...

Wer auf der Suche nach einem cozy Fantasy Roman mit ein bisschen prickelnder Romantik ist, sollte nach “Miss Moons höchst geheimer Club für ungewöhnliche Hexen” von Mandanna greifen. Bei diesem warmen Roman um die junge Hexe Mika handelt es sich um ein richtiges Wohlfühlbuch mit interessanten Nebencharakteren, spannender Wendung und einen gute Portion Liebe.

Die Handlung

Als Waise und Hexe hatte Mika ein recht einsames Leben, obwohl ihr Vormund sich um sich weitreichend kümmern konnte. Doch ihr Vormund, die Hexe Primrose, hat ihre ganz eigene Auffassung, wie das Leben einer Hexe aussehen sollte. Dazu gehören nicht wirklich Reels in den sozialen Medien über Hexenkunst. Als Mika noch von einem Mann angeschrieben wird, der dringend einen Lehrer für drei Hexenmädchen sucht, klingeln bei ihr die Alarmglocken. Doch davon, was sie im Nowhere aus entdeckt, hätte sie nie träumen gewagt.

Magie und die Welt

Hexen leben unter uns, aber im geheimen und stillen, da die vergangenen historischen Ereignisse, sie zur Vorsicht ermahnt haben. Daher und wegen eines schiefgegangenen Zauberspruch treffen sie sich in kleinen Gruppen. Sind sie nun dazu verdammt einsam zu leben? Was passiert, wenn sie es einem geliebten Menschen erzählen?
Einfach erklärt die Autorin ihre Welt, wie auch die Magie, die Mika und die anderen Nutzen können. Einerseits wurde hier ein durchdachter Hintergrund aufgebaut für die Geschichte und passend für ein einbändiges Werk. Andererseits merkt man, dass das Hauptaugenmerk auf den Beziehungen und dem Thema “Found Family” liegt, dass oft mit dem Genre “Cozy” daherkommt.

Cozy und Found Family

Von heute auf morgen findet Mika sich einer kleinen Familie im Nowhere Haus gegenüber, die nicht miteinander blutsverwandt ist. Aber ein herzlicher kleiner Haufen ist, der sie schnell in ihre Mitte schließt. Mir gefielen alle Nebencharaktere sehr und ich hätte nichts dagegen, wenn die Autorin für den einen oder anderen noch eine Geschichte parat hat. Sie sind authentisch und auch ohne die Konstellation einfach interessante Persönlichkeiten.
Die Beziehungen, das Miteinander, die Gefühle - alles sprüht geradezu Wärme raus, wie auch viele kleine Momente und Dialoge. Sonst gibt es noch funkensprühende Dialoge zwischen unserem Liebespaar, die die ganze Geschichte erheitern, wie auch ein bisschen spice.

Aber das Buch wäre viel zu gemütlich (und um ehrlich zu sein auch langweilig), wenn es nicht ein paar Geheimnisse gibt, die alles zum Bröckeln bringen. Und als es scheinbar nicht perfekter gerade sein kann, haut das Schicksal raus.

Ein schnell erzählter fantastischer Wohlfühlroman mit wundervollen Charakteren, der schön geschrieben ist und ich in die Kategorie “sehr herbstliche Lektüre” oder “sehr sommerliche Lektüre” einordnen würde. Für Fans von Gemütlichkeit und Phantastischen sehr zu empfehlen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2024

Für Austen Fans ein Muss!

Miss Austen ermittelt. Die glücklose Hutmacherin
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Das war eine richtige Freude zum Lesen, bzw. für alle Jane Austen Fans muss sich das so anfühlen. Wir haben hier nämlich einen Jane Austen - Krimi (allein schon, das ist eine Seltenheit), in dem die Autorin ...

Das war eine richtige Freude zum Lesen, bzw. für alle Jane Austen Fans muss sich das so anfühlen. Wir haben hier nämlich einen Jane Austen - Krimi (allein schon, das ist eine Seltenheit), in dem die Autorin recht gut das Leben der berühmten Schriftstellerin mit einem fiktiven Mordfall verknüpft hat und Miss Austen ermitteln lässt.

Jane und ihre Familie

Die junge Miss Austen und ihre Familie sind hier, unter anderem, tragende Rollen bei der Handlung und die Autorin hat aus den wenigen Infos, die man hat, gut ausgebaute Charaktere gezeichnet. Sie stehen ihr hier bei, sind Gesprächspartner und teilweise verwickelt in den Kriminalfall.
Dabei hat die Autorin die realen Fakten über die Austens nur hier und da etwas biegen müssen, was in ihrem Nachwort nachzulesen ist. In dem Roman ist Jane noch 20 Jahre alt und steht ganz weit am Anfang ihrer schriftstellerischen Karriere, die wir teilweise begleiten. Man erlebt sie hier als junge, aufgeweckte Frau, die noch etwas naiv in die Welt hineinschaut, trotz scharfem Intellekt.

Die Handlung

Im Stile eines Whodunit-Kriminalromans, geschieht ein Mord auf einem Ball. Eine unbekannte Frau wird ermordet aufgefunden und ihre Anwesenheit auf der Veranstaltung, wie die Tat selbst, gibt Rätsel auf. Es liegt an Jane, die losen Stricke um sie herum zusammenzuführen. Wer war es? Welche Motive könnten dahinterstecken? Es sind viele Fragen offen und der eine oder andere geübte Krimileser könnte das Ende schnell erahnen. Für mich gab es bei der Auflösung ein paar Überraschungen.

Jane und die Liebe

Jeder Fan von Austen hat schon von Tom Lefroy gehört und spätestens seit der Verfilmung von “Geliebte, Jane” mit Anne Hathaway ist er einem ein Begriff. Es war eine Romanze von ihr, die wegen finanziellen und familiären Problemen nicht aus diesem Status heraus konnte.
Genau das wird hier ebenfalls aus Jane Austens Leben aufgegriffen und sehr gut verarbeitet, sodass man ohne Bitterkeit mit diesem Teil der Handlung abschließen kann.

Gesellschaftsbild

Besonders gut dargestellt und erklärt wird hier die damalige Zeit in Hinblick auf das Leben als Frau. Jane steht oft vor verschlossenen Türen, wenn es um ihre Ermittlungen geht und muss sich was einfallen lassen. Auch das Schicksal vieler anderer wird hier dargestellt und erläutert. Und egal, wie viele Romane ich über die Zeit gelesen habe, es gibt immer wieder was Neues zu entdecken und zu lernen. Außerdem. denke ich, dass die Autorin hier eine sehr gute Recherchearbeit geleistet hat, zu der Zeit, wie auch zu Jane und sich der Roman daher so authentisch anfühlt.

Fazit

Für mich geht dieser Kriminalroman und der Start einer neuen Serie in die Kategorie “Wohlfühlkrimi” mit literarischem Charme. Mit üppigen, wie auch genauen Beschreibungen führt die Autorin einen gekonnt in das 19. Jahrhundert ein und in die Welt von Jane Austen. Wir begleiten sie als junge angehenden Schriftstellerin (was sie noch nicht weiß) und frische Ermittlerin auf ihren Streifzügen und begegnen Personen, die leicht eine Ähnlichkeit mit bekannten Figuren aus ihren zukünftigen Romanen aufweisen.
Eine schöne, willkommene Abwechslung, auf deren Fortsetzung ich mich schon freue!

Veröffentlicht am 10.04.2024

Nicht so meins!

Das Buch Eva
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Das war diesmal nichts für mich.
Obwohl das Setting ganz schön interessant war und gleich zu Beginn viel Spannung aufgebaut wurde, konnte es mich am Ende nicht überzeugen.

Wer Fan von Kate Foster oder ...

Das war diesmal nichts für mich.
Obwohl das Setting ganz schön interessant war und gleich zu Beginn viel Spannung aufgebaut wurde, konnte es mich am Ende nicht überzeugen.

Wer Fan von Kate Foster oder Nina Blazon ist, könnte das Buch gut gefallen. Vom Stil her geht es in die Richtung, würde ich sagen, für mich war es wohl der falsche Moment zum Lesen.
Nach einer anfänglichen Begeisterung über die Handlung und der Protagonistin - ein altes Kloster, starke Frauen, mysteriöses Buch und Mord. War ich ziemlich Feuer und Flamme weiter zu lesen, aber die Autorin schreibt einfach viel drumherum. Viel über das, was man sehen kann, viel über das, was die Protagonistin denkt und da wurde ich zu ungeduldig. Ich konnte die Handlung nicht genießen und irgendwann nicht mehr recht gut folgen.

Es dreht sich alles um das mysteriöse Buch, welches Beatrice von einer Frau am Totenbett bekommt, die vor den Mauern gejagt und verletzt wurde. Und genau diese Personen, bzw. der Drahtzieher, will es immer noch haben. Das Buch ist in einer merkwürdigen Sprache geschrieben mit unbekannten Bildern und es dauert, bis man dem Geheimnis etwas auf die Spur kommt. Vielleicht sagt dem einen oder anderen der Begriff “Voynich” Manuskript was? Dieses wurde als Inspiration für den Roman verwendet, um daraus eine feministische Geschichte zu schreiben. Aber es geht auch um Patriarchalismus, Misogynie in der christlichen Religion, weibliche Stärke und Zusammenhalt.

Viel Interessantes wurde hier zusammengebracht und es gibt nicht viele feministische Romane, die sich mit dem Thema Religion so tief auseinandersetzen.
Spannend auf seine Art, aber vom Schreibstil her kein Buch, das ich zwischen Tür und Angel lesen würde. Dafür braucht man Zeit und Ruhe.

Für Leser von langsamen, schweifenden Geschichten, die die Punkte Religion, Feminismus, Mystery und Zusammenhalt ansprechen!

Veröffentlicht am 08.04.2024

Unterhaltsam!

Der Tag, an dem ich mich betrank und einen Dämon rettete
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“Der Tag, an dem ich mich betrank und einen Dämon rettete” ist, wie der Titel wahrscheinlich vermuten lässt, ein eher unterhaltsamer Fantasy-Roman, der von der Autorin Kimberly Lemming. Das Buch entführt ...

“Der Tag, an dem ich mich betrank und einen Dämon rettete” ist, wie der Titel wahrscheinlich vermuten lässt, ein eher unterhaltsamer Fantasy-Roman, der von der Autorin Kimberly Lemming. Das Buch entführt die Leser in eine faszinierende Welt voller Magie, Dämonen und einem großen Abenteuer, wobei es um nichts anderes geht, als die Rettung von zahlreichen Menschenleben, bzw. Dämonenleben.

Die Geschichte folgt der Protagonistin Cinnamon, einer jungen Frau, die nach einer durchzechten Nacht einem Dämon begegnet und es schafft, ihn mit ihren einzigartigen Gewürz, dass sie als Gewürzhändlerin mit sich rumträgt, zu besänftigen. Ohne es zu wissen, rettet sie ihn aus einem furchtbaren Zauber, der von ihrer Göttin über die Dämonen gelegt wurde… wobei sich herausstellt, dass diese Göttin keine Göttin ist und eher grausamer Dämon. Was steht also an? Cinnamon begibt sich recht unfreiwillig, aber zusammen mit dem gut aussehenden Dämon, auf eine Abenteuerreise.

Lemming hat eine packende Erzählweise, die aber an der einen und anderen Stelle etwas schwächelt. Einerseits wollte ich, dass die Geschichte flotter abläuft, andererseits wollte ich, dass die Charaktere an ein paar Stellen mehr Tiefe zeigen. Es war verzwickt, wobei ich an der Handlung nichts auszusetzen habe. Das war eine klassische Heldenreise mit angenehmen Charakteren und viel Spice!
Ihr Schreibstil ist flüssig und lebendig, und sie versteht Spannung und Humor zu kombinieren. Die Charaktere sind gut entwickelt und haben jeweils ihre eigenen Persönlichkeiten, die aber von der Charakterstärke leider nur an der Oberfläche kratzen. Wodurch besonders die Protagonisten klischeehaft anmuten, aber das konnte ich verzeihen, weil sie einfach sympathisch waren.

Was dieses Buch besonders macht ist schlichtweg der Unterhaltungswert zwischen Abenteuer, Fantasy und viel Spice. Durch die Reise, die unsere Helden antreten müssen, gelingt es Lemming, Themen wie Freundschaft, Liebe und den Kampf auf unterhaltsame Weise zu kombinieren.

“Der Tag, an dem ich mich betrank und einen Dämon rettete” ist ein spaßiges Buch, das zum Kurz abschalten sich am besten eignet. Es ist gespickt mit Action, Romantik und ein paar unerwarteten Wendungen. Kimberly Lemming hat mit diesem Roman einen Roman für das “Cozy Fantasy”- Genre geschaffen, das sich gerade immer größerer Beliebtheit erfreut!

Veröffentlicht am 28.03.2024

Packend!

Du hast mir nie erzählt
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Endlich mal wieder ein gutes Buch in der Hand gehabt.

Der Roman “Du hast mir nie erzählt” von Wiz Wharton ist ihr Debüt als Autorin und ich denke mal, es hätte für sie nicht besser laufen können mit diesem ...

Endlich mal wieder ein gutes Buch in der Hand gehabt.

Der Roman “Du hast mir nie erzählt” von Wiz Wharton ist ihr Debüt als Autorin und ich denke mal, es hätte für sie nicht besser laufen können mit diesem Pageturner.

Es beginnt gleich spannend, als die junge Lily einen mysteriösen Brief bekommt von einem Anwalt, in dem ihr ein Erbe eines unbekannten chinesischen Manns angeboten wird. Sie hat nichts mit ihrer eigentlichen Kultur zu tun, da ihre Mutter früh verstorben ist und ihr Vater Engländer war. Lily, die bereits einige Probleme im Leben hat, nimmt das Erbe und seine Bedingung an: sie muss nach Hongkong reisen und es persönlich annehmen. Dass dies eine Reise wird, in der sie ihrer Mutter und dem Familiengeheimnis näher kommt, ist klar. Aber nicht klar ist, wie wunderbar verwinkelt diese Geschichte ist und dass die Auflösung ganz anders ist, als vermutet.

Nebenbei haben wir hier einen Generationenroman, der aus Lilys (Li-Li) Sicht spielt 1997 in London, bzw. später in Hong Kong und dann haben wir noch die Sicht ihrer Mutter Sook-Yin, die früh verstorben ist, die im Jahr 1966 startete. Was so viel bedeutet, dass wir gemeinsam mit Lily der Geschichte näherkommen und als Leser mehr wissen, als die Protagonistin. Das lässt einen ganz anders nochmal mitfiebern bei Lily, wenn sie Personen aus der Vergangenheit ihrer Mutter antrifft.

Nach einem sehr schönen, aber etwas langatmigen Start, kommt die Handlung in Fahrt und wir werden mit Schicksalsschlägen, schlechten Entscheidungen und Chancen überhäuft. Das Leben ihrer Mutter, ihrer Familie und der ihrer Töchter hat oftmals die falschen Wendungen genommen, aber trotzdem sind die Frauen in der Familie stark geblieben. Spannend bis zur letzten Seite der Auflösung erzählt Wiz Wharton nicht nur eine Familiengeschichte, sondern auch die Geschichte von Hongkong im Aufruhr kurz vor der Rückgabe nach über 150 Jahren Kolonialherrschaft Englands. Wie war es vor der Rückgabe an China? Wie sahen es die Menschen dort? Was bedeutet Identität und Zugehörigkeit?

Wiz Wharton schreibt über authentische Charaktere und zeichnet dabei ein interessantes kulturelles und familiäres Bild über zwei Frauen im Zentrum der Geschichte. Lily, wie auch ihre Mutter, haben eine packende Handlung und bis zum Schluss musste ich mitfiebern. Teilweise brutal, teilweise hoffnungsvoll und auch bodenständig ist dieser Debütroman und ich habe ihn bis zum Schluss genossen!

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