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Veröffentlicht am 24.04.2023

Cozy Fantasy

Mona - Zwischen Himmel und Hölle
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Mein erster Gedanke, als ich das Buch fertig gelesen hatte: Jetzt ist es vorbei.
Es stimmt mich einerseits immer traurig, eine Reihe zu beenden und andererseits glücklich, weil ich “es geschafft habe” ...

Mein erster Gedanke, als ich das Buch fertig gelesen hatte: Jetzt ist es vorbei.
Es stimmt mich einerseits immer traurig, eine Reihe zu beenden und andererseits glücklich, weil ich “es geschafft habe” und mich wieder auf andere Serien konzentrieren kann.
Aber hier war der Teil “traurig” größer, da ich die Mona-Reihe als eine gemütliche Fantasyserie empfunden hatte, zum Runterkommen und zum Entspannen.

Beim dritten und letzten Teil habe ich das Buch nicht “nur” gelesen, sondern auch parallel angehört, aber dazu später mehr.

Zuallererst, es ist auf jeden Fall eine Reihe, die ihr in der richtigen Reihenfolge lesen müsst, da der Inhalt aufeinander aufbaut. Was auch so viel heißt, wenn ihr nun weiter lest, spoilert ihr euch zu ein paar Punkten aus den vorherigen zwei Bänden.

Im letzten Teil erwartet uns das epische Ende der Liebe zwischen Mona und Balthasar, nämlich die Hochzeit, aber der Weg bis dahin ist noch lang und es warten davor und danach noch ein paar Probleme auf die beiden.
Von rosa Elefanten bis hin zur Rettung der Welt wird auf der actionreichen Seite viel geboten. Aber auch auf die zwischenmenschlichen (zwischenfantastischen?) Beziehungen wird hier viel eingegangen in diesem Band. Und nicht nur Mona und Balthasar müssen sich ein paar wichtige Fragen stellen, wie es mit ihnen weitergeht und ob das so, als Hexe und Gott, klappen kann. Sondern auch ihre Freunde entwickeln sich hier rasch weiter und machen die nächsten Schritte in ihrem Leben.
Kurzum, von jeder Seite wird hier viel aufgelegt und mit knapp 480 Seiten ist das auch ein würdiger Abschluss für die Reihe gewesen. Natürlich hätte ich gerne noch weiter gelesen, besonders über einzelne Personen hätte ich noch einen Spin-Off in Aussicht gehabt, aber wer weiß ob das noch kommt?
Ihr könnt schon raushören, dass ich die Reihe gerne gelesen habe und ich finde auch, dass es eine wunderbare Serie zum Abschalten vom Alltag ist. Besonders dann, wenn man sich gerade nicht auf schwere oder dramatische Geschichten konzentrieren kann, war das eine willkommene Abwechslung.
Daher würde ich es eher in das Genre “Cozy Fantasy” schieben, das in letzter Zeit besonders im englischsprachigen Sprachraum an Beliebtheit gewinnt und kann es ebenso als Hörbuch empfehlen.
Das Hörbuch wird von der Autorin selbst gelesen und für mich war das eine Premiere. Ich habe bis dahin noch kein Hörbuch gehört, das von dem Autor selbst eingesprochen wird. Und ja, es ist nicht perfekt gewesen - ein paar Stimmen, besonders die von Balthasar, hätte ich mir dunkler und kräftiger vorgestellt - aber ich meckere hier auch auf besonders hohem Niveau. Ich höre im Monat um die 50 St. Hörbücher und hab schon die eine oder andere Reihe abgebrochen, weil mir der Sprecher nicht passte.
Sonst fand ich es gelungen und finde es schade, dass ich die Hörbücher erst im letzten Band für mich entdeckt hatte!

Wer Lust hat auf “Cozy Fantasy” und einige vergnügliche, gemütliche Lesestunden, sollte auf jeden Fall zu der Reihe rund um Mona und ihrem Erzdämon greifen!

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Veröffentlicht am 18.02.2023

Sehr cool!

Kochen wie auf TikTok
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Was das folgende Kochbuch dir bietet: Ein TikTok Kochbuch für die, die gerne mal etwas Cooles zubereiten möchten, um andere zu beeindrucken.

Das beschreibt es, glaube ich, ziemlich gut! 

In diesem Rezeptbuch, ...

Was das folgende Kochbuch dir bietet: Ein TikTok Kochbuch für die, die gerne mal etwas Cooles zubereiten möchten, um andere zu beeindrucken.

Das beschreibt es, glaube ich, ziemlich gut! 

In diesem Rezeptbuch, haben wir hier 40 Gerichte von berühmten “TikTok-Köchen*in” und um die Zubereitung als Video zu sehen (so wie es sich für die App gehört), gibt es QR-Codes zu allem. Da muss ich sagen, das ist sehr schick gemacht und vereinfacht das Ganze schon sehr.
Außerdem gibt es kleine Steckbriefe und Fotos zu den Köchen, was der Seite immer eine schöne Note verpasst. 

Die Rezepte variieren sehr stark in ihrer Schwierigkeit und ich denke, dass Anfänger von ein paar Gerichten sich vielleicht erschlagen fühlen könnten oder herausgefordert. Auch bei der Zutatenliste sind für den einen oder anderen bestimmt neue Dinge dabei, die sich aber definitiv lohnen, auszuprobieren. 

Aber zwischendurch gibt es auch Rezepte, wie “Das beste Kartoffelpüree ever” und viele Seiten mit Tipps von den Profis, wie für den Vorratsschrank (bezogen auf asiatische Küche - für mich sehr wichtig gewesen) und Steak zubereiten (obwohl ich viel Koche, ist Fleisch zubereiten nicht meins).

Auch wenn ich nicht sehr viele aus dem Buch gekocht habe, habe ich dafür viele gute Infos rausziehen können über alles Mögliche rund ums Kochen. Toll waren noch die allgemeinen Tipps um Pasta zu kochen von der “Pastaqueen”. 

Kurzum, ich hatte meinen Spaß beim Lesen von dem Kochbuch. Konnte viel nützliches und unnützes Wissen daraus ziehen und würde es Freunden schenken, die gerne kochen und denen TikTok kein Fremdwort ist. 

Und so habe ich selber gerade mal eine handvoll der Rezepte geschafft zu machen, wie “Ramen-Lasagne”, “Butter-Chicken-Pasta”, “Schnelles Fladenbrot mit Spinat und Huhn”, “Ramen carbonara” und “Zitronen-Blaubeer-Kekse”.

Außerdem gibt es ein Kapitel im Buch namens “Drinks mit und ohne”, wo ein sehr tolles Kaffeerezept (Dalgona) und Matcharezept versteckt ist, dass ihr, wenn ihr euch das Buch zulegt, unbedingt ausprobieren müsst. 

Definitiv trendige Rezepte und das, was ich gekocht hatte, war wirklich lecker - originell, aber lecker. Das Kochbuch bringt einen dazu zu experimentieren und in die Essenskultur verschiedener Nationalitäten reinzuschnuppern, wobei viele Gerichte man hier als "Fusionsküche" beschreiben kann. 

Ein Kochbuch, das sehr viele interessante Infos zu bieten hat, einen unterhält und deine Experimentierfreudigkeit benötigt! Sehr schön gestaltet und an ein jüngeres Publikum gerichtet oder einfach an die, die gerne um 3 Uhr morgens sich noch denken "nur noch ein Video".

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Veröffentlicht am 26.12.2022

Zwischen Poe und Lovecraft!

Der mexikanische Fluch
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Im englischen Sprachraum ist der Titel des Romans “Mexican Gothic” und der sagt ganz genau aus, um was es sich hierbei handelt. Um einen Schauerroman mit mexikanischem Einfluss, der sich zwischen Poe und ...

Im englischen Sprachraum ist der Titel des Romans “Mexican Gothic” und der sagt ganz genau aus, um was es sich hierbei handelt. Um einen Schauerroman mit mexikanischem Einfluss, der sich zwischen Poe und Lovecraft bewegt.
Und das erste, das mich hier packte, war schlichtweg das Cover! Es gibt so eine passende Atmosphäre zum Buch wieder.

Es fängt ganz klassisch an für einen Schauerroman: Noemi bekommt von ihrer frisch verheirateten Cousine einen verstörenden Brief. Sie behauptet, dass ihr Ehemann sie umbringen will! Und was macht eine gute Cousine? Sie lässt die Universität, die Partys und die Männer links liegen und begibt sich weit weg nach High Place - einem alten, modrigen englischen Herrenhaus.
Dort begegnet sie einer merkwürdigen Familie voller Regeln, angeführt vom kränklichen Großvater und seinem gut aussehenden, gefährlichen Enkel und Mann ihrer Cousine.
Aber Noemi ist eine willensstarke junge Frau, die sich für das Wohl ihrer Familie durchkämpfen wird.

Wenn ihr an alte Kerzenständer, wallende weiße Nachthemden und Gespenster bei Mitternacht denkt, seid ihr an der Stelle richtig. Aber von dort aus geht es weiter, es wird düsterer, gefährlicher und grausiger. Und das meine ich mit “zwischen Poe und Lovecraft”.

Nach dem Start des Buches dachte ich, dass ich den Horror gut verkrafte (Dracula war schon an der Grenze), aber es wurde später ganz schön verstörend. Also wenn ihr gar nichts mit dem Genre anfangen könnt und euch nie gruseln möchtet, dann überlegt es euch. Wenn ihr aber wiederum gegen einen guten Spuck nichts einzuwenden habt, greift unbedingt zu!

Noch ein weiterer interessanter Punkt ist, dass wir hier als Hauptpersonen Women of Color haben und es sich auch um Themen wie Kolonisierung, Rassismus und Eugenik dreht. Das alles verbindet die Autorin mit Leichtigkeit und hat daraus eine weit komplexere Geschichte gebaut, als man am Anfang vermuten könnte.

Nach anfänglichen Bedenken, ob das Buch mich nun packen kann, weil der mittlere Teil sich doch ganz schön zog - stieg meine Begeisterung nach der Hälfte kontinuierlich an.
Und kaum hatte ich mich versehen, war ich mitten im Geschehen und fertig mit dem Buch. Ein spannender Schauerroman mit ein paar neuen Ansätzen, die mir wirklich gut gefallen haben und der starken Protagonistin, die mein Highlight am Buch war!

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Veröffentlicht am 13.12.2022

Wieder ein gutes Buch von ihr!

Miss Kim weiß Bescheid
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Eines meiner Highlights aus dem letzten Jahr war “Kim Jiyoung, geboren 1982” von Cho Nam-Joo. Und als dann ihr nächstes Buch angekündigt wurde, wusste ich, das wird mir gefallen.

In diesem Roman hat ...

Eines meiner Highlights aus dem letzten Jahr war “Kim Jiyoung, geboren 1982” von Cho Nam-Joo. Und als dann ihr nächstes Buch angekündigt wurde, wusste ich, das wird mir gefallen.

In diesem Roman hat die Autorin sieben Erzählungen gesammelt, bzw. sieben kurze Porträts von Frauen. Sie schreibt von ganz gewöhnlichen Frauen und ihren Problemen, daher ist es egal, ob wir hier von Problemen in der südkoreanischen Gesellschaft reden oder sonst wo – es sind universelle Themen, die sie annimmt. Wo jeder sich einfühlen kann und mit dem Kopf nickt beim Lesen. Wobei der Kern bei allem die Frau in einem patriarchalischen System ist, mal mehr, mal weniger sichtbar.

Für die Rezension gehe ich auf jede Erzählung ganz kurz ein, damit ihr ein besseres Gefühl für das Buch bekommt. Und ich versuche so kryptisch wie möglich zu bleiben, damit nicht zu viel verraten wird.

“UNTER DEM PFLAUMENBAUM”
Wir fangen an mit einer Seniorin, die ihre Schwestern im Altersheim besucht. Es geht um das Thema “Opfer für die Familie”, “Alt werden” und wie sich Familienbande entwickeln. Mit der Geschichte startete das Buch gleich ganz stark.

“TROTZ”
Eine Autorin schreibt ein Buch über ihre Gewalterfahrungen und bekommt dafür, neben sehr viel Lob, ein negatives Feedback, das ihr stark nachhängt.
Hier musste ich immer wieder an die Autorin selbst denken und frage mich, wie viel persönliche Erfahrung hier wohl mit eingeflossen ist.

“WEGGELAUFEN”
Das Verschwinden des Vaters verändert die komplette Dynamik in der Familie und es entstehen neue Bande.
Eine überraschende Story, über die ich dann noch ein paar Tage nachgedacht habe. Nicht weil sie schlimm ist, sondern schlichtweg interessant.

“MISS KIM WEISS BESCHEID
Die titelgebende Geschichte, die in einem Büro spielt. Unsere Protagonistin ist neu auf der Arbeit und erfährt von ihrer Vorgängerin Miss Kim, die zu gut in ihrem Job war. Es geht um die Ungleichbehandlung von Frauen im Beruf.
Ich denke hier könnten sich viele wiederfinden, die in einem Männerdominierten Beruf arbeiten und an eine kleine Art Rache schon mal gedacht hatten.

“LIEBER HYUNNAM”
Eine 30 jährige Frau rechnet mit ihrem toxischen Exfreund ab. Es geht um die Befreiung aus dem patriarchalischen System und einer gefährlichen Art von Liebe. Ein starkes Stück mit einer direkten und eindringlichen Heldin. Hier gefiel mir besonders die direkte Rede an ihm als Brief – sehr gelungen.

“DIE NACHT DER POLARLICHTER”
Schwiegermutter und Schwiegertochter verstoßen gegen ein Tabu in der koreanischen Gesellschaft: sie freunden sich miteinander an.
Für mich war diese hier die schwächste Geschichte, aber auch die traurigste. Nach so vielen interessanten Personen konnte mich diese Erzählung nicht von sich einnehmen.

“GROSSE MÄDCHEN
In dieser Geschichte geht es um das Thema “sexuelle Belästigung” und in dem Fall bei jungen Mädchen an einer Schule und wie sie, als auch die Familien sich wehren.

“ERSTE LIEBE, 2020”
Junge Liebe in Zeiten von Corona. War für mich eine schwache Erzählung aus der ich wenig mitgenommen hatte.
Wobei mir an dieser Geschichte am gefallen hat, zu erfahren, wie man in Südkorea mit Corona und Schule umgegangen ist.

Alles in allem schreibt die Autorin auf brillante Art und Weise über die verschiedensten Frauen und versteht sich gut darin, sie wiederzugeben.

Authentisch, stark und mit Empathie – das sind die Punkte, die mich neben dem interessanten Inhalt gepackt haben an den Erzählungen.

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Veröffentlicht am 13.11.2022

Wie immer ... Atwood!

Penelope und die zwölf Mägde
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Im Rahmen der “Canogate Myth Series” vom Herausgeber “Canogate Books” erscheinen neu interpretierte Mythen als Kurzgeschichte. Eine Reihe von Autoren hat bereits mitgemacht, darunter gehört das vorliegende ...

Im Rahmen der “Canogate Myth Series” vom Herausgeber “Canogate Books” erscheinen neu interpretierte Mythen als Kurzgeschichte. Eine Reihe von Autoren hat bereits mitgemacht, darunter gehört das vorliegende Buch von Margaret Atwood.
Sie hat es für die Reihe geschrieben und sich mit der Figur Penelope, der Frau von Odysseus befasst, aber auch mit den 12 Mägden, die jahrelang an ihrer Seite waren und ihr Leben lassen mussten.

Penelope ist tot.
Aber sie wandert, recht munter, durch das Totenreich und erzählt, wie es ist, tot zu sein, wie ihr Leben verlief und ganz wichtig, ihre Meinung.

Bei dieser Kurzgeschichte handelt es sich um eine Ich-Erzählung, die mit vielen Interpretationen arbeitet und den wenigen Infos, die es gibt. Man weiß wer Penelope war, was sie getan hat, aber was sie gedacht hat, bleibt eine offene Frage.
Die Autorin Atwood lässt sie hier gekonnt zu Wort kommen und versucht, diese romantische Sicht, die man über sie hat (die perfekte Ehefrau), zu verscheuchen.
Und auch Odysseus bleibt nicht verschont, denn sie erzählt unverblümt, wie ihr ach so toller Abenteuer-Ehemann war.

Im Stil der Antike lässt sie die 12 Mägde im Gesang, bzw. Chor auftreten und ihren Teil der Geschichte erzählen. Sie mixt diesen Stil mit der saloppen, unverblümten Art von Penelope, die keine Lust mehr hat zu schweigen und ausbricht beim Erzählen.
Das führte dazu, dass Penelope zu einem sehr greifbaren und nachvollziehbaren Charakter wurde. Eben eine Frau mit Ecken und Kanten, die einem es einerseits recht machen will und andererseits ihre Fehler macht, weil sie so ist, wie sie ist. Wunderbar!

Und dann kommt das Ende, wo die Autorin nochmal richtig in Fahrt kommt und Odysseus vor Gericht stellt, dabei wird die mystische Vorstellung von ihm als Helden beseitigt. Denn nach Penelopes Schilderung steht fest, der ach so schillernde Held ist in Wahrheit …

Das Buch lässt sich nicht vergleichen mit den anderen typischen “feministischen” Nacherzählungen der Antike, die gerade auf dem Buchmarkt sind. Margaret Atwood lässt sich nicht einfach in diese Schublade stecken mit ihrem Werk. Ihr Ziel war es nicht, eine starke Frauenstimme hier zu Wort kommen zu lassen, sondern eher zu entmystifizieren. Eine neue Wahrheit ans Licht zu bringen und / oder mal Klartext reden zu lassen.

Eindrücklich, spannend und mit ihrem typischen Sinn für Humor erzählt Atwood die Mythologie, wie sie es sieht! Empfehlenswert!

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