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Anis_R_Gardner

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Veröffentlicht am 05.10.2019

Liebesroman im typischen Lisa Renee Jones Stil - wie immer: am Besten in einem Rutsch durchlesen

Dirty Rich – Verbotenes Verlangen
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Verbotenes Verlangen – ist bereits der zweite Teil der Dirty Rich Reihe von Lisa Renee Jones. Diese romantische Office-Romanze ist ein Buch, welches typisch Lisa nicht aus der Hand zu legen ist. Durch ...

Verbotenes Verlangen – ist bereits der zweite Teil der Dirty Rich Reihe von Lisa Renee Jones. Diese romantische Office-Romanze ist ein Buch, welches typisch Lisa nicht aus der Hand zu legen ist. Durch ihren leicht zu lesenden Schreibstil ist das Buch zu schnell gelesen, die Seiten gleiten nur so dahin. Auch versteht sie es, einen Leser zu fesseln, so dass man immer weiterliest, um zu erfahren was noch auf einen und die Hauptdarsteller zukommt.

Lori, welche wegen gesundheitlicher Probleme in der Familie, ihr Studium in Jura als eine der besten hat aufgeben müssen, trifft durch Zufall zweimal an einen Abend auf Cole – Schicksal? Entgegen ihrer Überzeugung wagt sie einen One-Night-Stand und „flieht“ am nächsten Morgen. Ebenso wie Cole sie nicht aus seinem Kopf bekommt, kann auch Lori ihn nicht vergessen – auch nicht als sie ein paar Wochen später mit einer eventuellen Schwangerschaft auseinandersetzen muss. Hierbei steht ihr ihre Chefin und Freundin Cat zur Seite. Jene ist es auch, welche Sie für ein Stipendium vorschlägt, dass zum Teil in einer namhaften Kanzlei durchgeführt wird. Und wie es das Schicksal so will – ist nun Cole ihr Chef. Die Szene der Versammlung der Belegschaft im Konferenzzimmer ist mir so in Erinnerung geblieben. Wie sich Lori hinter den etwas beleibteren Kollegen klein macht, versteckt – nur blöd das sich alle einzeln vorstellen sollen. Schon hier ist die Spannung/Anziehung zwischen Cole und Lori deutlich zu spüren.
Lori ist eine selbstbewusste Frau, welcher es schwer fällt Hilfe von außen anzunehmen – sie ist stolz darauf ihre Mutter und sich, nach dem Tod ihres Vaters über die Runden zu bringen. Der Charakter ist gut getroffen und auch ihre zielstrebige Art kommt gut durch die gewählte Sprache im Buch rüber. Cole ist der sexy, erfolgreiche Anwalt, welcher sich mit seinem Freund Reese (Ehemann von Cat) zu einer neuen Kanzlei zusammenschließt – er teached Lori in der Kanzlei und das ohne Gnade, auch wenn er sich sehr zu ihr hingezogen fühlt. Am Ende - das schließlich etwas zu schnell kommt – finden die beiden doch noch einen Weg, wie sie sich als Chef und Praktikantin arrangieren können – um ihrer Liebe eine Chance zu geben. Die Spannung ist meiner Meinung nach nicht so vorhanden – es ist ein hin und her – zuerst stellt sich Lori stur, dann verschließt sich Cole komplett – aber letztendlich können die zwei der Anziehung, die zwischen ihnen besteht, nicht entgehen.

Auch ist das dunkle gehaltene Cover mit der Krawatte treffend für einen Office-Romance Roman. Die dezent gehaltene Schrift erzielt ebenso ihre Wirkung und überlagert das Bild nicht.

Wie schon im Topic geschrieben - zum Verschlingen – ab einem gewissen Punkt (und der kam schon früh) konnte ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen. Auch werde ich mir noch den ersten Teil besorgen und mit Genuss lesen. Ich liebe einfach den Schreibstil und die Geschichten von Lisa Renee Jones. Ich freue mich auf mehr Lesevergnügen von ihr. Eine Absolute Leseempflehlung!!

Veröffentlicht am 05.10.2019

Liebesroman über platonische Liebe, die in Wirklichkeit mehr ist – zum Verschlingen

Never Too Close
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Never too close – ist der erste Roman der New-Adult-Sensation aus Frankreich: Morgane Monocomble.
Violette und Loan begegnen sich am Silvesterabend im Aufzug ihres Wohnhauses, der prompt steckenbleibt. ...

Never too close – ist der erste Roman der New-Adult-Sensation aus Frankreich: Morgane Monocomble.
Violette und Loan begegnen sich am Silvesterabend im Aufzug ihres Wohnhauses, der prompt steckenbleibt. Als Feuerwehrmann kennt er sich mit solchen Situationen aus und beruhigt Vio, die mit einer Panikattacke zu kämpfen hat. Nachdem die beiden wieder frei sind, trennen sich scheinbar ihre Wege. Es suchen allerdings beide immer wieder Vorwände, um den anderen zu sehen. Folglich trennt sich die Freundin von Loan, da sie mit der Eifersucht, welche in ihr keimt, nicht umgehen kann.
Nach Loan sich zunächst zurückgezogen hat, zieht er bei Violette und ihrer Freundin Zoe ein. Harmonisch leben vor allem Vio und Loan zusammen – teilen das Bett, können keine zwei Tage ohne den anderen sein. Aber es ist ja nur platonisch…oder doch nicht?
Ob das Buch für euch eine Sensation ist, entscheidet selbst – es lohnt sich.

Ein Buch, das ich anfange und nicht mehr aus den Händen legen kann, habe ich schon länger nicht mehr gehabt. Man kann es so flüssig lesen, dass die Seiten nur so durch die Finger gleiten. Der Schreibstil ist humorvoll, gewandt und sehr angenehm. Die einzelnen Figuren, auch Nebenfiguren, werden mit ihrer eigenen Gesichte in den Fortlauf der Handlung integriert, so dass man auch immer mehr die Clique kennenlernt und wie die einzelnen Personen zueinanderstehen. Klischeehaft – hat jemand als Topic geschrieben – fand ich nicht. Wie oft kommt es vor, dass eine gute Freundin ihren Freund bittet ihr „erster Mann“ zu sein. Klischee war eher, dass man es nicht sehen bzw. wahrhaben will/wollte das es sich um mehr als platonische Zuneigung handelt. Dies musste einem erst – letztendlich – in einer Situation klar werden in der es im wahrsten Sinne des Wortes um Leben und Tod ging.

Vio ist eine lebhafte Person – im Gegensatz zu Loan – sie kann ohne Punkt und Komma sprechen und ist sehr kreativ: sie studiert etwas mit Mode. Loan hingegen ist eher der ruhige – der Gegenpol – überlegt, bodenständig. Beide habe eines gemeinsam: eine kaputte Kindheit – wenn ich es so sagen darf. Vio und ihr Vater wurden von ihrer Mutter verlassen, die sich schon länger ein neues Leben aufgebaut hat. Loans Mutter leidet unter Schizophrenie und erkennt den eignen Sohn nicht mehr. Es gibt einige Szenen im Buch in welchen sich die beiden in Bezug auf ihre Eltern halt geben. Beide Hauptcharaktere sind überaus passend beschrieben und sehr authentisch. Schön ist auch das bereits in dieses Buch die Geschichte von Zoe, der Mitbewohnerin, und Jason, Loans Freund, mit eingebaut ist – sie wird im zweiten Buch fortgeführt.

Die Farbzusammenstellung von Cover ist sehr gut gelungen – der Blauton mit einer Art Wolke im Vordergrund und auch der goldenen - in Großbuchstaben, mittig zentrierten – Schrift. Sehr gelungen.

Der Spannungsbogen wird immer weiter in der Geschichte aufgebaut und entlädt sich in den letzten Kapiteln, in welchen viele unterschiedliche Geschehnisse auftreten.

Um noch auf die humorvolle Seite zu kommen, immer wieder wird sich getriezt oder durch die halbe Wohnung gejagt, weil Loan Violette stoppen möchte sein Hasswort „Schlüpfer“ zu sagen. Auch möchte ich hierfür noch ein Zitat anführen, welches mir ein Schmunzeln entlockt hat.

Niemals den Schokoladenkonsum einer Frau kommentieren, sonst setzt man sich ernsthaften Konsequenzen aus, besonders als Mann. (S. 223)

Das Buch hatte alles, was man von einem New-Adult-Roman erwartet, ich war durchweg begeistert und habe mich mit den Charakteren, dem Schreibstil und dem Humor sehr wohl gefühlt. Ich freue mich schon auf den zweiten Band und auch auf ein eventuelles widerlesen mit Loan und Violette, auch wenn es dann um ihre Freunde geht.

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für Freunde von New-Adult- und Liebesromanen: diese Geschichte hat alles: Freundschaft, Humor, Gefühl, Liebe.

Veröffentlicht am 09.09.2019

Geek trifft auf Businessfrau in Toon-Town

Work Play Love
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Das Buch ist aus der Sicht von Nathan, der Comiczeichner bei Sketch Republic ist, erzählt. Mal was neues, aus der Perspektive des männlichen Protagonisten zu schreiben. Jedenfalls ist er seit er Brooke ...

Das Buch ist aus der Sicht von Nathan, der Comiczeichner bei Sketch Republic ist, erzählt. Mal was neues, aus der Perspektive des männlichen Protagonisten zu schreiben. Jedenfalls ist er seit er Brooke zum ersten Mal auf einer Firmenveranstaltung gesehen hin und weg von ihr. Es ist nicht leicht als Geek an Brooke, welche mit dem Firmenchef liiert ist, heranzukommen; daher hat er für unmöglich gehalten und seine Fantasien von seiner heimlichen angebeteten auf seine eigene Comicheldin übertragen: B-Girl. Als die beiden sich dann doch näherkommen – mit Umstyling, und authentischen Benimmregeln/Übungen z.B. für das Küssen nimmt die Handlung an Fahrt auf – Brooke möchte ihm nämlich helfen anziehender, nicht so schüchtern, für seine geheime Liebe zu sein.

Cover/Buchtitel/Zeichnungen:

Am besten hat mir das Cover vom amerikanischen Buch gefallen. Die Zeichnungen sind einfach himmlisch schön – ach, wenn ich nur so zeichnen könnte. (Im Verlauf des Buches sind immer wieder diverse Zeichnungen, zum aktuellen Kapitel zu finden – ich sage nur: der Affe mit Banane). Der Buchtitel „Work Play Love“ lässt auf einen Office-Roman schließen, gibt aber nicht im Ansatz den englischen Titel „Animate me“ wieder. Das Standardcover – nicht ganz zu sehender Mann im Businessoutfit im Büro – mit dem Buchtitel dick in der unteren Hälfte überlagert: spricht mich so richtig an bzw. habe ich mir was ganz anderes erwartet: eher etwas Richtung Annika Martin. Allerdings ist das Cover wesentlich besser, als jenes der vorherigen Auflage: Be my Girl.

Handlungsaufbau/Spannungsaufbau/Idee/Setting:

Die Spannung – ja – zu Beginn konnte ich nicht vom Buch lassen, ich wollte wissen, wie es mit Nathan und Brooke vorangeht. Im mittleren Abschnitt musste ich mich animieren weiter zu lesen, es war alles so langgezogen und nichts Ganzes, immer das gleiche: ich küsse dich nur um zu üben - jaja. Zum Ende hin wurde es wieder besser, allerdings fand ich den Rückzug von Brooke etwas zu prompt. Nathan hing so was von in der Luft – kein Job, kein eigener Comic, keine Brooke – und nur über ihre Sekretärin etwas von Brooke zu erfahren. Nun denn. Die Idee aus der Sicht eines Mannes zu schreiben – das muss ich Ruth hoch anrechnen, dass wird nicht häufig gemacht. (Vielleicht kommt ja irgendwann das Buch aus Sicht von Brooke in den Handel.) Toon-Town in L.A. ist das perfekte Setting für eine Geschichte, die nur so von Comiczitaten und -anspielungen gespickt ist.

Sprache/Schreibstil/Besonderheiten:

Die Sprache und der Schreibstil sind super einfach und flüssig zu lesen. Als Besonderheiten sind die Comiczitate vor jedem Kapitel zu erwähnen. Ich wusste gar nicht, dass ich so viel Comics bzw. Disney/Warner-Produktionen kenne; die Auflistung zum Ende des Buches gibt einen guten Überblick. Zu Beginn des ersten Kapitels wird erläutert, was das Wort „animiert“ zu bedeuten hat. Gelungener Schachzug, da das ganze Buch davon handelt.
Die Zeichnungen die verstreut im Buch zu finden sind, sind so passend…man kann sich richtig vorstellen, wie Nathan sein Herzblut in die Bilder legt…gerne hätte ich am Ende eine Auflistung aller Zeichnungen von den Kaffeebechern - oder anstatt einem Klappentext, den Beginn der Geschichte in einer 3x3 Darstellung der ersten Kaffeebecher.

Emotionen/Protagonisten:

Alle erscheinenden Personen sind durchweg gut getroffen, man kann sich richtig ein Bild von der jeweiligen Person machen. Brooke hat glaube ich zwei Seiten, die Business- und die Freizeitseite.Akkurat gekleidet im Büro, aber dann, wenn ich an die erste Szene von Brooke und Nathan denke ist ihre Kleidung sehr flippig. Sie wäre ja auch gerne Zeichnerin geworden, hat aber das Talent dazu nicht, weshalb sie in die Büroabteilung einer Zeichenfirma gegangen ist, um die Bilder wenigstens visuell um sich zu haben. Also einerseits ein Freigeist was Kleidung und Dekoration ihrer Wohnung oder das alleinige Wohnen geht, andererseits eingeengt von Arnauld, welcher immer Perfektion erwartet. Das führt zu einem inneren Konflikt.

Nathan wird als der ultimative Geek dargestellt. Schlafen – Arbeit – eignen Comic zeichnen – Schlafen. Schüchtern, einfach gekleidet – halt jemand dem sein Äußeres nicht wichtig ist; was nicht bedeutet das er schlecht aussieht. Im Laufe der Geschichte ändert sich dies aber extrem: er spricht offener über seine Gefühle, holt sich Hilfe von seinem Bruder und Vater…und was ich etwas übertrieben fand ist die – wie nenne ich jetzt am besten – Zuneigungsbekundung zu Brooke im Konferenzzimmer. Das war einfach ein zu großer Schritt von einem zu Beginn verschlossenen und schüchtern wirkenden Junggesellen, der nur von seiner Passion lebt.

Meine Meinung:
Eine gelungene Geschichte, für alle die ihre Comicerinnerungen auffrischen und nebenbei noch eine leichte Liebesgeschichte lesen wollen. Ruth Clampett hat mit den Zeichnungen und den perfekt ausgewählten Zitaten diverser Comics und Animationsfilme ihr ganzes Herzblut in dieses Buch gelegt – wie soll es anders sein bei so einer Abstammung.

Fazit:
Ich hatten trotz diverser Durststrecken ein rundum großartiges Leseerlebnis und habe mich mit diesem Buch auf niveauvolle Art und Weise unterhalten gefühlt. Von mir gibt es dazu eine klare Leseempfehlung.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 23.07.2019

Kein roter Faden zu finden, und auch kein Saphir

Die Saphirtochter
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Der Roman „Die Saphirtochter“ von Dinah Jeffries, spielt im Ceylon (heutiges Sri Lanka) des Jahres 1935. In der damaligen britischen Kolonie lebt Louisa mit ihrem Mann Elliot. Vergeblich versuchen die ...

Der Roman „Die Saphirtochter“ von Dinah Jeffries, spielt im Ceylon (heutiges Sri Lanka) des Jahres 1935. In der damaligen britischen Kolonie lebt Louisa mit ihrem Mann Elliot. Vergeblich versuchen die beiden Kinder zu bekommen und doch hat Elliot mittlerweile eine Sohn, von deren Existenz Louisa nichts weiß. Erst nach dem überraschenden Tod von Elliot, erhält sie nach und nach Einblick hinter die Fassade ihres Mannes. Viele Fragen plagen sie: Wer war Elliot wirklich? Wo ist das ganze Geld? Hat er wieder gespielt? Als sie dann auch noch mitbekommt, dass Elliot schon seit ca. 9 Jahren (ihrer 12-jährigen Ehe) eine Affäre hatte, aus der auch Conor, ein Sohn, hervorgegangen ist, bricht für Louisa einen Welt zusammen. Dank der Unterstützung von Margot, Elliots Schwester, und von Leo dem Zimtplantagenbesitzer, findet sie nach und nach wieder zu sich.

Das Cover des Buches ist sehr schön gestaltet. Die junge Frau kommt meiner Vorstellung von Louisa recht nahe. Auch weißen die Blüten unten links auf die ausgesprochene landschaftliche und pflanzliche Vielfalt des Landes hin. Von den Tempel und Bauten, die auf dem Cover zu sehen sind, habe ich im Buch nicht so viel mitbekommen. Die Handlung spielt in Galle, Colombo und der Zimtplantage.

Die Erwartung, welche ich auf Grund der Leseprobe hatte, wurde zu Beginn des Buches ganz und gar erfüllt. Man wurde in eine fremde Welt entführt und mit Eindrücken von Düften und Farben umhüllt. Zusammen mit dem leichten und interessanten Schreibstil war/ist dies ein Genuss zum Lesen. Doch muss ich sagen, mit Zunahme der Seiten des Buches, habe ich dieses vermisst. Auch habe ich nie einen richtig roten Faden in der Geschichte gesehen. Es werden immer wieder Themen, Aspekte angesprochen/aufgenommen, aber nicht richtig zu ende gestrickt. So geht es mir wie vielen anderen: am Ende sind zu viele Fragen offen. Ein Happy End um jeden Preis? Es löst sich so vieles zum Ende Buches zu schnell und mit einer mir unerklärlichen Leichtigkeit auf. Auch hatte ich auf Grund der genannten Sachverhalten immer weniger Lust die Geschichte zu enden zu bringen, es vieles zu vorhersehbar und auch wollte nicht so richtig Spannung in der Erzählung aufkommen, obwohl auch „Gangster“ (de Vos und Cooper) in der Handlung gibt, welche Louisa das Leben erschweren.

Ist Louisa stark? Ja und nein. Einerseits hängt sie noch sehr an ihrem Vater, gut ihre Mutter ist gestorben, als sie 7 Jahre war, andererseits hat man manchmal den Eindruck sie weiß was sie will. Auch ist sie in Hinsicht auf die missglückten Schwangerschaften recht gefasst, wenn sie Alice, die Tochter ihrer Freundin Gwen, sieht. Ich werde aus ihr nicht schlau, teilweise ist sie noch sehr naiv für ihr Alter. Und Elliot? Der hat ein Doppelleben geführt. Hat er sich etwa Vorwürfe gemacht wegen des nicht erfüllten Kinderwunsches? Hatte er damit zu kämpfen es seiner Mutter immer recht zu machen? All dies erfährt man nicht.

Fazit:
Eine nette Geschichte für Zwischendurch, der allerdings der rote Faden und die Spannungselemente fehlen. Einzig die Beschreibungen der Landschaft, Städte und der Tierwelt fand ich sehr gut getroffen (auch wenn ich noch nicht selbst auf Sri Lanka war). Auch ist die damalige Zeit gut eingefangen. Eine betrogene Ehefrau, die sie mit den Hinterlassenschaften ihres Mannes (Spielschulden? Geldsorgen?) herumschlagen muss, vor der Kulisse der britischen Kolonie Ceylon.

Leider muss ich daher in Anlehnung an ein Zitat des Buches sagen:
"Seltsam, wie oft Meschen (Bücher/Leseproben) eine Vorstellung erwecken, die sie nicht erfüllen, ..." (E-book, S. 60)

Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 10.06.2019

gute Lektüre für Zwischendurch -aktuelle Themen

Fünf Sterne für dich
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Das Buch beginnt mit einer Rückblende. Konrad, der mit der 6 Monate alten Mathilda spazieren war, findet Julia tot auf deren Ehebett. Man bekommt nur mit, dass er voll von der Rolle ist und sich seine ...

Das Buch beginnt mit einer Rückblende. Konrad, der mit der 6 Monate alten Mathilda spazieren war, findet Julia tot auf deren Ehebett. Man bekommt nur mit, dass er voll von der Rolle ist und sich seine Eltern um das Kind kümmern. 12 Jahre später ist aus Mathilda ein fast Teenager geworden, der sich in einer neuen Wohn- und Schulumgebung (nach einem plötzlichen Umzug) zurechtfinden muss. Ihre Klassenleitung haben Fr. Flemming (Pia) und Hr. Wohlfahrt (Tom) inne. Pia, eine Quereinsteigerin in den Lehrberuf, ist überambitioniert ganz im Gegensatz zu ihrem auf Lebenszeit verbeamteten Kollegen. Beim ersten Elternabend kommt es zu Unstimmigkeiten und Konrad wird zum Elternvertreter, obwohl er sich sonst aus allem Unnötigen heraushält und sogar eine Negativ-Liste in seinem kleinen schwarzen Büchlein führt. Aus Langeweile beim Elternabend beginnt er seinem Beruf nachzugehen: Bewertungen, diesmal über die Anwesenden zu verfassen. Wie es so kommt verliert er das Buch im Klassenzimmer und Pia findet es. Wie reagiert sie auf seine Bewertung? Wie entwickelt sich die Geschichte weiter?

Cover/Buchlayout:
Es ist in dunkeln Bordeaux gehalten, mit einem mittig platzierten goldenen Stern und diversen Verzierungen. Der Buchtitel ist ebenfalls golden, in Schreibschrift, in den Stern integriert.

Handlung(s)-/aufbau, Spannungsaufbau:
Eins nach dem anderen…zunächst startet das Buch mit einem Rückblick auf den Nachmittag, als Konrad mit Mathilda vom Spaziergang heimkam…immer wieder wird zwischen den Kapiteln ein weiterer Rückblick bzw. Aspekte des „früheren“ Lebens von Konrad aufgegriffen…diese sind es meiner Meinung nach, welche die Spannung aufbauen…Warum hat Konrad sich so im Leben eingeengt? Bis zuletzt: nun versteht man seine Haltung. Parallel dazu läuft die Geschichte geordnet ab: Elternabend – Elternvertreter – Aufgaben für Elternvertreter – Problemlösung (wenn auch nicht so realistisch). Warum geht ein Elternvertreter zu einer Mutter, deren Sohn Probleme hat; das ist meines Erachtens etwas für die Klassenleitung oder sogar den Rektor. Aber dieser, wie auch ihrem Teamkollegen, spreche ich da nicht mehr denn nötigen Elan zu: der Rektor steht kurz vor der Pension, und Tom ruht sich auf seinem Beamtenstatus aus.

Idee/Plot:
An sich ist die Tatsache das es auf Grund des Lehrermangels immer mehr Quereinsteiger mit fehlenden pädagogischen Wissen gibt: richtig. Aber muss man nicht erst noch Seminare in Hinsicht auf dieses Vakanz belegen, um überhaupt unterrichten zu dürfen. Noch dazu habe ich noch nie etwas von einer doppelten Klassenleitung gehört. Ihr? Dennoch diese Idee für ein Buch aufzugreifen, in welchem die Klassenleitung dann auch noch mit einem massiven Mobbingfall zu agieren hat: Hut ab. Auch die Gegenüberstellung der so unterschiedlichen Charaktere ist gut gelungen:
Konrad: geradlinig, paranoid (nur nichts machen, was auf meiner Liste steht), Tag ist getaktet
Pia:
chaotisch, zu ambitioniert
Was die Idee mit dem Teambildungsseminar angeht, das würde bestimmt für manche Klassen bzw. Schulen unseres Landes nicht schlecht sein; aber so einfach umsetzbar wie im Buch geschildert?: Unterlagen, Antrag, Kosten etc.

Szenerie/Setting:
Schule – Konrads Wohnung – Hamburg …das sind so im Großen und Ganzen die Orte, an welchen die Geschichte spielt. Als altes Gebäude mit langen Gängen, so stelle ich mir die Schule vor…mit einer „altehrwürdigen“ Geschichte im Background. Konrads Wohnung ist geradlinig, wie er…denkt man…warum muss man dann noch schnell aufräumen bevor die Freunde der Tochter einfallen: Ist die Tochter so ein Chaosstifter? Schön finde ich, wenn das Buch schon in Hamburg spielt, dass erwähnt wird, das sowohl Konrad wie Mathilda sich am Wasser wohl fühlen; und Konrad dies auch mal zum Nachdenken nutzt, auf das weite Wasser zu sehen und seine Gedanken zu ordnen.

Sprache/Schreibstil:
Ich bin beim Lesen nicht so richtig reingekommen in das Buch. Mir war die Sprache zu einfach, nicht so beschreibend, so dass ich mir einige Dinger noch genauer vorstellen konnte. Dennoch lässt sich das ganze Werk flüssig lesen. Ansonsten fand ich es gut, dass die jeweiligen Kapitel immer aus Sicht von Konrad oder Pia erzählt wurden, so konnte man sich je wieder emotional auf diese Person einstellen.

Emotionen/Protagonisten:
Pia ist voll von Emotionen – sie leidet und freut sich mit jedem mit, manchmal zu viel. Das muss sie erst noch lernen sich von gewissen Dingen besser abzugrenzen, auch wenn sie eine gute Freundin hat, welche ihr zuhört. Das komplette Gegenteil ist Konrad – bloß keine Gefühle zeigen. Aber er war einmal anders: lebensfroh, umtriebig. Bis fast zum Ende hält er seine Mauer aufrecht, welche er nach dem furchtbaren Nachmittag aufgebaut hat; zum Schutz vor dem Schock und zum Schutz von Mathilda. Er hat sein Leben hintenangestellt und ist nach dem Verlust von Mathildas Mutter nun voll und ganz für diese da, und liebt sie heiß und innig: als Vater. Die Passage im Buch, in welcher er beschreibt, was er schon alles mit seiner Kleinen durchgemacht hat: die ersten Schritte, die ersten Worte…zeigen seine vollste Zuneigung und das er doch nicht so abgebrüht ist, wie es den Anschein hat.

Meine Meinung:
Ein nettes Buch…ich weiß nicht so recht, was ich schreiben soll…die Geschichte an sich hat mich schon beim Lesen des Klappentextes mitgenommen: eine Quereinsteiger-Lehrerin und ein so geradliniger Vater…das kann doch nur spannend werden. Allerdings erschienen mir dann manche Aspekte im Buch zu lange gezogen…und teilweise auch zu vorausschaubar…mhh

Fazit:
Eine gut überlegter Roman, in dem es auch an Aktualität der aufgegriffenen Themen nicht fehlt,…leider hat mich das Buch nicht komplett mitgenommen.
Daher von mir nur 3 von 5 Sternen.