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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.07.2019

Kein roter Faden zu finden, und auch kein Saphir

Die Saphirtochter
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Der Roman „Die Saphirtochter“ von Dinah Jeffries, spielt im Ceylon (heutiges Sri Lanka) des Jahres 1935. In der damaligen britischen Kolonie lebt Louisa mit ihrem Mann Elliot. Vergeblich versuchen die ...

Der Roman „Die Saphirtochter“ von Dinah Jeffries, spielt im Ceylon (heutiges Sri Lanka) des Jahres 1935. In der damaligen britischen Kolonie lebt Louisa mit ihrem Mann Elliot. Vergeblich versuchen die beiden Kinder zu bekommen und doch hat Elliot mittlerweile eine Sohn, von deren Existenz Louisa nichts weiß. Erst nach dem überraschenden Tod von Elliot, erhält sie nach und nach Einblick hinter die Fassade ihres Mannes. Viele Fragen plagen sie: Wer war Elliot wirklich? Wo ist das ganze Geld? Hat er wieder gespielt? Als sie dann auch noch mitbekommt, dass Elliot schon seit ca. 9 Jahren (ihrer 12-jährigen Ehe) eine Affäre hatte, aus der auch Conor, ein Sohn, hervorgegangen ist, bricht für Louisa einen Welt zusammen. Dank der Unterstützung von Margot, Elliots Schwester, und von Leo dem Zimtplantagenbesitzer, findet sie nach und nach wieder zu sich.

Das Cover des Buches ist sehr schön gestaltet. Die junge Frau kommt meiner Vorstellung von Louisa recht nahe. Auch weißen die Blüten unten links auf die ausgesprochene landschaftliche und pflanzliche Vielfalt des Landes hin. Von den Tempel und Bauten, die auf dem Cover zu sehen sind, habe ich im Buch nicht so viel mitbekommen. Die Handlung spielt in Galle, Colombo und der Zimtplantage.

Die Erwartung, welche ich auf Grund der Leseprobe hatte, wurde zu Beginn des Buches ganz und gar erfüllt. Man wurde in eine fremde Welt entführt und mit Eindrücken von Düften und Farben umhüllt. Zusammen mit dem leichten und interessanten Schreibstil war/ist dies ein Genuss zum Lesen. Doch muss ich sagen, mit Zunahme der Seiten des Buches, habe ich dieses vermisst. Auch habe ich nie einen richtig roten Faden in der Geschichte gesehen. Es werden immer wieder Themen, Aspekte angesprochen/aufgenommen, aber nicht richtig zu ende gestrickt. So geht es mir wie vielen anderen: am Ende sind zu viele Fragen offen. Ein Happy End um jeden Preis? Es löst sich so vieles zum Ende Buches zu schnell und mit einer mir unerklärlichen Leichtigkeit auf. Auch hatte ich auf Grund der genannten Sachverhalten immer weniger Lust die Geschichte zu enden zu bringen, es vieles zu vorhersehbar und auch wollte nicht so richtig Spannung in der Erzählung aufkommen, obwohl auch „Gangster“ (de Vos und Cooper) in der Handlung gibt, welche Louisa das Leben erschweren.

Ist Louisa stark? Ja und nein. Einerseits hängt sie noch sehr an ihrem Vater, gut ihre Mutter ist gestorben, als sie 7 Jahre war, andererseits hat man manchmal den Eindruck sie weiß was sie will. Auch ist sie in Hinsicht auf die missglückten Schwangerschaften recht gefasst, wenn sie Alice, die Tochter ihrer Freundin Gwen, sieht. Ich werde aus ihr nicht schlau, teilweise ist sie noch sehr naiv für ihr Alter. Und Elliot? Der hat ein Doppelleben geführt. Hat er sich etwa Vorwürfe gemacht wegen des nicht erfüllten Kinderwunsches? Hatte er damit zu kämpfen es seiner Mutter immer recht zu machen? All dies erfährt man nicht.

Fazit:
Eine nette Geschichte für Zwischendurch, der allerdings der rote Faden und die Spannungselemente fehlen. Einzig die Beschreibungen der Landschaft, Städte und der Tierwelt fand ich sehr gut getroffen (auch wenn ich noch nicht selbst auf Sri Lanka war). Auch ist die damalige Zeit gut eingefangen. Eine betrogene Ehefrau, die sie mit den Hinterlassenschaften ihres Mannes (Spielschulden? Geldsorgen?) herumschlagen muss, vor der Kulisse der britischen Kolonie Ceylon.

Leider muss ich daher in Anlehnung an ein Zitat des Buches sagen:
"Seltsam, wie oft Meschen (Bücher/Leseproben) eine Vorstellung erwecken, die sie nicht erfüllen, ..." (E-book, S. 60)

Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 10.06.2019

gute Lektüre für Zwischendurch -aktuelle Themen

Fünf Sterne für dich
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Das Buch beginnt mit einer Rückblende. Konrad, der mit der 6 Monate alten Mathilda spazieren war, findet Julia tot auf deren Ehebett. Man bekommt nur mit, dass er voll von der Rolle ist und sich seine ...

Das Buch beginnt mit einer Rückblende. Konrad, der mit der 6 Monate alten Mathilda spazieren war, findet Julia tot auf deren Ehebett. Man bekommt nur mit, dass er voll von der Rolle ist und sich seine Eltern um das Kind kümmern. 12 Jahre später ist aus Mathilda ein fast Teenager geworden, der sich in einer neuen Wohn- und Schulumgebung (nach einem plötzlichen Umzug) zurechtfinden muss. Ihre Klassenleitung haben Fr. Flemming (Pia) und Hr. Wohlfahrt (Tom) inne. Pia, eine Quereinsteigerin in den Lehrberuf, ist überambitioniert ganz im Gegensatz zu ihrem auf Lebenszeit verbeamteten Kollegen. Beim ersten Elternabend kommt es zu Unstimmigkeiten und Konrad wird zum Elternvertreter, obwohl er sich sonst aus allem Unnötigen heraushält und sogar eine Negativ-Liste in seinem kleinen schwarzen Büchlein führt. Aus Langeweile beim Elternabend beginnt er seinem Beruf nachzugehen: Bewertungen, diesmal über die Anwesenden zu verfassen. Wie es so kommt verliert er das Buch im Klassenzimmer und Pia findet es. Wie reagiert sie auf seine Bewertung? Wie entwickelt sich die Geschichte weiter?

Cover/Buchlayout:
Es ist in dunkeln Bordeaux gehalten, mit einem mittig platzierten goldenen Stern und diversen Verzierungen. Der Buchtitel ist ebenfalls golden, in Schreibschrift, in den Stern integriert.

Handlung(s)-/aufbau, Spannungsaufbau:
Eins nach dem anderen…zunächst startet das Buch mit einem Rückblick auf den Nachmittag, als Konrad mit Mathilda vom Spaziergang heimkam…immer wieder wird zwischen den Kapiteln ein weiterer Rückblick bzw. Aspekte des „früheren“ Lebens von Konrad aufgegriffen…diese sind es meiner Meinung nach, welche die Spannung aufbauen…Warum hat Konrad sich so im Leben eingeengt? Bis zuletzt: nun versteht man seine Haltung. Parallel dazu läuft die Geschichte geordnet ab: Elternabend – Elternvertreter – Aufgaben für Elternvertreter – Problemlösung (wenn auch nicht so realistisch). Warum geht ein Elternvertreter zu einer Mutter, deren Sohn Probleme hat; das ist meines Erachtens etwas für die Klassenleitung oder sogar den Rektor. Aber dieser, wie auch ihrem Teamkollegen, spreche ich da nicht mehr denn nötigen Elan zu: der Rektor steht kurz vor der Pension, und Tom ruht sich auf seinem Beamtenstatus aus.

Idee/Plot:
An sich ist die Tatsache das es auf Grund des Lehrermangels immer mehr Quereinsteiger mit fehlenden pädagogischen Wissen gibt: richtig. Aber muss man nicht erst noch Seminare in Hinsicht auf dieses Vakanz belegen, um überhaupt unterrichten zu dürfen. Noch dazu habe ich noch nie etwas von einer doppelten Klassenleitung gehört. Ihr? Dennoch diese Idee für ein Buch aufzugreifen, in welchem die Klassenleitung dann auch noch mit einem massiven Mobbingfall zu agieren hat: Hut ab. Auch die Gegenüberstellung der so unterschiedlichen Charaktere ist gut gelungen:
Konrad: geradlinig, paranoid (nur nichts machen, was auf meiner Liste steht), Tag ist getaktet
Pia:
chaotisch, zu ambitioniert
Was die Idee mit dem Teambildungsseminar angeht, das würde bestimmt für manche Klassen bzw. Schulen unseres Landes nicht schlecht sein; aber so einfach umsetzbar wie im Buch geschildert?: Unterlagen, Antrag, Kosten etc.

Szenerie/Setting:
Schule – Konrads Wohnung – Hamburg …das sind so im Großen und Ganzen die Orte, an welchen die Geschichte spielt. Als altes Gebäude mit langen Gängen, so stelle ich mir die Schule vor…mit einer „altehrwürdigen“ Geschichte im Background. Konrads Wohnung ist geradlinig, wie er…denkt man…warum muss man dann noch schnell aufräumen bevor die Freunde der Tochter einfallen: Ist die Tochter so ein Chaosstifter? Schön finde ich, wenn das Buch schon in Hamburg spielt, dass erwähnt wird, das sowohl Konrad wie Mathilda sich am Wasser wohl fühlen; und Konrad dies auch mal zum Nachdenken nutzt, auf das weite Wasser zu sehen und seine Gedanken zu ordnen.

Sprache/Schreibstil:
Ich bin beim Lesen nicht so richtig reingekommen in das Buch. Mir war die Sprache zu einfach, nicht so beschreibend, so dass ich mir einige Dinger noch genauer vorstellen konnte. Dennoch lässt sich das ganze Werk flüssig lesen. Ansonsten fand ich es gut, dass die jeweiligen Kapitel immer aus Sicht von Konrad oder Pia erzählt wurden, so konnte man sich je wieder emotional auf diese Person einstellen.

Emotionen/Protagonisten:
Pia ist voll von Emotionen – sie leidet und freut sich mit jedem mit, manchmal zu viel. Das muss sie erst noch lernen sich von gewissen Dingen besser abzugrenzen, auch wenn sie eine gute Freundin hat, welche ihr zuhört. Das komplette Gegenteil ist Konrad – bloß keine Gefühle zeigen. Aber er war einmal anders: lebensfroh, umtriebig. Bis fast zum Ende hält er seine Mauer aufrecht, welche er nach dem furchtbaren Nachmittag aufgebaut hat; zum Schutz vor dem Schock und zum Schutz von Mathilda. Er hat sein Leben hintenangestellt und ist nach dem Verlust von Mathildas Mutter nun voll und ganz für diese da, und liebt sie heiß und innig: als Vater. Die Passage im Buch, in welcher er beschreibt, was er schon alles mit seiner Kleinen durchgemacht hat: die ersten Schritte, die ersten Worte…zeigen seine vollste Zuneigung und das er doch nicht so abgebrüht ist, wie es den Anschein hat.

Meine Meinung:
Ein nettes Buch…ich weiß nicht so recht, was ich schreiben soll…die Geschichte an sich hat mich schon beim Lesen des Klappentextes mitgenommen: eine Quereinsteiger-Lehrerin und ein so geradliniger Vater…das kann doch nur spannend werden. Allerdings erschienen mir dann manche Aspekte im Buch zu lange gezogen…und teilweise auch zu vorausschaubar…mhh

Fazit:
Eine gut überlegter Roman, in dem es auch an Aktualität der aufgegriffenen Themen nicht fehlt,…leider hat mich das Buch nicht komplett mitgenommen.
Daher von mir nur 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 27.05.2019

Wunderbare Geschichte in der sich jeder von uns finden kann - schönes Setting

Glück ist meine Lieblingsfarbe
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Diensteifrig setzte ich mich mal hin und schreibe die Rezension zu
„Glück ist meine Lieblingsfarbe“ von Kristina Günak

Juli eine junge Frau – naja, mit 30+ - lebt und arbeitet - nach einer Nacht- und ...

Diensteifrig setzte ich mich mal hin und schreibe die Rezension zu

„Glück ist meine Lieblingsfarbe“ von Kristina Günak



Juli eine junge Frau – naja, mit 30+ - lebt und arbeitet - nach einer Nacht- und Nebel-Aktion auf der (Ferien)Insel La Palma. Um über die Runden zu kommen, belegt sie die Woche über ausgefallene Sandwiches im Food Truck am Strand, parallel dazu ist sie noch als Dogsitterin tätig. Noch dazu des Spanischen allzu mächtig zu sein. Missverständnisse sind vorprogrammiert. Als eine der ersten Szenen im Buch befindet sich Juli auf der Party ihres schwulen Freundes Malte zwischen lauter Personen mit perfekten Lebensläufen wieder. Denkt sie. Hierbei lernt sie auch den verschlossen wirkenden Quinn kennen, und ringt ihn – dank ihrer Zauberkräfte (super Kommunikationsfähigkeiten und Empathie) – ein Lächeln ab, welches allerdings dank Malte im Keim erstickt wird. Quinn bringt Juli nach der Partie nach Hause, da er sie nicht im Dunkeln mit dem Rad über die halbe Insel fahren lassen will. Wie zufällig - jaja- laufen/begegnen sie sich danach immer wieder. Spätestens als Quinn seine Sympathie zu Juli zeigt, indem er ihr in einer schweren Situation, ohne nachzufragen beisteht; kommt die Frage auf: Kommt es noch zu mehr zwischen den beiden?

„Ich glaube, dass wir unglücklich werden, wenn wir uns nur mit Dingen befassen, die unserem Leben keinen Sinn geben. Viele Menschen merken das anfangs gar nicht, und dann ist es manchmal schon zu spät.“ (E-Book, S.128)

Kristina Günak ist mit dieser Geschichte, in der sich jeder von uns wiederfinden kann – wollte nicht jeder schon einmal von uns gegen den Strom schwimmen und wurde mitgerissen? – ein wundervolles Buch gelungen, das neben zahlreichen zitierbaren Sätzen sehr zum Nachdenken/Überdenken des bisherigen Werdegangs anregt.

Cover:
Farben und Muster, in unterschiedlich großen Kreisen chaotisch angeordnet…aber nicht so viel, dass man den weißen Untergrund nicht sehen kann…gut gelungen…durch die schwarze Schreibschrift wird der Titel hervorgehoben...das Rad und der Hund runden das Deckblatt ab und passen super zu dem Roman

Idee/Plot:
Wem ging es nicht schon einmal im Leben so, dass es zu viel war…immer gefordert sein, selbst nicht mehr wissen (oder es noch nie gewusst haben), wo es im Leben eigentlich hin gehen soll…wir sind so eingespannt…und falls man ausbricht, so wie Juli, und anders ist bzw. in dieser Welt nicht zurechtfindet, gilt man als seltsam, andersartig…noch schlimmer es kann so psychischen Problemen führen…Juli hat alles durch, wenn man sich immer verstellt…und dann ist auch noch plötzlich alles von einem Tag auf den anderen so unwirklich…sie musste einfach raus aus ihrem bisherigen Leben und zu sich kommen… Die Geschichte könnte aus dem realen Leben von „Jedermann“ stammen, nur dass die Umsetzung einfach alle Zelte so schnell abzubrechen nicht so schnell von statten gehen würde… dennoch möchte ich bemerken, dass in unserer schnelllebigen Zeit die Anzahl der Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen in den letzten Jahren stetig zunimmt…wohl auch ein Grund der ständigen Anforderungen die an uns gestellt werden… Super Idee hierüber ein Buch zu verfassen…und auch gelungen umgesetzt…es regt sehr zum Nachdenken an.

Handlungsaufbau/Spannungsaufbau:
Der erste Abschnitt (Anfang bis Kap.7) beginnt mit dem Kennlernen von Juli, nach und nach werden weitere „Darsteller“ eingeführt und man lernt Juli besser kennen, wie sie tickt, lebt, sich im der Fremde durchwurschtelt.
Im zweiten Abschnitt (Kap. 8-14) lernt sie Quinn, durch einen Schicksalsschlag, bei dem sie einen guten Freund verliert und nun für einen neuen Belgleiter in ihrem Leben sorgen muss, besser kennen (vorher haben sie sich nicht so häufig gesehen). Nun erfährt man etwas mehr vom bisherigen Leben von Juli: ihrer Familie, ihrem Beruf und von Isabella. Wer ist Isabella? Hier entsteht Spannung, Wissensdurst?
Im dritten Abschnitt (Kap. 15 - Ende) wird bis kurz vor Schluss die Tension hochgehalten. Letztendlich erfährt man die ganzen Hintergründe von Juli und Quinns Handlung/Art. Mit einer Bootstour, der Verabschiedung von Freunden und ganz wichtig mit dem Wissen: „Was will ich im/mit meinem Leben anfangen?“ endet das Buch sanft und stimmig.

Szenerie/Setting:
Wohin auch sonst würde man als Deutscher - bitte kein Klischeedenken ? – „auswandern/fliehen“…nach Spanien: Mallorca? die liebste Urlaubsinsel der Deutschen…falsch gedacht…bei der Wahl des Settings war auch Julis Freund Malte ausschlaggebend…und dieser befand sich eben schon auf den kanarischen Inseln…genauer auf La Palma. Mit ihrer wortreichen Sprache bringt Kristina Günak einem die Insel näher, man möchte am liebsten gleich die Koffer packen und sich dort einnisten, wie Juli. Ich zähle mal einige Wörter auf die ich mir zu La Palma aus dem Buch notiert habe: La Isla Verde, steilste Insel der Kanaren, Häuser in bunten Farben gestrichen, schwarzer Strand, glitzernder Atlantik, felsige Küste, steile Vulkanberge, karge Landschaft, vereinzelt Oleander, Kiefernhaine…und wer möchte jetzt nicht auch auf die Insel

Sprache/Schreibstil:
Wie schon zuvor genannt fand ich die Sprache, den Schreibstil des Buches sehr wohltuend…man liest und liest…es ist so flüssig zu lesen, es plätschert einfach so dahin …leider…den damit ist es auch schnell durchgelesen…der hohe Anteil an der bildlichen Sprache (… wie ein explodiertes Sofakissen; auf eine Katze bezogen) oder die Beschreibungen ihrer herzlichen Herbergsmutter Maria und der Menschen auf dem Markt (…wie ein geöltes Uhrwehrk), und der ganzen spanischen Lebensweise…herrlich… Durch die noch zusätzlich eingestreuten Slapstick-Einlagen von Juli und die liebenswert und detailreich ausgearbeiteten Hunde (auch wenn ich ein Katzenmensch bin) wird das eigentlich schwere Thema (Lebenskrise?) aufgelockert und man findet sich in einem Kokon des Lesens wieder bei dem man nicht gestört werden möchte.

Emotionen/Protagonisten:
Auch wenn das Buch um Juli und ihre Geschichte geht, so ist auch Quinn wichtig…den er hat auch ein schweres Kreuz zu tragen…zu Beginn versteht man nicht, warum sich Quinn so verhält, wie er es macht…im Nachhinein, wenn aufgelöst wird, was im widerfahren ist…dann kann man voll und ganz mit ihm fühlen…wenn plötzlich (wie bei Juli auch) nichts mehr so ist, wie es war und man von jetzt auf gleich die volle Verantwortung trägt, nicht mehr seinen Träumen und seiner Leidenschaft nachgehen kann…och….

Ein kleines Intermezzo an euch: Wenn ihr auch jetzt auch so fühlt, und mal nachdenkt was ihr in eurem Leben machen/tun oder noch machen wollt…könnt ihr das noch schaffen…los…ihr habt noch die Wahl

Quinn hatte die Wahl nicht, und Juli auch nicht direkt, sie wurde durch die Gesellschaftlichen Normen, welchen sich ihre Familie verpflichtet sieht gezwungen einen Weg zu gehen, der ihr nicht gut tat… All diese Emotionen die sich aus diesem Hintergrundwissen ergeben hat Kristina Günak gut umgesetzt, die Protagonisten sind so lebendig, detailreich beschrieben, sie wirken so authentisch und man kann sich extrem gut in sie hineinversetzten, selbst in die Lage der Hunde ( vor allem die Szene mit Calida auf dem Marktplatz)

Ich muss gerade Schmunzeln…was die Hunde wohl über Juli so alles erzählen würden (nur nebenbei: meine Tochter hört gerade Bibi Blockberg und dort wird ein Hund verhext, so das er sprechen kann…das wäre amüsant)

Zitate:
Es strotzt nur so davon, ob von der Schriftstellerin oder so namhaften Personen wie Goethe, Rilke und Voltaire…so wahre Worte…ich werde einige der Sätze, welche ich mir markiert habe, in mein Zitatebuch übernehmen…

„Alle Menschen sind auf der Suche nach einem guten Leben. Aber nur die wenigsten wissen offenbar, was das ist.“(e Book, S.56)

„Zweifel gehören zu jedem neuen Lebensabschnitt dazu.“ (e Book, S.129)

zusätzliche Aspekte:
Erstens:
Ich wollte parallel zum Lesen eine Musikliste anlegen…weit bin ich nicht gekommen…also, wenn ihr euch das Buch schnappt…macht im Hintergrund Ed Sheeran mit „Happier“ in Dauerschleife an…ich bin jetzt schon entspannter, wenn ich daran denke das dieses Lied rauf und runter läuft ?
Zweitens:
Wenn ihr, wie ich auch, nicht so lange auf ein neues Buch, eine so mitreißendes Geschichte, von Kristina warten könnt…schaut euch mal die im Roman erwähnte australische Autorin Liane Moriaty an…deren Bücher fand ich beim ersten Querlesen auch sehr ansprechend

Meine Meinung:
Gerne eine Fortsetzung…was geschieht weiter mit Juli und Quinn?... vielleicht findet sich aber auch nur ein ebenso immerwährendes, aktuelles und gut zum Nachdenken/Umdenken geeignetes Thema, welches uns dann mit seiner so locker, leichten und absolut mitreißenden Art in eine Welt mitnimmt, um dem Alltag etwas zu entkommen…

Fazit:
Das Buch ist einfach ein großartiges Leseerlebnis, es ist so stimmig… so Eins mit sich… einfach rund.
Schockschwerenot…, wenn jemanden in eurem Bekanntenkreis sowohl mit den Gedanken wie in der „outgesourcten Kopfwelt“ mit einem Tohuwabohu zu kämpfen hat…besorgt im dieses Buch zum Lesen: es wird ein Anstoß sein. Zusammen ist man weniger allein. Von mir gibt es dazu eine klare Leseempfehlung.

Auf jeden Fall werde ich mit Wiedersehensfreude auf eine neue Veröffentlichung von Kristina warten. „Lesen ist meine Lieblingsbeschäftigung“

Veröffentlicht am 30.04.2019

Symphony – Klavier – Elfenbein (Ivory): klassische Liebesgeschichte? …lasst euch überraschen…(nichts für Zartbesaitete)

His Dark Symphony
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Einleitung und Zusammenfassung

Düster, sinnlich und verboten – dies sind unter anderem die erste Worte, welche man auf dem Klappentext findet. Anhand der drei genannten Eigenschaften ist die Geschichte ...

Einleitung und Zusammenfassung

Düster, sinnlich und verboten – dies sind unter anderem die erste Worte, welche man auf dem Klappentext findet. Anhand der drei genannten Eigenschaften ist die Geschichte des Buches schon gut umrissen…jetzt mehr zur Handlung:

Im Buch „His dark Symphony“ der New-York-Times- und USA-Today-Bestsellerautorin Pam Godwin geht es um Ivory und Emeric. Schon vieles musste Ivory in ihren bisher 17-jährigen Leben mitmachen. Nachdem sie im Alter von 13 Jahren ihren Vater (durch eine Schießerei) verloren hat, bleibt ihr nur noch ihre Mutter, ihr Bruder und der Kater Schubert; diesen hat sie kurz vor dem unglücklichen Tod ihres Vaters von diesem bekommen. Ohne den Hauptverdiener, gerät die Familie immer mehr auf die schiefe Bahn (vor allem ihr 6 Jahre älterer Bruder und die Mutter geraten an Drogen) und lebt von der Hand in den Mund. Das Haus zerfällt immer mehr und es ist nicht mal mehr Geld für neue Kleidung vorhanden; Ivorys Schuhe sind bereits komplett durchgelaufen. Um wenigstens die nötigsten Unkosten begleichen zu können beginnt Ivory für ihre reichen Mitschüler die Hausaufgaben zu machen, gegen Bares versteht sich. Diese wollen dann aber immer mehr von ihr und nehmen sich auch immer mehr heraus, bis sie sich ihnen (widerwillig – sie braucht das Geld) prostituiert. Zudem sieht sie es als ihr Schicksal an, da sie bereits seit ihrem 13 Lebensjahr vom Freund ihres Bruders regelmäßig vergewaltigt wird. Sie ist laut Buch eine ausgesprochene Schönheit, sehr reif und groß für ihr Alter, daher sehr anziehend für Männer. Als sie in ihrem letzten Schuljahr auf der angesehensten Kunstschule des Landes (ihr Vater hat zu seinen Lebzeiten sein Lokal verkauft, um die Schulgebühr für sie zu hinterlegen) einen neuen Musiklehrer bekommt ahnt man noch nicht, dass es am Ende des Buches vielleicht doch noch alles „gut“ wird. Wie wird sie mit der dominanten Art ihres Lehrers zurechtkommen, der zudem nicht die Hände von ihr lassen kann?

Um die ganze Geschichte zu lesen, braucht es zu Beginn des Buches zunächst etwas Überwindung weiterzulesen. Denn wie ist es im TOTALLY BOOKED BLOG geschrieben: Es ist eine Geschichte von „poetischer Schönheit umhüllt von gespenstisch-dunklen Schatten!".

Meine Meinung

Wie heißt es so schön: „Gegensätze ziehen sich an“ – beim Klavier treffen weiße auf schwarze Tasten - in der Geschichte des Buches trifft das arme, aus einfachen Verhältnissen stammenden Mädchen auf den gutaussehenden, aus einem reichen Elternhaus stammenden, allein lebenden „Junggesellen“. Wie sollte es anders sein bei einem Lyx-Roman ?. Ebenso ist das Cover typisch für eine erotischen Roman. Ein gut angezogener Mann, die Hände lässig in den Hosen steckend, Dreitagebart – wer greift da nicht zu, und liest mindestens den Klappentext, wenn man etwas „gewagteres“ lesen möchte.

„Nichts ist undenkbar, und alles ist möglich. Der beweis dafür ist die Magie der Musik.“

Für den Roman werden übrigens, wenn man googelt, folgende Genres angegeben: Erotische Literatur, Fiktion, Liebesroman, Zeitgenössische Romantik (geht in die Richtung von E.L. James Romanen). Bei einem fiktiven Roman handelt es sich um die Schaffung einer eignen Welt durch z.B. Literatur. In gewisser Hinsicht ist die Handlung meiner Meinung nach nicht in realen Umgebungen zu finden; fällt es nicht auf, wenn sich so viel - Intrigen, Sex, Mord, Hass, Liebe, Träume, Verlust - im Leben einer Person häufen?

Da ich bisher kein Buch von Pam Godwin gelesen hatte, wusste ich nicht was mich hinsichtlich des Schreibstils erwartet. Ich bin positiv überrascht. Das Buch liest sich leicht und flüssig; die einzelnen Szenen waren sehr bildlich beschrieben (manchmal zu realistisch – etwas weniger ist manchmal mehr; jedenfalls für die zart besaiteten unter uns, vor allem zu Beginn des Buches (Vergewaltigung)) und herausgearbeitet.

Bis (fast) zum Schluss der Geschichte gibt es immer wieder unerwartete Wendungen. Werden Emeric und Ivory entdeckt? Warum musste Emeric seinen Stellung als Schulleiter aufgeben? usw. Der Spannungsbogen nimmt auch immer mehr zu und findet in einem (gemeinsamen) Mord sein Ende. Danach gibt es noch einige Seiten um die offenen Fragen: Was wird aus der Erpressung an Emeric durch die Schulleitern, der Mutter von Prescott? Und werden Ivory und Emeric zusammenbleiben: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben/lieben sie noch heute? Vielleicht auch für die Musik.


Bereits nach den ersten Kapiteln fand ich, dass die Protagonisten überzeichnet sind. Jung, schön, fast schon wie eine Sirene bei Odysseus Irrfahrt dargestellt – Ivory. Ein Wort aus ihrem Mund und die Männer liegen ihr zu Füssen?! Das arme Mädchen, welches schon früh selbst für sich und ihre Familie (wenn man das so nennen mag) sorgen musste. Angeblich sind solche Kinder ja frühreif sein – wird sie daher, trotz ihres „zarten“ Alters von 17 Jahren, für so erwachsen angesehen? Dennoch komme ich mit der dargestellten Figur/Geschichte nicht ganz klar: mit 13 Jahren vom Freund des Bruder vergewaltigt. Merkt man das als Mutter nicht, oder hat sich diese bereits nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes in den Drogensumpf gestürzt? Und wollte der Bruder es all die Jahre nicht wahrhaben, dass seine Schwester von seinem Freund missbraucht wird, nur weil er ihm angeblich das Leben gerettet hat (Ist das nur vorgeschoben?)? Aber zurück zu Ivory – sie wird einerseits als starke, selbstbewusste Person dargestellt, die sich nicht von Mitschülerinnen drangsalieren lässt; andererseits ergibt sie sich den diversen Männern (mittlerweile ohne Gegenwehr) um Geld zu habe. Ich nehme mal an, dass Geschehen soll in den USA spielen; gibt es da kein Sicherungssystem, um so einen Abstieg in der Gesellschaft zu verhindern? Nun gut… zu Emeric. Richtig altbacken kommt mir seine Beschreibung teilweise vor; ich stelle mir seine Schulkleidung wie die eines alten Professors vor, mit Flicken auf den Ellbogen des Jacketts. Und dann auf einer der nächsten Seiten wird er als der absolute, privilegierte Schönling aus reichem Elternhaus hingestellt, gut das sollte nicht durch Kleidung beinflussbar sein. Vielleicht stellt das auch seine zwei Seiten dar – Seite 1: den Musikliebenden, gediegenen und entspannten Lehrer – Seite 2: den dominanten, über alles stehenden, welcher seine Sub nur zu gerne bei Missachtung seiner Worte bzw. bei Widerworten bestraft. Gerade kommt mir Jekyll und Hyde in den Kopf – zärtlich, einfühlsam und dann aber wieder hart ?, streng, kontrollierend und so starke Zuneigung verspürend, um sogar für die Liebe zu töten. Hat er eine schizophrene Seite, die nicht so recht bei der Geschichte rauskommt? Ich glaube jedenfalls, dass bei seiner Erziehung auch schon einiges nicht so ganz rund gelaufen ist; wer bekommt nicht mit das sein Kind sich mit BDSM (mit 16 Jahren) beschäftigt und alles verschlingt was es finden kann? Gut in dem Alter ist man neugierig, aber dann spricht man darüber; oder nicht? Wahrscheinlich haben die Eltern das nicht so eng gesehen, da sie auch in diese Richtung tendieren – erotisch. Sie scheinen ihren einzigen Sohn ja eh in allem zu unterstützen; es nicht seine Schuld, dass er als Schulleiter entlassen wurde und dass er nun mit einer Minderjährigen, die eindeutig sexuell gestört ist (nur zurecht), zusammen ist – es stört sie nicht die Bohne (na gut vielleicht etwas, aber sie nehmen es hin). Im Nachhinein kann ich nur den Kopf über die Gegensätzlichen Seiten ein und derselben Personen schütteln – obwohl das Buch wirklich gut zu lesen war.

Bei den Nebencharakteren beginnen wir mal bei Ivorys Eltern – über ihren Vater erfährt man nur, dass er seine Bar verkauft, um Ivory den Traum zu ermöglichen, den er nicht hatte: auf die angesehenste Kunstschule der Staaten zu gehen. Dafür nimmt er es in Kauf nur noch ein Angestellter zu sein und täglich in seiner ehemaligen Bar Klavier zu spielen. Auch scheint er es nicht mit seiner Frau abgesprochen zu haben, die sich daraufhin – wie ich vermute – entfernt und enttäuscht ist, und dann nach seinem Tod auch noch allein mit den Kindern ist. Gibt es da keinen anderen Ausweg – Eltern, Bekannte, Freunde – um Hilfe zu bitten? Nein Drogen sind die Lösung. Für diesen Weg entscheidet sich auch Ivorys Bruder Shane, der scheinbar traumatisiert von einem Auslandseinsatz der Marines zurückkommt, und keinen Anschluss im Alltag findet. Er ist ebenso, von seinem Vater enttäuscht, wie die Mutter: Warum steckt er so viel Geld in die Ausbildung meiner Schwester?; und ich/wir müssen nun schauen wie wir mit dem wenigen Hab und Gut zurechtkommen. Wenigstens sieht er zum Ende hin seinen Fehler ein: nichts in Bezug auf seine Schwester und deren Behauptung sie würde von seinem Marine-Freund vergewaltigt gewusst/mitbekommen zu haben. Noch ein Hinweis: sagt das Tattoo auf Lorenzos (Shanes Freund) Brust „destroy“ nicht schon alles über seine Persönlichkeit aus; wer weiß was er im Ausland erlebt hat, was ihn allerdings nicht zu für solche Taten entschuldigt.
Die Schule – Le Moyne (in der Realität ein privates, Jesuitencollege in Bundesstaat New York) – die angesehenste Kunstschule des Landes. Hier ist alles möglich. Angelehnt an das ähnliche Französischen Wort „le moyens“ (welches passt, wie aufs Auge) ist zu finden:

„Tous les moyens seront mis en œuvre pour faire quelque chose … - es werden alle Hebel in Bewegung gesetzt um etwas zu tun“.

Das scheinen einige Schüler, wie auch die Schulleiterin Rivard wörtlich zu nehmen. Prescott, der Sohn der Schulleiterin, bekommt alles in den Ar… geschoben. Und jetzt da es um seine Zukunft geht – er soll als einziger von Le Moyen für das Klavierstudium im renommiertesten Konservatorium der Staaten ausgewählt werden; nicht Ivory. Und wem obliegt das? Mr. Marceaux – Emeric – natürlich. Da erscheint es nur selbstverständlich, dass sich seine Mutter einschaltet und Ermeric erpresst – aber ohne ihn. Auch die Mitschülerinnen stellen das absolute Gegenteil von Ivory dar – flachbrüstig und blond beschrieben, die es nicht einmal richtig verstehen, wenn man sie foppt. Sie lassen sich auch noch mit solchen Geschichten abspeisen, dass Ivory neuerdings ihre Eizellen verkauft und sich daher solch teure Kleidung leisten kann. Also wirklich …

Und jetzt zu den liebenswerten Nebencharakteren: Stogie und Schubert. Sie geben Ivory halt. Stogie dem der einzige Musikladen im heruntergekommenen Stadtviertel New Orleans gehört ist wie ein Ersatzvater. Vielleicht hat er – nein ganz sicher hat er ihren Vater auch gekannt. Hier kann sie für die Schule am Klavier üben und ist nebenbei noch für den alleinlebenden, angeschlagenen älteren Herren ein Grund aufzustehen. Was nicht aufgelöst wird: bestimmt ist der Steinway, das Klavier ihres Vaters, welches Stogie in besseren Zeiten ihrem Vater abgekauft hat. Ich glaube das gibt es eine tiefere Verbindung. Jedenfalls finde ich es schön, dass Emeric für Stogie eine Essenservice bestellt und er auch immer wieder in den Verlauf der Geschichte eingebunden wird, auch nachdem Ivory schon bei Emeric eingezogen ist. Der heimliche Held, der auf tragische Weise (wieder einmal keine Szene für zartbesaitete und tierliebende) von uns geht: Schubert. Wie der Komponist? Eine Katze zum Schmusen und um ihr Halt zu geben; hat schon vor dem Tod ihres Vaters etwas in der Familie nicht gepasst? Selbst als sie mehr bei Emeric als bei sich zu Hause ist, kann sie die Gedanken nicht von ihrem Kater lasse – ist es doch das einzige, was von ihrem Vater geblieben ist – oder noch der Steinway (der Gedanke gefällt mir)? Daher wird der Kater ohne Umschweife in Emerics Haus umgezogen. Leider wird er wie schon erwähnt unschön aus der Geschichte geschrieben, um so schöner ist es das mit Kodaline, ein neuer Schmusekater, den Weg zu Ivory und in unsere Herzen findet.

Die Sexszenen - recht genau beschrieben. Wenn ich mir vorstelle, wie sie an das Klavier gebunden ist – geht das? Im Forum wurde erwähnt, dass die BDSM-Szenen nicht schlimm seien – dennoch, wenn ich so was lesen möchte – dann lese ich die entsprechende Literatur. Ich habe eine Liebesgeschichte erwartet, gerne auch mal mit etwas genauer, dargestellten sexuellen Handlungen. Außerdem die bisher nur durch sexuelle Übergriffe Erfahrungen gesammelte Ivory gerät vom Regen in die Traufe, auch wenn Emeric sich zu seinem und ihrem Vergnügen so ausufernd um sie kümmert. Ich glaube eine gewisse Dominanz brauch Ivory immer noch, sie weiß ja nicht wie „wahre“ Liebe wirklich ist. Wie kann man übrigens Klavier spielen (ohne Noten, nur nach Musik), während man durch Stöße und Finger zum Orgasmus getrieben wird – kommt da nicht nur eine Kakophonie raus? Deswegen lebt Emeric in den großen Haus, allein, mit Schalschutz im Musikzimmer?

Fazit

Der Schreibstil ist super, die Seiten des Buches fliegen nur so dahin. Jedoch im Nachhinein über die Geschichte nachgedacht, muss ich schon sagen das sie sehr überzogen ist. Neben all den Intrigen, Sex, Hass usw. ist mir die Musik zu kurz gekommen - gut es ist eine Playlist angefügt, mit ganzen 2 klassischen Titeln (diese sind allerdings passend zum Buch gewählt). Ich hatte eher eine klassische Liebesgeschichte erwartet, in der sich die Musikschülerin in den Lehrer verliebt etc. – auch nach den ersten „dunklen“ Seiten der Leseprobe. Leider wurde ich schon in den ersten Kapiteln auf den fiktiven Erdboden zurückgeholt.

Genug geschrieben, bis auf: Skrjabin

@Satzbau:
Kapitel 39: „Er trägt keine Unterwäsche, und im Moment sitzen seine Jeans sie so tief auf...“


Veröffentlicht am 28.03.2019

Ein nicht ganz normaler Comic - in Buchformat und mit Witz

Böse Jungs
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Zusammenfassung
Im Buch geht es um Bösewichte, einer gemeiner und böser als der andere. Vorgestellt werden die liebevoll mit Mister bezeichneten Unholde von niemand geringeren als Mr. Wolf, uns allen sehr ...

Zusammenfassung
Im Buch geht es um Bösewichte, einer gemeiner und böser als der andere. Vorgestellt werden die liebevoll mit Mister bezeichneten Unholde von niemand geringeren als Mr. Wolf, uns allen sehr wohl aus diversen Märchen bekannt. Er möchte nicht immer nur als der gemeine Bandit gesehen werden und von nun an Gutes tun. Nur ist das nicht so leicht wie gedacht, schon gar nicht allein. Daher holt er sich Mr. Snake, Mr. Piranha und Mr. Shark in sein Team. Als erste gute Tat möchten die vier dann einer Katze helfen, die auf einem Baum festsitzt; jedoch ist die Katze nicht von „Beißern“ der Wohltäter begeistert. Mr. Wolf versucht weiterhin seine Kumpanen zu überzeugen, dass es richtig ist sich auf die Seite der Guten/des Guten zu stellen. Zusammen ziehen sie in ihrem Banden-Auto in das nächste groteske Abenteuer.

Meine Meinung
Zunächst sollte man wissen, dass das Buch nicht ist wie jedes Buch: es ist ein Comic-Buch, d.h. viele Zeichnungen, wenig Text. Der gesamte Text ließe sich zusammengenommen auf einige Seiten beschränken. Die Sprache ist recht platt und der Satzbau wie die Wortwahl einfach. So gesehen würde ich das Buch nicht wirklich anrühren. Was allerdings vielleicht Lesemuffel eher anziehend finden.
Dies tut allerdings der Geschichte keinen Abbruch, durch die vielen Illustrationen ist es einfach schön anzuschauen (und zu lesen). Die Figuren sind durchweg gut getroffen und kappeln auch gegeneinander, was zum ein und anderem Schmunzeln führt. Vor allem zum Ende hin, als es um die Befreiung „gefangener“ Tiere geht kann man über die Originalität nur noch lachen. Man hat so eine Freude, auch wenn es teilweise etwas derb ist; was Kinder allerdings noch nicht verstehen.
Das Buch bzw. die Geschichte sind gut umgesetzt. Zu aller erst zieht einen das Cover an: knall orange, nicht ganz gewöhnlich. Auch die Bösewichte sind darauf gut getroffen. Die Spannung und der Witz sind bis zuletzt vorhanden.
Gewählt wurden verschiede, mit negativen assoziierte, Bösewichte aus verschiedenen Bereichen: der Wolf, der Hai, die Schlange und der Piranha. Authentizität erhalten diese durch das Bildmaterial. Die Thematik ist allerdings nicht zu verachten: es wird aufgezeigt das auch jemand/etwas das böse ist sich zum Guten ändern möchte, und wie schwer dieser Weg sein kann; aber nicht sinnlos?

Fazit
Ein Buch für Lesemuffel und jene, die sich an der (Situations-)Komik laben wollen.