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Veröffentlicht am 26.12.2019

Romanze: Enthüllungsjournalismus versus Liebe - geht das gut

Mister Romance
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Rezension zu "Mister Romance" von Leisa Rayven
Wer ist Mister Romance? – Die Journalistin Eden Tate kommt dank ihrer Schwester und ihres guten Freundes Tobi (Kollege mit ausgezeichneten Hackerkenntnissen) ...

Rezension zu "Mister Romance" von Leisa Rayven


Wer ist Mister Romance? – Die Journalistin Eden Tate kommt dank ihrer Schwester und ihres guten Freundes Tobi (Kollege mit ausgezeichneten Hackerkenntnissen) an den besagten Charmeur, welcher die Elite New Yorks verzückt, heran. Sie hofft mit dieser Story aus dem einheitlichen Trott – immer die gleichen Klamotten, die zu banalen Arbeitsaufgaben (trotz super Uniabschluss) – zu entfliehen. Dank ihrer Hartnäckigkeit kommt sie immer häufiger in Kontakt mit dem wandelbaren Mister Romance, und kann bald nur noch über ihn nachdenken – er kann sich aber auch nicht mehr von ihr fernhalten.Wo das nur endet? Welche Geschichte steckt hinter dem Escortservice von M.R.?

Zum Glück hat Leisa Rayven, die sich zunächst als Schauspielerin versucht hat, den Weg zum Schreiben gefunden. Sie lebt mit ihrem Mann und den Söhnen in Australien.
Der zweite Band der MASTERS-OF-LOVE-Reihe erscheint Mitte 2020.

Schreibstil, Cover

Was für ein Buch?! - die Leseprobe war so schnell durchgelesen...mehr...das spricht für den flüssigen Schreibstil. Das Cover ist typisch für einen Liebesroman, von Lyx; man sieht einen gut gekleideten Mann, allerdings ohne, dass sein Gesicht zu sehen ist...was das Verschwommene soll und die Andeutung von Sternen, weiß ich nicht...ebenfalls finde ich die Schrift viel zu groß.

Spannungsbogen, Geschichte Spoiler

Im ersten Abschnitt habe ich das Buch verschlungen – ich bin gut gestartet -, ich war gespannt wie Eden an die benötigten Informationen herankommt, um ihre Story zu schreiben…sie findet Mister Romance…dieser lässt sie aber abblitzen, um sie dann seinerseits abzuchecken. Endlich kamen die zwei sich dann in seiner Rolle als irischer Schönling – Kieran – näher…und lässt Kieran die Bombe platzen, dass er Mister Romance sei, denn sie noch nicht gesehen (sie hat nur mit ihm telefoniert) hat. Die zu Anfang bestehenden Geheimnisse waren zu Begin sehr lesefördernd: warum macht er diese Escort-Nummer etc.? Der nächste Teil – zweiter Abschnitt – hat mit dann nicht mehr so mitgerissen, die Geschichte war in die Länge gezogen und ging nicht so richtig voran…zuletzt ☹ habe ich mich ehrlich gesagt etwas aufraffen müssen noch zu Ende zu lesen, da sie mich so gar nicht mehr abgeholt hat.

Charakter Spoiler

Eden ist sehr naiv, direkt und sympathisch. Sie hat ihre Ecken und Kanten und lässt auf Grund ihrer Kindheit, und wie ihr Vater sie behandelt hat, niemanden zu nah an sich ran. Daher auch nur die One-Night-Stands.

Max (Mister Romance) trägt genauso, wie Eden, sein Paket mit sich herum. Ich finde ihn hat es noch schlimmer getroffen mit dem Drogentot seines Bruders, dem Freitod seiner Mutter (sofern ich das noch richtig im Kopf habe) und dann noch der Verurteilung seines Vaters. Was hatte er dann noch? Außerdem gibt er sich die Schuld seine Mutter falsch behandelt zu haben – Grund: die Erziehung seines Vaters. Dieser hat Frauen nur für die 3 K’s für gut befunden. Nun denn…mit seiner Geschäftsidee versucht er nicht nur Frauen ein wenig an „Wärme“ zurückzugeben, sondern auch nebenbei die Schulden seiner Familie zu tilgen.

Tate – Edens Schwester – und Nan – die Großmutter der Beiden- sind beide sehr liebevoll dargestellt. Nan hat auch die Erziehung der Schwestern nach dem Tod derer Eltern übernommen. Sie triezen beiden Eden mit ihrem nicht existenten Beziehungsleben und treiben sie so manchmal fast in den Wahnsinn.

Der heimliche Star im Buch ist das Haustier von Nan – Moby die Ente. 😊

Orginalität, Lesespaß

Trotz der sich immer mehr ziehenden und auch viel zu langen Kapitel – meiner Meinung nach – hatte ich durchaus meinen Spaß beim Lesen. In Erinnerung ist mir die erste Begegnung von Eden und Kieran geblieben, bei der sich Eden gleich mal vom Laufband auf den Boden legt. Oder wie Moby auf dem Rücken von Max sitzt und immer quakt, wenn dieser eine Liegestütze macht. Oder die Obstpizza versus Salamipizza Szene.

Authentizität der Figuren

Mhhh… Ich verstehe Eden, dass sie es satt hat trotz ihres super Abschlusses nur eine einfache Lückenfüll-Journalistin zu sein…leider ist es glaube ich auch heute so, dass man sich in der Journalistenbranche erst einmal durch z.B. ein Traineeprogramm profilieren muss. Daher ist für mich schon mal aus dieser Sicht Authentizität vorhanden.

Benötigt man in der heutigen Zeit einen Escortservice? Leider…Ich finde es aber gut, dass Max sich mit seiner Wandelbarkeit und seiner Wärme den Frauen New Yorks anbietet – nicht in diesem Sinn 😉 – um ihnen den meist eintönigen Alltag zu versüßen. Ich muss mal aus Interesse Escort googlen. Daher hier auch ein Daumen nach oben was die Realitätsnähe betrifft.

Einzig Tobi, der Computerüberflieger, der alles in relativ kurzer Zeit hackt,…wirklich…das erscheint mir etwas unwahrscheinlich.

Thema des Buches
Alles in allem fand dich die Thematik des Buches recht aktuell, da man nähergebracht bekommt, wie Journalisten – teilweise – arbeiten. Ich möchte dazu folgendes Zitat anführen, dass keines weiteren Kommentares bedarf.

"Journalisten haben Standards. Sie müssen unvoreingenommene Beobachter sein, die die Fakten berichten, damit die Leser sich selbst eine Meinung bilden können." (S.87)

Fazit
Trotz meiner immer schwächer werdenden Leseeuphorie – was nicht mit dem Schreibstil zusammenhängt- würde ich das Buch wieder lesen, da die Charaktere so liebenswert sind und auch das Thema eine gewisse Allgemeingültigkeit hat.

Wie meinte Colleen Hoover:

"Ich habe mein Herz an Leisa Rayvens Bücher verloren. Und ich hoffe, der Rest der Welt tut es auch!"

Ich hoffe ich werde die Chance haben im 2.Band der MASTER-OF-LOVE-Reihe mein Herz komplett an Leisa zu verlieren.

Es gibt von mir für Mister Romance 4 von 5 Sternen.

Liebe Grüße
Anis






  • Atmosphäre
  • Gefühl
  • Cover
  • Charaktere
  • Handlung
Veröffentlicht am 05.10.2019

Liebesroman im typischen Lisa Renee Jones Stil - wie immer: am Besten in einem Rutsch durchlesen

Dirty Rich – Verbotenes Verlangen
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Verbotenes Verlangen – ist bereits der zweite Teil der Dirty Rich Reihe von Lisa Renee Jones. Diese romantische Office-Romanze ist ein Buch, welches typisch Lisa nicht aus der Hand zu legen ist. Durch ...

Verbotenes Verlangen – ist bereits der zweite Teil der Dirty Rich Reihe von Lisa Renee Jones. Diese romantische Office-Romanze ist ein Buch, welches typisch Lisa nicht aus der Hand zu legen ist. Durch ihren leicht zu lesenden Schreibstil ist das Buch zu schnell gelesen, die Seiten gleiten nur so dahin. Auch versteht sie es, einen Leser zu fesseln, so dass man immer weiterliest, um zu erfahren was noch auf einen und die Hauptdarsteller zukommt.

Lori, welche wegen gesundheitlicher Probleme in der Familie, ihr Studium in Jura als eine der besten hat aufgeben müssen, trifft durch Zufall zweimal an einen Abend auf Cole – Schicksal? Entgegen ihrer Überzeugung wagt sie einen One-Night-Stand und „flieht“ am nächsten Morgen. Ebenso wie Cole sie nicht aus seinem Kopf bekommt, kann auch Lori ihn nicht vergessen – auch nicht als sie ein paar Wochen später mit einer eventuellen Schwangerschaft auseinandersetzen muss. Hierbei steht ihr ihre Chefin und Freundin Cat zur Seite. Jene ist es auch, welche Sie für ein Stipendium vorschlägt, dass zum Teil in einer namhaften Kanzlei durchgeführt wird. Und wie es das Schicksal so will – ist nun Cole ihr Chef. Die Szene der Versammlung der Belegschaft im Konferenzzimmer ist mir so in Erinnerung geblieben. Wie sich Lori hinter den etwas beleibteren Kollegen klein macht, versteckt – nur blöd das sich alle einzeln vorstellen sollen. Schon hier ist die Spannung/Anziehung zwischen Cole und Lori deutlich zu spüren.
Lori ist eine selbstbewusste Frau, welcher es schwer fällt Hilfe von außen anzunehmen – sie ist stolz darauf ihre Mutter und sich, nach dem Tod ihres Vaters über die Runden zu bringen. Der Charakter ist gut getroffen und auch ihre zielstrebige Art kommt gut durch die gewählte Sprache im Buch rüber. Cole ist der sexy, erfolgreiche Anwalt, welcher sich mit seinem Freund Reese (Ehemann von Cat) zu einer neuen Kanzlei zusammenschließt – er teached Lori in der Kanzlei und das ohne Gnade, auch wenn er sich sehr zu ihr hingezogen fühlt. Am Ende - das schließlich etwas zu schnell kommt – finden die beiden doch noch einen Weg, wie sie sich als Chef und Praktikantin arrangieren können – um ihrer Liebe eine Chance zu geben. Die Spannung ist meiner Meinung nach nicht so vorhanden – es ist ein hin und her – zuerst stellt sich Lori stur, dann verschließt sich Cole komplett – aber letztendlich können die zwei der Anziehung, die zwischen ihnen besteht, nicht entgehen.

Auch ist das dunkle gehaltene Cover mit der Krawatte treffend für einen Office-Romance Roman. Die dezent gehaltene Schrift erzielt ebenso ihre Wirkung und überlagert das Bild nicht.

Wie schon im Topic geschrieben - zum Verschlingen – ab einem gewissen Punkt (und der kam schon früh) konnte ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen. Auch werde ich mir noch den ersten Teil besorgen und mit Genuss lesen. Ich liebe einfach den Schreibstil und die Geschichten von Lisa Renee Jones. Ich freue mich auf mehr Lesevergnügen von ihr. Eine Absolute Leseempflehlung!!

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.10.2019

Liebesroman über platonische Liebe, die in Wirklichkeit mehr ist – zum Verschlingen

Never Too Close
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Never too close – ist der erste Roman der New-Adult-Sensation aus Frankreich: Morgane Monocomble.
Violette und Loan begegnen sich am Silvesterabend im Aufzug ihres Wohnhauses, der prompt steckenbleibt. ...

Never too close – ist der erste Roman der New-Adult-Sensation aus Frankreich: Morgane Monocomble.
Violette und Loan begegnen sich am Silvesterabend im Aufzug ihres Wohnhauses, der prompt steckenbleibt. Als Feuerwehrmann kennt er sich mit solchen Situationen aus und beruhigt Vio, die mit einer Panikattacke zu kämpfen hat. Nachdem die beiden wieder frei sind, trennen sich scheinbar ihre Wege. Es suchen allerdings beide immer wieder Vorwände, um den anderen zu sehen. Folglich trennt sich die Freundin von Loan, da sie mit der Eifersucht, welche in ihr keimt, nicht umgehen kann.
Nach Loan sich zunächst zurückgezogen hat, zieht er bei Violette und ihrer Freundin Zoe ein. Harmonisch leben vor allem Vio und Loan zusammen – teilen das Bett, können keine zwei Tage ohne den anderen sein. Aber es ist ja nur platonisch…oder doch nicht?
Ob das Buch für euch eine Sensation ist, entscheidet selbst – es lohnt sich.

Ein Buch, das ich anfange und nicht mehr aus den Händen legen kann, habe ich schon länger nicht mehr gehabt. Man kann es so flüssig lesen, dass die Seiten nur so durch die Finger gleiten. Der Schreibstil ist humorvoll, gewandt und sehr angenehm. Die einzelnen Figuren, auch Nebenfiguren, werden mit ihrer eigenen Gesichte in den Fortlauf der Handlung integriert, so dass man auch immer mehr die Clique kennenlernt und wie die einzelnen Personen zueinanderstehen. Klischeehaft – hat jemand als Topic geschrieben – fand ich nicht. Wie oft kommt es vor, dass eine gute Freundin ihren Freund bittet ihr „erster Mann“ zu sein. Klischee war eher, dass man es nicht sehen bzw. wahrhaben will/wollte das es sich um mehr als platonische Zuneigung handelt. Dies musste einem erst – letztendlich – in einer Situation klar werden in der es im wahrsten Sinne des Wortes um Leben und Tod ging.

Vio ist eine lebhafte Person – im Gegensatz zu Loan – sie kann ohne Punkt und Komma sprechen und ist sehr kreativ: sie studiert etwas mit Mode. Loan hingegen ist eher der ruhige – der Gegenpol – überlegt, bodenständig. Beide habe eines gemeinsam: eine kaputte Kindheit – wenn ich es so sagen darf. Vio und ihr Vater wurden von ihrer Mutter verlassen, die sich schon länger ein neues Leben aufgebaut hat. Loans Mutter leidet unter Schizophrenie und erkennt den eignen Sohn nicht mehr. Es gibt einige Szenen im Buch in welchen sich die beiden in Bezug auf ihre Eltern halt geben. Beide Hauptcharaktere sind überaus passend beschrieben und sehr authentisch. Schön ist auch das bereits in dieses Buch die Geschichte von Zoe, der Mitbewohnerin, und Jason, Loans Freund, mit eingebaut ist – sie wird im zweiten Buch fortgeführt.

Die Farbzusammenstellung von Cover ist sehr gut gelungen – der Blauton mit einer Art Wolke im Vordergrund und auch der goldenen - in Großbuchstaben, mittig zentrierten – Schrift. Sehr gelungen.

Der Spannungsbogen wird immer weiter in der Geschichte aufgebaut und entlädt sich in den letzten Kapiteln, in welchen viele unterschiedliche Geschehnisse auftreten.

Um noch auf die humorvolle Seite zu kommen, immer wieder wird sich getriezt oder durch die halbe Wohnung gejagt, weil Loan Violette stoppen möchte sein Hasswort „Schlüpfer“ zu sagen. Auch möchte ich hierfür noch ein Zitat anführen, welches mir ein Schmunzeln entlockt hat.

Niemals den Schokoladenkonsum einer Frau kommentieren, sonst setzt man sich ernsthaften Konsequenzen aus, besonders als Mann. (S. 223)

Das Buch hatte alles, was man von einem New-Adult-Roman erwartet, ich war durchweg begeistert und habe mich mit den Charakteren, dem Schreibstil und dem Humor sehr wohl gefühlt. Ich freue mich schon auf den zweiten Band und auch auf ein eventuelles widerlesen mit Loan und Violette, auch wenn es dann um ihre Freunde geht.

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für Freunde von New-Adult- und Liebesromanen: diese Geschichte hat alles: Freundschaft, Humor, Gefühl, Liebe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Gefühl/Erotik
Veröffentlicht am 09.09.2019

Geek trifft auf Businessfrau in Toon-Town

Work Play Love
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Das Buch ist aus der Sicht von Nathan, der Comiczeichner bei Sketch Republic ist, erzählt. Mal was neues, aus der Perspektive des männlichen Protagonisten zu schreiben. Jedenfalls ist er seit er Brooke ...

Das Buch ist aus der Sicht von Nathan, der Comiczeichner bei Sketch Republic ist, erzählt. Mal was neues, aus der Perspektive des männlichen Protagonisten zu schreiben. Jedenfalls ist er seit er Brooke zum ersten Mal auf einer Firmenveranstaltung gesehen hin und weg von ihr. Es ist nicht leicht als Geek an Brooke, welche mit dem Firmenchef liiert ist, heranzukommen; daher hat er für unmöglich gehalten und seine Fantasien von seiner heimlichen angebeteten auf seine eigene Comicheldin übertragen: B-Girl. Als die beiden sich dann doch näherkommen – mit Umstyling, und authentischen Benimmregeln/Übungen z.B. für das Küssen nimmt die Handlung an Fahrt auf – Brooke möchte ihm nämlich helfen anziehender, nicht so schüchtern, für seine geheime Liebe zu sein.

Cover/Buchtitel/Zeichnungen:

Am besten hat mir das Cover vom amerikanischen Buch gefallen. Die Zeichnungen sind einfach himmlisch schön – ach, wenn ich nur so zeichnen könnte. (Im Verlauf des Buches sind immer wieder diverse Zeichnungen, zum aktuellen Kapitel zu finden – ich sage nur: der Affe mit Banane). Der Buchtitel „Work Play Love“ lässt auf einen Office-Roman schließen, gibt aber nicht im Ansatz den englischen Titel „Animate me“ wieder. Das Standardcover – nicht ganz zu sehender Mann im Businessoutfit im Büro – mit dem Buchtitel dick in der unteren Hälfte überlagert: spricht mich so richtig an bzw. habe ich mir was ganz anderes erwartet: eher etwas Richtung Annika Martin. Allerdings ist das Cover wesentlich besser, als jenes der vorherigen Auflage: Be my Girl.

Handlungsaufbau/Spannungsaufbau/Idee/Setting:

Die Spannung – ja – zu Beginn konnte ich nicht vom Buch lassen, ich wollte wissen, wie es mit Nathan und Brooke vorangeht. Im mittleren Abschnitt musste ich mich animieren weiter zu lesen, es war alles so langgezogen und nichts Ganzes, immer das gleiche: ich küsse dich nur um zu üben - jaja. Zum Ende hin wurde es wieder besser, allerdings fand ich den Rückzug von Brooke etwas zu prompt. Nathan hing so was von in der Luft – kein Job, kein eigener Comic, keine Brooke – und nur über ihre Sekretärin etwas von Brooke zu erfahren. Nun denn. Die Idee aus der Sicht eines Mannes zu schreiben – das muss ich Ruth hoch anrechnen, dass wird nicht häufig gemacht. (Vielleicht kommt ja irgendwann das Buch aus Sicht von Brooke in den Handel.) Toon-Town in L.A. ist das perfekte Setting für eine Geschichte, die nur so von Comiczitaten und -anspielungen gespickt ist.

Sprache/Schreibstil/Besonderheiten:

Die Sprache und der Schreibstil sind super einfach und flüssig zu lesen. Als Besonderheiten sind die Comiczitate vor jedem Kapitel zu erwähnen. Ich wusste gar nicht, dass ich so viel Comics bzw. Disney/Warner-Produktionen kenne; die Auflistung zum Ende des Buches gibt einen guten Überblick. Zu Beginn des ersten Kapitels wird erläutert, was das Wort „animiert“ zu bedeuten hat. Gelungener Schachzug, da das ganze Buch davon handelt.
Die Zeichnungen die verstreut im Buch zu finden sind, sind so passend…man kann sich richtig vorstellen, wie Nathan sein Herzblut in die Bilder legt…gerne hätte ich am Ende eine Auflistung aller Zeichnungen von den Kaffeebechern - oder anstatt einem Klappentext, den Beginn der Geschichte in einer 3x3 Darstellung der ersten Kaffeebecher.

Emotionen/Protagonisten:

Alle erscheinenden Personen sind durchweg gut getroffen, man kann sich richtig ein Bild von der jeweiligen Person machen. Brooke hat glaube ich zwei Seiten, die Business- und die Freizeitseite.Akkurat gekleidet im Büro, aber dann, wenn ich an die erste Szene von Brooke und Nathan denke ist ihre Kleidung sehr flippig. Sie wäre ja auch gerne Zeichnerin geworden, hat aber das Talent dazu nicht, weshalb sie in die Büroabteilung einer Zeichenfirma gegangen ist, um die Bilder wenigstens visuell um sich zu haben. Also einerseits ein Freigeist was Kleidung und Dekoration ihrer Wohnung oder das alleinige Wohnen geht, andererseits eingeengt von Arnauld, welcher immer Perfektion erwartet. Das führt zu einem inneren Konflikt.

Nathan wird als der ultimative Geek dargestellt. Schlafen – Arbeit – eignen Comic zeichnen – Schlafen. Schüchtern, einfach gekleidet – halt jemand dem sein Äußeres nicht wichtig ist; was nicht bedeutet das er schlecht aussieht. Im Laufe der Geschichte ändert sich dies aber extrem: er spricht offener über seine Gefühle, holt sich Hilfe von seinem Bruder und Vater…und was ich etwas übertrieben fand ist die – wie nenne ich jetzt am besten – Zuneigungsbekundung zu Brooke im Konferenzzimmer. Das war einfach ein zu großer Schritt von einem zu Beginn verschlossenen und schüchtern wirkenden Junggesellen, der nur von seiner Passion lebt.

Meine Meinung:
Eine gelungene Geschichte, für alle die ihre Comicerinnerungen auffrischen und nebenbei noch eine leichte Liebesgeschichte lesen wollen. Ruth Clampett hat mit den Zeichnungen und den perfekt ausgewählten Zitaten diverser Comics und Animationsfilme ihr ganzes Herzblut in dieses Buch gelegt – wie soll es anders sein bei so einer Abstammung.

Fazit:
Ich hatten trotz diverser Durststrecken ein rundum großartiges Leseerlebnis und habe mich mit diesem Buch auf niveauvolle Art und Weise unterhalten gefühlt. Von mir gibt es dazu eine klare Leseempfehlung.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Gefühl/Erotik
Veröffentlicht am 23.07.2019

Kein roter Faden zu finden, und auch kein Saphir

Die Saphirtochter
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Der Roman „Die Saphirtochter“ von Dinah Jeffries, spielt im Ceylon (heutiges Sri Lanka) des Jahres 1935. In der damaligen britischen Kolonie lebt Louisa mit ihrem Mann Elliot. Vergeblich versuchen die ...

Der Roman „Die Saphirtochter“ von Dinah Jeffries, spielt im Ceylon (heutiges Sri Lanka) des Jahres 1935. In der damaligen britischen Kolonie lebt Louisa mit ihrem Mann Elliot. Vergeblich versuchen die beiden Kinder zu bekommen und doch hat Elliot mittlerweile eine Sohn, von deren Existenz Louisa nichts weiß. Erst nach dem überraschenden Tod von Elliot, erhält sie nach und nach Einblick hinter die Fassade ihres Mannes. Viele Fragen plagen sie: Wer war Elliot wirklich? Wo ist das ganze Geld? Hat er wieder gespielt? Als sie dann auch noch mitbekommt, dass Elliot schon seit ca. 9 Jahren (ihrer 12-jährigen Ehe) eine Affäre hatte, aus der auch Conor, ein Sohn, hervorgegangen ist, bricht für Louisa einen Welt zusammen. Dank der Unterstützung von Margot, Elliots Schwester, und von Leo dem Zimtplantagenbesitzer, findet sie nach und nach wieder zu sich.

Das Cover des Buches ist sehr schön gestaltet. Die junge Frau kommt meiner Vorstellung von Louisa recht nahe. Auch weißen die Blüten unten links auf die ausgesprochene landschaftliche und pflanzliche Vielfalt des Landes hin. Von den Tempel und Bauten, die auf dem Cover zu sehen sind, habe ich im Buch nicht so viel mitbekommen. Die Handlung spielt in Galle, Colombo und der Zimtplantage.

Die Erwartung, welche ich auf Grund der Leseprobe hatte, wurde zu Beginn des Buches ganz und gar erfüllt. Man wurde in eine fremde Welt entführt und mit Eindrücken von Düften und Farben umhüllt. Zusammen mit dem leichten und interessanten Schreibstil war/ist dies ein Genuss zum Lesen. Doch muss ich sagen, mit Zunahme der Seiten des Buches, habe ich dieses vermisst. Auch habe ich nie einen richtig roten Faden in der Geschichte gesehen. Es werden immer wieder Themen, Aspekte angesprochen/aufgenommen, aber nicht richtig zu ende gestrickt. So geht es mir wie vielen anderen: am Ende sind zu viele Fragen offen. Ein Happy End um jeden Preis? Es löst sich so vieles zum Ende Buches zu schnell und mit einer mir unerklärlichen Leichtigkeit auf. Auch hatte ich auf Grund der genannten Sachverhalten immer weniger Lust die Geschichte zu enden zu bringen, es vieles zu vorhersehbar und auch wollte nicht so richtig Spannung in der Erzählung aufkommen, obwohl auch „Gangster“ (de Vos und Cooper) in der Handlung gibt, welche Louisa das Leben erschweren.

Ist Louisa stark? Ja und nein. Einerseits hängt sie noch sehr an ihrem Vater, gut ihre Mutter ist gestorben, als sie 7 Jahre war, andererseits hat man manchmal den Eindruck sie weiß was sie will. Auch ist sie in Hinsicht auf die missglückten Schwangerschaften recht gefasst, wenn sie Alice, die Tochter ihrer Freundin Gwen, sieht. Ich werde aus ihr nicht schlau, teilweise ist sie noch sehr naiv für ihr Alter. Und Elliot? Der hat ein Doppelleben geführt. Hat er sich etwa Vorwürfe gemacht wegen des nicht erfüllten Kinderwunsches? Hatte er damit zu kämpfen es seiner Mutter immer recht zu machen? All dies erfährt man nicht.

Fazit:
Eine nette Geschichte für Zwischendurch, der allerdings der rote Faden und die Spannungselemente fehlen. Einzig die Beschreibungen der Landschaft, Städte und der Tierwelt fand ich sehr gut getroffen (auch wenn ich noch nicht selbst auf Sri Lanka war). Auch ist die damalige Zeit gut eingefangen. Eine betrogene Ehefrau, die sie mit den Hinterlassenschaften ihres Mannes (Spielschulden? Geldsorgen?) herumschlagen muss, vor der Kulisse der britischen Kolonie Ceylon.

Leider muss ich daher in Anlehnung an ein Zitat des Buches sagen:
"Seltsam, wie oft Meschen (Bücher/Leseproben) eine Vorstellung erwecken, die sie nicht erfüllen, ..." (E-book, S. 60)

Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Geschichte
  • Atmosphäre