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Veröffentlicht am 08.08.2024

Komplexe, bild- und wortgewaltige Fantasy

When The Moon Hatched
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"Rache ist die einsamste Gottheit von allen, Mondschein. Lass es dir von jemanden sagen, der es weiß."

(Zitat aus ‚When the Moon Hatched‘, S. 188)

Mit über 800 bild- und wortgewaltigen Seiten ...

"Rache ist die einsamste Gottheit von allen, Mondschein. Lass es dir von jemanden sagen, der es weiß."

(Zitat aus ‚When the Moon Hatched‘, S. 188)

Mit über 800 bild- und wortgewaltigen Seiten hat sich ‚When the Moon Hatched‘ direkt an die Spitze meiner Lesehighlights katapultiert. Ich habe das Buch verschlungen und geliebt. Ich konnte während des Lesens an nichts anderes denken als Raeve und Kaan und ihre schicksalhafte Beziehung zueinander.

Dabei ist mir der Einstieg in die Geschichte nicht leicht gefallen und ich hatte mehr Fragezeichen im Kopf als sonst was. Sarah A. Parker hat eine unglaublich komplexe Welt erschaffen – auf der einen Seite roh, brutal und düster. Auf der anderen Seite ist alleine die Welt schon reine Poesie. Es gibt drei große Königreiche, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Das tropisch, sonnige Burn im Norden der Erdkugel, mit seinen Sabersythe-Drachen. Das kalte, verschneite Fade im mittleren Drittel, das durch einen Graben geteilt und mit Himmelsbrücken verbunden ist – die Heimat der federgeschmückten Moltenmaws. Ganz im Süden erstreckt sich das dunkle Königreich von Shade, die Brutstätte der Moonplume-Drachen. Die Drachen an sich sind schon sehr besonders, ihr Wesen und ihre Verbindung zu den Fae. Aber was ich am genialsten finde, ist die Tatsache, dass Drachen zu Monden werden, wenn sie sterben. Der Gedanke dahinter ist einfach wunderschön und ergreifend.

Die Welt ist zudem von einem sehr ungewöhnlichen, komplexen Magiesystem geprägt, in dem die Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde, Götter und Gesänge eine wesentliche Rolle spielen. Nicht alle haben die Fähigkeit Elementargesänge zu hören. Jene werden als Nullen bezeichnet. Damit diese sofort erkannt werden, werden Nullen als Erkennungszeichen die Ohren eingeschnitten. Auch unsere Protagonistin Raeve ist als Null gekennzeichnet bzw. getarnt. Als Mitglied der Rebellengruppe Fíur du Ath kämpft und tötet sie für eine bessere Welt, eine weniger grausame Regierung. Als Raeves beste Freundin und einzige Familie einem Attentat zum Opfer fällt, schwört Raeve auf Rache. Raeve ist eine unglaublich toughe Protagonistin. Ein Bad Ass mit einem klaren Ziel vor Augen. Auch wenn ich Raeves Handlungen nicht immer nachvollziehen konnte, mochte ich sie total gerne.

Kaan habe ich ebenfalls schnell ins Herz geschlossen. Er ist auf der einen Seite gefährlich, wirkt besitzergreifend. Nach und nach lässt er tiefer blicken und er zeigt seine gütige und großherzige Seite.

Raeve und Kaan sind zusammen wie Feuer und Wasser. Die Energie zwischen ihnen ist geladen. Die Beziehung der beiden entwickelt sich langsam. Es gibt auch einige sehr spicy Szenen, allerdings nehmen diese nicht überhand und sie kommen auch erst eher spät im Buch.

Neben den Perspektiven von Raeve und Kaan, sind noch einige wenige Kapitel aus der Sicht von Veya Vaegor, Kaans Schwester, geschrieben, die nochmal andere Einsichten bietet. Zwischen den Kapitel sind Tagebucheinträge einer unbekannten Person eingestreut, die ich unglaublich spannend fand. Nach und nach eröffnet sich, um wem es sich handelt.

Ich habe den Handlungsverlauf, die ganzen Enthüllungen und Wendungen sehr geliebt und gefeiert. Ich war total genannt und hatte ständig den Drang weiterlesen zu müssen. Die rund 800 Seiten habe ich innerhalb von 3 Tagen weggelesen. Ich habe wie gesagt etwas gebraucht bis ich angekommen bin. Nach rund 150 Seiten hat es mich dann gepackt und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen.

Sarah A. Parkers Schreibstil ist unglaublich facettenreich. Sehr poetisch und bildgewaltig, zwischendurch geprägt durch derbe und rohe Sprache – je nach Situation und Szene. Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass es einige sehr brutale und blutige Passagen gibt. Und auch die spicy Szenen hatten es ziemlich in sich.

Ich kann es, vorallem nach diesem Ende, kaum erwarten weiterzulesen und habe mir das Buch auch schon für einen Re-Read vorgenommen. Ich glaube, dass sagt eigentlich alles aus. Große Liebe, großes Highlight!

"Er ist loderndes Feuer. Ich bin zerbrochenes Eis. Wir sind dazu verdammt, uns gegenseitig zu zerstören, wenn wir aufeinandertreffen."

(Zitat aus ‚When the Moon Hatched‘, S. 481)

Fazit:

Komplexe, im positiven Sinne überbordende, bild- und wortgewaltige Fantasy mit Drachen, Fae, einer Vielzahl anderer außergewöhnlicher Wesen und Gottheiten und faszinierender Elementarmagie. Große Liebe!


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Veröffentlicht am 06.08.2024

Ein cosy Crime unter griechischer Sonne und ein spannender und kulinarischer Lesesnack

Mörderisches Santorin - Zoe und die tödliche Kreuzfahrt
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»Das Sunrise ist eine große Freude. Einzig die ständigen Morde strengen an.«
(Zitat aus ‚Mörderisches Santorin 2, S. 68 v. 181)

Urlaubszeit ist für mich auch immer cosy Crime Zeit. Ich habe mich also ...

»Das Sunrise ist eine große Freude. Einzig die ständigen Morde strengen an.«
(Zitat aus ‚Mörderisches Santorin 2, S. 68 v. 181)

Urlaubszeit ist für mich auch immer cosy Crime Zeit. Ich habe mich also erneut nach Griechenland begeben, zu Zoe, Leon und Alexandros auf die kleine santorinische Insel Thirasia. Es war wieder einmal eine Freude und ein Genuss.

Nach ihrem spektakulären und ereignisreichen Neustart auf Santorin, hat sich Zoe in ihrem kleinen Paradies eingelebt. Während Grieche Leon Zoes Herz zum Klopfen bringt, sorgt der 70-jährige Alexandros für kulinarische Gaumenfreuden im Santorin Sunrise. Die Freude könnte größer nicht sein, als völlig überraschend Sonja, Zoes beste Freundin aus Frankfurt, zu Besuch kommt. Doch leider währt diese nur kurz. Auf dem vor der Küste der Insel vor Anker liegenden Kreuzfahrtschiff wurde eine Touristin ermordet. Und Sonja, welche die Nachbarkabine bewohnt, ist die Mörderin – zumindest wenn es nach dem engstirnigen Kommissar Spanos geht. Sonja wird verhaftet. Und Zoe wird wieder einmal zur unfreiwilligen Ermittlerin in einem Mordfall.

Auch Band 2 hat mir wahnsinnig gut gefallen. Mir ist bereits nach den ersten Seiten das Wasser im Mund zusammen gelaufen, als Alexandros seine Köstlichkeiten im Santorin Sunrise gezaubert hat. Durch Christian Humbergs bildhaften Schreibstil habe ich auch schnell Fernweh bekommen. Wie auch in Band 1 kredenzt der Autor einen spannenden Kriminalfall mit kulinarischen Leckerbissen, santorinischer Sonne und viel Lokalkolorit.

Gemeinsam mit Zoe und Leon wird wieder ermittelt in einem wirklich spannenden Mordfall. Da die Fälle nicht zusammenhängen, kann man Band 2 theoretisch auch gut als Einzelband lesen. Allerdings entgeht einem so einiges aus Zoes und Leons privatem Leben und ihre sich immer tiefer entwickelnde Beziehung zueinander. Gerade die Charaktere – die liebgewonnen Protagonisten, die alten Bekanntschaften, aber auch jene, die wir neu kennen lernen – machen diesen cosy Crime für mich aus. Zoe, die sich ein neues Leben aufbaut, Leon, welcher die Beziehung intensivieren will und Alexandros, der aus der Küche des Santorin Sunrise nicht mehr weg zudenken ist. Ich habe sie alle längst in mein Herz geschlossen, selbst Streuner Dimi.

Meine Erwartungen wurden wieder einmal erfüllt und ich kann auch Band 2 allen empfehlen, die Lust auf einen kurzweiligen, cosy Crime mit Fernwehgarantie haben.

Fazit:
Ein cosy Crime unter griechischer Sonne und ein spannender und kulinarischer Lesesnack.

Ich hoffe sehr auf weitere Bücher mit Hobbydetektivin Zoe.

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Veröffentlicht am 02.08.2024

Eine Found Family, ein Heist, ein Handel mit Geheimnissen, Tee und Blut

A Tempest of Tea
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>>Kaffeehäuser, Schlachtereien und Buchmacher warteten schlummernde auf die Morgendämmerung, die Stadt wurde von der Sünde am Leben gehalten - und von einer Teestube, die sich zwischen Elend ...

>>Kaffeehäuser, Schlachtereien und Buchmacher warteten schlummernde auf die Morgendämmerung, die Stadt wurde von der Sünde am Leben gehalten - und von einer Teestube, die sich zwischen Elend und Reichtum an eine Ecke schmiegte.<<

(Zitat aus 'A tempest of Tea', S. 14)

Da habe ich gerade erst die ersten Seiten gelesen und mich direkt in Hafsah Faizals poetisch bildhaften Schreibstil verliebt, der mir die Tür zu einem Imperium aus Geheimnissen, Tee und Blut, aus Intrigen und Verschwörungen, geöffnet hat. Ich mochte das den Dilogieauftakt trotz einiger Längen zu Beginn richtig gerne.

Gleich zu Beginn lernen wir Arthie Casimir kennen, die als Waisenkind in Ettenia gestrandet, sich hochgekämpt hat. In ihrem Teehaus in White Roaring genannt 'Spindrift' serviert sie tagsüber Tee und sammelt Geheimnisse der Oberschicht. Nachts jedoch bedient Arthie die Ausgestoßenen und Geächteten der Stadt - Vampire. Wenn der Mond den Himmel erhellt, verwandelt sich das Spindrift in ein Bluthaus. Immer an Arthies Seite ist Jin - ihr treuer Gefährte und selbsterwählter Bruder. Als das Teehaus bedroht wird und Arthie alles zu verlieren droht, was sie sich aufgebaut hat, eröffnet ihr ein Fremder einen möglichen Ausweg. Arthie soll ein Buch stehlen. Doch dieses befindet sich im Athereum, der gefährlichen Unterwelt Ettenias. Um auch nur den Hauch einer Chance zu haben, stellt Arthie eine Crew zusammen. Doch nicht alle verfolgen das gleiche Ziel.

Es dauert wie gesagt etwas bis das ganze ins Rollen kommt und mich die Handlung so richtig packen konnte. Aber der besondere Schreibstil und die unterschiedlichen Charaktere sorgen für Ausgleich. Wir bekommen hier neben Tee und Blut eine bunt zusammengewürfelte Truppe serviert. Jeder hat andere Fähigkeiten, die der Sache dienlich sind. Nicht alle stehen an Arthies Seite. Ich hab die ganze Dynamik untereinander einfach geliebt.

Der große Knall kommt erst relativ spät, dafür umso heftiger. Was soll ich sagen: Ich brauche Band 2.

Fazit:
Eine Found Family, ein Heist, ein Handel mit Geheimnissen, Tee und Blut. Geniale Idee und tolle Umsetzung.

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Veröffentlicht am 02.08.2024

Humorvoll, charmant und tiefgründig

Funny Story
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Und wieder einmal hat mich Emily Henry total begeistern können. 'Funny Story' hat mich auf ganzer Linie überzeugt - mit tollen, greifbaren Protagonisten, humorvollen Szenen gemischt mit bittersüßen ...

Und wieder einmal hat mich Emily Henry total begeistern können. 'Funny Story' hat mich auf ganzer Linie überzeugt - mit tollen, greifbaren Protagonisten, humorvollen Szenen gemischt mit bittersüßen Nuancen und einer Liebesgeschichte, sie sich die nötige Zeit nimmt.

Daphne ist eine tolle Protagonistin, sehr natürlich und nahbar. Der Liebe wegen ist sie in ein kleines Städtchen in Michigan gezogen, wo sie als Kinderbibliothekarin arbeitet und Vorlesesstunden für Kinder abhält. Traumjob und Traumhaus sind da, fehlt nur noch die Traumhochzeit. Doch der Bräutigam hat andere Pläne. Noch während seines Junggesellenabschiedes betrügt er Daphne mit seiner besten Freundin Petra und setzt Daphne vor die Tür. Da Daphne nicht weiß, wo sie auf die schnelle eine bezahlbare Unterkunft herbekommt, beschließt sie kurzerhand bei Miles, Petras Ex, einzuziehen. Damit nimmt das Chaos seinen Lauf.
Ich habe Daphne richtig ins Herz geschlossen. Sie ist so ein liebevoller und herzensguter Mensch. Die Vergangenen hat Daphne sehr geprägt, wodurch auch ihr Selbstvertrauen sehr leidet.
Auch Miles, hat seine Päckchen zu tragen. Durch seine chaotische Art hat er mit Vorurteilen zu kämpfen. Dabei ist Miles ein hilfsbereiter und herzensguter Mensch. Er ist sofort da, als Daphne ihn um Hilfe bittet, obwohl sein Herz selbst gerade erst gebrochen wurde.
Die Freundschaft, die sich zwischen Daphne und Miles entwickelt ist wundervoll. Die Dialoge großartig - eine gute Mischung aus Humor und tiefgründigen Themen. Genau das gefällt mir so gut an Emily Henrys Werken. Es geht immer im mehr als "nur" eine Liebesgeschichte. Familie, Freundschaft, Selbstfindung und Selbstwertschätzung sind Themen, die angesprochen werden.

Und auch das cosy Kleinstadtsetting und die zahlreichen Nebencharaktere tragen zum Charme und der tollen Atmosphäre bei. Besonders die alleinerziehende 43-jährige Ashley mit ihrem Sohn Mulder ist mir sehr ans Herz gewachsen.

Für mich ist 'Funny Story' ein Highlight, mit dem ich einfach Spaß beim Lesen hatte.

Fazit:
Gewohnt humorvoll, liebevoll und charmant, wie auch tiefgründig. Ein weiteres Highlight von Emily Henry.

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Veröffentlicht am 02.08.2024

Gottes Werk oder Teufels Beitrag

Der Vertraute
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Wenn die Gedanken kreisen; ich absolut keinen Kopf für eine neue Geschichte habe, dann weiß ich, dass ich gerade ein Highlight beendet habe. Genau so geht es mir gerade nach 'Der Vertraute' aus ...

Wenn die Gedanken kreisen; ich absolut keinen Kopf für eine neue Geschichte habe, dann weiß ich, dass ich gerade ein Highlight beendet habe. Genau so geht es mir gerade nach 'Der Vertraute' aus der Feder von Leigh Bardugo. Dabei waren es insbesondere die Charaktere, die mich begeistert haben und die ich auch nicht so schnell vergessen werde.

Vor dem Hintergrund der Spanischen Inquisition lernen wir in Madrid das Küchenmädchen Lucia kennen. Während die Menschen Lucia kaum wahrnehmen und sie als einfältig abstempeln, erleichtert sich die junge Frau ihr Leben mit ein bisschen Magie. Die Einkäufe vom Markt werden schnell einmal verdoppelt, das verbrannte Brot wieder genießbar gemacht. Doch Lucias Begabung bleibt nicht unentdeckt. Hausherrin Valentina möchte diese für ihre Zwecke einsetzen, um in Rang und Ansehen zu steigen. Sie zwingt Lucia vor Gästen ihre Fähigkeiten zu präsentieren. So wird auch Pérez auf Lucia aufmerksam. Der ehemalige Sekretär von König Philipp unterbreitet Lucia ein Angebot. Sie soll ihm helfen wieder in die königlichen Reihen aufzusteigen, die Gunst des Königs zurück zu erlangen, indem sie ihre von Gott gegebene Gabe in dessen Dienst stellt. Pérez stellt seinen Diener Santangel an Lucias Seite. Er soll helfen Lucias Magie zu stärken, damit diese in einem Wettstreit gegen weitere magisch Begabte als Siegerin hervorgeht, ohne dabei ein weiteres Opfer der Inquisition zu werden.

'Der Vertraute' ist ein sehr charakterstarkes Buch; Lucia eine Protagonistin, die eine faszinierende Entwicklung durchmacht und im Verlauf der Handlung immer mehr aufblüht. Doch auch der geheimnisvolle, von den Menschen gefürchtete Santangel konnte mein Herz erobern. Seine tragische Rolle hat mich total in den Bann gezogen.

Der historische Hintergrund bietet Raum für eine spannende Handlung. Dabei ist es Leigh Bardugo perfekt gelungen ihre Magie und Wunder einfließen zu lassen als ob diese ganz natürlich auf dieser Welt existieren würden.

Auch den Schreibstil habe ich sehr gefeiert. Dieser reicht von poetischen Phrasen bishin zu bissigen, schlagfertigen Dialogen. Einfach wunderschön und sehr einnehmend.

Fazit:
Ein Roman, dessen große Stärke die Charaktere sind. Unglaublich einnehmend und durch den historischen Hintergrund und magischen Realismus sehr spannend. Für mich ein großes Highlight!

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