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Veröffentlicht am 03.11.2021

Auf der Flucht

Scarlett & Browne - Die Outlaws
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England, irgendwann in der Zukunft, nach einer Art Postapokalypse. Die siebzehnjährige Scarlett McCain ist auf sich allein gestellt, als Bankräuberin und Outlaw wird sie verfolgt. Sie kommt gut klar, ist ...

England, irgendwann in der Zukunft, nach einer Art Postapokalypse. Die siebzehnjährige Scarlett McCain ist auf sich allein gestellt, als Bankräuberin und Outlaw wird sie verfolgt. Sie kommt gut klar, ist sie doch mit dem Leben in der englischen Wildnis, den gefährlichen Tieren und ihren Verfolgern gut vertraut und dazu eine Meisterschützin. Doch dann trifft sie in einem verunglückten Bus den seltsamen Albert Browne und für sie beginnt ein Abenteuer und eine Hetzjagd, das nicht einmal Scarlett sich hätte vorstellen können. Zusammen fliehen sie quer durch das zerrissene und heruntergekommene Land, immer weiter nach Süden, zu den Inseln Londons, da, wo alle noch frei leben können sollen ...

Was soll ich sagen? Irgendwie hat mich die Geschichte enttäuscht. Nach der genialen Reihe Lockwood & Co habe ich einfach ... mehr erwartet. Es ist nicht so, dass es Scarlett an Coolness mangeln würde und ich weiß es zu schätzen, dass Stroud ein Faible für starke Mädchen/Frauen hat. Aber mir fehlte einfach die Magie, das Geniale, die Power und Originalität, die mich an Lockwood gefesselt hat. Hier wurden viele Sachen auch zu einfach geregelt. Scarlett ist ohnehin unbesiegbar. Sie legt ohne mit der Wimper zu zucken zehn Kerle auf einmal um, kann kämpfen und schießen, als gäbe es kein Morgen und findet mitsamt coolen Spruch immer einen Ausweg. Und wenn alle Stricke reißen, ist da auch noch Albert, der zwar so nicht viel zum Überleben beiträgt, doch immerhin Fähigkeiten besitzt, die kein anderer hat. So wurde die Spannung lediglich durch die Sprecherin aufgebaut, die in gefährlichen Situationen mit der Kraft ihrer Stimme atemlose Action erzeugte - ob es dann wirklich so atemlos war, musste man hinterher erstmal überlegen. Anfangs hatte ich ein bisschen Probleme mit ihrer Art zu lesen, aber je länger die Geschichte fortschritt, desto besser gefiel sie mir.

Als Fazit ist zu sagen, dass ich nicht sicher bin, ob ich diese Reihe überhaupt weiterverfolgen werde. Es war nicht schlecht, es war aber auch nichts Besonderes und ich bin von dem Autor ein wenig enttäuscht.

Veröffentlicht am 03.11.2021

Mörderische Geschichten für einen guten Zweck

Wir schreiben für euch: Krimi und Thriller
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Anthologien sind ja immer so eine Sache. Verschiedene Autoren schreiben zu einem Thema oder in einem Genre. Es gibt Anthologien, da funktioniert das. Zum Beispiel in dieser.

Mal völlig davon abgesehen, ...

Anthologien sind ja immer so eine Sache. Verschiedene Autoren schreiben zu einem Thema oder in einem Genre. Es gibt Anthologien, da funktioniert das. Zum Beispiel in dieser.

Mal völlig davon abgesehen, dass sich hier jemand Gedanken um die Opfer der Flut und des Hochwassers gemacht hat, die uns im Sommer erschütterte. Die Verlegerin Sam Winters rief dazu auf, Kurzgeschichten einzureichen, der Erlös sollte an alle gehen, die unter den Wassermassen gelitten hatten.

Und was für ein krass gutes Buch daraus entstanden ist. So, wie ich es sehe, sind wohl so viele Geschichten eingegangen, dass die Verlegerin mehrere Anthologien zu verschiedenen Themen herausgebracht hat. Humor, Liebe, Fantasy, Kinder gibt es auch noch. Für die letzten beiden gab es sogar schon eine Auszeichnung: den Bronzenen Stephan.

Wie auch immer. Was erwartet euch in dieser Sammlung mörderischer Kurzgeschichten?

Alles, was das Genre hergibt. Klassische Whodunnits, Thriller, Mystery. Es geht um Serienmörder, Drogen, Probleme in der Schule, einsame Gegenden mit gefährlichen Verbrechern. Auffällig ist, dass hier wirklich alle vertreten sind: Erstveröffentlichte und richtig professionelle Autoren. Gleich ist ihnen allen, dass sie eine gute, handwerkliche Qualität aufweisen.

Ob man jetzt jede Geschichte mag oder nicht, ist reine Geschmackssache. Aber allein der Gedanke hinter diesem Buch ist die Höchstpunktzahl wert.

Veröffentlicht am 03.11.2021

Mord am Polarkreis

Mordlichter
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Anelie Anderson ist Polizistin am schwedischen Polarkreis und wünscht sich schon fast, dass ein Verbrechen passiert, damit ihre Polizeistation erhalten bleibt, die aus wirtschaftlichen Erwägungen gestrichen ...

Anelie Anderson ist Polizistin am schwedischen Polarkreis und wünscht sich schon fast, dass ein Verbrechen passiert, damit ihre Polizeistation erhalten bleibt, die aus wirtschaftlichen Erwägungen gestrichen werden soll. Doch dann wird ein Jugendlicher von einem Holzlaster überfahren und bei den Untersuchungen seiner Leiche stellt sich heraus, dass ihm vorher noch etwas anderes passiert sein muss. Jemand hat ihn gefangen gehalten. Und Anelie stößt bei ihren Nachforschungen darauf, dass immer wieder in den letzten Jahren Männer in einem bestimmten Gebiet verschwanden. Trotz der Widerstände von ihren Vorgesetzten beginnt sie zu ermitteln und gerät bald in eine eisige, tödliche Gefahr.

Das Positive vorneweg: Ich konnte mir das Leben in der eisigen Kälte, die dort oben bald acht Monate anhält, sehr gut vorstellen und in dieser Hinsicht hat das Autorenpaar vieles richtig gemacht. Auch die teilweise kritischen Anmerkungen zum Schließen von Polizeistationen aus wirtschaftlichen Gründen oder dem Bau von Minen auf Sami-Land fand ich gut. Aber ... Und es ist ein ganz schön dickes Aber. Die Darstellung und geradezu Beweihräucherung von Anelie als Supercop war anstrengend. Zumal sie gerade im letzten Drittel jegliche Vernunft und gesunden Menschenverstand vermissen ließ, die die Lobeshymnen auf sie gerechtfertigt hätten. Fast noch schlimmer war der Superman, mit dem sie liiert war. Der konnte selbst im Schneesturm perfekt verdeckten Fährten folgen und allein durch seinen Instinkt alles finden und entdecken. Von ihm hätte Winnetou noch lernen können. Den Kitsch zwischendurch mit "sein Blick aus stahlblauen Augen" oder "die Liebe seines Lebens" hätte man sich auch gern ersparen können.

Was ich auch als extrem übel empfand war das schlechte Korrektorat. Ich glaube, ich habe seit dem letzten Aufsatz eines Nachbarskind in der siebten Klasse selten so viele Fehler auf einem Haufen gesehen. Das ist wirklich eine Schande für einen großen Publikumsverlag. 2,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 20.10.2021

Blitz und Donner!

Freddy und Flo: Freddy und Flo gruseln sich vor gar nix!
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Freddy (9) und Flo (12, Pubertier) müssen umziehen. Schuld sind ihre Eltern, die sich getrennt haben und jetzt jeweils mit neuen Partnern zusammenleben. Uncool, wenn man Flo fragt. Nicht ganz so uncool, ...

Freddy (9) und Flo (12, Pubertier) müssen umziehen. Schuld sind ihre Eltern, die sich getrennt haben und jetzt jeweils mit neuen Partnern zusammenleben. Uncool, wenn man Flo fragt. Nicht ganz so uncool, findet Freddy, zumal sie ausgerechnet neben einen Friedhof ziehen! Das schreit doch regelrecht nach Abenteuer? Tatsächlich merken die beiden schnell, dass sie in einem seltsamen Haus gelandet sind - wobei landen eher die Spezialität von Poppy ist, dem kleinen Mädchen von nebenan, das ganz nebenbei auch eine Hexe ist. Dann gibt es da noch einen Werwolf und einen Vampir und eine Elfe und Heinzelmännchen und ... Herrn Wiesel. Den schmierigen Hausverwalter. Freddy und Flo gruseln sich zum Glück vor gar nix und das werden sie mit Hilfe ihrer neuen Freunde bald unter Beweis stellen müssen ...

Mich hatte das Buch ja schon gepackt, als ich die erste Seite aufschlug und diese mega Zeichnung mit dem Haus und seinen Bewohnern fand. Da schadet es also nichts, dass auch der Schreibstil mich fast sofort in seinen Bann zog und dann erst das Personal des Buches! Ich glaube, ich bin verliebt. In eine außergewöhnliche Hausgemeinschaft. Die Übernatürlichen sind alle so besonders - ganz besonders liebenswert. Und sie müssen sich gegen einen besonders widerliches Exemplar von Betrüger zur Wehr setzen. Dass dabei gleich noch Themen wie getrennte Eltern, neue Lebenspartner, Betrüger und Umweltschutz angesprochen werden, ist nur noch das I-Tüpfelchen auf dem Ganzen. Und ich verwette Poppys neue Besen darum, dass dieses Buch gleich mal Minuspunkte kassieren wird, weil es gewagt wird, Klima/Umweltschutz und Fleischessen ganz vage anzuschneiden. Von mir bekommt das Buch volle Punktzahl und eine dicke Empfehlung.

Veröffentlicht am 19.10.2021

Hyperborea

Die Stadt ohne Wind 1 – Arkas Reise
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Arka ist gerade einmal dreizehn, hat jedoch schon mehr erlebt und durchgemacht als viele Erwachsene. Sie ist auf der Suche nach ihrem Vater, der ein bedeutender Magier sein soll in der Stadt ohne Wind, ...

Arka ist gerade einmal dreizehn, hat jedoch schon mehr erlebt und durchgemacht als viele Erwachsene. Sie ist auf der Suche nach ihrem Vater, der ein bedeutender Magier sein soll in der Stadt ohne Wind, Hyperborea. Doch Hyperborea ist in mehrere Ebenen aufgeteilt, und nur ganz oben, in der siebten, findet man die Magier. Um dorthin zu gelangen, beteiligt sich Arka an einem Auswahlverfahren für Magier und wird die Elevin von Lastyanax, der selbst erst zum vollwertigen Magier und sogar Minister geworden ist. So unterschiedlich die beiden sind, kommen sie schnell einer gewaltigen Verschwörung in der Stadt auf die Schliche, die auf Dauer nicht nur ihr Leben bedrohen kann.

Im Großen und Ganzen hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ist originell, es gibt eine Mördersuche verbunden mit Magie, was ich immer gut finde, und gelegentlich auch witzige Szenen. Ich muss aber auch zugeben, dass ich anfangs Probleme hatte, in die Story zu kommen. Nicht einmal, weil so viele unbekannte Worte auftauchen (die kann man hinten im Buch nachschlagen, wenn man es nicht schafft, sie aus dem Zusammenhang zu erkennen), sondern weil die Story zwar etwas anderes und gut geschrieben war, aber auch nicht vorangetrieben wurde. Auch wurden mir manche Hintergründe von Arka einfach ein bisschen zu wenig angeschnitten, um ein vollständiges Bild von ihr zu erhalten. Und bei manchen Schlussfolgerungen saß ich dann manchmal einfach nur da und dachte: ah. Ach so? Na, wenn du meinst. Trotzdem war es insgesamt ein guter Auftakt, der Lust auf mehr macht.