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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.07.2025

Good girl

Deep End – Die unausweichliche Unanständigkeit von Liebe
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Vandy ist Turmspringerin - und zwar eine sehr gute, allerdings hat sie seit einer schweren Verletzung ein paar Probleme. Sie will sich deshalb nur auf ihr Studium und den Sport konzentrieren. Da sie introvertiert ...

Vandy ist Turmspringerin - und zwar eine sehr gute, allerdings hat sie seit einer schweren Verletzung ein paar Probleme. Sie will sich deshalb nur auf ihr Studium und den Sport konzentrieren. Da sie introvertiert ist, hat sie nicht viele Freunde, sich jedoch mit der Kapitänin der Turmspringerinnen, Pen, angefreundet. Pen ist gefühlt seit dem Kindergarten mit dem Schwimm-Ass Lukas zusammen, doch jetzt geht deren Beziehung in die Brüche. Vandy erfährt, dass Lukas ausgerechnet auf kinky, dominanten Sex steht, was ihren Kinks entgegenkommt. Sie beschließen, eine rein körperliche Beziehung einzugehen - doch weder in der Wissenschaft noch in der Liebe geht alles immer genau so, wie es sich Vandy vorstellt.

Das war mal eine etwas andere Geschichte von Ali Hazelwood. Zwar studieren die Protagonisten auch hier im wissenschaftlichen Bereich, allerdings wird hier der Fokus doch mehr auf den Sport gelegt. Und wie üblich sind die Charaktere etwas introvertiert (Vandy) oder extrem selbstsicher und übermännlich (Lukas) und das ist auch okay, man erwartet eigentlich nicht viel anderes, wenn man Bücher von Ali liest. Allerdings muss ich sagen, dass mir die letzten Bücher nicht mehr so ganz gut gefallen wie die früheren Geschichten. Es wird so unendlich viel Wert auf spicy Szenen gelegt, dass es mich teilweise zu Tränen langweilt. Wirklich, ich habe überhaupt nichts gegen Sex im real life, aber wenn ich viele Sexszenen lesen möchte, dann kaufe ich mir einfach einen Porno. Davon abgesehen mag ich es nicht mal im Berufsleben, wenn mir jemand versucht, Anweisungen zu geben, also bin ich wohl eher die völlig falsche Zielgruppe hier, wo Vandy eben auf genau diesen Kink mit Dominanz stand. Ich glaube, ich habe insgesamt so um die 150 Seiten Sexszenen überblättert, ohne dass ich groß was verpasst hätte. Der Rest der Geschichte hingegen gefiel mir wieder ganz gut. 3.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 03.07.2025

Theorie vs. Praxis

Love, theoretically
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Elsie ist theoretische Physikerin und obwohl sie als Postdoktorandin an drei verschiedenen Unis lehrt, ist sie quasi unbezahlt. Deshalb arbeitet sie nebenbei für eine Agentur, die Fake-Date-Begleitungen ...

Elsie ist theoretische Physikerin und obwohl sie als Postdoktorandin an drei verschiedenen Unis lehrt, ist sie quasi unbezahlt. Deshalb arbeitet sie nebenbei für eine Agentur, die Fake-Date-Begleitungen anbietet. Dabei trifft sie ausgerechnet auf den berühmten Experimentalwissenschaftler Jonathan "Jack" Turner-Smith, den Bruder ihres derzeitigen "Dates". Dumm nur, dass er sie nur als "Bibliothekarin" kennt, aber ausgerechnet jetzt zu denjenigen gehört, die darüber entscheiden sollen, ob Elsie endlich einen gut bezahlten Traumjob bekommt. Schlimmer ist nur noch, dass sich Elsie von ihm angezogen fühlt. Und dann ist da auch noch die Sache, dass Jack die Theoretiker verachtet und der Erzfeind ihres Mentors ist ...

Ich finde Ali Hazelwoods Ideen und ihren Schreibstil, der viel Humor und Sarkasmus enthält, immer wieder mega. Auch dass sie die Gepflogenheiten, die Doktoranden gnadenlos auszunutzen, anprangert, ist typisch Ali und hoffentlich etwas, das endlich mal geändert wird im real life. Auch ihr Personal ist wie üblich top, eine bunte Mischung schräger Typen. Aber bitte ... bitte! Müssen es echt gefühlt immer 200 Seiten Spice sein? Ich mag Spice wie jeder andere auch, aber ich muss es echt nicht permanent lesen, das nervt mich irgendwann nur und bringt die Geschichte nicht weiter. Langsam finde ich echt, weniger wäre mehr, zumindest in Büchern, die keine reinen Pornos sein sollen. Ansonsten hat mich das Buch gut unterhalten, besonders Jacks Oma war mein heimlicher Liebling, wäre sie echt, würde ich sie einfach klauen.

Veröffentlicht am 02.07.2025

Sensenmann

Post, Mord und Provinzgeflüster - Der Mörder ohne Adresse
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Sully Morland versucht einen Neuanfang in einem kleinen Ort in Luxemburg bei seiner Patentante. Früher war er beim BKA, jetzt fährt er die Post aus, um einem Freund der Patentante zu helfen. Da kommt es ...

Sully Morland versucht einen Neuanfang in einem kleinen Ort in Luxemburg bei seiner Patentante. Früher war er beim BKA, jetzt fährt er die Post aus, um einem Freund der Patentante zu helfen. Da kommt es ungelegen, dass an einem der letzten Häuser seiner Tour ein Toter liegt: der Bürgermeister hat eine klaffende Halswunde von einer Spiegelscherbe. Unfall oder Mord? Dann kommen Sully die ersten Gerüchte zu Ohren: Der Sensenmann, so flüstern es die Dorftratschen, ist aufgetaucht und immer, wenn er auftaucht, passiert was Schreckliches. Vielleicht muss er sich doch mal darum kümmern, auch wenn die Polizistin Claire von seiner Einmischung nicht begeistert ist.

Vorneweg: Es war eine kurzweilige Lektüre und da beginnt vielleicht die Crux. Es war, so fand ich, etwas zu kurzweilig. Zu kurz, nicht ausgearbeitet genug. Es wurden Leute vorgestellt, die nur wenig Persönlichkeit hatten abgesehen davon, dass sie Wirt, Patentante oder toter Bürgermeister waren. Der ganze Fall hätte ein bisschen mehr Substanz vertragen können. Ich mochte zwar das Lokalkolorit, aber ich fand es ziemlich schnell vorhersehbar, wer hinter dem Ganzen steckte und das hat mich doch etwas enttäuscht. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich die Reihe weiterverfolge.

Veröffentlicht am 29.06.2025

Feindliche Übernahme

Not in Love – Die trügerische Abwesenheit von Liebe
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Rue kommt aus einer schwierigen Familie, hat einen problematischen Bruder und ist socially awkward und zwar so sehr, dass eine Asperger-Diagnose nicht unbedingt falsch sein dürfte. Aber sie ist gut in ...

Rue kommt aus einer schwierigen Familie, hat einen problematischen Bruder und ist socially awkward und zwar so sehr, dass eine Asperger-Diagnose nicht unbedingt falsch sein dürfte. Aber sie ist gut in ihrem Job als Wissenschaftlerin bei einem Biotec-Unternehmen und sie liebt ihn. Umso schlimmer trifft es sie, dass die Firma in finanzielle Schwierigkeiten gerät und von einem Investor übernommen werden soll. Als wäre das nicht genug, erkennt sie einen der Investoren: Eli Killgore ist der Mann ihres letzten One Night Stands. Er war freundlich, ihr zugewandt, eine green flag - jetzt hingegen droht er alles zu zerstören, wofür sie lebt.

Ich wusste nicht, dass es sich bei diesem Buch um dieselben Leute handelte wie bei Problematic Summer Romance, quasi die Vorgeschichte, aber man kann beide Bücher unabhängig voneinander lesen. Zum Glück liegt hier der Fokus auch nicht auf Conor, der mir in dem anderen Roman schon dezent unsympathisch war. Mit Rue und Eli konnte ich gut leben und ich verstand ihre jeweiligen Probleme gut. Ich fand jetzt die ganzen Übernahmesachen nicht mega spannend und ich finde auch wirklich, dass man mindestens die Hälfte der Spiceszenen gern hätte streichen dürfen, aber alles in allem fühlte ich mich dank des guten Schreibstils und der oft humorvollen Dialoge wieder gut unterhalten.

Veröffentlicht am 25.06.2025

Mayageddon

Problematic Summer Romance – Die hitzige Unzulässigkeit der Liebe
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Maya Killgore, 23, Wunderkind der Physik und wahrscheinlich zukünftige Nobelpreisträgerin, fliegt nach Italien, um bei der Hochzeit ihres Bruders dabei zu sein. Dort ist es mega: Wunderschöne Gegend, wunderschöne ...

Maya Killgore, 23, Wunderkind der Physik und wahrscheinlich zukünftige Nobelpreisträgerin, fliegt nach Italien, um bei der Hochzeit ihres Bruders dabei zu sein. Dort ist es mega: Wunderschöne Gegend, wunderschöne Villa, lauter coole Leute, die sie kennen und lieben. Oder fast. Denn der beste Freund ihres Bruders, Conor Harkness, ist auch da. Und er ist nicht nur fünfzehn Jahre älter als sie, was er sie regelmäßig wissen lässt, sondern auch ihr feuchter Traum, und das seit Jahren. Die Tage vor der Hochzeit werden chaotisch, alles geht schief und Maya ist ihrem Ziel, Conor wissen zu lassen, dass sie erwachsen ist, kaum einen Schritt näher gekommen.

Ali Hazelwood ist eine der wenigen Autorinnen, die mich mit Romanzen packen. Das liegt daran, dass sie normalerweise unf... fassbar gute Männer und Frauen schreibt, die stark, intelligent und mutig sind. Ich betone das "normalerweise", weil es hier nicht wirklich gelungen ist. Maya ist eine wirklich coole junge Frau, die ich mochte, aber ganz ehrlich, was sie in Conor sieht und schon immer gesehen hat, blieb mir bis zum Schluss verborgen. Er legte zwar viel Wert darauf, immer wieder zu betonen, dass der Age Gap zwischen ihnen zu hoch war, das Machtgefälle nicht ausgewogen etc, was auch alles stimmte und ihn eigentlich zu einer green flag hätte machen müssen. Tatsächlich aber ist er dem Grooming näher als alles andere. Nicht nur, dass er ihr trotzdem nachhechelt, seit sie 20 ist - und das wäre natürlich auch okay, da sie auch da schon wusste, was sie wollte. Aber man kann eine Frau nicht wie ein Kind behandeln und dann geil auf sie sein. Das gibt tatsächlich Pädo-Vibes, um mal Mayas Sprache zu verwenden. Und entweder lehnt man eine Beziehung zu einer jungen Frau ab, wie er es gemacht hat, dann lässt man aber auch seine Pfoten von ihr, und zwar buchstäblich.

Dann kann man nicht immer wieder anfangen, die Frau sexuell zu belästigen (noch einmal: Sie wollte es, aber wenn er es ablehnt mit seinen komischen Begründungen, fängt man nicht immer wieder selbst an, mit ihr rumzumachen). Und am allerschlimmsten fand ich, dass er immer wieder versucht hat, sie davon abzuhalten, mit anderen Männern auszugehen oder etwas anzufangen. Seine krankhafte Eifersucht hat mich ernsthaft abgestoßen. Deshalb muss ich dieses Buch um einiges abwerten, denn so schön es geschrieben ist, so cool die Leute sind, die da auftauchen, Conor Harkness geht gar nicht. Ali Hazelwood kann es normalerweise besser.