See you later, alligator
Das Reptilienhaus: RomanEric Parker ist ein angehender Profiler. Als in seiner ehemaligen Heimat ein Junge spurlos verschwindet, überredet er seinen Chef, das Team der Operativen Fallanalyse (OFA) dorthin fahren zu lassen. Schnell ...
Eric Parker ist ein angehender Profiler. Als in seiner ehemaligen Heimat ein Junge spurlos verschwindet, überredet er seinen Chef, das Team der Operativen Fallanalyse (OFA) dorthin fahren zu lassen. Schnell stellt sich heraus, dass in Spremberg nicht alles so idyllisch ist, wie es aussieht. Zwei ältere Damen verschwinden ebenfalls spurlos, ein Mädchen erlebt an einem See etwas Verstörendes und ein dubioses Brüderpaar, das ein Reptilienhaus mit Alligatoren, Schlangen, Vogelspinnen und anderem Getier betreiben, geraten in den Fokus der Ermittlungen. Parker und seine Kollegen sowie die ortsansässige Polizei haben bald alle Hände voll zu tun ...
Eigentlich hätte das eine ganz spannende Geschichte werden können. Allerdings entwickelt sich das Ganze nur langsam und langatmig und dass auch noch die Täterperspektive gezeigt wird, nimmt einen ordentlichen Teil der Fahrt raus. Dazu kommen ein paar Logikfehler. Es fängt schon mal mit dem Bruder der Reptilienmänner an. Wenn ein Knasti ausbricht, wird auf alle Fälle sein Elternhaus auf den Kopf gestellt, ganz egal, ob die angeblich Kontakt hatten oder nicht. Außerdem wäre es schon vor Jahren auf den Kopf gestellt worden wegen der Beute. Und egal, ob bei irgendeinem Fest etwas passiert, wenn ein Notruf betätigt wird, weil eine Giftschlange gebissen hat, sagt die Zentrale nicht "Och, nö, Pech gehabt, wir haben gerade Wichtigeres zu tun, aber ich schicke mal Leute vom anderen Ende der Welt los, vielleicht erreichen die Sie noch rechtzeitig, ciau, Kakao!". Wenig gefiel mir auch, dass der türkische Jugendliche natürlich kriminell ist oder alle Frauen in der Gegend so vereinsamt sind, dass sie sich dem Profiler an den Hals werfen. Der übrigens irgendwann ins Philosophieren kommt, wann er so alt geworden ist. (Er ist 34.) Oder dass seine ihm das Bett wärmende Freundin auch schon so alt ist, dass ihr Leben eigentlich vorbei ist. (Sie ist 34.) Dass der Schluss einem Showdown von James Rollins ähnelte mit einer Amok schlängelnden Riesenwürgeschlange, brachte vielleicht Action und noch mehr Tote, aber nicht unbedingt mehr Sinn in die Handlung. Alles in allem bin ich der Meinung, dass man die Geschichte um gut 100 Seiten hätte straffen können und einige Logikfehler vermeiden hätte können. 2.5/5 Punkten.