Eine gelungene Fortsetzung der Gardasee-Krimireihe
Salute - Das letzte FotoInhalt:
»Manche Fotos sind für die Ewigkeit!«
Der Fotograf Domenico Spina wird in den frühen Morgenstunden auf einem Felsvorsprung des Rocca di Garda tot aufgefunden. Der Mann aus Bardolino war bekannt ...
Inhalt:
»Manche Fotos sind für die Ewigkeit!«
Der Fotograf Domenico Spina wird in den frühen Morgenstunden auf einem Felsvorsprung des Rocca di Garda tot aufgefunden. Der Mann aus Bardolino war bekannt für seinen besonderen Blick, mit dem er Mensch und Natur jahrzehntelang perfekt in Szene gesetzt hatte.
Commissario Lanza wird gerufen und ist sich schnell sicher, dass Spina nicht freiwillig den kürzesten Weg nach unten genommen hat. Ungewollt erhält er Unterstützung von Barista und Ex-Kommissar Paul Zeitler, der es erneut nicht lassen kann, auf seine Weise in diesem Fall zu ermitteln. Erste Informationen führen nach Verona, wo Spina sich bereits in jungen Jahren als Fotograf der berühmten Opernsängerin Carmen Belotti etabliert hatte. Doch der Fotograf neigte wohl auch dazu, Menschen zu fotografieren, die nicht wussten, dass sein Fokus auf ihnen lag.
Drückte Domenico Spina vielleicht im falschen Augenblick auf den Auslöser seiner Kamera?
Der vierte Fall für Lanza und Zeitler.
Meine Meinung:
"Salute - Das letzte Foto" von Friedrich Kalpenstein ist eine spannende und humorvolle Fortsetzung der Gardasee-Krimireihe.
Ich habe bisher fast jedes Buch des Autors gelesen und war sehr gespannt, ob mich auch die Fortsetzung der Gardasee-Krimireihe wieder genauso überzeugen kann. Ich wurde auf alle Fälle von der ersten bis zur letzten Seite gut unterhalten und gefesselt.
Der Schreibstil ist, wie man es von Kalpenstein gewohnt ist, sehr angenehm, denn er ist flüssig und leicht zu lesen.
Die Seiten fliegen nur so dahin und man möchte das Buch am liebsten in einem Rutsch durchlesen.
Das Buch spielt hauptsächlich in Bardolino am Gardasee. Mir hat dieser Schauplatz sehr gut gefallen. Alles ist so wundervoll beschrieben und strahlt einen herrlichen Charme aus, dass man sich direkt ins schöne Bella Italia versetzt fühlt und Fernweh bekommt. Das Café von Paul Zeitler, der von den Italienern Paolo genannt wird, ein italienisches Restaurant, eine Boutique und ein Bäcker, der die tollsten Köstlichkeiten vorbeibringt, sorgen dafür, dass man ganz schnell nach Italien reisen möchte (,was ich letztes Jahr dann auch direkt gemacht habe). Ich konnte mir alles ganz genau vorstellen.
Jeder neue Band fühlt sich an, als würde man nach Hause kommen. Man fühlt sich wohl bei den Figuren und fiebert mit ihnen mit. Man freut sich mit ihnen, lernt mit Paul Italienisch und rätselt mit. Auch die Schauplätze sorgen trotz der geschehenen Morde immer wieder für Wohlfühlmomente.
In diesem Band fand ich besonders schön, dass Zeitler immer mehr ein Teil der Gemeinschaft wird. Sei es durch die italienischen Wörter, die er immer besser versteht, oder durch das Verhalten der Einheimischen, die ihm immer mehr Vertrauen entgegenbringen: Es war auf jeden Fall eine schöne Entwicklung.
Was mir in diesem vierten Band besonders gut gefallen hat, war, dass man wie auch schon in Band 2 und 3 zwar wieder viel Zeit an Zeitlers Seite verbringt, aber auch Lorenzo Lanza und seine Ermittlungen noch mehr in den Vordergrund rücken. Es ist sehr ausgewogen und man bekommt von beiden Seiten richtig viel mit. Beide ermitteln, aber jeder auf seine eigene Art und Weise.
Es gibt noch weitere Figuren wie die Journalistin Antonia Romana, den Restaurantbesitzer Alessandro Burati, die Boutique-Inhaberin Lisa mit ihrer Hündin Principessa, Zeitlers neuen Mitarbeiter Emil sowie den Konditormeister Manuel Leone, die immer wieder auftauchen und bei denen ich gespannt bin, wie es sich mit ihnen weiterentwickelt.
Ich war von der ersten Seite an mittendrin im Geschehen und habe gerätselt, wer hinter dem Mord stecken könnte.
Diesmal hat es etwas länger gedauert, bis ich dem Täter auf die Schliche gekommen bin.
Zwar hatte ich ziemlich schnell zwei Hauptverdächtige, die für mich infrage kamen, aber am Anfang hätte es wirklich noch jeder sein können. Es gab einige mögliche Motive und ein paar falsche Fährten, die in alle Richtungen geführt haben. Dennoch blieb mein Fokus vor allem auf zwei Personen (unabhängig voneinander).
Je weiter es in dem Buch voranging, desto mehr habe ich mich dann auf eine Person festgelegt. Mein Gespür war sehr gut, denn ich lag in vielerlei Hinsicht goldrichtig. Trotzdem blieb es bis zum Ende spannend, da die Auflösung und vor allem die genauen Zusammenhänge erst am Ende aufgedeckt wurden und mich dort noch einiges überraschen konnte.
Zudem gab es zwischendrin noch mehrere Personen, die näher in den Verdächtigenkreis gerückt sind und die mich auf eine andere Fährte hätten locken können. Aber ich bin bei meinen Verdächtigungen eisern geblieben.
Auch der Humor bleibt in diesem Krimi nicht auf der Strecke. Immer wieder gibt es amüsante Szenen, die einen schmunzeln lassen und für kleine Erheiterungen sorgen.
Die Charaktere sind sehr unterschiedlich. Besonders von Zeitler, den Leuten um ihn herum und von Lanza bekommt man einen sehr guten Eindruck. Man kann sich Paul und Lorenzo ganz genau vorstellen und sie sind sehr sympathisch.
Ich bin vor allem gespannt, was noch für weitere Fälle auf die beiden warten werden.
Sehr neugierig bin ich auch auf die Weiterentwicklung all der Personen an diesem schönen Ort in Italien.
Fazit:
Für mich war dieser Gardasee-Krimi eine gelungene Mischung aus Spannung, Humor und Italien-Flair. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band dieser Reihe und kann das Buch auf alle Fälle weiterempfehlen. Aber Achtung: Fernweh ist vorprogrammiert.