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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.12.2016

Interessante Idee mit unausgeschöpftem Potential

Panic - Wer Angst hat, ist raus
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Panic ist ein unerlaubtes, geheimes Spiel für Schulabgänger mit hohem Gewinn und hohem Einsatz. Wer Angst hat und kneift, fliegt raus und verliert die Chance auf 65.000 Dollar. Geheim gewählte Punktrichter ...

Panic ist ein unerlaubtes, geheimes Spiel für Schulabgänger mit hohem Gewinn und hohem Einsatz. Wer Angst hat und kneift, fliegt raus und verliert die Chance auf 65.000 Dollar. Geheim gewählte Punktrichter entscheiden über die Art der Spiele und legen die Aufgaben fest, um anschließend zu entscheiden wer in die nächste Runde kommt und wer ausscheidet. Heather wollte ursprünglich nicht teilnehmen, aber aufgrund einer emotionalen Krise, entscheidet sie plötzlich teilzunehmen und ist ab dem Sprung - wie auch ihre Freundin Nat - dabei. Dodge wartet schon seit Jahren auf seine Chance endlich ein Teil von Panic zu sein und ist fest entschlossen zu gewinnen, denn seine treibende Kraft ist Rache. Rache zu nehmen an demjenigen, der sein Leben für immer verändert hat und Sühne zu erhalten. Doch die Aufgaben werden immer gefährlicher und waghalsiger, bis eines Tages jemand stirbt und der Schuldige gesucht wird...

Ich finde die Idee und die Ereignisse rund um Panic ganz interessant und auch die emotionalen Geschehnisse zwischen den Protagonisten sind ganz unterhaltsam.Allerdings hat mich das Buch nicht umgehauen, weil meiner Meinung nach nicht das volle Potential dieser Idee mit dem Spiel ausgenutzt wurde. Es ist zwar nett, mehr aber auch nicht. Zwischendurch fehlt die Spannung und es war eher ein gleichmäßiges Spannungslevel, bis auf das Ende. Da wurde es etwas spannender, aber das flachte schnell wieder ab. Empfehlen kann ich das Buch dennoch, aber man sollte nicht zu viel davon erwarten.

Veröffentlicht am 20.12.2016

Überraschend und mitreißend

Solange wir lügen
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Die Sinclairs. Eine wohlhabende und machtvolle Familie mit einer Privatinsel.Ein Sommer. Ein schrecklicher Unfall. Ein Gedächtnisverlust und die Suche nach der Wahrheit, verborgen hinter Lügen...

Der ...

Die Sinclairs. Eine wohlhabende und machtvolle Familie mit einer Privatinsel.Ein Sommer. Ein schrecklicher Unfall. Ein Gedächtnisverlust und die Suche nach der Wahrheit, verborgen hinter Lügen...

Der Klappentext ist kurz gehalten und sagt nicht viel über den Inhalt aus. Bis auf ein paar Andeutungen bleibt der Leser im Unklaren und kann nur über die Geschehnisse spekulieren. Das hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Gefallen hat mir, dass die Kapitel meistens ziemlich kurz sind und meistens nur eine Situation beschreiben. So liest sich das Buch ziemlich schnell und flüssig, auch wenn häufig zwischen Vergangenheit und Gegenwart gewechselt wird, stört es nicht im geringsten. Die Wiederholungen, die den Charakter der Familie und der Erzählerin beschreiben, gefielen mir besonders, weil das Wesentliche damit hervorgehoben wird und es daher ziemlich passend als stilistisches Mittel eingesetzt wird. Etwas mangelhaft empfinde ich die Beschreibung der Charaktere und deren Beziehungen. Mir sind sie einfach zu oberflächlich und unpersönlich. Auch fehlt der Geschichte der Tiefgang, der zwar am Rande vorhanden ist, aber meiner Ansicht nach, mehr in den Mittelpunkt gerückt werden könnte. Möglicherweise ist das auch Ansichtssache, denn eine tiefere Botschaft ist schon versteckt und findet über den Hergang der Geschehnisse seinen Weg zum Leser. Das Ende ist dann schon überraschend, schockierend und ziemlich traurig zugleich. Trotz einiger Abzüge, kann ich das Buch empfehlen. Es ist nicht sehr spannend, allerdings konnte ich es nicht aus der Hand legen, weil man wissen möchte wie es weitergeht und was sich so schreckliches hinter den Lügen versteckt. Was die Wahrheit ist.

Veröffentlicht am 19.12.2016

Spannend und lustig

Der Kaufmann von Venedig
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Achtung: Spoiler!

Das Werk dreht sich - wie der Name schon aussagt - um Antonio, einen recht erfolgreichen venezianischen Kaufmann und um seine Freunde. Sein Freund Bassanio verliebt sich in die adlige ...

Achtung: Spoiler!

Das Werk dreht sich - wie der Name schon aussagt - um Antonio, einen recht erfolgreichen venezianischen Kaufmann und um seine Freunde. Sein Freund Bassanio verliebt sich in die adlige Porzia, benötigt jedoch ca. 3000 Dukaten,um die Möglichkeit zu haben, ihr Gemahl zu werden. Um Bassanio zu helfen, verschuldet sich Antonio ausgerechnet beim verhassten Juden Shylock, der alle Christen hasst und von Antonio verspottet wurde. Um Rache zu üben, verlangt Shylock ein Pfund von Antonios Fleisch, falls er die Schulden nicht zurückzahlt. Währenddessen sucht Porzia verzweifelt nach dem richtigen Gemahl, der eine Prüfung - durch Porzias verstorbenem Vater auferlegt - bestehen muss. Nachdem zwei Prinzen bereits scheiterten, steigt der Druck auf Bassanio. Wird er die Prüfung bestehen? Auch Antonio gerät in Not, als einige seiner Handelsschiffe verschwinden und die Zeit knapp wird, um seine Schulden zu begleichen.

Das Stück ist als Komödie geschrieben worden, allerdings darf das nicht mit Komödien heutiger Zeit verglichen werden. Als belustigend empfand ich nur wenige Szenen. Hauptsächlich den Zwist zwischen Antonio und Shylock. Die gegenseitige Entwertung des Christen,- bzw. Judentums, sowie die einseitige Darstellung des bösen Juden und des guten Christen, kann auch als Kritikpunkt betrachtet werden, obwohl das zu Zeiten Shakespears wohl normal war. Wichtig ist bei älteren Werken - wie hier auch - ,dass die Sprache stärker im Vordergrund steht und der Inhalt mehr in den Hintergrund rückt. Das liegt daran, dass die Schreibweise und die Wahl der Ausdrücke oft mehrdeutig und metaphorisch zu verstehen ist. Trotz allem, ist die Hauptstory gut zu verstehen, auch wenn nicht jeder Satz vollständig verstanden wird oder man ihn mehrmals lesen muss. Wer keine Scheu hat, sprachlich anspruchsvollere Werke zu lesen und Interesse daran hat, dem kann ich das Werk wärmstens empfehlen.

Veröffentlicht am 19.12.2016

Zwischen Macht und Wahnsinn

Macbeth
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Der adlige Macbeth strebt nach Macht und wird durch Lady Macbeth auf beleidigende Weise aufgefordert den König von Schottland zu töten, um zu mehr Macht und Ansehen zu kommen. Auch wurde ihm von drei Hexen ...

Der adlige Macbeth strebt nach Macht und wird durch Lady Macbeth auf beleidigende Weise aufgefordert den König von Schottland zu töten, um zu mehr Macht und Ansehen zu kommen. Auch wurde ihm von drei Hexen prophezeit König von Schottland zu werden. Dadurch bestärkt, schmieden er und seine Frau einen Plan und ermorden den König eines Nachts, schieben die Schuld aber geschickt auf die Söhne des Königs. Verfolgt, fliehen die Söhne des toten Königs und Macbeth wird zum neuen König gekrönt. Angetrieben durch die Bewahrheitung der Prophezeiung, sucht Macbeth die Hexen abermals auf, um mehr über sein Schicksal zu erfahren, merkt aber nicht, dass die Hexen ihn an der Nase herumführen und in seinen Untergang leiten. Von ihnen erfährt er, dass sein bester Freund Banquo, Stammvater von Königen ist. Bedroht durch diese Erkenntnis, lässt er Banquo töten. Seinem Sohn gelingt es außer Landes zu fliehen. Durch die neu gewonnene Macht, steigert sich die Tyrannei Macbeths und auch seine Frau entwickelt aus Gewissensbissen einen Waschzwang (um das Blut des toten Königs von den Händen zu waschen) und irrt verwirrt nachts durch das Schloss. Aufgrund des beginnenden Wahnsinns, wenden sich immer mehr Freunde sowie Gefolge von ihnen ab und Macbeth rutscht immer tiefer in den Abgrund. Ferner bildet sich eine Allianz gegen Macbeths Herrschaft. Können sie ihn aufhalten?

Besonders gut gefallen hat mir die Geschichte. Sie ist interessant geschrieben und man möchte unbedingt wissen wie es weiter geht und auf welch verrückte Ideen Macbeth noch kommt. Die Macht, die im zu Kopfe steigt und ihn irrwitzige Entscheidungen treffen lässt, bis sich alle von ihm abwenden und das er nicht bemerkt, dass er zu weit geht und übers Ziel hinausgeschossen ist. Tragisch ist zudem, wie Lady Macbeth langsam zu Grunde geht an ihrer Tat. Beide gehen unterschiedlich mit ihrer Tat um. Während Macbeth andere dafür bestraft und töten lässt, richtet Lady M. sich gegen sich selbst und bestraft sich sozusagen. Gemeinsam haben sie allerdings, dass sie die Konsequenzen für ihr Handeln nicht tragen können oder wollen und den Blick für die Realität (teilweise) verloren haben und nicht mehr fähig sind rational zu handeln. Ganz nett, war auch noch die Anwesenheit der Hexen und wie sie Macbeth absichtlich in diese Lage bringen und sich über ihn lustig machen. Ihre Abschnitte waren gereimt, was sich sehr schön las,und zeigte wie wunderschön man mit der Sprache spielen kann. Zudem war es eine willkommene Abwechslung zum restlichen Text .Dieses Werk zeigt auf wunderbare Weise wie Macht und Gier zum eigenen Untergang führen können. Deshalb ist es eins meiner absoluten Favoriten von Shakespeare.

Veröffentlicht am 19.12.2016

Traurigschön

Romeo & Julia
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Jeder kennt die Geschichte zwischen Romeo Montagues und Julia Capulets. Zwei Adlige, die aufgrund einer Familienfehde nicht zusammen sein dürfen, sich aber unsterblich ineinander verliebt haben und nicht ...

Jeder kennt die Geschichte zwischen Romeo Montagues und Julia Capulets. Zwei Adlige, die aufgrund einer Familienfehde nicht zusammen sein dürfen, sich aber unsterblich ineinander verliebt haben und nicht voneinander lassen können. Durch weitere öffentliche Streitereien und der Ermordung von Julias Cousin durch Romeo, spitzt sich die Lage zu, sodass Romeo nach ihrer heimlichen Hochzeit fliehen muss. Durch eine äußerst unglückliche Fügung des Schicksals sterben am Ende beide. Romeo vergiftet sich im Glauben Julia sei tot, obwohl Julia nur wenige Minuten später erwacht und sich anschließend aus Schmerz, Trauer und Liebe mit einem Dolch ersticht. Nun schließen beide Familien Frieden.

Ich finde das Buch besser als alle Filme , die ich je darüber gesehen habe. Zuallererst war ich echt geschockt, weil nur wenige Minuten gereicht hätten und beide könnten noch glücklich miteinander leben. Ich vermute, dass auch die Fehde zwischen den Familien sich klären lassen hätte. Rückblickend denke ich, dass der Tod beider etwas befreiendes an sich hat, da beide geheim mit ihren Gefühlen und der Liebe umgehen mussten und immer irgendwie in Gefangenschaft ihrer Familien und deren Werte lebten. Deswegen hat der Tod sie möglicherweise von ihrem "Leid" erlöst und sie können, wo auch immer sie sind, für immer glücklich und in Frieden leben: Eine mögliche Interpretation der Geschichte. Aufgrund dessen würde ich das Werk als traurigschön bezeichnen. Es ist wirklich tragisch, aber dennoch hat es etwas schönes an sich, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so wirkt.