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Veröffentlicht am 27.09.2025

Bullerbü nur mit Mord

Knäckeblut
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Knäckeblut ist der dritte Teil einer Reihe, geschrieben von Björn Berenz. Alle Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden.

Björn Berenz setzt mit Knäckeblut konsequent die Geschichte um Ina fort. ...

Knäckeblut ist der dritte Teil einer Reihe, geschrieben von Björn Berenz. Alle Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden.

Björn Berenz setzt mit Knäckeblut konsequent die Geschichte um Ina fort. Sie kam nach Schweden um ihren Geliebten zu sehen, musste aber feststellen, dass er gestorben ist. Auf dem Tingsmålahof in Småland lernt sie die Ehefrau und die Mutter ihres Geliebten kennen und bleibt am Schluß dort. Sie verkauft alles und wandert aus nach Schweden.

Sofort, schon nach den ersten paar Zeilen breitet sich beim Lesen diese typisch skandinavische Atmosphäre aus und man fühlt sich einfach nur wohl. Man meint, das Feuer knistern zu hören und den Schneesturm, der ums Haus fegt. In der Hand ein gutes Buch und einen heißen Tee. Knäckeblut ist aber ein Krimi und schon bald wird es spannend und es gibt auch eine Leiche.

Björn Berenz versteht es Ina bei ihren Ermittlungen den Leser an die Seite zu stellen. Gern läuft dieser auch etwas kopflos mit Ina durch die verschneite Landschaft mit eisigen Temperaturen und findet eine Leiche. Es gibt einige skurrile Szenen, oft auch gefährliche, aber irgendwie kommen weder Ina noch der Leser der Lösung so richtig nahe. Der Autor streut Hinweise, aber im Dschungel der falschen Fährten gehen sie etwas unter. Das Buch macht aber trotzdem Spaß, der Erzählstil ist eingängig und flott. Björn Berenz beschreibt sowohl seine Protagonisten als auch die Gegend sehr detailreich. Man kann sich alles sehr gut vorstellen.

Das Buch verliert etwas auf den letzen circa hunderfünfzig Seiten. Das Erzähltempo zieht plötzlich sehr an, ohne dass man der Lösung irgendwie näher gekommen wäre. Der Autor steuert nicht so sehr auf den Höhepunkt, die Lösung des Mordes zu, er vermittelt eher, dass er jetzt zum Ende kommen will. So ist auch die Lösung des Mordfalls ein wenig konstruiert, mit etwas Wohlwollen kann sich der Leser die einzelnen Schritte zurechtbasteln, aber richtig stimmig ist es nicht. Aus diesem Grund gab es auch einen Stern Abzug. Ich würde das Buch trotz allem empfehlen, weil es bis auf die letzten Seiten wirklich gut geschrieben ist. Dem Buch hätten weitere achtzig bis einhundert Seiten gut getan um die Lösung wirklich stimmig zu entwickeln.

Mein Fazit ein unterhaltsamer Krimi mit viel skandinavischer Atmosphäre, der nur im Abgang etwas schwächelt.

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Gefährliche Aussicht mit fatalen Folgen

Gefährliche Aussicht
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Gefährliche Aussicht von Julie Dubios ist ein weiterer Krimi mit viel Lokalkolorit, guten Essen, einem spannenden Kriminalfall und tiefen Einblicken in das Privatleben von Commissaire Marie Mercier.
Es ...

Gefährliche Aussicht von Julie Dubios ist ein weiterer Krimi mit viel Lokalkolorit, guten Essen, einem spannenden Kriminalfall und tiefen Einblicken in das Privatleben von Commissaire Marie Mercier.
Es ist der Autorin ein weiteres Mal vortrefflich gelungen französisches Flair zu vermitteln.
Der Kriminalfall kommt natürlich bei allem Anderen nicht zu kurz. Spannend wie immer und Julie Dubois lädt ihre Leser von Anfang an ein, selbst mit zu ermitteln. Natürlich gibt es die ein oder andere falsche Fährte, manche Spur endet in einer Sackgasse und es kommt zu überraschenden Wendungen. Am Ende ist der Fall aber absolut logisch aufgeklärt und lässt keine offenen Fragen zurück.
Julie Dubios verknüpft so geschickt das Privatleben ihrer Kommissarin mit dem Kriminalfall, dass man das Gefühl bekommt tatsächlich dabei zu sein, beim Spaziergang mit Maries Hund genau so wie bei der Befragung der Zeugen oder Verdächtigen. Im Hintergrund führt die Autorin die Geschichte um Marie und ihre Familie konsequent fort. Als Leser bekommt man das Gefühl mit jedem weiteren Buch eine engere Bindung zu den Protagonisten einzugehen. Es wird zu einem seltenen aber intensiven Treffen mit Freunden.
Gerade die ausführlichen Beschreibungen der Landschaft, des Dorflebens und des Familienlebens schaffen eine harmonische Grundstimmung, man fühlt sich bei der Lektüre einfach wohl. Die ruhige und Konsequnte Ermittlungsarbeit von Marie trägt ebenfalls zu dieser Grundstimmung bei.
Einmal angefangen möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich gebe diesem Band fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Buch von Julie Dubois. Ich bin zu neugierig, wie es mit Marie und ihren Lieben weiter geht und für einen spannenden Mordfall wird auch gesorgt sein.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Jurymitglieder leben gefährlich

Was früher blüht, ist länger tot
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Das Cover des Buches, Was früher blüht, ist länger tot, von Karen Finch, kommt erstmal recht fröhlich daher. Die beherrschende Farbe ist ein schönes Wiesengrün, im unteren Drittel des Covers sieht der ...

Das Cover des Buches, Was früher blüht, ist länger tot, von Karen Finch, kommt erstmal recht fröhlich daher. Die beherrschende Farbe ist ein schönes Wiesengrün, im unteren Drittel des Covers sieht der Betrachter ein Bauernhaus mit Schafen und über das Buch verteilt blühende Pflanzen. Erst dann sieht man die Handschellen, die Lupe, das Messer und die Fußspuren, es drängt sich dem Betrachter der Verdacht auf, dass es hier nicht nur um Idylle geht.

So ist es dann auch, schon im Prolog wird der Leser in einem ganz perfiden Mord hineingezogen. Im.weiteren Verlauf des Buches schafft Karen Fincher eine sehr idyllische Atmosphäre, die jäh endet, als der zweite Mord geschieht. War man als Leser gerade noch schlendernd im Dorf, mit seiner Blumenpracht und den bunten und pittoresken Häuschen unterwegs, holt einen spätestens jetzt die Wirklichkeit wieder ein. Der Wechsel zwischen Idylle, Lokalkolorit und Spannung ist der Autorin sehr gut gelungen.

Karen Finch hat für ihr Buch sehr unterschiedlich Charaktere geschaffen, die einem durchaus auch im wirklichen Leben begegnen könnten. Mit ihrer Protagonistin Helen, ehemals Mitglied der MET und nun aus familiären Gründen wieder in ihrem Heimatdorf bei ihrer Mutter hat sie einen Treffer gelandet. Helens Zerrissenheit und ihre Unzufriedenheit mit der jetzigen Lebenssituation hat die Autorin sehr gut herausgearbeitet, ohne den Fluss der Geschichte zu stören oder aber die Spannung zu drücken. So wie sie diesen Mutter Tochter Konflikt aufgreift, lässt sie auch aktuelle Themen wie Zuwanderung, Abschiebung und Rassismus und nicht zuletzt Beziehungskrisen ganz selbstverständlich einfließen.

Zwei Morde, die unterschiedlich nicht sein könnten und auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben entwickelt Karen Finch zu einem sehr spannenden Krimi, der die Leser sehr lange Zeit im Dunkeln tappen lässt. Sie gibt immer wieder Informationen preis, es entstehen Thesen und Vermutungen, aber nie passten alle Fakten zusammen. Die von ihr gefundene Lösung ist absolut logisch. Sie klärt alle offenen Fragen und verknüpft alle losen Fäden.

Was früher blüht, ist länger tot, hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Mir hat die Verknüpfung von Cozy Crime und den aktuellen Problemen sehr gefallen. Ich hatte einige sehr spannende Lesestunden fernab vom Alltag. Mich hat dieses Buch sehr angesprochen und ich gebe fünf Sterne. Ich hoffe auf eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Sehr zu empfehlen auch für Nichtstricker

Mörderisch verstrickt – Ein Strickclub ermittelt
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Mörderisch verstrickt, von Susanne Oswald ist ein Krimi, den man nicht so schnell wieder aus der Hand legt. Die Autorin macht uns nicht nur mit dem idyllischen Fleckchen Lüttjekoog an der Nordseeküste ...

Mörderisch verstrickt, von Susanne Oswald ist ein Krimi, den man nicht so schnell wieder aus der Hand legt. Die Autorin macht uns nicht nur mit dem idyllischen Fleckchen Lüttjekoog an der Nordseeküste bekannt, sondern auch mit dem Strickclub aus dem Strickschick. Hier treffen sich einmal in der Woche die Mitglieder des Clubs, um gemeinsam zu stricken und zu klönen. Unterschiedlicher könnten diese Menschen nicht sein, aber sie sind zu einhundert Prozent füreinander da und stehen füreinander ein.

Die Autorin hat diese Protagonisten so detailreich und liebevoll gezeichnet, dass man eigentlich sofort zu diesem Club dazu gehören möchte. Auch das Lädchen Strickschick hätte ich am liebsten sofort besucht und das obwohl ich gar nicht stricken kann. Ich wollte mich einfach nur in der bequemen Sofaecke niederlassen und den Mitgliedern beim Ermitteln zuhören. Vielleicht hätte ich es sogar mit Stricknadeln und Wolle probiert. Was ich damit zum Ausdruck bringen will, Susanne Oswald hat eine derart heimelige Atmosphäre erschaffen, dass man sich in ihrem Buch verkriechen möchte, wie unter einer gemütlichen, flauschigen Decke und das bei einem Krimi.

Die Spannung hat hier definitiv nicht gefehlt. Das erste Kapitel befasst sich schon nach wenigen Seiten mit dem Leichenfund und dann gibt es erstmal eine Rückschau, wie alles begann. Meiner Meinung nach ein geschickter Zug der Autorin. Erst füttert sie ihre Leserschaft an, dann folgt die Vorstellung der einzelnen Protagonisten und zwischendurch immer wieder Krimi.

Die Kapitel sind den einzelnen Protagonisten gewidmet und auch aus ihrer Perspektive erzählt. Das erhöht meiner Ansicht nach die Spannung und macht die Geschichte sehr lebhaft. Der Leser erfährt so sehr viele Einzelheiten nicht nur aus dem Leben der Protagonisten sondern auch zum Fall.

Spuren wurden gelegt, Hinweise gestreut, Thesen aufgestellt und verworfen. Die ein oder andere Sackgasse war dabei. Ich hatte sehr große Freude beim Ermitteln und die Lösung hat sich mir erst am Ende offenbart. Der Fall wurde ohne offene Fragen oder lose Enden gelöst.

Ich gebe diesem Buch fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung. Susanne Oswald konnte mich mit ihrem Strickclub und den liebenswerten Protagonisten absolut in ihrem Bann ziehen. Eine schöne Auszeit in Mettes Strickschick an der Nordseeküste.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Mord Ermittlungen dort wo man normalerweise Urlaub macht

Unheilvolles Lançon
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Cay Rademacher hat mir mit seinem elften Krimi um Commissaire Roger Blanc, Unheilvolles Lançon, wieder einmal einige sehr spannende Lesestunden beschert.

Wie gewohnt verbreitet das Cover trotz des ...




Cay Rademacher hat mir mit seinem elften Krimi um Commissaire Roger Blanc, Unheilvolles Lançon, wieder einmal einige sehr spannende Lesestunden beschert.

Wie gewohnt verbreitet das Cover trotz des Titels, Unheilvolles Lançon, Urlaubstimmung. Es überwiegen zarte Blau- und Grüntöne. Im Hintergrund das Meer, am Horizont Schleierwolken in der Mitte das Schloss und im Vordergrund die Weinreben. Eigentlich möchte man sofort eine Anfrage stellen, ob man im Schloss Zimmer für den Urlaub mieten kann. Nur so friedlich ist es leider nicht.

Auch in "Unheilvolles Lançon" bekommt es Commissaire Blanc nicht nur mit einem Mord zu tun, er muss sich einmal mehr mit der Untersuchungsrichterin und seinem direkten Vorgesetzten auseinandersetzen, die sich beide einig sind, dass keine Ermittlung besser ist als eine Ermittlung. Blanc liegen diese politischen Winkelzüge nicht, er ist der Wahrheit und Gerechtigkeit verpflichtet, diese Einstellung hat ihn letztendlich von Paris in die Provence verschlagen. Gewohnt listig unter Umgehung zu genauer Berichte ermittelt Blanc mit seinen beiden getreuen Kollegen und Freunden Marius und Fabienne.

Mittlerweile habe ich zu den Protagonisten eine fast freundschaftliche Beziehung entwickelt und nehme an ihrem Leben teil. Ich kann die Sorgen Blancs in Bezug auf Marius sehr gut nachvollziehen und hoffe mit ihm, dass alles in Ordnung ist.

Cay Rademacher breitet diesen Fall auf seine übliche spannende Weise vor uns aus. Schon am Anfang gibt es einige Verdächtige, die aber von mir nach und nach aussortiert und von der Liste gestrichen wurden um nach einigen überraschenden Wendungen, die mir neue Erkenntnisse brachten, den Weg zurück auf die Liste fanden. Teilweise sogar an die oberste Stelle der Verdächtigen rutschten. Der Autor schafft es immer wieder, dass ich alle meine Erkenntnisse über den Haufen werfe und wieder von neuem anfange zu denken. Nichts will so hundertprozentig zusammen passen. Immer fehlt ein Detail oder passt nicht in den Ablauf. Ganz am Anfang hatte ich mal einen Verdacht, aber der war absolut abwegig und ich wusste auch nicht, wie das hätte stattfinden können, also habe ich ihn wieder verworfen. Dieser Krimi lädt zum Miträtseln ein, er plätschert nie nur so dahin, im Gegenteil, die Spannung steigt mit den Erkenntnissen, die Blanc erlangt. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl bei seinen Ermittlungen hautnah dabei zu sein und war wie er frustriert, wenn ihm Steine in den Weg gelegt wurden oder eine Spur sich als falsche Fährte erwies.

Mir gefällt die Mischung aus Privatleben und Ermittlungen der Protagonisten sehr gut, das schafft Nähe zwischen dem Leser und den Protagonisten und zudem eine Verbundenheit über die einzelnen Bücher hinweg. Die Ermittlungen stehen klar im Vordergrund, der Autor schafft diese Gradwanderung spielend. Ich fühlte mich über die fast vierhundert Seiten hinweg sehr gut und spannend unterhalten.

Die Lösung des Falles war logisch und plausibel. Es blieben keine Fragen offen und auch alle losen Fäden waren am Ende verknüpft. Der Autor hatte alle Indizien, derer es bedurfte den Fall zu klären offen gelegt, als Leser hätte man sie nur logisch verknüpfen müssen. Wären da nur nicht diese überraschenden Wendungen und die Sackgassen gewesen in denen die ein oder andere Spur endete.

Ich gebe dem elften Band um Roger Blanc fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung. Jedes Buch dieser Reihe steht für sich und kann ohne Kenntnis der vorherigen Bücher gelesen werden. Am Ende des Buches hat Cay Rademacher zusätzlich ein hilfreiches Personenregister angehängt.

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