Ermittlung mit Freunden
Tote Lämmer lügen nichtMit ihrem zehnten Fall, Tote Lämmer lügen nicht, haben Christiane Franke und Cornelia Kuhnert mir wieder einen Kurzurlaub in Ostfriesland ermöglicht. Ich bin seit dem ersten Fall für Henner, Rosa und Rudi ...
Mit ihrem zehnten Fall, Tote Lämmer lügen nicht, haben Christiane Franke und Cornelia Kuhnert mir wieder einen Kurzurlaub in Ostfriesland ermöglicht. Ich bin seit dem ersten Fall für Henner, Rosa und Rudi dabei und von Anfang an begeistert. Zu gerne würde ich bei Mutter Steffens mit am Tisch sitzen und ihren Koch- und Backkünsten huldigen, oder auch mal abends mit Rosa und dem Häckelbüddelclub im Dattein ein wenig klönen.
Diese Reihe um Rosa, Henner und Rudi löst in mir das Verlangen nach Friesentee mit Kluntjes und noch warmen Butterkuchen aus; dazu ein schönes Kaminfeuer aus Treibholz und ein kuscheliger Lesesessel, das neueste Abenteuer der drei Freunde.
Die beiden Autorinnen schaffen eine heimelige Atmosphäre, so dass man sich sofort wie zu Hause fühlt. Natürlich ist es ein Krimi und es gibt auch eine Leiche und die Aufklärung des Mordes steht im Vordergrund.
Frau Kuhnert und Frau Franke gelingt es meisterlich die Spannung beständig auf einem hohen Level zu halten. Man mag das Buch gar nicht aus der Hand legen, weil man unbedingt feststellen möchte, ob man mit den eigenen Vermutungen richtig liegt. Mich haben die beiden Damen mehrfach richtig schön in die Irre geführt. Erst gegen Ende hatte ich eine Vermutung, wie sich alles abgespielt haben könnte und wer der Mörder sein könnte. Die Autorinnen streuen von Anfang an Hinweise, so dass man wirklich mit ermitteln kann, sie sparen aber auch nicht an überraschenden Wendungen, so dass man als Lesender immer gefesselt bleibt.
Ihr Erzählstil ist leicht und flüssig zu lesen verbunden mit einer schönen Sprache und ausgefeilter Grammatik. Ich freue mich immer über Autor:Innen, die sich einer etwas differenzierten Grammatik bedienen und deren Sätze nicht nur aus Haupt- und Nebensatz bestehen. Für mich darf es gerne mehr sein.
Der Plot der Geschichte ist logisch aufgebaut und die Autorinnen führen die Leser:Innen souverän durch alle Verwicklungen und der Mordfall kommt zu einem gut nachvollziehbarem Ende. Hinterher denkt man, dass man selbst hätte darauf kommen können. Am Ende sind alle Knoten gelöst und alle losen Enden sind verknüpft.
Ein durch und durch gelungener Krimi, der die Leser:Innen von der ersten Seite an mitnimmt.
Leider ist meine Auszeit mit Rosa, Henner und Rudi schon wieder vorbei und ich muss mich verabschieden. Die Vorfreude auf ihr nächstes Abenteuer ist jetzt schon sehr groß.
An dieser Stelle möchte ich die andere Reihe der beiden Autorinnen um die Heißmangelbesitzerin Martha Frisch nicht unerwähnt lassen. Frisch ermittelt spielt in den fünfziger Jahren und ist ebenso spannend wie die Fälle aus Neuharlingersiel, mit dem ganz besonderen Charme dieser Zeit. Bisher sind in dieser Reihe zwei Bücher erschienen.
Ich gebe eine ganz klare Leseempfehlung für beide Reihen.