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Veröffentlicht am 04.03.2020

Ein berührender, wunderschön geschriebener, feinfühliger und nachdenklich stimmender Roman

Wie wir gehen
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„Wie wir gehen“ von dem Schweizer Andreas Nesser ist 2020 im Haymon Verlag erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 216 Seiten.

Mona, die Tochter von Johannes, Enkelin von Gottlieb und ...

„Wie wir gehen“ von dem Schweizer Andreas Nesser ist 2020 im Haymon Verlag erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 216 Seiten.

Mona, die Tochter von Johannes, Enkelin von Gottlieb und Mutter von Noelle ist mit der Beziehung zu ihrem Vater nicht zufrieden. Sie sucht nach mehr und findet dies mithilfe eines Diktiergerätes, das sie ihrem Vater gibt. Er spricht hierauf die für ihn wichtigen Dinge seines Lebens und begründet so das ein oder andere.

Andreas Nesser gelingt es in seinem Roman den Leser durch seinen feinfühligen, klaren und eindrücklichen Schreibstil in den Bann zu ziehen. Seine Art des Schreibens macht diesen Generationenroman zu etwas ganz Besonderem. Er beschreibt collagenhaft Bruchstücke aus dem Leben der vier Generationen, den Beziehungen und deren Auswirkungen untereinander, führt manches zusammen, lässt anderes offen und regt damit zum eigenen Reflektieren an.
Auch das Ende des Romans ist nicht abgeschlossen, was mich persönlich nicht stört. Für mich sticht das Buch aus der Masse heraus und ich konnte regelrecht darin versinken.
Gleichzeitig habe ich bemerkt, wie mich der Roman zum Nachdenken bringt, wie er mich über meine Familie und die Beziehungen untereinander reflektieren lässt.
Ich bin beeindruckt davon, wie es Andreas Nesser gelingt, den Bogen über vier Generationen zu spannen und Auswirkungen von der einen in die andere Generationen zu erklären versucht.
Besonders spannend fand ich es, dass Mona versucht, an den eigenen Auswirkungen der Vergangenheit zu rütteln, sprich es anders zu machen in der Beziehung zu ihrem Vater. Sie bleibt nicht in der Vergangenheit gefangen, sondern fängt an, aktiv zu handeln.
Ich habe den Generationenroman von Andreas Nesser voller Begeisterung gelesen. Bei mir verlief das Lesen nicht in einem Rutsch, sondern etappenweise, da ich immer wieder reflektieren musste und auch wollte und dies tat dem Genuss des Buches keinerlei Abbruch – im Gegenteil!
Was für ein schönes Leseerlebnis!

Fazit: Ein feinfühliger und sehr lesenswerter Roman.
Es war für mich ein Erlebnis, dieses Buch zu lesen und in die Welt von Gottlieb, Johannes, Mona und Noelle einzutauchen.
Es hat mich sehr berührt und bereichert und klingt stark in mir nach.

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Veröffentlicht am 26.02.2020

Ein mutiges Mädchen inmitten unglaublicher Abenteuer

Die Silbermeer-Saga (Band 1) - Der König der Krähen
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„Der König der Krähen“ ist der gewaltige Auftakt der Reihe „Die Silbermeer-Saga“ von Katharina Hartwell. Der erste Band umfasst in der gebundenen Ausgabe 616 Seiten und ist im Loewe Verlag 2020 erschienen. ...

„Der König der Krähen“ ist der gewaltige Auftakt der Reihe „Die Silbermeer-Saga“ von Katharina Hartwell. Der erste Band umfasst in der gebundenen Ausgabe 616 Seiten und ist im Loewe Verlag 2020 erschienen. Der Folgeband ist nun für das Frühjahr 2021 angekündigt.

Die Edda wohnt mit ihrem jüngeren Bruder Tobin in der kleinen Stadt Colm. Sie leben bei ihrem Ziehvater Ruben, der sich gut um sie kümmert. In der Hafenstadt geht der Alltag seinen Lauf und für Neues sind die Bewohner so gut wie gar nicht aufgeschlossen. Sie sind misstrauisch – auch gegenüber Edda und Tobin, die ja nicht in Colm geboren wurden. Alle Einwohner Colms fürchten sich vor dem Ende der Kaltwochen, denn dann verschwinden immer wieder auf unerklärliche Weise Kinder. Dieses Jahr ist dann auch Tobin weg und Edda ist unglaublich verzweifelt. Sie beschließt als einzige, sich auf die Suche nach ihrem Bruder zu machen und ein unglaubliches Abenteuer beginnt.

Das Buch „Der König der Krähen“ liest sich sehr flüssig und rasant. Katharina Hartwell schreibt wortgewaltig, mitreisend, süchtigmachend und versetzt den Leser mit den ersten Seiten in eine spannende Welt. Die Autorin kann ganz leise und vorsichtig schreiben und dann wird es auf einmal laut und spannend und das hat mir so richtig gut gefallen. Ich konnte mir alles gut vorstellen: ich war im Dorf beim Stampfen der Fischhaut dabei, bei den Hexen, mit Brand auf dem Schiff, im Hauseingang mit Edda gesessen, als sie ganz schwach war, habe mich gefreut, als ich Goldzahn und Teofin gesehen habe…
Die vorkommenden Charaktere im Buch sind toll ausgedacht und werden prima beschrieben. Ich habe Edda in mein Herz geschlossen. Sie ist mutig und tapfer, selbstbewusst und gibt einfach niemals auf. Sie will ihrem Bruder unbedingt helfen und nimmt dafür alles in Kauf. Sie ist ein wirklich unglaubliches Mädchen.
Super fand ich auch die vielen Ideen, die in dem Buch stecken, die Geheimnisse, Rätsel und überhaupt die ganze erschaffene Welt, so zum Beispiel die Wassermänner, den Ausdruck „meerfern“, die Gabe der „Alten Sprache“ (das würde ich ja auch zu gerne beherrschen – aber man muss dabei auch sehr vorsichtig sein!), die freiheitsliebenden Carpaune, das teerschwarze Meer… Und man kennt nach dem Lesen des ersten Bandes ja nicht einmal die ganze Welt – da warten bestimmt noch ganz viele tolle Dinge.
Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf den nächsten Teil!
Das Cover ist übrigens ein echter Hingucker. Ich mag die Farbgestaltung und das Schimmern der Schrift und der Feder, genauso wie die gezeichneten Wellen des Meeres. Ich bin schon neugierig darauf, wie wohl der nächste Band vom Cover her aussieht.
Geeignet ist das Buch für Leser ab 12 Jahren.

Fazit: Dieses Buch wird jeder Fantasy-Fan – egal ob Jugendlicher oder Erwachsener - richtig gerne lesen. Es bietet auf jeder der rund 600 Seiten Spannung pur und man möchte es einfach nicht mehr aus der Hand legen bis es gelesen ist.

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Veröffentlicht am 23.02.2020

Eine tolle Mischung aus historischen Fakten und Fiktion zur Zeit der Renaissance

Raffael - Das Lächeln der Madonna
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„Raffael – Das Lächeln der Madonna“ von Noah Martin ist 2020 im Droemer Verlag erschienen und umfasst 640 Seiten. Es handelt sich hier um den zweiten Band, der jedoch ohne Probleme unabhängig vom ersten ...

„Raffael – Das Lächeln der Madonna“ von Noah Martin ist 2020 im Droemer Verlag erschienen und umfasst 640 Seiten. Es handelt sich hier um den zweiten Band, der jedoch ohne Probleme unabhängig vom ersten Band gelesen werden kann. Der erste Band trägt den Titel „Die Stadt des Zaren“.

Der Protagonist des Buches ist der Maler Raffael Sanzio und von dessen Leben zur Zeit der Renaissance handelt es auch. Es werden hier historische Fakten eingebunden und ebenso auch ganz fiktive Elemente. Im Vordergrund stehen neben der Hauptfigur und dessen Leben von der Geburt bis zu seinem frühen Tod vor allem die Themen Macht, Kirche, Kunst und Liebe.

Noah Martin schafft es mit seinem Schreibstil gekonnt, den Leser in den Bann der Zeit der Renaissance und des Lebens des Malers Raffael Sanzio zu ziehen. Martins Buch lässt sich flüssig und fortlaufend spannend lesen und ich konnte mich als Leserin sehr gut in die gesamte Stimmung des wunderbar recherchierten Buches einfühlen. Noah Martin hat sein Buch mit vielen historischen Tatsachen unterlegt und gleichzeitig auch eine fiktive Geschichte erzählt. Diese Mischung habe ich sehr genossen: ich habe vieles über das Leben des Malers Raffael Sanzio und die Lebensumstände zur Zeit der Renaissance erfahren und mich gleichzeitig wunderbar unterhalten gefühlt. Besonders beeindruckt hat mich mit wie vielen Detail diese Geschichte erzählt wurde und vor allem auch wie auf die Kunst eingegangen wird. Wirklich ein echter Genuss!

Fazit: „Raffael – Das Lächeln der Madonna“ ist ein unterhaltsames, kurzweiliges, lesenswertes Buch mit einer sehr spannenden und lebendigen Geschichte. Ich habe jede Seite genossen.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung für alle Freunde historischer Romane und speziell für all diejenigen, die die Zeit der Renaissance, Italien und Kunst interessiert.

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Veröffentlicht am 22.02.2020

Ein wunderschönes, mutmachendes Abenteuer

Nobbi, der Mutmachhase (Band 1)
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„Nobbi, der Mutmachhase“ von den Autorinnen Maike Bollow und Judith Allert und der Illustratorin Stefanie Reich ist im Febraur 2020 im Edel:KidsBooks-Verlag erschienen. Das Bilderbuch umfasst 32 Seiten.
Schon ...

„Nobbi, der Mutmachhase“ von den Autorinnen Maike Bollow und Judith Allert und der Illustratorin Stefanie Reich ist im Febraur 2020 im Edel:KidsBooks-Verlag erschienen. Das Bilderbuch umfasst 32 Seiten.
Schon durch das Cover sind Nobbi und seine Freunde mitten in unser Herz gehüpft. Nobbi, der Mutmachhase ist quirlig, absolut hilfsbereit und er hat für seine Freunde immer einen guten Tipp bereit und hilft ihnen, ihre Ängste zu überwinden. So benötigt zum Beispiel das kleine Vögelchen ein bisschen Mut, damit es sich traut, loszufliegen und auch dem Siebenschläfer und dem Igel kann Nobbi bei ihrem Problem etwas Mut zusprechen. Auch die Eule wird tatkräftig unterstützt.
Nobbi ist eben ein echter Mutmachhase und er hat für all seine Freunde ein offenes Ohr und in seinem wunderbaren Mutmach-Beutelchen versteckt sich auch der ein oder andere Hilfsgegenstand.
Der Umgang mit Ängsten und das Thema „Mut“ ist bei Kindern immer wieder sehr präsent und stammt wirklich aus der Alltagswelt von Kindern. Die Autorinnen sind an diese Thema ganz wunderbar und kindgerecht herangegangen und so können sich die kleinen Leser sicherlich ganz wunderbar mit Nobbi und seinen Freunden identifizieren.
Der Vorlesetext ist klar verständlich und die Illustrationen von Stefanie Reich unterstützen und erweitern das Gelesene ganz wunderbar. Auf den Bildern gibt es viel zu entdecken, wobei sie aber nicht zu überladen sind und man merkt, dass in der Geschichte und der textlichen und zeichnerischen Umsetzung ganz viel Herzblut steckt.
Prima gefällt uns auch die Dreiteilung der Geschichte, so kann die Vorlesedauer an das jeweilige Kind angepasst werden.
Von meinen Kindern und mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.
Das Bilderbuch ist zum Vorlesen sicherlich für Kinder ab 3 Jahren geeignet.

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Veröffentlicht am 18.02.2020

Enttäuschende Geschichte, die sicherlich Potenzial gehabt hätte

Die Liebe einer Tochter
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„Die Liebe einer Tochter“ von Deborah Moggach ist 2020 im Insel Verlag erschienen und umfasst in der Taschenbuchausgabe 262 Seiten.

Der Witwer und ehemalige Professor James steht am Ende seines Lebens ...

„Die Liebe einer Tochter“ von Deborah Moggach ist 2020 im Insel Verlag erschienen und umfasst in der Taschenbuchausgabe 262 Seiten.

Der Witwer und ehemalige Professor James steht am Ende seines Lebens und ist oft mürrisch und unzufrieden. Wohl aus diesem Grund hat er schon einige Haushaltshilfen vertrieben. Seine beiden Kinder Phoebe und Robert können und wollen sich nicht um ihn kümmern. Eines Tages zieht dann Mandy, die neue Pflegekraft, bei ihm ein und vieles an James beginnt sich zu ändern. Er scheint sich für Dinge zu interessieren, die in der Vergangenheit so überhaupt nicht sein Fall waren. Phoebe und Robert beginnen sich darüber zu wundern und fragen sich, wie dieses Umdenken ihres Vaters Mandy gelungen ist. Wer ist denn diese Mandy überhaupt? Verfolgt sie irgendeinen Plan? Was hat sie vor?

Deborah Moggach gelingt es in ihrem Roman dem Leser anfangs mit ihrer Geschichte in den Bann zu ziehen. Sie schreibt zunächst flüssig und auch mit dem gewissen britischen Humor. Sie arbeitet die vorkommenden Personen sehr detailgetreu und tiefgründig aus und es scheint sich eine spannende Familiengeschichte zu entspinnen. Doch schon bald hat mich die Geschichte durch die dann leider oft langatmige Handlung verloren und die vorkommenden Charaktere waren mir allesamt nicht zugänglich und auch unsympathisch.
Die Autorin wechselt in ihrer Geschichte immer wieder die Perspektiven, was ich als Leser dann wieder interessant gefunden habe.

Fazit: Ich bin hin und her gerissen, denn auf der einen Seite fand ich wie beschrieben die Charaktere sehr tiefgründig ausgestaltet, allerdings waren sie mir allesamt nicht sympathisch. Zudem zog sich die eigentliche Handlung oftmals sehr in die Länge bzw. wurden Rückblicke gegeben, die es meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte.
Eine klare Leseempfehlung kann ich also nicht geben.

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