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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.08.2025

Eine Eule und ganz viel Mut zur Freundschaft

Huhu und Momo – Für dich trau ich mich!
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Schon beim ersten Aufschlagen hat die kleine Eule Huhu direkt unser Herz erobert. Mit ihrer neugierigen, etwas vorsichtigen Art bin ich mir sicher, dass sich viele Kinder sofort mit ihr identifizieren ...

Schon beim ersten Aufschlagen hat die kleine Eule Huhu direkt unser Herz erobert. Mit ihrer neugierigen, etwas vorsichtigen Art bin ich mir sicher, dass sich viele Kinder sofort mit ihr identifizieren können. Wie schön, dass sich Huhu am Ende für Momo getraut hat! Eine so tolle Botschaft für Freunde – und ein liebevoller Beweis dafür, wie stark Freundschaft machen kann. Hoch lebe die Freundschaft!
Der Text ist wunderbar leicht verständlich, absolut kindgerecht und in einer schönen Reimform geschrieben. Das macht das Vorlesen zu einem richtigen Vergnügen, und ich bin mir sicher, dass Kinder die sanften, rhythmischen Verse lieben werden.
Ein besonderes Highlight sind die Illustrationen von Lucy Fleming. Das Farbkonzept ist warm, harmonisch und lädt zum Träumen ein. Überall gibt es liebevolle Details zu entdecken – vom rauchenden Baum-Schornstein, über flatternde Wäsche an der Leine, bis hin zur charmanten Kuckucksuhr. Der natürliche, weiche Stil der Bilder passt perfekt zur Geschichte und macht das Buch zu einem kleinen Schatz, den man immer wieder gern in die Hand nimmt.
„Huhu und Momo – Für dich trau ich mich!“ ist ein warmherziges, wunderschön illustriertes Freundschaftsabenteuer, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen berührt.
Eine glasklare Leseempfehlung – für alle, die Geschichten über Mut, Vertrauen und das große Glück echter Freundschaft lieben.

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Schritt für Schritt

Küstenpfade
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“Küstenpfade” erzählt die Geschichte von Elise Downing, die sich entschließt, allein die komplette Küste Großbritanniens zu Fuß zu umrunden – ein mutiges, außergewöhnliches Vorhaben, das mir großen Respekt ...

“Küstenpfade” erzählt die Geschichte von Elise Downing, die sich entschließt, allein die komplette Küste Großbritanniens zu Fuß zu umrunden – ein mutiges, außergewöhnliches Vorhaben, das mir großen Respekt abverlangt. Es gehört viel Courage dazu, den ersten Schritt zu wagen und sich auf ein so ungewisses Abenteuer einzulassen. Dass sie das durchgezogen hat, ist beeindruckend.
Beim Lesen hatte ich dennoch gemischte Gefühle. Zwar vermittelt Elise auf eine ehrliche, zugängliche Weise, was sie unterwegs erlebt – von körperlicher Erschöpfung bis hin zu persönlichen Zweifeln. Doch für mich zog sich das Buch stellenweise in die Länge. Viele Situationen ähnelten sich, und es wirkte, als würde sich vieles wiederholen. Ich hätte mir mehr Tiefe in der Auseinandersetzung mit ihrem Inneren gewünscht – nicht nur mit den praktischen Hürden der Reise, sondern auch mit dem, was sie innerlich bewegt und verändert hat.
Trotz dieser Kritik bleibt für mich die Botschaft stark: dass man nicht perfekt vorbereitet oder besonders sportlich sein muss, um sich selbst herauszufordern – sondern einfach nur bereit, den ersten Schritt zu tun.
Fazit: Ein ehrlicher Erfahrungsbericht mit einer starken Grundidee, der mich zwar nicht durchgängig fesseln konnte, mir aber dennoch in Erinnerung bleibt – vor allem durch den Mut, den Elise bewiesen hat.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Wenn Erinnerung nach Reis duftet

Onigiri
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Onigiri – das sind diese kleinen japanischen Reisbällchen, oft liebevoll von Hand geformt, einfach und doch voller Bedeutung. Schon der Titel hat mich berührt, denn er steht im Buch sinnbildlich für so ...

Onigiri – das sind diese kleinen japanischen Reisbällchen, oft liebevoll von Hand geformt, einfach und doch voller Bedeutung. Schon der Titel hat mich berührt, denn er steht im Buch sinnbildlich für so vieles: Für Fürsorge, für das, was zwischen den Generationen weitergegeben wird, für all das, was man mit Worten vielleicht nicht mehr sagen kann – aber mit einem gemeinsam zubereiteten Essen doch ausdrücken kann.
Yuko Kuhn erzählt in Onigiri die Geschichte von Aki, die mit ihrer an Demenz erkrankten Mutter nach Japan reist – in das Land, das für die Mutter einst Heimat war. Dort ist ein halbes Jahr zuvor Akis Großmutter gestorben. In Japan beginnt sich die Mutter langsam zu verändern. Etwas in ihr wird wach, etwas, das in Deutschland schon fast verschwunden schien. Aki erkennt in ihr plötzlich eine Frau, die sie so kaum kannte: selbstbewusst, mutig, neugierig.
Für mich war es unglaublich berührend zu sehen, wie über kleine Gesten, über Erinnerungen – aber auch über das gemeinsame Essen – wieder Verbindung entsteht. Die Onigiri stehen dabei fast wie ein stilles Symbol für Zugehörigkeit, für Liebe, für Identität. Und vielleicht auch für Trost.
Das Buch ist eher leise, aber emotional sehr kraftvoll. Yoko Kuhns Sprache ist zurückhaltend, nie überladen – und gerade dadurch so eindrücklich. Sie zeigt auf eine sehr feine Art, wie groß die Spannungen sein können, in denen Menschen leben, die zwischen zwei Kulturen aufgewachsen sind – besonders die Mutterfigur hat mich tief bewegt. Ihr Schweigen, ihr Aufblühen in Japan, ihre innere Zerrissenheit bleiben mir lange im Gedächtnis.
Onigiri ist für mich ein wunderschönes, tiefgehendes Buch über Erinnerung, Herkunft, Verlust – und über das, was uns trotz allem miteinander verbindet. Ich habe es in aller Ruhe gelesen, oft innegehalten – und ich weiß, dass es noch lange in mir nachklingen wird.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Loslassen lernen

Sunbirds
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Sunbirds von Penelope Slocombe (Ullstein Verlag, 416 Seiten) ist ein stilles, eindringliches Buch – eines, das nicht laut werden muss, um tief zu wirken. Die Geschichte einer Familie, deren Sohn Torran ...

Sunbirds von Penelope Slocombe (Ullstein Verlag, 416 Seiten) ist ein stilles, eindringliches Buch – eines, das nicht laut werden muss, um tief zu wirken. Die Geschichte einer Familie, deren Sohn Torran nach Indien geht und nicht zurückkehrt, entfaltet sich mit großer Ruhe und Einfühlsamkeit. Es ist kein dramatischer Thriller, kein aufgeregtes Suchen mit finalem Höhepunkt – vielmehr begleitet man die Eltern, vor allem Anne, durch Jahre der Ungewissheit, durch Hoffnung und Zweifel, durch leise Erkenntnisse.
Immer wieder tauchen Hinweise auf, Spuren, die scheinbar zu Torran führen. Doch mit jeder neuen Etappe wird spürbarer, dass diese Suche vielleicht gar nicht zu ihm, sondern zu etwas Tieferem führt. Denn im Mittelpunkt steht nicht nur das Verschwinden des Sohnes – sondern Annes Weg zu sich selbst.
Ihre Entwicklung ist wunderbar beschrieben: behutsam, glaubwürdig, und voller innerer Bewegung. Aus der verzweifelten Mutter, die nicht loslassen kann, wird eine Frau, die lernt, das Unerklärliche nicht als Scheitern zu sehen. Anne macht schließlich Frieden mit der Möglichkeit, dass ihr Sohn nicht gefunden werden will – und wählt den Mut, ihren eigenen Weg weiterzugehen.
Penelope Slocombe gelingt mit Sunbirds ein stilles Meisterwerk – poetisch, bewegend, und voller menschlicher Wahrheit. Ein Buch, das nachhallt.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Ein Klassiker neu erzählt – mit Witz, Musik und Herz

Peter, Paula und der Wolf
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„Peter, Paula und der Wolf“ von Willi Weitzel und Petra Eydmann ist eine moderne und liebevoll erzählte Neuinterpretation des Klassikers – und sie funktioniert richtig gut. Besonders gut gefallen haben ...

„Peter, Paula und der Wolf“ von Willi Weitzel und Petra Eydmann ist eine moderne und liebevoll erzählte Neuinterpretation des Klassikers – und sie funktioniert richtig gut. Besonders gut gefallen haben uns die Illustrationen von Anne-Kathrin Behl: farbenfroh, lebendig und mit vielen liebevollen Details. Man entdeckt jedes Mal etwas Neues, und die Bilder machen das Buch zu einem echten Erlebnis.
Die Einführung von Paula im runden Fenster unter dem Dach fanden wir besonders gelungen – sie hat dort einen richtig guten Beobachtungsposten und kann alles wunderbar überblicken. Auch kleine Szenen am Rand haben uns begeistert, zum Beispiel die Oma, die hinten im Garten Yoga macht – das fanden wir richtig lustig!
Ein weiteres Highlight ist die Möglichkeit, sich die Geschichte über den QR-Code vorlesen zu lassen – mit der passenden Musik vom Ambassade Orchester Wien. Die musikalische Umsetzung ist phänomenal und macht die Geschichte noch eindrucksvoller. So wird das Lesen (oder Zuhören) zu einem echten Gesamtkunstwerk.
Eine rundum gelungene Kombination aus moderner Erzählweise, liebevollen Bildern, charmanten Details und hochwertiger Musik.
Absolute Empfehlung – nicht nur für Kinder!

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