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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.04.2019

Authentisch, aufrüttelnd, besonders!

Paul und der Krieg
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In dem Buch „Paul und der Krieg“ darf der Leser den 15jährigen Paul zur Zeit des Zweiten Weltkrieges begleiten und in Form von Briefen und zusätzlichen Erzählungen der Autorin an dessen Leben teilhaben. ...

In dem Buch „Paul und der Krieg“ darf der Leser den 15jährigen Paul zur Zeit des Zweiten Weltkrieges begleiten und in Form von Briefen und zusätzlichen Erzählungen der Autorin an dessen Leben teilhaben.
Paul wird zusammen mit einigen seiner Schulkameraden als Flakhelfer einberufen. Anfangs war dies noch ein spannendes Abenteuer für ihn, aber bald schon wurde Paul und seinen Freunden die bittere Realität bewusst. Den jugendlichen Kriegshelfern wird bald auch klar, dass der Krieg nicht so leicht - wenn überhaupt - gewonnen werden kann.
Zusätzlich unterfüttert die Autorin die Erzählungen von und um Paul durch viele Fotos, zahlreiche geschichtliche Fakten und weiterführende Informationen.

Mit ihrem Buch „Paul und der Krieg: Als 15-Jähriger im Zweiten Weltkrieg“ ist Dorothee Haentjes-Holländer ein aufrüttelnder, informativer und vor allem authentischer Bericht aus der Sicht eines Jugendlichen gelungen. Bei dem Jugendlichen handelt es sich um den Vater der Autorin namens Paul. Dorothee Haentjes-Holländer konnte auf Pauls schriftlichen Berichte aus der Zeit um 1945 und 1946 zurückgreifen. Das Buch ist im Verlag arsEdition erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 144 Seiten. Der Schreibstil der Autorin ist klar und gut zu lesen. Die vielen zusätzlichen Erklärungen und Fotos von Originaldokumenten untermauern die Geschichte um Paul zusätzlich.

Fazit: Wir sprechen eine absolute Leseempfehlung aus für Jugendliche, die sich mit der Thematik des Zweiten Weltkriegs auseinandersetzen wollen.
Diesem Buch gelingt es Jugendliche durch einen Jugendlichen anzusprechen und so eine unmittelbare Nähe zu erzeugen.
Pauls Geschichte klärt auf und rüttelt wach und beweist, wie gefährlich undemokratische Diktaturen und Regime sind, die kein eigenständiges, kritisch-reflektierendes Denken zulassen.
Diese Buch ist sicherlich auch sehr gut für den Einsatz in Schulen geeignet.

Veröffentlicht am 01.04.2019

So einfühlsam, so witzig, so turbulent und so lebensnah!

Mein Leben voller Feenstaub und Konfetti (schön wär’s!)
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Leni ist 10 Jahre alt und lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrer älteren Schwester Fiona. Fiona ist schon so etwas wie ein „kleiner“ Star in der Filmbrache, was ihr Leni von ganzem Herzen gönnt. Nun ...

Leni ist 10 Jahre alt und lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrer älteren Schwester Fiona. Fiona ist schon so etwas wie ein „kleiner“ Star in der Filmbrache, was ihr Leni von ganzem Herzen gönnt. Nun steht für Leni der Wechsel an die Schule ihrer Schwester an und auf der soll sie unter keinen Umständen auffallen. Leni versteht dies total und möchte sich mit ihrer großen Klappe und ihrem Temperament zurückhalten. Sie hat deshalb auch nur ein Ziel: sie möchte das Beste für ihre Mitmenschen und vor allem für ihre Schwester. Dass hierbei nicht immer alles nach Lenis Plan verläuft ist also quasi vorprogrammiert.
Meistens endet alles im Chaos – meistens!

Mit ihrem Buch „Mein Leben voller Feenstaub und Konfetti (schön wär’s)“ ist Emma Flint ein witziges, einfühlsames und lesenswertes Abenteuer gelungen, das im Arena Verlag erschienen ist und in der gebundenen Ausgabe 250 Seiten umfasst.
Die Geschichte ist im Tagebuchstil und einer ganz alltäglichen, altersgerechten Sprache geschrieben und wunderbar flüssig zu lesen. Die Autorin hat ganz viel Witz in ihre Texte gestreut und allein die Anmerkungen in den Fußnoten laden zum Mitschmunzeln und Kichern ein.
In dem Buch sind wunderschön designte Vignetten von der Illustratorin Eva Schöffmann-Davidov zu finden, welche das Abenteuer toll untermalen.

Die Geschichte um Leni, ihre Familie und Freunde weist viele humorvolle, aber auch einfühlsame Momente auf. Besonders toll wird unserer Meinung aufgezeigt, dass Leni das Herz am rechten Fleck hat, dass sie Verantwortung übernimmt, für ihre Fehler einsteht, sich für nichts zu schade ist, auch wenn sie manchmal vorher ein bisschen mehr nachdenken sollte. Aber so ist das nun einmal im Leben.
Leni ist ein tolle Protagonistin in diesem turbulenten Abenteuer und stellt sicherlich ein Vorbild für viele Mädchen in ihrem Alter dar und als Leser dieser Altersstufe kann man sich ganz wunderbar mit ihr identifizieren.
Das Cover des könnte zum Inhalt und Titel des Buches nicht besser gewählt sein und wir finden es wunderwunderschön.

Fazit: Wir sprechen eine Leseempfehlung aus für Mädchen ab 10 Jahren, die ein turbulentes Abenteuer mitten aus dem Leben gegriffen erleben wollen. Sicherlich sind Mädchen die Zielgruppe dieses Buches, aber auch Jungs werden ihren Spaß daran haben.

Veröffentlicht am 18.03.2019

Ein Hoch auf die Freundschaft!

Vom Fuchs, der ein Reh sein wollte
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Im Wald ist ein Feuer ausgebrochen und der kleine Fuchs „Blau-Auge“ hat in all der Aufregung seine Familie aus den Augen verloren. Nun sitzt er unter einem Heckenrosenbusch und weiß nicht, wohin er soll. ...

Im Wald ist ein Feuer ausgebrochen und der kleine Fuchs „Blau-Auge“ hat in all der Aufregung seine Familie aus den Augen verloren. Nun sitzt er unter einem Heckenrosenbusch und weiß nicht, wohin er soll. Er ist einsam und verzweifelt. Familie Reh entdeckt ihn und nimmt Blau-Auge erst einmal mit zu sich nach Hause. Der kleine Fuchs schließt schnell Freundschaft mit den Rehkindern, aber er vermisst seine eigene Familie natürlich ganz schrecklich. So beginnt dann auch die Suche nach seiner Mama, seinem Papa und seinen Geschwistern. Die Freunde des kleinen Fuchses helfen ihm und auch von anderen Tieren wird er kräftig unterstützt. Manche sind ihm aber auch nicht so wohlgesonnen, denn ein Fuchs ist ein Fuchs und bleibt auch ein Fuchs, oder? Nun ja, ein Freund ist aber auch ein Freund und bleibt doch auch ein Freund, oder?
Ob Blau-Auge seine Familie wiederfinden wird?

Mit ihrem Buch „Vom Fuchs, der ein Reh sein wollte“ ist Kirsten Boie ein einfühlsames und so lesenswertes Abenteuer gelungen, das 2019 im Oetinger Verlag erschienen ist, in der gebundenen Ausgabe 192 Seiten umfasst und in 40 Kapitel aufgeteilt ist.
Die einzelnen Kapitel eignen sich von der Länge her ganz wunderbar zum Vorlesen und da bleibt es sicher nicht nur bei einem Kapitel. Zum Selberlesen denken wir an Kinder mit 8-9 Jahren, da die Schrift doch etwas kleiner ist.
Die Geschichte ist in einer kindgerechten, alltäglichen und flüssigen Sprache geschrieben. Ein Element, das eine direkte Nähe zum Leser erzeugt und bei uns die Seiten nur so durchrasseln ließ.
Passend zur Geschichte sind viele wunderschöne und liebevolle Zeichnungen von der Illustratorin Barbara Scholz zu finden, welche das Abenteuer wunderbar unterstreichen und zum genauen Beobachten und Besprechen anregen. Die Zeichnungen sind mal klein, mal umfassen sie aber auch eine ganze Doppelseite und sie bereichern dieses Buch sehr.

Die Geschichte um den kleinen Fuchs weist viele lustige, aber auch traurige Momente auf, die in der Geschichte aber ganz wunderbar gelöst werden. So muss beispielsweise der kleine Fuchs Familie Reh zwar verlassen, aber er findet einen neuen Unterschlupf bei Familie Dachs und darf letztendlich auch wieder zurückkehren.
Besonders toll und drollig wird unserer Meinung nach die Welt der Menschen aus der Sicht der Tiere dargestellt. Das haben wir so bisher noch nicht erlebt und es hat uns richtig gut gefallen. Und es gibt noch ganz viele weitere Besonderheiten in diesem Buch: der Sprachfehler von Frau Amsel, die aufgeregte Sprache von Frau Maus, die direkte Ansprache an den Leser… Mehr wollen wir hier aber nicht verraten…

Kirsten Boie beweist mit ihrem Buch wieder einmal gekonnt, dass sie einfach eine großartige Schriftstellerin ist.

Fazit: Wir sprechen eine absolute Kaufempfehlung aus, für Familien zum Vorlesen und zum Selberlesen für Jungen und Mädchen ab 8-9 Jahren, die ein spannendes und einfühlsames, lustiges und teilweise auch trauriges Abenteuer erleben wollen.
Meine beiden Kinder haben dieses Buch „verschlungen“ und mir als Mama hat es auch richtig gut gefallen.

Veröffentlicht am 17.03.2019

Ein informatives, kreatives, inspirierendes und wunderschön designtes Hochbeet-Abenteuer!

Das unglaubliche Hochbeet
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„Das unglaubliche Hochbeet – Ernten bis zum Umfallen“ von Doris Kampas ist 2019 im Verlag Löwenzahn erschienen und umfasst 118 Seiten.

Dieses Buch macht so unglaublich viel Lust, sofort mit dem Gärtnern ...

„Das unglaubliche Hochbeet – Ernten bis zum Umfallen“ von Doris Kampas ist 2019 im Verlag Löwenzahn erschienen und umfasst 118 Seiten.

Dieses Buch macht so unglaublich viel Lust, sofort mit dem Gärtnern in einem Hochbeet anzufangen.
Es ist aufgeteilt in zwei übergeordnete Kapitel. Der erste Teil „All you need is“ gibt unzählige hilfreiche Tipps, zum Bau und zur Materialbeschaffenheit, zur Standortwahl und richtigen Befüllung, aber auch zum Umgang mit verschiedenen ungebetenen Besuchern.
Der zweite Teil „All you love is“ bietet sieben ganz unterschiedliche Bepflanzungsmöglichkeiten zu verschiedenen Themen wie beispielseise „Pizza-Pasta-Hochbeet“ , „Mach-dich-fit-Hochbeet“ oder auch „Den-ganzen-Winter-frisches-Gemüse-Hochbeet“. Richtig gut gefallen hat mir hier, dass es sich um keine starre Bepflanzungsanregung handelt, sondern dass man jedes Motto ganz an seinen persönlichen Geschmack anpassen kann und das wirklich rund um das ganze Jahr.

Ein besonderes Extra stellt der tolle Anbau- und Erntekalender in Posterformat dar. Hier hat man immer die Möglichkeit nachzusehen, wann der richtige Zeitpunkt für Aussaat, Pflanzung, Ernte und zusätzlich verlängerter Ernte durch Abdeckung mit einem Vlies oder Aufsatz von den unzähligen Pflanzarten ist.

Der Autorin gelingt es mit ihrem persönlichen und dabei unglaublich informativen Schreibstil, dem Leser ihre Leidenschaft für das Gärtnern mit einem Hochbeet nahe zu bringen. Ihr gelingt dies auf sehr angenehme, lebendige, praxisnahe und anschauliche Art und Weise. Viele Tipps, Tricks und persönliche Anekdoten lassen das Buch zu einem absoluten Leseerlebnis – nicht nur für Hochbeet-Laien - werden

Besonders hervorzuheben sind auch die wunderschönen, natürlich gehaltenen, bunten Zeichnungen der Illustratorin Ruth Veres und die vielen Fotos. Die ganze Gestaltung und das Layout sind qualitativ hochwertig und gut durchdacht und man merkt als Leserin, dass in der Umsetzung sehr viel Herzblut steckt und es sich vielerlei Gedanken darum gemacht wurden.

Fazit: Hier handelt es sich um einen umfassenden Ratgeber zum Thema „Gärtnern mit einem Hochbeet von Anfang an“, der Anfängern einen tollen Einblick gibt, aber auch erfahrenere Gärtner können von diesem Buch, den Tipps, Tricks und enormen weitergegebenen Wissen profitieren.
Dieses Hochbeet-Abenteuer hat mich absolut überzeugt und gefällt mir außerordentlich gut.

Veröffentlicht am 12.03.2019

Ein tolles Kinder-Sachbuch auf den Spuren Leonardo da Vincis, das zum Weiterforschen anregt

Leonardos Flugmaschinen
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„Leonardos Flugmaschinen – Anselmo und das Vermächtnis des Meisters“ von Autor Stephan Martin Meyer und Illustrator Thorwald Spangenberg ist 2019 im Gerstenberg Verlag erschienen und umfasst 79 Seiten.

Der ...

„Leonardos Flugmaschinen – Anselmo und das Vermächtnis des Meisters“ von Autor Stephan Martin Meyer und Illustrator Thorwald Spangenberg ist 2019 im Gerstenberg Verlag erschienen und umfasst 79 Seiten.

Der 14-jährige Anselmo kommt nach dem Tod seiner Familie durch die Pest zu seinem Onkel Giovanni, der als Kapuzinerbruder in einem Kloster lebt. Hier wird er liebevoll aufgenommen, muss sich jedoch erst an das Leben dort gewöhnen. Als er gerade seinem Onkel in der Werkstatt hilft, entdeckt er eines Tages in einer Kiste verschiedene Zeichnungen. Sie stammen von Leonardo da Vinci. Anselmo ist vor allem von den Illustrationen der Erfindungen zum Thema „Fliegen“ absolut begeistert und steckt seinen Onkel mit der Idee, die Zeichnungen in die Realität umzusetzen an. Allen Brüdern im Konvent ist dies allerdings nicht ganz geheuer.

Das Buch ist eine wunderbar gelungene Mischung aus Kinder- und Sachbuch und das sowohl vom Text als auch von den Illustrationen her.
Neben der Geschichte um Anselmo und seinen Onkel Giovanni lernen hier Klein und Groß etwas über das Leben im Kloster bei den Kapuzinern, über das Leben von Leonardo da Vinci, seine Zeichnungen und Gemälde und einiges über die Theorie des Fliegens. Der Schreibstil ist absolut kindgerecht und liest sich sehr flüssig.
Das ganze Buch ist insgesamt von seinen Illustrationen her dem Stil Leonardo da Vincis nachempfunden und dem Illustrator Thorwald Spangenberg ganz wundervoll gelungen. Hier gehen Text und Illustrationen Hand in Hand. Wir sind davon total begeistert!

Fazit: Uns hat das Buch richtig gut gefallen. So gut, dass wir sogar weitergeforscht haben, um noch mehr über Leonardo da Vinci zu erfahren.
Wir würden uns wünschen, dass dieses Buch in vielen Kinderzimmern, Bibliotheken und Klassenzimmern einzieht, denn da gehört es unserer Meinung auf alle Fälle hin.
Von uns gibt es eine absolute Lese- und „Anschau“-Empfehlung!
So ein wunderbares Buch - ein echtes Erlebnis für Groß und Klein!
„Das ist ein echter Schatz, Mama!“ (Zitat meines Sohnes)