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Bernhard_Wessling

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Veröffentlicht am 18.09.2023

Rezension von Dr. Tobias Kallfell

Mein Sprung ins kalte Wasser
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Hier gebe ich die Rezension von Dr. Tobias Kallfell in Ausschnitte wieder, Original zu finden hier:
https://kallfell-rezensionen.blogspot.com/2023/09/weling-bernhard-mein-sprung-ins-kalte.html

Ein autobiographischer ...

Hier gebe ich die Rezension von Dr. Tobias Kallfell in Ausschnitte wieder, Original zu finden hier:
https://kallfell-rezensionen.blogspot.com/2023/09/weling-bernhard-mein-sprung-ins-kalte.html

Ein autobiographischer Erlebnisbericht



Ein chinafreundliches Buch? In diesen Zeiten? Ist das überhaupt möglich? Der Autor Bernhard Weßling zeigt, dass es geht. Er richtet seinen Blick auf die Menschen in China. Menschen, die er dort während seines 13-jährigen beruflichen Aufenthalts als Unternehmer persönlich kennen gelernt hat: „Auf jeden Fall also beschreiben meine Geschichten reale Facetten des chinesischen Lebens, aber nicht DAS chinesische Leben. Ich beschreibe etwas vom Leben in China, wie es tagtäglich stattfindet, vielfältig und ganz anders, als man es so liest, ganz anders, als ich es erwartete, und ich werde auch nach Abschluss dieses Buches, überall und immer wieder Beobachtungen erleben, die anders sind, als wir sie erwarten (und anders, als ich sie erwarten würde und hier beschreibe). Ich beschreibe nur, was ich in den vielen Jahren mit den vielen Chinesen, die mich umgeben haben, erlebt habe; Erlebnisse mit den Chinesen, die ich auf den Straßen kennen lernte, Chinesen, mit denen ich einen Teil meiner Freizeit verbrachte, Chinesen, mit denen ich gearbeitet bzw. Geschäfte gemacht habe.“ (Vorwort, S. 11-12).

...

Vieles beschreibt der Autor mit einiger Selbstironie, was ihn sehr sympathisch macht. Gleichzeitig ist er aber auch ehrgeizig und tatkräftig. Ein Macher, der viel bewegt. Er schafft es, in einem fremden Land mit eigentümlichen Strukturen ein Chemie-Unternehmen aufzubauen und zu führen. Mit Eifer erlernt er Schritt für Schritt die Sprache in Wort und Schrift, verschafft sich auf diese Weise Respekt, Anerkennung und Sympathie in seinem Arbeitsumfeld. Er kommuniziert zunehmend souveräner und freier, wie er selbst berichtet. Der Autor ist ein neugieriger, engagierter und wissbegieriger Mensch (das wird auch in seinen anderen Büchern gut deutlich, vgl. dazu „Was für ein Zufall! Über Unvorhersehbarkeit, Komplexität und das Wesen der Zeit“. Springer 2022).



Wer gerne etwas über China erfahren möchte und dabei an einem differenzierten Bild interessiert ist, das an konkreten Beispielen und Erfahrungen verdeutlicht wird, der sollte dieses Buch lesen. Der Autor führt vor, wie man dem Fremden begegnen sollte: unvoreingenommen, aufgeschlossen und offen, mit Bereitschaft sich auf das Fremde einzulassen, es zu akzeptieren, nicht voreilig zu werten und mit den Menschen auf persönlicher Ebene wertschätzend umzugehen. Darüber hinaus sollte man für die Lektüre dieses Buchs an dem Menschen Bernhard Weßling interessiert sein, schließlich ist es ein sehr persönliches Buch. Es liest sich jedenfalls sehr eingängig. Der Erzählton ist schwungvoll-lebendig, oft humorvoll und selbstironisch.



Aus meinem persönlichen Kontakt mit dem Autor erfuhr ich, was er potentiellen Lesern gerne mit auf den Weg geben möchte, vor allem auch solchen Lesern, die beruflich in China tätig sind, waren oder sein werden: „wirklich erfolgreich kann man in China nur sein, wenn man sich den Menschen zuwendet, sie respektiert, ihre Sprache lernt, von ihnen lernen will, ihre Sorgen, Nöte, Ziele, Stärken und Schwächen kennen lernen und berücksichtigen will“ (Bernhard Weßling am 15.09.23 per Mail).

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2023

"Mehr als nur Atome" - zu viele fragliche und z.T. sogar falsche Darlegungen

Mehr als nur Atome
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Das Buch von Frau Dr. Hossenfelder ist, wie auch ihre sonstigen zahlreichen populärwissenschaftlichen Beiträge, kontrovers angelegt und soll vermutlich zur Diskussion anregen. Dazu möchte ich gern beitragen ...

Das Buch von Frau Dr. Hossenfelder ist, wie auch ihre sonstigen zahlreichen populärwissenschaftlichen Beiträge, kontrovers angelegt und soll vermutlich zur Diskussion anregen. Dazu möchte ich gern beitragen und ebenfalls zur Diskussion anregen, denn einige ihrer zentralen Thesen sind zumindest fragwürdig, wenn nicht sogar regelrecht falsch, z. B.:

1) Ihre Diskussion der Entropie am Beispiel "Kuchenteig" (S. 86 ff) ist definitiv falsch. Denn während der Zucker molekular gelöst wird und tatsächlich statistisch gleichförmig verteilt ist, liegen im Teig keine Mehl-"Moleküle" vor (wie sie schreibt), sondern es sind feine Teilchen, und diese sind keineswegs gleichmäßig verteilt, sondern bilden komplexe Strukturen. Der Kuchenteig weist im Gegensatz zu dem von ihr behaupteten Zustand höchster Unordnung = maximaler Entropie eine ziemlich komplexe Struktur und somit vergleichsweise niedrige Entropie auf.

2) Es heißt auf S. 122 (und wird danach weiter ausgeführt), dass die tiefste Ebene der Organisation der Materie „bestimmt“, was auf den höheren Ebenen geschieht. Das ist nicht korrekt, denn
a) die umweltbedingte Quanten-Dekohärenz (H. D. Zeh und Serge Haroche) verhindert, dass sich die Gesetzmäßigkeiten der Quanten auch in Atomen, Molekülen und der nachfolgenden Komplexität unserer Welt wiederfinden lassen;
b) es wird ignoriert, dass sich auf allen höheren Ebenen jeweils neue Phänomene herausbilden, die neu entstehenden Gesetzmäßigkeiten folgen (Emergenz).
Das lässt sich an vielen Beispielen nachweisen.

3) Es ist nicht möglich, Information, die aufgrund der Verteilung von Molekülen und Atomen der vorherigen Informationsträger verloren gegangen ist, zu rekonstruieren. Die Informationen, die die (Zitate Sabine Hossenfelder) "verstorbene Großmutter" ausmachten, sind keineswegs mittels eines "Supercomputers, der jeden Zustand jedes einzelnen Atoms bis zum Anbeginn der Zeit zurückrechnen" könne, wieder rekonstruierbar. Die Entropie verhindert dies.

4) In Kapitel 7 beklagt sie, es gebe bisher keine Theorie, die die Komplexität in unserer Welt erklären könne. Also die komplexen Strukturen, die wir überall finden, in Pflanzen, Ökosystemen, in menschlichen und auch den tierischen Gesellschaften, der Wirtschaft und sogar auch der Galaxien im Universum. Das stimmt ganz einfach nicht, denn es gibt schon lange die sog. „Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik“, für deren Entwicklung Ilya Prigogine 1977 den Nobelpreis erhielt (die ich hier in der Kürze natürlich nicht darlegen kann).

Das Buch zeigt lediglich auf, dass allzuviele Physikerinnen und Physiker immer noch dem Glauben anhängen, es könne die gesamte Welt "bald" mit einer einzigen fundamentalen Theorie komplett erklärt werden. Das wird nicht möglich sein, wie ich oben angedeutet habe. Eine große Schwäche des Buches ist es, auf gegensätzliche Positionen und auf experimentelle Befunde, die ihre Ansicht nicht stützen, überhaupt nicht eingegangen zu sein. Das, so hoffe ich, kann in einer breiten öffentlichen Diskussion nachgeholt werden, wenn sich die Autorin dieser Diskussion stellt.

Eine weitere (eher noch fachlicher geschriebene) Rezension findet sich unter https://www.bernhard-wessling.com/buchbesprechung-hossenfelder-mehralsnur_atome

Veröffentlicht am 07.04.2023

"Mehr als nur Atome" - zu viele fragliche und z.T. sogar falsche Darlegungen

Mehr als nur Atome
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Das Buch von Frau Dr. Hossenfelder ist, wie auch ihre sonstigen zahlreichen populärwissenschaftlichen Beiträge, kontrovers angelegt und soll vermutlich zur Diskussion anregen. Dazu möchte ich gern beitragen ...

Das Buch von Frau Dr. Hossenfelder ist, wie auch ihre sonstigen zahlreichen populärwissenschaftlichen Beiträge, kontrovers angelegt und soll vermutlich zur Diskussion anregen. Dazu möchte ich gern beitragen und ebenfalls zur Diskussion anregen, denn einige ihrer zentralen Thesen sind zumindest fragwürdig, wenn nicht sogar regelrecht falsch, z. B.:

1) Ihre Diskussion der Entropie am Beispiel "Kuchenteig" (S. 86 ff) ist definitiv falsch. Denn während der Zucker molekular gelöst wird und tatsächlich statistisch gleichförmig verteilt ist, liegen im Teig keine Mehl-"Moleküle" vor (wie sie schreibt), sondern es sind feine Teilchen, und diese sind keineswegs gleichmäßig verteilt, sondern bilden komplexe Strukturen. Der Kuchenteig weist im Gegensatz zu dem von ihr behaupteten Zustand höchster Unordnung = maximaler Entropie eine ziemlich komplexe Struktur und somit vergleichsweise niedrige Entropie auf.

2) Es heißt auf S. 122 (und wird danach weiter ausgeführt), dass die tiefste Ebene der Organisation der Materie „bestimmt“, was auf den höheren Ebenen geschieht. Das ist nicht korrekt, denn
a) die umweltbedingte Quanten-Dekohärenz (H. D. Zeh und Serge Haroche) verhindert, dass sich die Gesetzmäßigkeiten der Quanten auch in Atomen, Molekülen und der nachfolgenden Komplexität unserer Welt wiederfinden lassen;
b) es wird ignoriert, dass sich auf allen höheren Ebenen jeweils neue Phänomene herausbilden, die neu entstehenden Gesetzmäßigkeiten folgen (Emergenz).
Das lässt sich an vielen Beispielen nachweisen.

3) Es ist nicht möglich, Information, die aufgrund der Verteilung von Molekülen und Atomen der vorherigen Informationsträger verloren gegangen ist, zu rekonstruieren. Die Informationen, die die (Zitate Sabine Hossenfelder) "verstorbene Großmutter" ausmachten, sind keineswegs mittels eines "Supercomputers, der jeden Zustand jedes einzelnen Atoms bis zum Anbeginn der Zeit zurückrechnen" könne, wieder rekonstruierbar. Die Entropie verhindert dies.

4) In Kapitel 7 beklagt sie, es gebe bisher keine Theorie, die die Komplexität in unserer Welt erklären könne. Also die komplexen Strukturen, die wir überall finden, in Pflanzen, Ökosystemen, in menschlichen und auch den tierischen Gesellschaften, der Wirtschaft und sogar auch der Galaxien im Universum. Das stimmt ganz einfach nicht, denn es gibt schon lange die sog. „Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik“, für deren Entwicklung Ilya Prigogine 1977 den Nobelpreis erhielt (die ich hier in der Kürze natürlich nicht darlegen kann).

Das Buch zeigt lediglich auf, dass allzuviele Physikerinnen und Physiker immer noch dem Glauben anhängen, es könne die gesamte Welt "bald" mit einer einzigen fundamentalen Theorie komplett erklärt werden. Das wird nicht möglich sein, wie ich oben angedeutet habe. Eine große Schwäche des Buches ist es, auf gegensätzliche Positionen und auf experimentelle Befunde, die ihre Ansicht nicht stützen, überhaupt nicht eingegangen zu sein. Das, so hoffe ich, kann in einer breiten öffentlichen Diskussion nachgeholt werden, wenn sich die Autorin dieser Diskussion stellt.

eine weitere (noch etwas fachlicher geschriebene) Rezension unter https://www.bernhard-wessling.com/buchbesprechung-hossenfelder-mehralsnur_atome

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung