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Veröffentlicht am 04.05.2024

Auftaktband mit Potenzial nach oben

Die Telefonistinnen - Stunden des Glücks
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Nadine Schojers erster Band der Telefonistinnen-Reihe erlaubt es uns, einige tolle Charaktere kennenzulernen. Da haben wir Gisela, die Löwenmutter, die alles für Ihren Sohn tun würde und daher auch die ...

Nadine Schojers erster Band der Telefonistinnen-Reihe erlaubt es uns, einige tolle Charaktere kennenzulernen. Da haben wir Gisela, die Löwenmutter, die alles für Ihren Sohn tun würde und daher auch die Suche nach ihrem im Krieg verlorenen Mann nicht aufgibt. Wäre da nicht dieser charmante Herr aus ihrer Firma, auf den sie ein Auge geworfen hat.
Dann Hanni die quirlige und äußerst Modebewusste Freundin, die gerne so viel mehr wäre, als ihre Familie hergibt.
Oder die erst später eingeführte Charlie, das verwöhnte Gör, mit traurigem Hintergrund.
Alle Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und man fiebert förmlich mit den Freundinnen auf dem Weg ins Glück mit.
Leider ist der erste Band, mit Gisela in der Hauptrolle eher vorhersehbar, aber es gibt einem den Geschmack auf mehr, da man auch wissen möchte, wie es mit den Anderen weiter geht.
Nadine Schojer schafft es, die Atmosphäre, die in der Nachkriegszeit herrschte, richtig treffend einzufangen und man fühlt sich in die Zeit des Neuanfangs gut hineinversetzt. Man spürt richtig, wie die Entbehrungen der Vergangenheit langsam weichen und die Aussicht auf ein schöneres Leben die Vorhand bekommt.
Im Großen und Ganzen ist es ein sehr schönes Buch, dass einem Vorfreude auf den nächsten Band bereitet.

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  • Thema
Veröffentlicht am 26.03.2024

Bewegende Familiengeschichte im Sinne der Entwicklung der Selbstbestimmung der Frau

Wir sitzen im Dickicht und weinen
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Dieser Roman zeigt, wie sehr unsere Erziehung und auch die verwobenen Stricke unserer Vergangenheit, Einfluss auf unser Jetzt und Hier haben.
Die Autorin schafft es, die einzelnen Charaktere sehr nahbar ...

Dieser Roman zeigt, wie sehr unsere Erziehung und auch die verwobenen Stricke unserer Vergangenheit, Einfluss auf unser Jetzt und Hier haben.
Die Autorin schafft es, die einzelnen Charaktere sehr nahbar erscheinen zu lassen. Man kann sich in jede Frau hineinversetzen. Ob es Christina ist, die keine schlechte Mutter war. Sie wollte einfach nie das typische Bild einer Frau sein. Deshalb, „gestraft“ durch ihre Schönheit, machte sie sich selbst „hässlich“, um mehr zu sein. Um wegen ihrer anderen Qualitäten geliebt zu werden, nicht wegen ihrer Schönheit. Sie wollte genauso anerkannt werden, für die selben Dinge, wie jeder Mann. Gefrustet vom Leben, von gescheiterten Beziehungen, von dem Dasein als Mutter, ließ sie es meist unbewusst an ihrer Tochter aus. Die genau das Gegenteilige Verhalten ihrem Sohn gegenüber zeigt.
Oder eben Valerie, die sich immer eine heile Familie gewünscht hat, eine liebende Mutter. Und die all die Defizite ihrer Jugend jetzt an ihrem Sohn Tobi ins andere Extrem ausschlagen lässt.
Die Autorin lässt uns so spielend einfach die Charaktere verstehen, durch die Zeitsprünge und die Einblicke in ihre Denkweise.
Im Grunde wollten die Frauen dieser Geschichte alle das Gleiche. So akzeptiert zu werden, wie sie nunmal sind. Egal ob als geborene Mutter, oder eher als Karrierefrau oder einfach nur Ehefrau ohne Kinderwunsch. Alle wollten sie selbst sein, doch wurden nicht akzeptiert oder unterdrückt. Ob wegen ihrer Ehemänner oder den damaligen Umständen ihrer Zeit. Und das prägte wiederum die Kinder, die selbst zu kämpfen hatten.
Es scheint als würde es ein ewiger Kreislauf von Missverständnissen und fehlender Anerkennung bleiben, bis Christina krank wird und Valeries Sohn ausbrechen will. Es gibt zumindest der jüngsten Generation die Chance auf einen Neuanfang und Heilung.
Ein sehr emotionales Buch mit Blick auf Hoffnung.

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