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Veröffentlicht am 09.09.2023

Große Unterhaltung

Nives
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Ganz großes Kino auf nur 158 Seiten!
158 Seiten, die man in einem Rutsch durchgelesen hat, weil man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen kann.
Was wie eine skurrile Komödie beginnt, endet in ...

Ganz großes Kino auf nur 158 Seiten!
158 Seiten, die man in einem Rutsch durchgelesen hat, weil man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen kann.
Was wie eine skurrile Komödie beginnt, endet in einem aufdeckenden Telefonat zwischen zwei Menschen, die einander fast ihr ganzes Leben lang kennen… und damit sind beinahe siebzig Jahre gemeint. Genau genommen besteht der Großteil des Buches aus diesem Telefonat, und wer nun denkt, dass das doch langweilig sein müsse, der irrt gewaltig. Was anfangs wie alter Tratsch aus dem Dorf beginnt, baut sich schnell zu skandalösen Enthüllungen aus und eskaliert immer mehr.
Naspini bringt in diesem Dialog tiefgründige Lebenserfahrungen unter, ohne dabei den Humor zu verlieren.
Ich glaube, ich habe schon das eine oder andere Mal durchklingen lassen, dass ich Kein & Aber liebe, dieser Verlag hat einfach ein goldenes Händchen für gute Bücher.
Walter Kögler hat tolle Übersetzungsarbeit geleistet und nun seid Ihr dran: Lest dieses Buch… un-be-dingt!

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Veröffentlicht am 03.09.2023

Großartig und liebevoll erzählt

Mrs Roosevelt und das Wunder von Earl’s Diner
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Es gibt Bücher, die einem gute Unterhaltung bieten; es gibt Bücher, die toll sind und dann gibt es diese Bücher, die wie für einen selbst gemacht sind und wo einfach alles zu 100% passt. Diese Buch gehört ...

Es gibt Bücher, die einem gute Unterhaltung bieten; es gibt Bücher, die toll sind und dann gibt es diese Bücher, die wie für einen selbst gemacht sind und wo einfach alles zu 100% passt. Diese Buch gehört definitiv der letzten Kategorie an.
Setting und Plot sind schon mal perfekt, jede einzelne Figur ist liebevoll erdacht egal ob Hauptprotagonisten oder Nebencharakter, und die Story lässt den Leser laut schallend lachen, leise lächeln und den einen oder anderen ergriffenen Schnaufer von sich geben. Hier drücken sich tragische Themen und wunderbarer Humor regelmäßig die Klinke in die Hand, so gekonnt wie ich es schon lange nicht mehr in einem Buch gelesen habe.
Aber nicht nur dafür gebührt dem Autor ein dickes Lob, sondern dass er es geschafft hat als männlicher Autor drei hinreißende und starke weibliche Charaktere zu schaffen, die sich authentisch weiblich anfühlen… authentisch weiblich UND über Fünfzig!
Großartig, einfach großartig, dieses Buch hat sich einen Platz unter den 10 Lieblingsbüchern meines Lebens ergattert und ich träume davon, dass es einmal verfilmt werde möge: ich persönlich habe die Hauptrollen schon verteilt.
Carolin Müller hat die Übersetzung geliefert und ich empfehle dieses Buch heiß und innig!

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Veröffentlicht am 29.08.2023

Mutter-Tochter Roman der zu Herzen geht

Paradise Garden
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Ein wirklich berührender und zauberhafter Roman über ein 14jähriges Mädchen, das zu früh seine Mutter verliert und sich auf die fast aussichtslose Suche nach ihrem Vater begibt.
Billie ist eine sympathische ...

Ein wirklich berührender und zauberhafter Roman über ein 14jähriges Mädchen, das zu früh seine Mutter verliert und sich auf die fast aussichtslose Suche nach ihrem Vater begibt.
Billie ist eine sympathische Protagonistin, in die man sich beim Lesen ganz wunderbar reinversetzen kann. Sie erzählt von sich und ihrer Mutter in der Ich-Perspektive und meiner Meinung nach hat Fischer mit dem Schreibstil genau ins Schwarze getroffen.
Es sind schöne und nicht immer einfache Momente und Situationen einer zweiköpfigen Familie, die sich gut über Wasser hält und die beiden haben ein herzerwärmendes Verhältnis zueinander.
Zu früh endet Billies Kindheit und ihre Verlorenheit und Verzweiflung gehen einem schon ziemlich an die Nieren.

Aber Billie ist ein mutiges Mädchen und macht sich auf eigene Faust auf die recht abenteuerliche Suche nach ihrem Vater… ob sie ihn findet, das müsst Ihr selbst lesen.
Eine zu Herzen gehende, aber auch durchaus humorvolle, Geschichte über Mütter und Töchter und darüber was im Leben wirklich zählt.

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Veröffentlicht am 27.08.2023

Kurzweilig

Frau Komachi empfiehlt ein Buch
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In letzter Zeit schwappen einige Bücher aus Japan auch zu uns rüber und scheinbar gibt es da ein eigenes Genre: Kurzgeschichten, die abgeschlossen sind aber einen gemeinsamen Bezugspunkt haben.
Dazu gehört ...

In letzter Zeit schwappen einige Bücher aus Japan auch zu uns rüber und scheinbar gibt es da ein eigenes Genre: Kurzgeschichten, die abgeschlossen sind aber einen gemeinsamen Bezugspunkt haben.
Dazu gehört auch dieses Buch, wobei Frau Komachi nur eine wiederkehrende Figur ist, die zentrale Gemeinsamkeit der sehr unterschiedlichen Protagonisten der einzelnen Geschichten.
Ich bin kein besonders großer Fan von Kurzgeschichten, dennoch war das Buch sogar für mich kurzweilig und dass die eine oder andere Hauptfigur aus einer Geschichte Cameoauftritte in anderen Geschichten haben fand ich extrem witzig und unterhaltsam.
Die Stories lesen sich flüssig und der Schreibstil ist typisch japanisch.
Die Buch Empfehlungen von Frau Komachi waren für mich nicht so ganz nachvollziehbar und die Schlüsse, die die jeweiligen Protagonisten aus den Empfehlungen für ihr Leben gezogen haben fand ich teilweise etwas an den Haaren herbeigezogen.
Aber alles in allem möchte ich das Buch allen Buch- und Japanliebhaber:Innen ans Herz legen, es regt sicherlich auch das eine oder andere Mal zum Reflektieren über das eigene Leben an, über den Mut etwas Neues zu beginnen.
Sabine Mangold hat für die gute Übersetzung gesorgt.

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Veröffentlicht am 24.08.2023

Ein düsteres aber großartiges Buch

Die Unwürdigen
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In den letzten Jahren erschien eine große Anzahl von Büchern, in denen wir erfahren wie das Leben in Norwegen während der Deutschen Besatzung war. Dieses hier war ungewöhnlich und anders, als ich es bisher ...

In den letzten Jahren erschien eine große Anzahl von Büchern, in denen wir erfahren wie das Leben in Norwegen während der Deutschen Besatzung war. Dieses hier war ungewöhnlich und anders, als ich es bisher gelesen habe.
Eine düstere Geschichte um eine handvoll Jugendlicher, die aus ärmlichen Verhältnissen stammen und versuchen im Krieg unter den Besatzern zu überleben. Erwachsene, die aus der Bahn geworfen wurden, teilweise im Widerstand arbeiten, ohne dass es die restliche Familie weiß oder in Frage stellt. Eine Welt die aus den Fugen geraten ist, in der jeder gestohlene Laib Brot, jedes Stück Kohle das Leben um ein zwei Tage verlängern kann.
Was die Jugendlichen verbindet: die Kindheit ist vorbei... auch wenn man beim Lesen immer wieder daran erinnert wird, dass es doch noch Kinder sind. Aber sie müssen erwachsen sein und teilweise die Verantwortung für die gesamte Familie übernehmen, weil die Erwachsenen entweder nicht mehr am Leben sind oder durch Kummer und Trauer schwer traumatisiert.

Selten habe ich in einem Buch vom Ende des Krieges gelesen und die Protagonisten feiern nicht... in diesem Roman wird einem an der Stelle einfach nur bewusst, wie extrem sinnlos so ein Krieg ist und wenn er dann vorbei ist, eben nicht alles wieder gut wird. Die Schäden sind angerichtet, die Menschen werden nie wieder die selben sein und Tote kehren nicht zurück.

Jacobsen schreibt sehr schlicht und geradlinig, ja vielleicht sogar ein wenig hölzern - das hatte mich zu Anfang etwas irritiert, aber dieser Stil unterstreicht die ärmliche und düstere Atmosphäre, die sich durch das komplette Buch zieht, was ich dann letztendlich ziemlich genial fand. Gute Übersetzungsarbeit haben dabei Gabriele Haefs und Andreas Brunstermann geleistet.

Nein, es ist kein einfaches Buch und schon gar keines bei dem man sich wohlfühlt, aber ein großartiges Werk, das ich uneingeschränkt empfehlen kann.

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