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Veröffentlicht am 27.09.2024

Ein Kind auf der Suche nach Zugehörigkeit

Luzia
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Die Erzählung beginnt in Wien 1926 mit der achtjährigen Luzia, die bei ihrer Pflegemutter aufwächst. Sie ist ein lediges Kind und ihre Mutter arbeitet in einem Hotel am Wolfgangsee. Später wird sie bei ...

Die Erzählung beginnt in Wien 1926 mit der achtjährigen Luzia, die bei ihrer Pflegemutter aufwächst. Sie ist ein lediges Kind und ihre Mutter arbeitet in einem Hotel am Wolfgangsee. Später wird sie bei Bekannten auf dem Land untergebracht. Nirgendwo fühlt sie sich wirklich zugehörig.
Der Autor lässt mit seinem tollen und bildhaften Schreibstil das Wien der damaligen Zeit auferstehen, das alles andere als idyllisch ist: Politische Unruhen, Arbeitslosigkeit und Elend. Stögerers Charaktere sprechen authentisch und es sind alte Wiener Ausdrücke, die das Gesamtbild abrunden.
Daniel Stögerer hat mit diesem schmalen, aber gehaltvollen, Buch seiner Urgroßmutter ein wunderbares Denkmal gesetzt.
Meine Mutter ist als lediges Kind 1926 in Wien zur Welt gekommen, das Buch hat mich in jene Zeit entführt und ich bin dem Autor sehr dankbar dafür.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 27.09.2024

Ein großartiger Roman

Cleopatra und Frankenstein
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Wäre dieses Buch ein Mann, ich würde es fragen, ob wir heiraten wollen.
Wow! Was für eine tolle Erzählung und trotz der 500 Seiten habe ich es in zwei Tagen fertig gelesen und konnte es kaum aus der Hand ...

Wäre dieses Buch ein Mann, ich würde es fragen, ob wir heiraten wollen.
Wow! Was für eine tolle Erzählung und trotz der 500 Seiten habe ich es in zwei Tagen fertig gelesen und konnte es kaum aus der Hand legen.
Eine Geschichte wie ein Tornado, der einen packt, fest herumwirbelt und völlig mitgenommen wieder ausspuckt.
Es ist kein Wohlfühlbuch, denn es beleuchtet Alkoholismus, Depressionen, Drogenmissbrauch und schwierige zwischenmenschliche Beziehungen.
Coco Mellors gelingt es, fein ausgearbeitete Charaktere zu schaffen, die überzeugen und so lebendig wirken, als wären sie reale Personen. Es passiert selten, aber hier konnte ich sogar Stimmen raushören. Die Dialoge sind authentisch, witzig, hart und klug. Der Schreibstil war warm und mitreissend.
Es gibt Bücher, die genau meinen Nerv treffen - dieses hier gehört definitiv dazu.
Das war ein großartiges Leseerlebnis und nun fallen mir keine weiteren Superlativen mehr ein: mit Sicherheit eines der besten Bücher, die ich in diesem Jahr lesen durfte.
Besonderes Lob hat auch die Übersetzerin Lisa Kögeböhn verdient, die einmal mehr tolle Arbeit geleistet hat.

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Veröffentlicht am 26.09.2024

Unkitschige Lovestory

Okaye Tage
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Um dieses Buch kam man in den letzten Wochen kaum herum, da massiv Werbung dafür gemacht wurde... aber ehrlich gesagt, hätte ich es ohnehin lesen wollen - der Titel und das Buchcover haben mich einfach ...

Um dieses Buch kam man in den letzten Wochen kaum herum, da massiv Werbung dafür gemacht wurde... aber ehrlich gesagt, hätte ich es ohnehin lesen wollen - der Titel und das Buchcover haben mich einfach sofort angesprochen.
"Okaye Tage" ist ein ruhiges und unaufdringliches Buch, ohne Hektik folgen wir abwechselnd Sam und Luc durch die Kapitel und durch ihre Geschichte. Jenny Mustard schafft eine wunderbare Atmosphäre, in der sie Alltägliches spürbar macht.
Auch wenn mir die Charaktere nicht wirklich super sympathisch waren (vielleicht fällt es mir mittlerweile auch schwer, mich mit Mittzwanzigern zu identifizieren), so habe ich die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden gerne mitverfolgt und war einmal mehr gerne zu Gast in London.
Der Schreibstil ist ruhig aber einnehmend, die Geschichte unktischig und realistisch.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung von Lisa Kögeböhn die Übersetzung.

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Veröffentlicht am 23.09.2024

Grausam aber genial

Seltsame Sally Diamond
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Whoa! Was war das denn für ein geniales Buch!
Gleich mal vorweg: zarte Gemüter bitte Finger weg.
Das war absolut starker Tobak, der mich emotional ziemlich aufgewühlt hat. Dieses Buch läßt uns tief in ...

Whoa! Was war das denn für ein geniales Buch!
Gleich mal vorweg: zarte Gemüter bitte Finger weg.
Das war absolut starker Tobak, der mich emotional ziemlich aufgewühlt hat. Dieses Buch läßt uns tief in die furchtbarsten Abgründe menschlicher Monstrositäten abtauchen.
Stilistisch gut erzählt, aus der Sicht einer Protagonistin, die man einfach mögen muss - trotz oder sogar wegen ihrer seltsamen Art.
Aber noch jemand anderes erzählt seine Geschichte, worüber ich aber nicht mehr sagen kann, weil ich sonst spoilern müsste.
Ist es ein Psychothriller? Ja, könnte man schon so sagen, aber in erster Linie ist die Erzählung ein Drama und zeigt uns, was ein einzelner Mensch an Schaden anrichten kann, wieviele Menschen davon nachhaltig betroffen und schwerst traumatisiert sind.
Die Story ist unvorstellbar grausam, aber nicht an den Haaren herbeigezogen, denn in der Vergangenheit gab es einige Beispiele, die vielleicht Inspiration für diese Geschichte waren.
Bevor ich weiter nichtssagend um den Inhalt herumeiere, höre ich hier mit der Rezension auf - mit den Worten: Lest das unbedingt!
Kathrin Razum hat wunderbar übersetzt.

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Veröffentlicht am 19.09.2024

Gute Story mit Schwächen

Finster
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Der Anfang des Buches hatte mich sofort eingefangen, der Schreibstil ist leicht und das Setting herrlich düster. Ein Dorf voller zwielichtiger Einwohner, die alle irgendwie nicht so ganz sauber wirken, ...

Der Anfang des Buches hatte mich sofort eingefangen, der Schreibstil ist leicht und das Setting herrlich düster. Ein Dorf voller zwielichtiger Einwohner, die alle irgendwie nicht so ganz sauber wirken, eine psychiatrische Einrichtung als I-Tüpfelchen obendrauf.
Setting und Plot haben mir wirklich gut gefallen, die Umsetzung konnte mich leider nicht ganz so überzeugen. Der Schreibstil ist leicht... aber vielleicht auch ein bisschen arg simpel, die Dialoge wirken unnatürlich und die Protagonisten auf dem zweiten Blick zu platt. Und was mich wirklich genervt hat, war das gezwungene 80er Gefühl. Ich mag an sich Geschichten, die in der Vergangenheit spielen, aber ich möchte es spüren und nicht in jedem Absatz eine Produktplatzierung, die mich anbrüllt, dass ich bitte nicht vergessen soll, dass wir uns im Jahr 1986 befinden. So etwas wirkt auf mich leider sehr bemüht - mehr aber auch nicht.
Die Handlung fand ich gut, auch die Auflösung. Es hat Spass gemacht herumzurätseln, wer der Greifer sein könnte.
Ich denke, der Thriller wird viele begeisterte Leser finden. Ich selbst werde wohl kein weiteres Buch des Autors lesen.

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