Mord im Orientexpress....aber mal ganz cosy
Nächster Halt: Mord. Ein WeihnachtskrimiDie Jungfernfahrt des "Golden Highlander" soll der Höhepunkt des Jahres für den Eigentümer werden. Zahlreiche illustre Gäste, darunter (natürlich) eine Influencerin, eine Journalistin, eine Staatssekretärin, ...
Die Jungfernfahrt des "Golden Highlander" soll der Höhepunkt des Jahres für den Eigentümer werden. Zahlreiche illustre Gäste, darunter (natürlich) eine Influencerin, eine Journalistin, eine Staatssekretärin, TV-Köchin, usw. wurden eingeladen, um den absoluten Luxus auf einer Fahrt von London nach Edinburgh zu genießen. Was anfänglich auch ohne große Probleme funktioniert. Bis dann einer der Fahrgäste tot in der Bibliothek aufgefunden wird. Das Messer in der Brust lässt eher auf keinen natürlichen Tod schließen, so dass die sechzehnjährige Millie, die von ihrer großen Schwester (die oben genannte Journalistin) zu dieser Fahrt mitgenommen wurde, zusammen mit einem Bordsteward die Ermittlungen aufnimmt. Da der Zug auf freier Strecke vor einer gewaltigen Schneewehe steht und nicht weiterfahren kann, bleibt dem Duo nur dieses bisschen Zeit, um den Mörder zu finden.
Ob das jetzt wirklich ein Weihnachtskrimi ist, sei dahingestellt. X-Mas Vibes habe ich keine bekommen, aber die Schneelandschaft war sehr gut beschrieben und sorgt dafür, dass es zumindest ein netter Winterroman geworden ist.
"Cosy" ist bei diesem Krimi wirklich sehr wörtlich zu nehmen, denn es dauert einige Zeit bis zum Mord und auch danach hatte ich öfter das Gefühl von "Ach ja, kenn ich" oder "War ja klar". Verzwickt geht anders, aber zum literarischen Berieselnlassen reicht das absolut aus. Da die Geschichte aus dem Blick von Millie erzählt wird, ist damit die Zielgruppe festgelegt, nämlich YA, wobei die oftmals ganz andere Sachen gewohnt sind und hier seitlich von der Couch kippen, ob des sehr gemächlichen Storyaufbaus. Somit werden wohl nur vorrangig Erwachsene dieses Buch lesen und dafür fehlt dann einfach die Spannung. Ja, das Ganze soll unaufgeregt daherkommen, aber trotzdem hätte es sicherlich nicht geschadet, wenn die Story etwas mehr Fahrt aufgenommen hätte. Aber gut, der Zug steckt dann irgendwann auch mal fest. So gesehen passen sich hier Beide an.
Wer ein Buch lesen möchte, das nicht wirklich Krimi und auch kein Weihnachtsroman, sondern alles so halb und vergleichbar mit Fahrstuhlmusik ist, ist hier richtig. Wir stricken uns mit Millie durch die Geheimnisse der Passagiere (ihr Hobby), aber verstricken kann sich hier niemand. Diese Masche hat man leider schon zu oft erlebt.