Wer nicht sucht, findet manchmal trotzdem
Ich hatte bezüglich des Titels eigentlich so eine Art Harry Potter für Arme erwartet, allerdings etwas völlig Anderes erhalten. Nämlich die Geschichte eines Mannes, Linus, der in seiner Wohlfühlblase derart ...
Ich hatte bezüglich des Titels eigentlich so eine Art Harry Potter für Arme erwartet, allerdings etwas völlig Anderes erhalten. Nämlich die Geschichte eines Mannes, Linus, der in seiner Wohlfühlblase derart festhängt, dass er sich darin nicht mal mehr wohlfühlt. Es ist eher das Vertraute, das ihm Sicherheit gibt und die möchte er nicht aufgeben, egal, was passiert.
Aber dann passiert etwas, nämlich Arthur Parnassus und seine Horde von magisch Ausgestossenen (Denn das ist die passendere Bezeichnung, finde ich). Linus soll dieses Waisenhaus im Auftrag der Regierung überprüfen und melden, wenn er der Ansicht ist, die Kinder werden dort nicht adäquat betreut. Und darauf hat er so überhaup keine Lust. Denn wer will schon Regen und Eintönigkeit gegen Sonne, Meer und eine Insel tauschen, auf der das Heim zu finden ist? Ziemlich viele, aber nicht Linus Baker.
Es ist herzerwärmend als Leser zu verfolgen, wie sich aus Abneigung, Angst und Misstrauen, etwas Wunderbares wie Freundschaft, Liebe und Zuversicht entwickelt. Und es zeigt uns mal wieder, dass wir in erster Linie unbekannte Dinge oder Menschen ablehnen, weil wir Angst davor haben, was uns erwartet. Das Gefühl, nicht die Kontrolle darüber zu haben, die uns im Alltag nur allzu vertraut ist. Aber Linus lässt sich darauf ein und findet alles, was er sich insgeheim schon immer in seinem Leben gewünscht hat.