Platzhalter für Profilbild

Bobicat

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Bobicat ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Bobicat über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2026

Hier wird nicht nur eine Seite vermisst

Missing Page - Tödliche Worte
0

Antonia ist 17 und steckt mitten in einer Schreibblockade. Ihr Drachen-Fantasyroman kommt einfach nicht voran. Also bewirbt sie sich auf einen Workshop für kreatives Schreiben des Bestsellerautors R.E. ...

Antonia ist 17 und steckt mitten in einer Schreibblockade. Ihr Drachen-Fantasyroman kommt einfach nicht voran. Also bewirbt sie sich auf einen Workshop für kreatives Schreiben des Bestsellerautors R.E. Giffard, den er in seinem Haus in den schottischen Highlands veranstaltet. Und obwohl Toni mit ihrer Bewerbung eigentlich zu spät dran war, bringt sie eine kleine Bestechung der zuständigen Mitarbeiterin doch noch in den Genuß ihrer Reise. Und dort erwarten sie schon 5 andere Schreibbegeiserte, die vom literarischen Genie des R. E. Giffard profitieren wollen. Der Hausherr ist allerdings ein Haustyrann. Sowohl zu seinen Besuchern wie auch zum Personal ist er extrem unfreundlich, ja sogar unverschämt. Seinen Teilnehmern gibt er verschiedene Aufgaben und selbstverständlich bewältig keiner diese auch nur annährend zu seiner Zufriedenheit. Umso erstaunter sind alle Nachwuchsschreiber, als Giffard verkündet, dass derjenige, der ihn am meisten überzeugt, sein ganzes Vermögen erben soll. Gut, ein wenig Motivation hat noch nie geschadet, aber als Giffard tot ausgefunden wird, haben alles Hausbewohner noch ein anderes Problem: Warum und vor allem, durch wen, musste R.E. Giffard sterben?

Okay, bei einem schönen Farbschnitt hat man mich schon fast und wenn das Vorgängerbuch, in diesem Fall "Hotel Ambrosia" (das ich allerdings nicht gelesen habe), so viele Lobeshymnen einsackt, dann kann doch mit "Missing Page" nichts schiefgehen? Naja, teilweise. Die Ausgangslage ist wie immer bei solchen Thrillern, smart gewählt. Dass ein Unwetter hereinbricht und alle isoliert im Haus festsitzen, ist ein gängiges Mittel, um Spannung zu erzeugen, denn niemand kann dann seinem Schicksal entgehen. Aber Katie Kento hat sich ziemlich viel von Agatha Christie abgeschaut, denn der im Buch öfter mal zitierte Hercule Poirot stand Pate für Antonia Roth, die im Laufe der Geschichte zur Meisterdetektivin aufblüht. Zusammen mit George, einem anderen Kursteilnehmer, für den sie romantische Gefühle entwickelt, sind sie auf der Suche nach dem Mörder. Wenn es den ünerhaupt gibt, denn alles lässt auf Selbstmord schliessen. Wenn dann am Ende alles auf den Tisch kommt und Toni die typische Zusammenfassung hält, bei der man sich denkt "Respekt, wie die das doch recht plötzlich alles zusammenkombiniert hat", dann bekommt man schon so Peter Ustinov Vibes (für die Jüngeren "Kenneth Brannagh Vibes"). Was mich aber sehr gestört hat war, dass Antonia Schlafwandlerin ist. Katie Kento möchte somit uns Leser im Unklaren lassen, was Toni nun wirklich erlebt hat und was nur in ihrer Fantasie passiert ist. Aber im Endeffekt ist das einfach nur nervig verwirrend. Man durchblickt nicht mehr, was Realität und Fiktion ist und das stört den Lesefluss ungemein. Hinzu kommt, dass der Roman einfach viel zu lang ist. 100 Seiten weniger hätte ihm gutgetan, denn es tun sich einige Längen in der Geschichte auf, die dadurch nur umso verschachtelter wird. Aber keine Panik, am Ende wird alles schlüssig erklärt. Ob's logisch und halbwegs realitisch, lassen wir mal dahingestellt.

So bleibt ein zwiespältiger Eindruck zurück. Spannend war es oft, aber ich habe ab einem bestimmten Punkt das Ende des Buches herbeigesehnt. Und das ist nie ein gutes Zeichen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.04.2026

Wenn sie wüsste, dass ich sie hören kann, auch wenn sie mich kennt...oder so

Sie kann dich hören
0

Millie hat einen neuen Job. Diesmal in einem großen, sytlishen Appartment in Manhattan. Und wieder wirkt er Hausherr, Douglas Garrick, freundlich, zuvorkommend und nett. Wäre da nicht der Umstand, dass ...

Millie hat einen neuen Job. Diesmal in einem großen, sytlishen Appartment in Manhattan. Und wieder wirkt er Hausherr, Douglas Garrick, freundlich, zuvorkommend und nett. Wäre da nicht der Umstand, dass hinter einer Tür seine schwerkranke Frau vor sich hinvegetiert. Sie darf unter keinen Umständen gestört werden, denn sie ist im Dauer-Ausruhmodus. Aber hey, Millie wäre nicht Millie, wenn sie sich auf Dauer an solch eine Anweisung halten würde. Und als dann noch ihre alte Liebe Enzo wieder auftaucht, ist Millie wild entschlossen, Licht ins Dunkel zu bekommen. Und hier hätte sie es besser nicht bleiben lassen sollen.

Fortsetzungen sind nicht selten ein Abklatsch der Vorgängerstory. Auch hier ähneln sich die Rahmenbedingungen sehr. Doch Motiv und Tat sind völlig unterschiedlich. Denn warum wer was tut, ist auch im zweiten Housemaid Roman super überraschend. Okay, für mich jedenfalls. Schreibstil ist hinlänglich bekannt. Liest sich super flüssig, schnell und problemlos.

Aber dann.....ey, mich hat dieser Zufall im ersten Band schon genervt des Todes :) Und auch hier wieder. Freida macht's sich wieder super einfach. Wie entkommt Millie den Problemen mit der Polizei? Zufall, Zufall und Zufall. Stichwort "Kamera" und noch andere Dinge. Nervt mich immer noch so hart. Das ist solch einer Autorin weiterhin unwürdig. Ich erwarte keinen Dokubericht, aber so halbwegs nachvollziehbar sollte es schon sein. Klar entkomme ich einer Zombieapokalype, indem mich ein Raumschiff mit seinem Traktorstrahl nach oben zieht und mich mit auf seinen paradisischen Planeten nimmt. Aber dann doch eher ziemlich unwahrscheinlich...wie auch Zombies. Lange Rede, kurzer Sinn, das verhagelt dann am Ende immer den ansonsten superguten Eindruck. Ich hoffe mal auf Band 3, aber dann wird Kommissar Zufall auch wieder die Fäden in der Hand halten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.04.2026

Breaking News: Menschen sind zu allem fähig

Das Spiel
0

Der Inhalt las sich wie endlich etwas ziemlich Neues: Eine Villa mitten in der Wüste, 10 Frauen, 10 Männer und jede Mange Kameras. Kommt bekannt vor? Welcome to Love Desert. Oder so. Jedenfalls wacht Lily, ...

Der Inhalt las sich wie endlich etwas ziemlich Neues: Eine Villa mitten in der Wüste, 10 Frauen, 10 Männer und jede Mange Kameras. Kommt bekannt vor? Welcome to Love Desert. Oder so. Jedenfalls wacht Lily, unsere Protagonistin, aus ihrer Bewusstlosigkeit auf und freut sich wie Bolle, Teil dieses angesagten Formats zu sein. Gerade deshalb, weil die Welt gerade in einen allumfassenden Krieg verwickelt war und Luxus für viele nur noch ein Fremdwort ist. Die Teilnehmer (uhhhh, es wird nicht gegendert. Ich schäm mich später) können in Spielen Belohnungen gewinnen, die im Laufe der Show und bei schwindender Teilnehmerzahl immer wertvoller werden. Das, was dafür gemacht weden muss, steigert sich proportional dazu aber natürlich auch. Und irgendwann bemerkt Lily, dass nicht nur die anderen bereit sind, über ihre Grenzen zu gehen, sondern dass auch die Produktion ein perfides Spiel mit ihnen treibt.

Wie oben schon erwähnt, klang der Inhalt mal endlich nach etwas, was nicht so oft in Büchern den Hauptinhalt stellt. Eine Reality Show in einer leicht apokalyptischen Zukunft. Und es geht wirklich gut los. Schon mal das Cover ist gut gewählt, der einfarbige gelbe Farbschnitt passend. Die Umgebung und die Protagonsiten werden detailleriert beschrieben, ohne, dass es unnötig langatmig wirkt. Als dann die Männer ein paar Tage später einziehen, geht die Vercoupelei los, denn die Frauen oder Männer, die alleine im Bett liegen, fliegen aus der Sendung. So weit, so gut. Im Laufe des Buches wird klar, wohin die Reise geht. Natürlich werden die Skrupel jedes Einzelnen immer weniger und Aisling Rawle will uns zeigen, dass grundsätzlich in jedem von uns ein Tier steckt, das nur in der richtigen Umgebung und bei den richtigen Gegebenheit aus uns rausbricht. Jeder ist zu allem fähig. Sehe ich auch so. Gier und Überlebensdrang steckt in jedem von uns und ist tief verwurzelt. Und dass Ruhm und Anerkennung für manche überlebensnotwendig sind, dürfte aus unserer echten Realtität hinlänglich bekannt sein. So gesehen wird die Story und deren Verlauf in der zweiten Hälfte des Buches einfach beliebig. Arm an Überraschungen sehnt man dann nur noch das Ende entgegen, denn das Buch ist auch einfach zu lang. Das trägt keine 400 Seiten. Stereotypen reichen dafür einfach nicht, den Unterhaltungswert bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. So war es ein guter Ansatz, der aber nur oberflächlich betrachtet funktioniert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.04.2026

Frei nach Frankie (Sinatra): The Lady is a Tramp

Frankie – Unter Menschen
0

Gold ist gut versorgt und für Frankie läuft alles rund. Doch durch seine eigene Schusseligkeit landet er plötzlich weit weg von zuhause in einer ihm fremden Stadt und ist völligt lost. Glücklicherweise ...

Gold ist gut versorgt und für Frankie läuft alles rund. Doch durch seine eigene Schusseligkeit landet er plötzlich weit weg von zuhause in einer ihm fremden Stadt und ist völligt lost. Glücklicherweise trifft er Shattab (woher dieser Name kommt, ist für sich schon genial), eine Ausreißerin, die genauso verloren ist wie Frankie. Zusammen versuchen sie Frankies zuhause zu finden. Der Finderlohn, der Shattab winkt, übt eine ziemlich große Motavation auf sie aus. Und da das Schicksal auch hier wieder unbarmherzlig zuschlägt, verliert sich Frankie 2 auch hier in keinerlei Klischees. Ein Auf und Ab der Gefühle. Großartig, wie Jochen Gutsch diese Balance findet. Auch hier wieder eine klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.04.2026

Frankie goes to Hollywood

Frankie
0

Was sollte ich von einem Buch erwarten, das aus Sicht einer Katze...sorry, Katers natürlich, erzählt wird? Nicht wirklich viel. Ich habe nur nach einem Buch gesucht, das nicht sonderlich dick ist und bin ...

Was sollte ich von einem Buch erwarten, das aus Sicht einer Katze...sorry, Katers natürlich, erzählt wird? Nicht wirklich viel. Ich habe nur nach einem Buch gesucht, das nicht sonderlich dick ist und bin auf Frankie gestoßen. Der lebt ein einfaches Katzenleben am Gipfel eines Müllberges unter einer umgedrehten, alten Badewanne. Bis er eines Tages einen Mann in einem Haus beobachtet, der mit einem Faden spielt. Dieser Faden ist jedoch ein Seil und spielen will Richard Gold damit eher weniger, sondern seinem Leben ein Ende setzen. Unbeabsichtigt hält Frankie ihn von seinem Vorhaben ab. Und ich danke Gott dafür, dass Jochen Gutsch und Maxim Leo nicht in die Klischeekiste gegriffen haben und durch einen Kater plötzlich alles gut wird, Gold einen Lebenssinn darin erkennt, sich um den Streuner zu kümmern und in die gerufene Tierärztin zu verlieben. Passiert vielleicht, aber der Weg dahin ist steinig und Frankie betrachtet die Welt mit soviel kindlicher Unschuld (gut, nicht bei jeder Sache), dass das zutiefst herzerwärmend ist.

Niemals, nicht in 100 Jahren, wäre ich davon ausgegangen, dass so ein Buch mich derart begeistern kann. Hat es aber geschafft. Da liegt in erster Linie an den Gedanken Frankies, der einerseits in seiner Tierwelt der Coolste sein möchte, in der Menschenwelt aber natürlich vieles falsch interpretiert. Das ist oft lustig, manchmal tragisch und auch mal gefährlich. Dieser Mix ist es, der das Buch so lesenswert macht. Auch der Umgang mit den Themen Suizid und Depressionen ist mit soviel Fingerspitzengefühl in die Story eingebettet, dass man nie das Gefühl hat, man liest einen mit Problemen überfrachteten Roman.

So bleibt ein am Ende wirklich wohliges Gefühl zurück, denn was die beiden Autoren am Ende wikroch sagen wollen ist "Alles wird gut". Und das möchte man zu gerne glauben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere