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Veröffentlicht am 07.07.2025

Portrait einer Frau, einer Stadt und einer Zeit.

Teddy
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Rom in den 60ern muss eine faszinierende Location gewesen sein. Nie war das Dolce Vita greifbarer als damals. Teddy Carlyle allerdings ist auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit, in ein scheinbar besseres ...

Rom in den 60ern muss eine faszinierende Location gewesen sein. Nie war das Dolce Vita greifbarer als damals. Teddy Carlyle allerdings ist auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit, in ein scheinbar besseres Leben.
Da das Buch allerdings mit einem Verhör beginnt, wird dem Leser schnell klar, dass das wohl nicht so reibungslos funktioniert hat. Denn auch hier schafft es Teddy, sich in Schwierigkeiten zu bringen, allerdings eher ungewollt.

Ohne zu viel von der Geschichte zu verraten: Das hier ist ein fantastisches Buch. Teddy teilt alle Gedanken mit uns. Sei es der Umgang mit Frauen in der damaligen Zeit (Waschen, putzen kochen und wenn sie ganz viel Glück hatten, dann vielleicht noch Sekretärin) oder Vorurteilen, denen man ganz ungeniert freien Lauf gelassen hat.
Teddy leidet darunter und will doch eigentlich nur ein schönes Leben, steht sich mit ihren Entscheidungen aber selbst im Weg, bis hin zu mächtigen Schwierigkeiten mit Botschaftern und Regierungsbehörden.

Spannend, tragisch, schön und ehrlich. Diese Buch hat alles, um ein kleiner Klassiker zu werden.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Urlaub, Tod und Freundschaft

Before we were innocent
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Drei Freundinnen, Bess, Joni und Ev, machen Urlaub in Griechenland. Aber nur zwei treten die Heimreise an. Die Andere ist tot. In diesem Roman geht es gar nicht mal so sehr darum, was passiert ist (Unfall? ...

Drei Freundinnen, Bess, Joni und Ev, machen Urlaub in Griechenland. Aber nur zwei treten die Heimreise an. Die Andere ist tot. In diesem Roman geht es gar nicht mal so sehr darum, was passiert ist (Unfall? Mord?), sondern was es für Auswirkungen auf die beiden anderen Mädchen hat. Denn 10 Jahre später steht Joni vor der Tür von Bess und bitten Sie um "nur einen kleinen Gefallen". Sie braucht ein Alibi, denn ihre Lebensgefährtin ist verschwunden. Hat Joni wirklich einfach ein schlechtes Karma oder steckt mehr dahinter? Dieses Buch hat mich wirklich gefesselt. Es wird aus der Sicht von Bess erzählt und diese Entscheidung der Autorin war genau richtig, denn so erfährt man die Gedanken und Handlungen aus einer direkten Sicht und nicht nur als unbeteiligter Zuschauer. Freundschaft, Manipulation, Lügen, all das wird zu einem spannenden Plot verwoben. Aber trotzdem ist es weder ein Krimi noch ein Thriller. Sondern ein Buch über Freundschaft und wie ein einziges Ereignis ein ganzes Leben bestimmen kann.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Fast ein besserer Autor als Fußballer ;)

Das Leben fing im Sommer an
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Ein Profifußballer als Schriftsteller. Ist klar, denkt man, der hat das safe schreiben lassen. Wenn man dann aber das Buch gelesen hat wird einem klar, dass kein Dritter die Geschichte so erzählen hätte ...

Ein Profifußballer als Schriftsteller. Ist klar, denkt man, der hat das safe schreiben lassen. Wenn man dann aber das Buch gelesen hat wird einem klar, dass kein Dritter die Geschichte so erzählen hätte können wie Christoph Kramer selbst. Der Horrorsommer von 2006, dessen einziges Highlight die Fußball WM in Deutschland war (ansonsten war brutzeln im eigenen Saft angesagt), wird für den fünfzehnjährigen Chris ein Sommer der Liebe, der Enttäuschungen und der Abenteuer. Chris liebt Debbie, das schönste Mädchen der Schule und Debbie liebt auch. Ihn? Sich mehr? Nein, kein Spoiler, aber wenn Kramer diesen Sommer wirklich (oder nur zu 50%) so erlebt hat, dann beneide ich ihn darum. Denn er schreibt alles so anschaulich, dass man sich wünscht, man wäre dabei gewesen und hätte ihn auf seiner Sommerreise begleiten können.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Krimikomödie für den Sommer

Very Bad Widows
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Was tun, wenn das ganze schöne Geld durch einen schlechten Finanztipp eines Freundes den Bach runter ist? Alternative Quellen auftun. Und wenn dann noch eine Lebensversicherung winkt, allerdings die eigenen ...

Was tun, wenn das ganze schöne Geld durch einen schlechten Finanztipp eines Freundes den Bach runter ist? Alternative Quellen auftun. Und wenn dann noch eine Lebensversicherung winkt, allerdings die eigenen Ehemänner im Weg stehen, dann wird eben ein Killer beauftragt. Keine wirklich neue Geschichte, aber sehr unterhaltsam umgesetzt. Selbst die "Very Bad Widows" sind sympathisch dargestellt. Lustig, anspruchslos, perfekt für den Sommer fürs Zwischendurchlesen.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Ein Fantasyroman, der keiner ist

Die Mitternachtsbibliothek
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Es gab wohl nicht viele Menschen, die vor dem Lesen noch nichts von diesem Buch gehört hatten. Wenn man mit so vielen Vorschusslorbeeren starten, ist die Fallhöhe meistens enorm.
Ob Matt Haig sie gemeistert ...

Es gab wohl nicht viele Menschen, die vor dem Lesen noch nichts von diesem Buch gehört hatten. Wenn man mit so vielen Vorschusslorbeeren starten, ist die Fallhöhe meistens enorm.
Ob Matt Haig sie gemeistert hat? Jedenfalls teilweise. Die Story von "Was wäre gewesen, wenn...." ist ja nun nicht neu. Allerdings geht es hier um Leben, die man lebt, eben nur parallel und nun hat man die Möglichkeit, in diese verschiedenen Universen zu springen, dank der Bücher in der Mitternachtsbibliothek, um die Frage zu klären, ob diese anderen Leben so viel besser sind als das "eigene".
Der Roman macht nicht den Fehler, sich in pseudophilosophischen Betrachtungen zu verlieren. Er ist unterhaltsam und verständlich geschrieben.
Aber ich habe mir trotzdem mehr davon versprochen, die lebensmüde Protagonistin Nora Seed auf ihrer Reise zu begleiten. Das ist eben der Fluch von Erwartungen.

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