Jenseits meiner Komfortzone
Der stille FreundFerdinand von Schirach. Dieser Name sagte mir lediglich etwas im Zusammenhang mit dem "Fall Collini". Die Verfilmung mit Elyas M’Barek hatte mir damals sehr gut gefallen.
Jemand wie ich, der in erster ...
Ferdinand von Schirach. Dieser Name sagte mir lediglich etwas im Zusammenhang mit dem "Fall Collini". Die Verfilmung mit Elyas M’Barek hatte mir damals sehr gut gefallen.
Jemand wie ich, der in erster Linie Unterhaltungsliteratur liest, muss sich bewusst sein, dass er bei "Der stille Freund" seine literarische Komfortzone verlässt. Das muss per se nichts Schlechtes sein, allerdings muss man sich an ungewohnte Dinge erst einmal gewöhnen und somit wären wir beim Kernproblem. Kurzgeschichten, mal kürzer, mal länger, sind eigentlich nicht mein Ding. Ich finde, eine Geschichte kann sich schwer entwickeln, wenn sie nur wenigen Seiten Zeit dafür hat. Sei es hier ein Musikgenie auf Selbstfindungstrip oder ein illiegaler Messerkampf im Dunklen, der von zwei Männern beobachtet wird. Muss man als Leser darin immer einen tieferen Sinn erkennen? Hab ich meistens leider nicht. Aber ist wohl auch eine Sache der Interpretation. Der Schreibstil war verständlich, inhaltlich, wie gesagt, zwischen interessant und banal.
Und der titelgebende stille Freund ist unser aller Gewissen. Ob das allerdings immer still und ein Freund ist, wage ich zu bezweifeln.