Kinderarmut und Selbsfindung
Der Junge in den falschen Schuhen
Es geht um Will, dessen Familie durch einen Unfall in die Armut gerutscht ist. Aus seiner Perspektive erfahren wir von einem Kind, das nicht immer etwas zu Essen auf dem Teller hat, keine eigenen Schulmaterialien ...
Es geht um Will, dessen Familie durch einen Unfall in die Armut gerutscht ist. Aus seiner Perspektive erfahren wir von einem Kind, das nicht immer etwas zu Essen auf dem Teller hat, keine eigenen Schulmaterialien kaufen kann, irgendwie immer den falschen Haarschnitt hat, die falschen Schuhe, die falsche Kleidung und Opfer von Mobbing wird, obwohl er so sehr versucht, nicht aufzufallen. Will hat mir mehr als einmal das Herz gebrochen, war am Ende aber unglaublich stark, weil Moral und Anstand für ihn stets an erster Stelle standen und er ganz allein die schiefe Bahn falscher Freunde verlassen hat, was nicht einmal Erwachsenen immer gelingt.
Besonders stark fand ich den Kontrast zu seinem reichen besten Freund, der einfach nicht wusste, wie er mit Will umgehen sollte. Die Message: Kommunikation & Vertrauen sind das A und O jeder Beziehung. Will lernt, Hilfe anzunehmen.
Gerade im Schulsetting ist es nochmal ein Weckruf: Schulen können nicht davon ausgehen, dass jeder ein Smartphone hat, auf dem z. B. Quiz im Unterricht gestartet werden können, das höre ich immer öfter. Oder dass jeder die Utensilien für bestimmte Projekte zuhause hat.
Das Buch ist mMn. ab 10 J. verständlich, sollte tendenziell aber mit einem Erwachsenen reflektiert werden und wäre prima Schullektüre.
Die grafische Umsetzung ist mehr als gelungen, die Illus stammen vom Autor und verleihen den Seiten z. T. einen Graphic Novel Touch. Wow!
Ehrlich, authentisch, top gestaltet und so relevant! 5 ⭐