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Books_of_Tigerlily

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.06.2020

Was für ein Finale

Die Spiegelreisende
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Endlich ist es da, das Finale der Spiegelreisenden! Diese Reihe habe ich letztes Jahr für mich entdeckt, obwohl ich ihr aufgrund des Hypes zuerst skeptisch gegenüber gestanden habe. Dann doch neugierig ...

Endlich ist es da, das Finale der Spiegelreisenden! Diese Reihe habe ich letztes Jahr für mich entdeckt, obwohl ich ihr aufgrund des Hypes zuerst skeptisch gegenüber gestanden habe. Dann doch neugierig geworden, wurde es ganz schnell die große Liebe.

Nachdem auch der dritte Teil Das Gedächtnis von Babel sowohl das hohe Niveau der ersten beiden Bände halten konnte als auch noch so viele Fragen offen ließ, war ich gespannt wie die Autorin es auf 600 Seiten schaffen wird, ein rundes Ende abzuliefern. Für meinen Geschmack hätten wir ruhig können noch einige Bücher länger den Abenteuern von Ophelia und Thorn folgen können, hält doch ihre Welt der Archen sovieles an neuen Ideen bereit.

Genau dieser Ideenreichtum und das faszinierende, außergewöhnliche Worldbuiding ist eine der großen Stärken der Spiegelreisenden, die die Reihe für mich auf eine Ebene mit den ganz großen des Genres hebt. Der detailreiche und bildhafte Schreibstil tut sein übriges, dass die Welt der Archen vor dem inneren Auge des Lesers so farbenfroh entstehen kann. Auch im letzten Teil treffen wir auf bekannte Ideen der Reihe wie auch auf völlig neues.

Thorns und Ophelias Beziehung ist ebenso einzigartig wie ihre verschrobenen Charaktere - ich liebe ihre Liebesgeschichte einfach. Sie zeigt eine erfrischend andere Art von Lovestory im Fantasygenre, bei der zwei Charaktere eben nicht glattgebügelt perfektioniert sind und sie keine Love at first Sight-Geschichte durchlaufen. Sie sind beide so menschliche und herzerwärmende Charaktere, wie man sie selten liest und ich denke beide sind nicht nur mir sehr ans Herz gewachsen.

Dabei wird Ophelias und Thorns Jagd nach dem "Anderen" dicht gewoben erzählt, gefühlt auf jeder Seite bekommen sowohl die Protagonisten als auch der Leser neue Informationen, die ins Gesamtgefüge einsortiert werden müssen. Dadurch erfordert das Lesen druchaus einiges an Konzentration, ich wollte jedes noch so kleine Detail aufsaugen, um endlich der Lösung des Ganzen auf die Spur zu kommen. Christelle Dabos ist es dabei gelungen, die Auflösung wirklich bis zur letzten Seite überhaupt nicht vorhersehbar zu gestalten.Es bleibt durchgehend spannend, sodass der Leser schnell durch die 600 Seiten fliegen kann.

Und so kommt es zum finalen Showdown, bei dem auf einmal alles anders ist als vermutet. Mir hat das Finale fast das Herz zerrissen und genau deswegen ist es einfach wunderbar perfekt als Abschluss dieser grandiosen Reihe.

Wer bisher die Spiegelreisende noch nicht kennt, sollte spätestens jetzt zum Buch greifen - egal ob groß oder klein, Fantasyliebhaber oder nicht - diese Reihe wird jedes Bücherregal bereichern.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.06.2020

charmante Heldin

City of Girls
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Ich liebe New York, die pulsierende Metropole ist immer ein Setting, das mich in Büchern reizt. Vor allem New York auf der Schwelle zum zweiten Weltkrieg war für mich eine neue Idee und ich muss sagen ...

Ich liebe New York, die pulsierende Metropole ist immer ein Setting, das mich in Büchern reizt. Vor allem New York auf der Schwelle zum zweiten Weltkrieg war für mich eine neue Idee und ich muss sagen dass die Autorin den Zeitgeist und den Puls der Stadt für mich wundervoll eingefangen hat. Das illustre Treiben des Broadway und das beschwippste Nachtleben bilden einen starken Kontrast zu dem Zwischenmenschlichen, welches das Buch abildet.

Bereits die Eröffnungsszene lässt uns Protagonistin Vivian im Kern kennenlernen, eine junge Frau, die sich durchs Leben treiben lässt und die - im Zwiespalt mit den gesellschaftlichen Erwartungen an eine junge heiratsfähige Frau und ihrem eigenen Vergnügen - auf der Suche nach ihrer eigenen Lebensidee ist. Trotz ihrer quirligen und unbedarften Art merkt man, dass sie einiges an Tiefgang zu bieten hat und so lässt man sich gern ein auf Vivians Abenteuer in der großen Stadt.

Dabei kommt man nicht umhin, trotz all der Sympathie für ihren Charakter über ihre oft naiven und kopflosen Entscheidungen den Kopf zu schütteln, lässt sie sich doch arg beeinflussen vom Leben der Showgirls, die doch einen ganz anderen, auch finanziellen Background haben als sie selbst. Doch all ihre kleinen und größeren Fehltritte begeht Vivian mit so viel Charme, dass man sich als Leser nicht von ihr abwendet.

Dass sie es schafft, sich vom absoluten Tiefpunkt ihres Lebens wieder aufzurappeln und ihren eigenen Weg zu gehen, macht Mut und ist inspirierend. Sie schafft es dabei, selbständig zu werden und auch in Sachen Liebe und Sexualität sich keiner Konvention zu fügen. In dieser Hinsicht ist das Buch absolut aktuell und modern, besteht doch für Frauen auch heute noch genügend gesellschaftlicher und sozialer Druck im Hinblick auf ihre eigene Sexualität.

Für mich vereint das Buch viele Qualitäten in sich - es ist kurzweilig und dennoch tiefgründig, es macht Spaß und regt dabei zum Nachdenken an. Mit Witz und Charme werden die großen Themen des Erwachenwerdens aus Frauensicht angerissen, in denen man sich sicher selbst wiederfinden kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.06.2020

Hungerspiele aus anderer Perspektive

Die Tribute von Panem X
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Ich muss zugeben, dass ich bei solch unerwarteten Reihenfortschreibungen zunächst skeptisch bin, meine Neugier und meine Vorfreude auf ein Wiedersehen in Panem hat dann aber erwogen. Ein Buch mit Snow ...

Ich muss zugeben, dass ich bei solch unerwarteten Reihenfortschreibungen zunächst skeptisch bin, meine Neugier und meine Vorfreude auf ein Wiedersehen in Panem hat dann aber erwogen. Ein Buch mit Snow als Protagonist, das vor den uns bekannten Hungerspielen spielt? Das klang wirklich einfach zu cool, als dass es mich nicht dann doch völlig angefixt hätte.

Nach langem Fiebern konnte ich auch endlich das Buch in Händen halten und was soll ich sagen? Panem nimmt noch genauso gefangen wie vor einigen Jahren, als es mir eine wundervolle neue Welt eröffnet hat. Einerseits war mir diese Welt mit den anstehenden Hungerspielen so vertraut, andererseits war vieles ungewohnt und unerwartet. Ohne zuviel verraten zu wollen war es unglaublich spannend, dass diese Hungerspiele und das Kapitol so anders sind als wir sie kennen. So liefert die Autorin ein spannendes Setting aus altbekanntem, das doch ungewohnt anders, neu und spannend ist.


Wahnsinnig gut in die Geschichte integriert waren die vielen kleinen Hinweise zur ersten Trilogie. So treffen wir auf viele alte Bekannte wie etwa dem Henkersbaum, dem Saum,  die Spotttölpel... hach, es war wundervoll nostalgisch! Allein deshalb lohnt es sich bereits, "Das Lied von Vogel und Schlange" zu lesen.

Das Buch hält einige Wendungen bereit und vor allem das Ende konnte mich wirklich überzeugen und überraschen. Der Spannungsbogen war durchgehend hoch und das Buch lässt sich zügig lesen. Der Schreibstil ist typisch Panem, dabei erfährt der Leser durch die gewählte dritte Person als Erzählperspektive eine Distanz zu Snow, die seinen Charakter, seine Entscheidungen und die Grausamkeiten der Spiele in einen spannenden Diskurs setzen. Gleiches gilt für die unterschiedlichsten Haupt- und Nebencharaktere.

Dadurch, dass Coriolanus vielfältige und starke Protagonisten gegenüber gestellt werden, wird die Zerrissenheit der Bewohner des Kapitols und der Distrikte auf spannende Weise in Szene gesetzt und Snows Charakter tritt umso deutlicher in Kontrast zu seinem Umfeld. Lucy und Snow sind beides faszinierende Charaktere, die durch ihre Gegensätzlichkeiten einen spannenden Mix darstellen. Coriolanus steht kurz vor seinem Schulabschluss und sieht sich - anders als vermutet - bei seinem angestrebten gesellschaftlichen Aufstieg einigen Widrigkeiten gegenüber. Er ist ein interessanter Charakter, bei dem ich immer zwischen Sympathie und Abscheu hin und her schwankte.

Es ist der Autorin das kleine Meisterstück gelungen, dass man tief in Snows Seele blicken und dadurch seine Hintergründe wirklich gut nachvollziehen kann. Man kann ihm als Charakter durchs Buch folgen ohne ihn durchweg als den perfiden Antagonisten der ursprünglichen Trilogie zu verabscheuen oder ihn durch dieses Buch nun unglaublich synpathisch zu finden. Ein weiteres Buch solch einer erfolgreichen Reihe ist immer ein Wagnis, das fürchterlich schief gehen kann. Im Fall von "Die Tribute von Panem X" kann aber nicht nut der absolute Panemfan getrost zum Buch greifen, eine Leseempfehlung kann ich ganz klar grundsätzlich aussprechen. Ein sehr unterhaltsamer Read mit spannender Handlung, vielfältigen und tiefgründigen Charakteren und der immer noch starken Message der Hungerspiele.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.06.2020

Von Schlüsseln und Bienen

Das sternenlose Meer
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Bereits vor dem Lesen war ich von einem Aspekt schwer begeistert – endlich mal wieder ein männlicher Protagonist in einem Fantasyroman! Leider sind diese sehr rar gesäht, sodass ich mich darauf freute, ...

Bereits vor dem Lesen war ich von einem Aspekt schwer begeistert – endlich mal wieder ein männlicher Protagonist in einem Fantasyroman! Leider sind diese sehr rar gesäht, sodass ich mich darauf freute, Zachary bei seinem fantastischen Abenteuer zu begleiten.

Und er ist wirklich ein äußerst sympathischer und authentischer Charakter, in den man sich gut hineinversetzen kann. Jeder Lesebegeisterte wird seine Liebe zu Büchern und die Versuchung einer unterirdischen Welt inklusive Bibliothek nachvollziehen können.

Zachary wird gefühlt ebenso unvorbereitet auf diese Reise geschickt wie der Leser selbst, zu Beginn nicht wissend, wohin sie einen führen wird. Und so muss man sich einfach einlassen und sich treiben lassen auf dem sternenlosen Meer, das immer mehr an Tiefe und Bedeutung gewinnt.

Ein Buch, dass man sicher nicht so leicht nebenher lesen kann sondern dass die volle Aufmerksamkeit seines Lesers erfordert. Dieses Buch steckt voller Bildern und Poesie. Abwechselnd wird Zacharys Geschichte erzählt, daneben werden Kurzgeschichten und Episoden aus den Büchern erzählt, die Zachary auf seiner abenteuerlichen Reise entdeckt.

Die Erzählung ist dicht, sodass man zu Beginn des Buches sicherlich Zeit braucht um sich zu orientieren und um mit Stil und Geschichte warm zu werden. Je mehr man dabei aber entdeckt, dass alles zusammengehört und die verschiedensten Storypartikel ineinander fließen und zu einem großen Ganzen werden, kann man nur staunen.

Zwischendrin hatte ich eine kurze Lesephase, bei der ich gemeinsam mit Zachary am eigenen Verstand, an der eigenen Erkenntnis zu zweifeln begonnen habe und hin und her schwankte zwischen dem Wunsch, dem Geheimnis des sternenlosen Meers auf den Grund zu gehen oder dieses verlassen zu wollen. Durch diese kurze Phase habe ich mich durchgebissen und wurde belohnt.

Leider wird nicht jedes Rätsel bis zur Gänze aufgelöst, vieles bleibt im mysteriösen Nebel des sternenlosen Meeres versunken. Im Hinblick auf die gesamte Geschichte mit Sicherheit nicht tragisch, wird dieser Punkt bestimmt nicht jedermanns Geschmack sein.

Besonders gut gefallen hat mir die Vielfältigkeit und Diversität der Charaktere, auch hier werden diese nicht in ein bestimmtes Schema gepresst sondern heben sich erfrischend von der Masse ab.

Am Ende fügt sich alles zu einem wundervollen Gesamtbild zusammen, welches sicherlich nicht nur Bücherfans gefangen nimmt. Mit großem schreiberischem Können und diversen Stilmitteln entsteht hier ein Buch der Sehnsüchte und Gedanken, in das man problemlos eintauchen kann und in dem man eine lange Zeit verweilen möchte. Von mir gibts eine klare Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.06.2020

Abschluss einer Lieblingsreihe

ELFENTHRON
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Bereits Elfenkrone und Elfenkönig gehören zu meinen Lieblingen im Regal sodass ich wirklich sehr gespannt bin, wie die Geschichte zu Ende erzählt wird.

Mit Elfenthron ist Holly Black ein würdiges Finale ...

Bereits Elfenkrone und Elfenkönig gehören zu meinen Lieblingen im Regal sodass ich wirklich sehr gespannt bin, wie die Geschichte zu Ende erzählt wird.

Mit Elfenthron ist Holly Black ein würdiges Finale gelungen, das alle Stärken der Reihe in sich vereint.

Jude ist sicher ein sehr strittiger Charakter, ebenso Cardan. Beide sind sicher auch nicht jedermanns Geschmack, entweder man liebt oder man hasst sie. Ich für meinen Teil liebe sie sehr, da sie so eine unglaubliche Dynamik haben und eben einfach keine weichgespülten Wohlfühlcharaktere sind.

Und so war ich nach dem wahsinnigen Finale des zweiten Teils, bei dem sich beide mit Intrigen und Machtspielchen gegenseitig übertroffen haben, natürlich wahnsinnig gespannt, wie es weitergehen wird. Aber Jude wäre nicht Jude, wenn sie sich nicht wieder aus ihrer misslichen Lage befreien könnte. Und so kann sie ins Reich der Elfen zurückkehren, da bald eine größere Gefahr droht.

Hierbei trifft sie auf alte Freunde und auch Feinde sowie neue Verbündete und einige Vorkommnisse der Vergangenheit erscheinen nun in einem ganz anderen Licht. Die Ereignisse überschlagen sich und entwickeln sich immer wieder in eine unvorhergesehene Richtung, sodass das Buch ein richtiger Pageturner ist. Eine große Stärke der Autorin ist der Spannungsbogen und die Handlung, die einem den Atem nimmt.

Ebenso stark ist die Beziehung zwischen Jude und Cardan, die wirklich eine ganz besondere ist. Beide begegnen sich auf Augenhöhe und nichts ist in rosarote Watte getaucht, dennoch kann man die Gefühle der beiden füreinander so wunderschön mitfühlen. Mir gefällts, eine wirklich außergewöhnliche Lovestory.

Für mich ein rundum gelungener Abschluss der Reihe, die sich zu einer meiner absoluten Lieblingsreihen im Regal gemausert hat. Ich werde sie sicher rereaden und vielleicht dürfen wir ja nach Elfhame zurückkehren, wurde doch bereits eine Novelle angekündigt. Man darf also gespannt sein.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere