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Books_of_Tigerlily

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2020

Emotion pur

All das Ungesagte zwischen uns
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Es ist wieder soweit, endlich gibt es einen neuen Hoover! Von keiner anderen Autorin muss ich einfach jedes Buch schnellstmöglich nach Erscheinen in den Händen halten und inhalieren. So musste ich natürlich ...

Es ist wieder soweit, endlich gibt es einen neuen Hoover! Von keiner anderen Autorin muss ich einfach jedes Buch schnellstmöglich nach Erscheinen in den Händen halten und inhalieren. So musste ich natürlich zuschlagen, als das neue Buch bei vorablesen verfügbar war.

Nachdem Colleen Hoover mit Verity auch einen überzeugenen Ausflug zum Thriller vorgelegt hatte, kehrt sie mit "All das ungesagte zwischen uns" zu altbekanntem zurück, kombiniert hier aber Young Adult aber mit einer Story über eine Protagonistin über 30. Dieser Mix aus Geschichte um Mutter und Tochter gelingt fantastisch und dürfte so auch sicher neue Lesergruppen erschließen.

Die Geschichte folgt Morgan und ihrer Familie, die ein schwerer Schicksalsschlag erleiden muss. Während sich Morgan und ihre Tochter Clara in Trauer wiederfinden, kommen nach und nach einige erschütternde Geheimnisse ans Licht, die die Familie zerstören könnten.

Colleen Hoover schreibt mit soviel Gefühl, dass es den Leser mitten ins Herz trifft. Obwohl die Story wie immer stark geplottet ist, ist sie einfach schlüssig und ergreifend. Die Emotionen scheinen greifbar und man kann - wie immer bei Hoover - während des Lesens zum ein oder anderen Taschentuch greifen.

Vor allem Morgan hat mich als Protagonistin abgeholt, da sie für sich einiges an Reflexion durchmachen muss und gestärkt daraus hervorgeht. Die Dynamik zwischen ihr und Tochter Clara ist super authentisch geschrieben und so manche Mutter-Teenie-Kombination wird sich hierin wiederfinden.

Auch sind die beiden Lovestorys typisch Hoover - einfach herzerwärmend, voller Dramatik und Gefühlen. Für mich ein klassischer Hoover, der gewohnt stark überzeugen kann und in jedes Bücherregal gehört.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.10.2020

Ideenreiches Fantasyepos

Der Orden des geheimen Baumes - Die Magierin
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Wie so oft wurde auch dieses Buch für die Übersetzung in zwei Teile gespalten. Der erste Teil „Die Magierin“ umfasst dennoch über 500 Seiten und ist somit immernoch ein ordentlicher Brocken. War die Aufteilung ...

Wie so oft wurde auch dieses Buch für die Übersetzung in zwei Teile gespalten. Der erste Teil „Die Magierin“ umfasst dennoch über 500 Seiten und ist somit immernoch ein ordentlicher Brocken. War die Aufteilung also nötig? Meines Erachtens nach ja, denn bereits dieser erste Teil enthält eine Fülle an Informationen, Charakteren und Handlung, dass man einige Zeit zu Beginn braucht, um sich vollends zu orientieren.

Sicher gibt es einige Längen, etwa mit Politik oder Mythen gefüllt, die mancher Leser sicher unnötig empfinden wird. Für mich verschaffen gerade diese Szenen der Geschichte die nötige Tiefe – das ist mir als Leser wichtiger wie eine schnell voranschreitende Handlung aber ohne Tiefgang.

Und die Welt, die Samantha Shannon erschafft, ist wirklich grandios. Sie verknüpft einen Konflikt zwischen Ost und West mit unterschiedlichen Glaubensrichtungen und Überzeugungen – überschattet von einer gemeinsamen Bedrohung. Die Charakterzeichnung ist in ihrer Vielfältigkeit stark und man entwickelt den Protagonisten gegenüber einiges an Sympathie. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, deren Handlungsstränge nach und nach zusammenfinden. Ich bin gespannt, wie sich dies im zweiten Teil weiter entwickeln wird.

Trotz der angesprochenen, eher erklärenden Szenen gibt die Story in Sachen Spannung gut Gas und der Leser wird nicht nur einmal mit einer unerwarteten Wendung überrumpelt. Das macht die Handlung unvorhersehbar und super spannend. Ich bin richtig angefixt und muss wissen, wer die bisher diffus gebliebenen Antagonisten sind und wie sich alles zu einem großen Ganzen fügen wird. Wie gut, dass der zweite Teil „Die Königin“ gerade erschienen ist!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2020

Super spannend

Capitana
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Ab und an greife ich gerne zum Thriller, insbesondere wenn starke Frauen als Protagonistin agieren. Letztes Jahr habe ich neben River of Violence das Buch "Lola" für mich entdeckt und verschlungen. Als ...

Ab und an greife ich gerne zum Thriller, insbesondere wenn starke Frauen als Protagonistin agieren. Letztes Jahr habe ich neben River of Violence das Buch "Lola" für mich entdeckt und verschlungen. Als ich - eher zufällig - erfahren habe, dass es mit "Capitana" nun weitergeht, musste ich das Buch natürlich sofort haben.

Bereits auf den ersten Seiten geht es in Sachen Spannung ordentlich zur Sache und macht klar, was den Leser in "Capitana" erwartet - eine spannungsgeladene Story aus Sicht einer Gangleaderin, die auf der anderen Seite des Gesetzes steht. Genau diese Mischung macht für mich den besonderen Reiz des Buches aus, da Lola einfach eine wahnsinns Protagonistin ist.

Im ersten Teil durften wir ihren Aufstieg an die Spitze der Gang verfolgen, im Nachholger muss sie ihre Position nun festigen und sich alten und neuen Feinden gegenübersehen. Dabei ist sie eine Protagonistin, die ihresgleichen sucht. Obwohl sie brutale und berechnende Entscheidungen trifft, ist sie dem Leser unglaublich sympathisch. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass sie dennoch einem eigenen moralischen Kompass verfolgt und trotz aller Brutalität menschlich wirkt.

Dieser Gegensatz erzeugt ein tolles Spannungsfeld, dass das Buch bereits aud diesem Grund lesenswert macht. Als Leser wird man immer wieder an seine eigenen Grenzen getrieben und muss über das gelesene reflektieren.

Hinzu komm ein flotter Schreibstil, der episodenartig den Leser sich immer wieder neu in den Situationen und Kapiteln orientieren lassen muss. Es gibt keine unnötigen Längen, sondern die Autorin konzentriert sich auf das Wesentliche - nämlich eine spannende Handlung, bei der sich die Ereignisse überschlagen und man gemeinsam mit Lola auf viele Intrigen und Geheimnisse stößt.

Eine super unterhaltsame Reihe, deren Bücher man in einem Rutsch runterlesen kann. Gerade Protagonistin Lola übt einen unheimlichen Reiz aus und es macht Spaß, mit ihr gemeinsame Abenteuer in Los Angeles zu bestreiten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.10.2020

Steht der Eragon-Reihe in nichts nach

INFINITUM - Die Ewigkeit der Sterne
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Neben Harry Potter bin ich quasi mit der Eragon-Reihe groß geworden und umso neugieriger bin ich natürlich, dass von Christopher Paolini ein neues Abenteuer erscheint. Diesmal nimmt uns der Autor mit ins ...

Neben Harry Potter bin ich quasi mit der Eragon-Reihe groß geworden und umso neugieriger bin ich natürlich, dass von Christopher Paolini ein neues Abenteuer erscheint. Diesmal nimmt uns der Autor mit ins All, mit seinem SciFi-Epos „Infinitum“.

Das Buch ist mit über 950 Seiten ein richtiger Brocken. Es besticht durch eine wunderschöne Aufmachung mit tollem Cover und umfangreichen Appendix am Ende des Buches. Enthalten sind auch unzählige Karten, die die Orientierung leichter machen.

Nach dem wahnsinnigen Erfolg der Eragon-Reihe war ich vorsichtig gespannt, ob Paolini an diesen anknüpfen kann. Und ich wurde wirklich positiv überrascht, dass der Autor hier ein richtiges Brett abgeliefert hat.

Er schafft es, den Zauber und Charme der Eragon-Bücher in einem neuen Abenteuer unterzubringen, dass in Sachen Handlung und Spannung dem Erstlingswerk in nichts nachsteht. Christopher Paolini schreibt mit wundervollem Stil und erschafft eine fantastische Welt. Dabei geizt er nicht mit typischen SciFi Fachbegriffen, die den Leser auf den ersten Seiten sicher etwas irritieren können.

Diese verfliegt aber recht rasch, denn das Erzähltempo und der Spannungsbogen geben Vollgas. Hier geht wirklich auf 900 Seiten die Post ab und es gab keine unnötigen Längen, etwas was ich so nicht erwartet hätte. Man verfolgt in bester Ridley Scott „Alien“-Manier die Bedrohung durch Fremdartiges und befindet sich in der ein oder anderen Weltraumschlacht, die wie für die große Leinwand geschrieben zu sein scheinen. Paolini hat sich hier richtig ausgetobt, sehr zur Freude der Leserschaft.

Dennoch zeichnet der Autor hier kein reines Gut-Böse-Schema, sondern überrascht mit einigen unvorhergesehenen Wendungen, die den Leser mit seiner Erwartungshaltung konfrontieren. Und so ist auch das Finale anders als erwartet aber dafür umso charismatischer.

Infinitum eignet sich sicher nicht nur für SciFi-Fans – das Buch kann jedem Leser ans Herz gelegt werden, der Spaß an gut durchdachtem Worldbuilding und spannender Story hat. Für mich eine klare Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.07.2020

Einnehmender Thriller

American Spy
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Bereits die ersten Seiten verraten die ungewöhnliche Erzählperspektive, bei der Protagonistin Marie ihre Kinder direkt anspricht und ihre Geschichte erzählt. Nach und nach wird klar, wie sich die Story ...

Bereits die ersten Seiten verraten die ungewöhnliche Erzählperspektive, bei der Protagonistin Marie ihre Kinder direkt anspricht und ihre Geschichte erzählt. Nach und nach wird klar, wie sich die Story weiter entwickelt und wieso sie dies tut. Mir hat dieses Perspektive unglaublich gut gefallen, kann man sich als Leser doch gut in Marie hineinversetzten - gleichzeitig bleibt sie aber immer ein Stück weit distanziert und geheimnisvoll.


Durch verschiedene Zeitschienen verflechten sich Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu einem wilden Mix aus Familiengeschichte und Agententhriller, der sehr persönlich wird. Geschickt baut die Autorin dabei große Themen ein, etwa die Erfahrungen von Alltagsrassismus und Sexismus sowie die heutzutage unwirklich erscheinende Bedrohung durch den Kalten Krieg und der Kampf der Ideologien. Diese sind dabei immer passend in die Story eingebaut und verleihen entsprechende Tiefe. Das hat mir besonders gut gefallen.


Ebenfalls von Seite 1 an wird die Spannung stark hoch geschossen, danach flaut sie etwas ab und die Spannung besteht daraus, dass der Leser herauszufinden versucht, was genau zur ersten Szene geführt hat. Bei mir hat es funktioniert und ich bin am Ball geblieben, eben weil die Autorin einen authentischen Einblick in Maries Story und den geschichtlichen Hintergrund schafft. Ebenfalls starker Pluspunkt - American Spy ist ein Own Voices Buch, dass auch genau das sein möchte - ein Buch, dass nicht nur die Thematiken einer Schwarzen in Amerika darstellen möchte, sondern dazu noch die teilweise doppelte Diskriminierung, die sie auch als Frau erfährt. Ganz stark auch der Kontrast der hinzutritt, wenn sie als schwarze Amerikanerin in Afrika unterwegs ist und auch hier heraussticht.


American Spy kann mit einigen guten Überraschungen aufwarten und Marie kommt in einen heftigen Gewissenskonflikt, der gut nachvollziehbar dargestellt wird. Auch kommen beim Leser einige Fragen auf, etwa wer die Guten und wer die Bösen sind und wieviel Einfluss auf innere Angelegenheiten durch äußere Mächte genommen werden und welche Ereignisse manipuliert sind. Ein glaubhafter Einblick in politische Verstrickungen, die ebenfalls dazu beigetragen haben, dass das Buch gelungen ist.


Allerdings wird das Ende sicherlich die Gemüter spalten - einigen wird es sicherlich zu unfertig auserzählt sein, für andere ist diese Art von offenem Ende genau passend zum Buch und zum Erzählstil. Mich hat es überrascht, gleichzeitig hat es mir aber gefallen und ich vermisse am Buch nichts, denn es passt einfach. Für mich war American Spy etwas völlig neues, das mich überzeugen konnte und das ich sicherlich auch an meine Mutter zum Lesen weiterreichen werde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere