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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.10.2018

Wenn ein Mörder zum Beschützer mutiert

Victorian Rebels - Ein Herz voll dunkler Schatten
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Christopher Argent ist ein Auftragsmörder im viktorianischen London. Sein neuester Auftrag führt ihn ins Theater, wo er Millie LeCour eliminieren soll. Kein Problem für Argent, den gefühlskalten Menschen. ...

Christopher Argent ist ein Auftragsmörder im viktorianischen London. Sein neuester Auftrag führt ihn ins Theater, wo er Millie LeCour eliminieren soll. Kein Problem für Argent, den gefühlskalten Menschen. Doch es wird zum Problem, denn unerwarteterweise kann er den Auftrag nicht einfach abschließen - Millie rührt etwas in ihm an, was er nicht kennt. Stattdessen beschließt er, Millie und ihren Sohn zu beschützen, denn sein Auftraggeber wird sicher nicht davon Abstand nehmen, Millie tot zu sehen.
Nach "Mein schwarzes Herz" ist dies der zweite Band aus der Victorian-Rebels-Reihe, die man jedoch unabhängig davon lesen kann. Der Erzählstil der Autorin ist wunderbar angenehm und passt sprachlich perfekt zu der Zeit, in der der Roman spielt. Man kann sich während des Lesens ungemein in die beiden Protagonisten versetzen, kann die Zerrissenheit und Verwirrtheit Argents ebenso nachempfinden wie Millies Hoffnungen und ihre Lebendigkeit.

Veröffentlicht am 13.08.2018

Liebe trotz aller Widrigkeiten

My Image of You - Weil ich dich liebe
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Der Fotograf Adam ist sofort fasziniert von der Krankenschwester, die ihn nach seinem Unfall pflegt. So sehr, dass er sie überredet, ihn nach Hause zu begleiten. Ally geht es kaum anders, weshalb sie sich ...

Der Fotograf Adam ist sofort fasziniert von der Krankenschwester, die ihn nach seinem Unfall pflegt. So sehr, dass er sie überredet, ihn nach Hause zu begleiten. Ally geht es kaum anders, weshalb sie sich darauf einlässt. Und so dauert es auch nicht lange, bis sie mehr oder weniger bei Adam einzieht. Trotz aller Probleme, die sie mit sich herum schleppt. Denn Ally wird von ihrer Mutter und ihrem Stiefvater drangsaliert, muss nach außen hin "Heile Welt" spielen und einen ehrbaren Verlobten präsentieren. Jemanden, der in die großartige Welt passt, die Allys Eltern repräsentieren. Und dieser Jemand ist nicht Adam. Trotzdem lassen sich die beiden nicht von ihrer beginnenden Beziehung abhalten.
Während Adam als Fotograf viel in der Welt herum reist, ist Ally immer wieder allein und den Anfeindungen ihrer Eltern ausgesetzt. Und so muss Adam erleben, dass Ally nach seiner letzten Reise nicht mehr da ist, sie ist verschwunden. Für ihn bricht eine Welt zusammen, erst recht, als er von Allys Mutter erfährt, dass diese nichts mehr von ihm wissen will. Doch Adam kann Ally nicht einfach so aufgeben...
Mit Adam und Ally hat Melanie Moreland zwei ungewöhnliche Protagonisten geschaffen, die beide mit der Vergangenheit hadern und ihr Schicksal meistern müssen. Dass das nicht immer einfach ist, beweisen sie jeden Tag aufs Neue. Die Geschichte ist größtenteils aus Adams Sicht geschrieben, dabei kommt seine Hilflosigkeit und Wut gegenüber Allys Mutter und dem Stiefvater gut rüber und man ist dankbar für jede Aktion, die er unternimmt, um Ally zu stärken. Ally hingegen möchte man gerne ab und zu aufrütteln, ihr eintrichtern, sich einfach mal zur Wehr zu setzen und endlich ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Alles in allem eine bewegende Geschichte, die einen an die Liebe glauben lässt - trotz aller Widrigkeiten.

Veröffentlicht am 23.07.2018

Von der Liebe zum Krimi

Die edle Kunst des Mordens
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Clara Annerson ist von der Liebe enttäuscht. So enttäuscht, dass die erfolgreiche Autorin von Liebesromanen ins Krimigenre wechseln möchte. Und was passt da besser, als plötzlich in einem echten Mordfall ...

Clara Annerson ist von der Liebe enttäuscht. So enttäuscht, dass die erfolgreiche Autorin von Liebesromanen ins Krimigenre wechseln möchte. Und was passt da besser, als plötzlich in einem echten Mordfall mit zu ermitteln?
Mit Clara Annerson hat Alex Wagner eine neue Ermittlerin erschaffen, die sich unverhofft in diesem für sie unbekannten Metier wiederfindet. Zwar weiß sie theoretisch, wie man einen Kriminalroman verfasst, doch ein echter Mordfall stellt noch einmal andere Möglichkeiten und Herausforderungen dar. Und so gehen Claras Ermittlungen, was den Täter betrifft, mal in die eine, mal in die andere Richtung. Bis kurz vor Schluss ahnt der Leser nicht unbedingt, wer denn nun wirklich hinter dem Mord steckt.
Ein spannender und sprachlich gelungener Krimi, der dank seiner sympathischen, wenn auch teilweise chaotischen Hauptfigur zu einem angenehmen Leseerlebnis verführt.

Veröffentlicht am 28.05.2018

Königliche Intrigen und politisches Kalkül

Das Geheimnis der Königin
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Die französische Prinzessin Catherine wird in jungen Jahren mit dem englischen König verheiratet. Glücklicherweise fühlen sich die beiden zueinander hingezogen, so dass die arrangierte Ehe schnell zu einer ...

Die französische Prinzessin Catherine wird in jungen Jahren mit dem englischen König verheiratet. Glücklicherweise fühlen sich die beiden zueinander hingezogen, so dass die arrangierte Ehe schnell zu einer Liebesbeziehung wird. Doch das Glück ist den beiden nicht lange gewährt. Bereits kurz nach der Geburt des Theonfolgers stirbt Heinrich. Und sein Sohn wird der Mutter weggenommen, damit er eine passende Erziehung genießen kann.
Catherine muss sich als Königinmutter neu finden und ihren Platz am Hof neu definieren. Da bekommt sie mit dem Waliser Owen Tudor einen Vorsteher der königlichen Garderobe zur Seite gestellt, in den die sich mit der Zeit verliebt. Eine Liebe, die eigentlich nicht sein darf, doch die beiden schaffen es, ihre Liebe geheim zu halten.
Der Roman liest sich trotz der vielen verschiedenen Namen flüssig weg, er bietet einen faszinierenden Einblick in das englische und französische Königshaus, in das Kalkül politischer Entscheidungen. Jedoch, so gut und ausführlich die Geschichte startet, so schnell wird sie ab der Mitte nur noch zu einer Aneinanderreihung historischer Tatsachen. Das hat den Lesespaß leider etwas verhindert.
Gut und ausführlich sind hingegen die Stammbäume am Anfang und die historischen Anmerkungen zum Schluss der Geschichte.

Veröffentlicht am 29.04.2018

Von England nach Indien

Das Zedernhaus
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Der Verlobte von Victoria, Jeremy, muss kurz vor der Hochzeit dienstlich nach Indien reisen. Dort soll er die Hintergründe über einen Anschlag auf den Vizekönig aufdecken. Jeremy stößt bei seinen verdeckten ...

Der Verlobte von Victoria, Jeremy, muss kurz vor der Hochzeit dienstlich nach Indien reisen. Dort soll er die Hintergründe über einen Anschlag auf den Vizekönig aufdecken. Jeremy stößt bei seinen verdeckten Ermittlungen auf einige Ungereimtheiten und es dauert nicht lange, bis er von der Bildfläche verschwindet. Victoria macht sich große Sorgen um ihren Verlobten, weshalb sie nicht lang überlegt und gemeinsam mit ihrem Vertrauten und Butler Hopkins ebenfalls nach Indien reist, um auf eigene Faust nach Jeremy zu suchen.
Der Roman ist eine Mischung aus Abenteuer und Krimi, die Charaktere sind umfassend dargestellt und beleben jede Seite. Zusätzlich genießt man das indische Flair und durchlebt die gesellschaftlichen Konventionen auf ganz eigene Art.
Pauline Peters ist ein farbenprächtiger Roman gelungen, den man unschwer aus der Hand legen kann. Sie hat mit Victoria eine aufrichtige, unabhängige und fortschrittliche Heldin geschaffen, die ihrer Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts weit voraus ist.