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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2026

Sichtbarkeit um jeden Preis – und der Preis ist hoch

Just Watch Me
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In Just Watch Me wirft Lior Torenberg die Leser mitten hinein in den emotionalen Ausnahmezustand von Dell Danvers – eine junge Frau, die in ihrer Verzweiflung einen siebentägigen Livestream startet, um ...

In Just Watch Me wirft Lior Torenberg die Leser mitten hinein in den emotionalen Ausnahmezustand von Dell Danvers – eine junge Frau, die in ihrer Verzweiflung einen siebentägigen Livestream startet, um das Leben ihrer Schwester zu retten. Was als roher, ehrlicher Hilfeschrei beginnt, verwandelt sich schnell in ein digitales Spektakel: Chili‑Challenges, Schmerz als Content, ein Publikum, das immer mehr fordert. Torenberg zeigt eindringlich, wie schnell Empathie in Voyeurismus kippt und wie gnadenlos das Netz jede Grenze verschiebt.

Dell ist scharfzüngig, verletzlich, wütend – und genau diese Ambivalenz trägt den Roman. Gleichzeitig verliert sich die Geschichte stellenweise in Wiederholungen und überzeichneten Dynamiken, wodurch die emotionale Wucht nicht immer voll durchdringt. Dennoch bleibt Just Watch Me ein kluges, bitteres Porträt über Schuld, Sichtbarkeit und die Frage, wie viel man von sich preisgeben kann, bevor man sich selbst verliert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2026

Eiskalt, düster, absolut fesselnd

Schlafende Vulkane
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Schlafende Vulkane ist genau die Art von Thriller, die dein Herzschlag-Level zuverlässig nach oben treibt. Hjorth & Thorsson verbinden die raue isländische Natur mit einer emotional aufgeladenen Ermittlungsstory, ...

Schlafende Vulkane ist genau die Art von Thriller, die dein Herzschlag-Level zuverlässig nach oben treibt. Hjorth & Thorsson verbinden die raue isländische Natur mit einer emotional aufgeladenen Ermittlungsstory, die sofort packt. Im Zentrum stehen der brutale Mord an einer Mutter und das Verschwinden ihres zehnjährigen Sohnes – ein Szenario, das von der ersten Seite an unter die Haut geht.

Polizistin Helga, klug, kompromisslos und von ihrer Vergangenheit gezeichnet, trägt diesen Auftakt mit einer Intensität, die lange nachhallt. Ihre Dynamik mit Bjarki, dem wortkargen, körperlich imposanten Rettungsspezialisten, ist ein echtes Highlight: zwei Figuren, die Stärke zeigen, weil sie Verletzlichkeit verbergen. Während die Suche nach dem Jungen durch Höhlen, Lavafelder und unberechenbare Wildnis führt, wächst die Bedrohung – denn ein Serientäter hat längst sein nächstes Ziel im Blick.

Der Roman überzeugt mit atmosphärischer Dichte, starken Charakteren und einem Plot, der ständig neue Abgründe öffnet. Island wird hier nicht nur Kulisse, sondern Mitspieler: kalt, gefährlich, wunderschön. Ein Auftakt, der alles hat, was ein moderner Nordic Noir braucht – düster, emotional, gnadenlos spannend.

Veröffentlicht am 06.04.2026

Drei Frauen, ein dunkles Erbe – und ein Blick, der tödlich scharf wird

Ein guter Blick fürs Böse
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Ein guter Blick fürs Böse von Elizabeth Arnott ist ein Kriminalroman, der sofort unter die Haut geht. Drei Frauen, deren Leben einst durch die grausamen Taten ihrer Ehemänner zerbrach, stehen plötzlich ...

Ein guter Blick fürs Böse von Elizabeth Arnott ist ein Kriminalroman, der sofort unter die Haut geht. Drei Frauen, deren Leben einst durch die grausamen Taten ihrer Ehemänner zerbrach, stehen plötzlich wieder im Schatten des Bösen. Kalifornien 1966 wird hier nicht nur Kulisse, sondern vibrierender Resonanzraum für Schuld, Scham und die Frage, wie viel Dunkelheit man wirklich übersehen kann.

Arnott verbindet Glamour, gesellschaftliche Fassade und tief sitzende Angst zu einem fesselnden Mix, der gleichzeitig retro‑glitzernd und beklemmend modern wirkt. Besonders stark: die Dynamik zwischen Margo, Bev und Elsie. Ausgerechnet ihr größter Makel – die Nähe zu Serienmördern – wird zur Waffe, als erneut Frauen brutal ermordet werden.

Der Roman lebt von Atmosphäre, starken Figuren und einem subtilen feministischen Unterton. Nicht jeder Twist sitzt perfekt, aber die Spannung, das Setting und die ungewöhnliche Perspektive machen das Buch zu einem echten Highlight für Crime‑Fans, die psychologische Tiefe lieben.

Ein empowernder, düster‑glamouröser Krimi, der lange nachhallt.

Veröffentlicht am 14.03.2026

ein fesselnder, atmosphärischer Nordkrimi, der Lust auf mehr macht

Kalt wie die Luft
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Kalt wie die Luft von Ørjan N. Karlsson hat mich sofort in die raue, nordische Stimmung von Bodø gezogen. Die Geschichte rund um die verschwundene 19‑jährige Iselin und die Ermittlungen von Jakob Weber ...

Kalt wie die Luft von Ørjan N. Karlsson hat mich sofort in die raue, nordische Stimmung von Bodø gezogen. Die Geschichte rund um die verschwundene 19‑jährige Iselin und die Ermittlungen von Jakob Weber und Noora Yun Sande entfaltet sich mit einer Mischung aus beklemmender Spannung und ruhiger, nordischer Erzählweise. Besonders stark ist die Atmosphäre: die einsamen Pfade, die abgelegene Insel Røst, die Kälte – all das verstärkt das Gefühl, dass hinter jeder Ecke Gefahr lauert.

Der Fall selbst überzeugt mit einem spannenden Mix aus aktuellem Verbrechen und einem Jahrzehnte alten Cold Case, dessen Parallelen sich Stück für Stück offenbaren. Karlsson versteht es, Hinweise so zu setzen, dass man ständig miträtselt, ohne dass die Auflösung vorhersehbar wird. Jakob Weber ist ein Ermittler mit Ecken und Kanten, und seine Dynamik mit der neuen Kollegin Noora macht neugierig auf mehr.

Fazit: Ein atmosphärischer, nordischer Thriller mit starken Ermittlerfiguren und einem Fall, der unter die Haut geht. Und das Beste: Es wird einen zweiten Teil der Jakob‑Weber‑Reihe geben – ich freue mich jetzt schon darauf!

Veröffentlicht am 15.02.2026

Ein Alpenkrimi, der Urlaubslust und Ermittlungsfieber weckt

Alpenmord und Almgedudel
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Ein Familienurlaub in den Tiroler Bergen klingt nach Erholung – bis man gleich am ersten Tag über eine Leiche stolpert. Genau das passiert der Wiener Familie Brunner, und statt Kaiserschmarrn und Panorama ...

Ein Familienurlaub in den Tiroler Bergen klingt nach Erholung – bis man gleich am ersten Tag über eine Leiche stolpert. Genau das passiert der Wiener Familie Brunner, und statt Kaiserschmarrn und Panorama genießen sie plötzlich ein unerwartetes Hobby: ermitteln.

Tim Eckhaus liefert mit diesem Reihenauftakt einen herrlich leichten, humorvollen Alpenkrimi, der vor allem durch seine Figuren lebt. Die Brunners sind liebenswert chaotisch, Pensionswirtin Mili ist ein echtes Highlight und die Mischung aus Bergidylle, Geheimnissen und skurrilen Begegnungen (Stichwort: singende Kühe!) sorgt für durchgehend gute Laune.

Der Fall selbst bleibt eher cozy als blutig, aber genau das macht den Charme aus. Perfekt für alle, die Österreich‑Vibes lieben und beim Lesen gerne schmunzeln.

Fazit: Ein witziger, atmosphärischer Wohlfühlkrimi mit Alpenflair – ich freue mich schon auf den nächsten Fall der Brunners.