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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.02.2025

Die bisher beste Liebesgeschichte von Jane Hell

Fischbrötchen und Erdbeerbonbons
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Ach, das war wieder ein richtig schöner Leseurlaub in Eckernförde, dieses Mal mit einer Prise Märchen. Denn anders kann man es nicht beschreiben, dass Isa nach so vielen Jahren ihre Jugendliebe Erik wiedertrifft ...

Ach, das war wieder ein richtig schöner Leseurlaub in Eckernförde, dieses Mal mit einer Prise Märchen. Denn anders kann man es nicht beschreiben, dass Isa nach so vielen Jahren ihre Jugendliebe Erik wiedertrifft und wie dann alles seinen Lauf nimmt.
Isa ist mit ihren fast dreißig Jahren glücklich in ihrem Heimatort Eckernförde, in dem sie als Bonbonkocherin ihrem Traumberuf nachgeht. Doch oft denkt sie noch an ihre Jugend-Ferienliebe Erik, die fast ihr halbes Leben zurückliegt. Als er jedoch eines Tages urplötzlich wieder vor dem Bonbongeschäft steht, wirft das ihr ganzes Leben durcheinander. Nicht nur, dass sie sich fragen muss, ob er wohlmöglich auch noch Gefühle für sie hat und wie es weitergeht. Nein, die Herausforderungen werden reißen nicht ab. Schließlich sieht es auf einmal so aus, als würde Isa ihren Job verlieren. Zusätzlich erinnert sie ihr bester Freund Sönke an das einstige Versprechen, sie würden sich zusammentun, wenn sie beide mit 30 Jahren noch alleinstehend sind. Das alles muss Isa meistern und wir sind live dabei.
Durch den Start mit der lang zurückliegenden Jugendliebe, die dann mit Frau und Kind wiederauftaucht, war meine Neugier direkt geweckt. Jane Hell hat es durch ihren bildreichen und nahbaren Schreibstil sofort geschafft, die Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen und mich richtig in die Geschichte gezogen. Wie Isa auf diese Begegnung reagiert hat und wie es ihr danach geht, hat mich auch emotional gepackt. Sie gefällt mir als Protagonistin total gut. Zwar ist sie mit ihren 29 Jahren wie ein verliebter Teenie, aber fragt sich immer wieder selbst, warum sie so reagiert und hinterfragt sich selbst ganz rational, kann aber gleichzeitig die emotionale Seite nicht kontrollieren. Das kommt mir total realistisch und ebenso sympathisch vor. Und natürlich habe ich mit ihr mitgefiebert.
Toll fand ich auch, dass ich, trotz des Liebesromans, nicht vorausahnen konnte, wie es zu einem Ende kommt. Gefühlt habe ich alle 10 Seiten meine Idee, wie die Geschichte enden würde, über Bord geworfen und eine neue Theorie aufgestellt. Diese Wendungen und die damit verbundene Spannung haben mir unheimlich gut gefallen! Das hat meine Neugier richtig befeuert! Dies gepaart mit den Emotionen und der tollen Kulisse am Meer war die perfekte Mischung für mich! Ich lehne mich sogar so weit aus dem Fenster, dass dies für mich bislang das beste Buch von Jane Hell überhaupt ist!

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Spannend, nahbar, unterhaltsam und doch viel zu lernen

Goldene Zeiten. Die Münchner Ärztinnen
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Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts geht es für die angehenden Münchner Ärztinnen im zweiten Teil der Triologie weiter mit ihren Träumen und Herausforderungen. Die Freundinnen rund um Lulu, Fanny und Elsa ...

Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts geht es für die angehenden Münchner Ärztinnen im zweiten Teil der Triologie weiter mit ihren Träumen und Herausforderungen. Die Freundinnen rund um Lulu, Fanny und Elsa träumen immer noch davon, ein Medizinstudium aufzunehmen und schaffen dafür die nötigen Voraussetzungen.
Da ich schon den ersten Teil der Triologie, als die Freundinnen sich kennenlernten, sehr gerne gelesen habe, habe ich mich gefreut, dass alle losen Enden aus dem ersten Part wiederaufgenommen werden. Lulu beginnt mit dem Abitur und kämpft um die Anerkennung ihres Vaters für sich und ihren Traum. Elsa hat noch schwer daran zu tragen, ihre Tochter Tilda nicht mehr zu sehen und sieht als Wärterin im Kinderkrankenhaus ihren Traum vom Medizinstudium in immer weitere Ferne ziehen. Und Fanny muss jeden Tag fürchten, dass sie auffliegt, während sie die medizinischen Vorlesungen verkleidet als ihr Bruder besucht, und versucht, ihre Geldsorgen zu bewältigen. Darüber hinaus spielt die Liebe eine Rolle und wir werden Zeuge der damaligen gesellschaftlichen Erwartungen an junge Frauen.
Für mich ist dieses Buch ein Zeitzeugnis, wie es damals war als Frau seine eigenen Träume zu haben. Ich war richtig gefesselt davon, wie schwer es die Freundinnen haben und wie sie sich dennoch nicht davon unterkriegen lassen. Dabei habe ich mitgefiebert und auch oft den Kopf geschüttelt, weil ich mir aus heutiger Perspektive kaum vorstellen kann, was man damals normal fand. Besonders gut hat mir auch gefallen, dass die Freundinnen aus so unterschiedlichen Schichten kommen und man so ein umfassendes Bild bekommt, wie es in der gehobenen, mittleren und armen Bevölkerungsschicht zuging. Über all das, was ich in diesem Buch lernen durfte, hinaus, muss ich aber auch ergänzen, dass es eine Freude war nur so durch die Seiten zu fliegen. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, weil ich es so spannend fand. Denn durch die Kapitel aus wechselnden Perspektiven pausieren die Erzählstränge zu den einzelnen Freundinnen immer genau dann, wenn es spannend wird, und man platzt fast vor Neugier, wie es wohl für die jeweilige weitergehen mag.
In diesem Band hat mich besonders Elsas Geschichte mitgenommen. Ich hatte ihre ungewollte Schwangerschaft zunächst ganz anders eingeordnet. Doch als sich am Ende alles auflöst, konnte ich kaum glauben, was diese junge Frau alles durchstehen musste, und wie kämpferisch sie dennoch geblieben ist. Insbesondere für sie hoffe ich im dritten Band noch auf ein echtes Happy End. Letzteres wünsche ich mir natürlich auch für die anderen Hauptfiguren, denn auch sie haben keinen leichten Weg, ihren Traum zu verwirklichen. Und auch in Liebesdingen haben sie es nicht gerade einfach. Ich jedenfalls bin schon ganz gespannt auf Band drei und hoffe, dass sich dann all meine Hoffnungen bestätigen und sich meine Neugier durch das Auflösen aller noch offenen Fragen stillen lässt.
Von mir gibt es eine dicke Leseempfehlung und den ganz dringenden Tipp auch vorher Band eins zu lesen. Es geht zwar auch unabhängig voneinander, aber in der richtigen Reihenfolge hat man mehr Kontext und es fühlt sich dadurch in Band zwei an, als würde man die alten Freundinnen endlich wieder treffen.

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Emotionen sehr echt, Handlung etwas zu überladen

Almost isn't enough. Echoes of the Past (Secrets of Ferley 2)
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Bei dem zweiten Band dieser Reihe von Jennifer Bright handelt es sich um eine Young Adult-Romanze, die auch unabhängig vom ersten Teil gelesen werden kann, aus dem Bereich Enemies to Lovers. Wobei man ...

Bei dem zweiten Band dieser Reihe von Jennifer Bright handelt es sich um eine Young Adult-Romanze, die auch unabhängig vom ersten Teil gelesen werden kann, aus dem Bereich Enemies to Lovers. Wobei man in diesem Fall korrekterweise anmerken muss, dass Damian und Hazel in ihrer Jugend schon einmal ein Paar waren, bis sie sich ohne ein Wort davongemacht hat. Das kann Damian ihr nicht verzeihen und es gibt Streit, wann immer sich die beiden nach Hazels Rückkehr in die Kleinstadt über den Weg laufen. Doch auch die Anziehung können sie nicht leugnen, sodass sich schnell eine Neuauflage der alten Emotionen ankündigt.
Damian ist der klassische Bad Boy mit stahlharten Muskeln, der seine negativen Emotionen bei illegalen Boxkämpfen herauslässt. Seinen weichen Kern zeigt er nur seinen Freunden und natürlich Hazels Opa, dem er in seiner Buchhandlung aushilft. Hazel ist die unabhängige junge Frau, die versucht, alleine mit ihrem Schicksal fertig zu werden und unter ihrer schweren Kindheit leidet. Allein diese beiden extremen Charaktere würden schon ausreichen. Doch hinzukommt noch eine schwere Jungend bei Damian, mit einem gewalttätigen Vater, eine drogensüchtige Mutter bei Hazel, ein gewalttätiger Bekannter, der Hazel erpresst und viele weitere Probleme. Das war mir persönlich einfach zu viel, um es noch als realistisch zu bezeichnen. Für einen einzigen Liebesroman war es mir zu viel Handlung und zu viele Problemstränge, da ich lieber Liebesgeschichten lese, bei denen ich das Gefühl habe, sie könnten genauso passiert sein.
Dennoch muss ich die Emotionen und das Knistern zwischen den beiden hervorheben, die wirklich gut transportiert wurden. Wer also rasante Geschichten, mit viel Spannung und vor allem mit turbulenten Handlungen mag, wird hiermit mehr als zufrieden sein.

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Emanzipierte Romanheldin mit Mut, hält dennoch Gefühle zurück

Degrees of Engagement
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Wenn man Degrees of Engagement zusammenfassen sollte, könnte man die Geschichte am ehesten als emanzipierte Fake-Dating-Romanze beschreiben. Denn Bianca hat gerade ihren Doktortitel gemacht, will diesen ...

Wenn man Degrees of Engagement zusammenfassen sollte, könnte man die Geschichte am ehesten als emanzipierte Fake-Dating-Romanze beschreiben. Denn Bianca hat gerade ihren Doktortitel gemacht, will diesen mit ihren Freunden feiern, doch niemand außer ihrem heimlichen Schwarm Xavier kommt. Als dieser Bianca tröstet und aus einer Laune heraus vorschlägt, dass ihre Freunde und Familie sicherlich gekommen wären, wenn sie ihre Verlobung gefeiert hätte, nimmt die wilde Idee ihren Lauf. Xavier lag mit seiner Vermutung nämlich genau richtig und irgendwie kommen die beiden aus dieser Fake-Verlobung nicht mehr heraus. Schließlich haben sie beide schon seit langem heimlich Gefühle füreinander, aber keine bringt es übers Herz, mit dem anderen darüber zu sprechen. Und keiner von beiden möchte dem anderen bei der lang ersehnten Karriere im Weg stehen.
Was mir wirklich gut gefallen hat, ist, dass Bianca keine dieser Romanheldinnen ist, die für den Traummann alle beruflichen Ambitionen direkt über Bord wirft und nur ihm hinterherrennt. Sie ist sehr emanzipiert, eigenständig und kämpft um Anerkennung für ihre Träume. Dass sie dabei die Fake-Verlobung braucht, um ihrer Familie zu beweisen, dass ein Doktortitel ebenso feiernswert ist, fand ich auf eine überspitzte Art auch lustig. Allerdings passte diese moderne, erwachsene Ansicht von Bianca irgendwie nicht dazu, dass sie ihre Gefühle für Xavier nicht einfach bei ihm anspricht. Sie haben sich ja auch vor Beginn der Anfangsszene im Buch schon gut verstanden, waren quasi Freunde. Wieso hat sie dann nicht einfach mit ihm gesprochen? Wissenschaftlern schreibt man doch eine gewisse nüchterne Art zu, die sachlich ist, aber das Kind beim Namen nennt. Das passt für mich nicht gut zusammen. Auch bei Xavier habe ich mir diese Frage gestellt, warum er nicht einfach seine Gefühle offenbart. Durch dieses Versteckspiel zieht sich der Mittelteil für meinen Geschmack etwas zu lang und man hätte ein Happy End früher haben können.
Dennoch muss ich sagen, dass ich das Buch gerne gelesen habe. Mir haben die Emotionen zwischen den beiden wirklich gut gefallen, das Knistern und die Anziehung war quasi live zu spüren. Sie gehen auch gut aufeinander ein und sind ein tolles Paar, bei dem es eine Freude war, mehr von ihnen zu lesen.

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Bunte, lustige Geschichte über Widerwilligkeit

Widder Willi will aber!
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Manchmal ist es alles nicht so, wie man es haben will. So geht es auch dem kleinen Widder Willi und er ist ganz schön widerwillig. Das ist natürlich sehr nervenaufreibend für seine Herde, aber auch er ...

Manchmal ist es alles nicht so, wie man es haben will. So geht es auch dem kleinen Widder Willi und er ist ganz schön widerwillig. Das ist natürlich sehr nervenaufreibend für seine Herde, aber auch er fühlt sich nicht wohl damit. Allerdings kann er einfach nicht anders. Zumindest nicht, bis er auf den kleinen Steinbock Hörnchen trifft. Die beiden zusammen haben unheimlich viel Spaß und auch Willi keine seine Widerwilligkeit zumindest zeitweise ablegen.
Dieses Buch hat nicht nur eine tolle Geschichte, sondern auch wunderschöne Bilder mit zwei bezaubernden Protagonisten. Und wenn man über widerwillige Mini-Widder und bockige Steinböckchen spricht, fällt es doch gleich viel leichter, dem eigenen Kind zu zeigen, wie es sich manchmal aufführt.
Dieses Kinderbuch finde ich sehr gut gelungen, lustig gestaltet und mit einer ganz tollen Botschaft. Von mir gibt es eine dicke Leseempfehlung für alle, die manchmal auch ein kleines Böckchen zuhause haben.

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