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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.01.2017

…dass auch zu uns einmal eine alte Dame kommen wird…

Der Besuch der alten Dame
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INHALT:

Claire Zachanassian kehrt als steinreiche Frau in ihr Heimatdorf Güllen zurück, wo ihr einst das Herz gebrochen und die Ehre geraubt wurde. Nun will sie sich rächen und bietet der Güllener Bevölkerung ...

INHALT:

Claire Zachanassian kehrt als steinreiche Frau in ihr Heimatdorf Güllen zurück, wo ihr einst das Herz gebrochen und die Ehre geraubt wurde. Nun will sie sich rächen und bietet der Güllener Bevölkerung eine Milliarde dafür, dass ihr damaliger Liebhaber Ill für sein Vergehen mit dem Tod bestraft wird. Ein Angebot, das die Bürger entrüstet zurückweisen. Zunächst.



EIGENE MEINUNG:

Auch hier der Original-Klappentext. Auf meiner Ausgabe im Diogenes-Verlag von 1998 besteht die Buchbeschreibung auf der Rückseite aus Kommentaren von Friedrich Torberg/Neuer Kurier, Wien und The New York Times. Das Coverbild ist ein Detail aus Turmbai VI: Versuch eines Neubaus von Friedrich Dürrenmatt und zeigt ein Gerüst bzw. eine Frau.

„Der Besuch der alten Dame“ ist eine Tragische Komödie – und das bringt es für mich auch wirklich auf den Punkt! Ich war beim Lesen entsetzt, nur um kurz darauf wirklich wieder Lachen zu müssen. Das Ganze hat drei Akte und ist in meiner Ausgabe als Bühnenstück geschrieben, was mir das Lesen gerade zu Beginn schon etwas schwer gemacht hat. Allerdings kann man sich alles auch wirklich toll vorstellen und zum Teil war ich einfach nur begeistert vom Einfallsreichtum des Autors z. B. beim Gestalten des Waldes durch die „Bäume“ etc. Schauplatz ist ein kleiner Ort in Mitteleuropa in den 50er Jahren. Verfasst wurde es 1955, die Endfassung erschien 1980.

Ob ich die reiche alte Dame mag kann ich selbst nach Beenden des Buches nicht sagen. Manchmal erscheint sie wie ein Witz, dann wie das verletze Mädchen, dann wieder wie eine irre Alte. Sie hat in ihrer Jugend schlimmes erleben müssen. Wie sie jetzt allerdings damit umgeht ist schon ein Ding. Sie will mit ihrer Vergangenheit abschließen und das kann wohl jeder nachvollziehen, sie will sicher auch Rache und wurde von den Ereignissen in der Vergangenheit geprägt. Hinzu kommt, dass sie reich ist und es sich leisten kann ihre Forderung zu stellen. Aber z. B. ihr Umgang mit ihren diversen Ehemännern lässt sie mir entweder vollends krank durch ihre Erfahrungen oder einfach irr erscheinen. All dies und die Gedanken die man sich darüber macht lassen einen jedoch nicht übersehen wie überaus klug ihr Handeln auf eine wahnwitzige Art und Weise ist. Sie kann zusehen wie alles zerbricht, vielleicht so wie sie damals zerbrochen ist. Und das im Grunde ohne einen Finger zu rühren – ihr Angebot hat gereicht. Den Rest erledigen die Bürger und wie die sich von Anfang des kurzen Stückes bis zum Ende verändern und vor allem wie sie sich vor sich selbst rechtfertigen ist oft einfach nur erschreckend. Erschreckend, weil so menschlich…

Auch Alfred ist eine unheimlich gute Figur. Zu Beginn erschien er mir nur gierig, dann böse, dazwischen wahnsinnig wie er sich seinen Mitbürgern gegenüber verhält um am Schluss Recht zu behalten und unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit gerichtet zu werden. Besonders hart hat mich auch das Verhalten seiner Familie getroffen…

Manche Szenen wirken einfach nur übertrieben, andere so tiefgründig und wahr, dass es einen schaudert… Die Geschichte dreht sich um ein Klischee und ist doch so einprägsam und zugleich auf seine skurrile Art und Weise unterhaltsam. Die Komik im Buch macht einen empfänglicher für die Tragik der Geschichte habe ich einmal gelesen. Ich selbst habe bei mir auf jeden Fall bemerkt, dass mir oft erst einen Moment später die Tragweite der Worte bewusst wurde. Manche verfolgen mich noch jetzt in ihrer Einfachheit und doch Treffsicherheit. Viele Sätze im Buch habe ich markiert. Wenn ich jedoch andere Rezensionen lese merke ich schon auch, dass ich ein einfacher Leser bin, der sicher nicht jede Andeutung, jeden Vergleich oder jeden Parallelismus in der Geschichte entdeckt hat.



FAZIT:

Ich verstehe warum dieses Buch ein Klassiker geworden ist! Es ist nicht nur die Frage nach Schuld, Unschuld oder Gerechtigkeit, sondern der Weg bis das Urteil darüber gefällt wird… Und zum Schluss bleibt vielleicht schon auch die Frage wie man selbst entschieden hätte…

Veröffentlicht am 20.01.2017

Am Ende bleibt das Leben...

Und morgen seid ihr tot
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INHALT:

Es sollte eine Reise entlang der Seidenstraße werden. Sie endete in der Gewalt pakistanischer Taliban. Achteinhalb Monate lang lebte ein Schweizer Paar in Todesangst. Nun erzählen sie ihre eindrucksvolle ...

INHALT:

Es sollte eine Reise entlang der Seidenstraße werden. Sie endete in der Gewalt pakistanischer Taliban. Achteinhalb Monate lang lebte ein Schweizer Paar in Todesangst. Nun erzählen sie ihre eindrucksvolle Geschichte. Sie führt in eine Region, von der zwar in den Medien viel die Rede ist, die aber kaum einer kennt: ins pakistanische Waziristan, nahe der Grenze zu Afghanistan, ins Stammland der Taliban. Am 1. Juli 2011 beginnt der Albtraum. Daniela Widmer und David Och werden in Belutschistan (Pakistan) von einem bewaffneten Kommando aus ihrem Reisebus gezerrt und 500 Kilometer Richtung Norden verschleppt. Die »Gotteskrieger« wollen Lösegeld für sie kassieren. Im Laufe der Monate wird die Situation immer auswegloser. Als sich in den Wintermonaten auch die letzte Hoffnung auf einen Erfolg der Verhandlungen zerschlägt und die Bewachung immer nachlässiger wird, treffen David und Daniela eine mutige Entscheidung. Am 15. März 2012 gelingt die spektakuläre Flucht. Zurück in die Schweiz. Doch gibt es das noch: ihr altes Leben?



EIGENE MEINUNG:

Wie immer bei einem „Sachbuch“ auch hier der originale Klappentext, weil ich es da besonders wichtig finde welche Worte der Autor gewählt hat bzw. dass der Leser dann auch genau das bekommt!

Das Cover des ansonsten schwarzen Buches ziert ein Bild des Paares aus einem der Erpresservideos. Ich denke es sagt mehr als 1000 Worte und nach dem Lesen ihrer Geschichte sieht man es nochmals mit anderen Augen. Am Anfang steht außerdem noch eine Landkarte die den Verlauf der Entführung zeigt.

Bevor ich ein paar Dinge zum Buch sage, die mich besonders berührt haben, muss ich die Kommentare und Rezensionen ansprechen die mich schrecklich ärgern… Das die beiden sich fahrlässig in unsicheres Land begeben haben, etc. Wenn man den Anfang des Buches liest merkt man, dass die Reise gut geplant war. Kurz vor ihrer Entführung hatten sie noch eine Polizeieskorte bei sich, der ihnen dann wegen einer Reifenpanne nicht weiter folgen konnte. Und selbst wenn sie fahrlässig gehandelt hätten denke ich hat diese Geschichte mehr als so viel Kälte und Herzlosigkeit verdient. Selbst wenn man nicht die schwere Zeit der beiden wahrnehmen möchte kann man so viel über die Region, die Menschen lernen, dass es das allemal wert ist!

Schon während ihrer Reise schrieb Daniela ihre Eindrücke in ein Tagebuch, auch nach der Entführung führt sie dies fort, bekommt von den Entführern sogar Stift und Papier. Das Buch ist in einzelne Abschnitte gegliedert: Im Verlauf der Entführung wurden die beiden immer wieder an neue, teils auch an schon bekannte Orte gebracht, zu denen Daniela Skizzen anfertigt die im Buch abgedruckt sind. Besonders berührt haben mich dabei immer die Schlaf- und Hygienesituationen denen ja nicht nur das Paar, sondern auch die Entführer bzw. Familien ausgeliefert waren. Außerdem die in die Skizzen eingezeichneten Gehwege die Daniela und David in den kleinen Innenhöfen mit Minutenangaben wie lange eine Runde dauert eingezeichnet haben.

Klar hatte auch ich vor Beginn des Buches den Gedanken ob die beiden wirklich durch diese Länder hätten reisen sollen. Aber je länger man die beiden und auch die Entführer, denen das Paar Spitznamen gab und sie einem so vertraut werden ließ, begleitete, desto mehr bangte man mit ihnen. Ich bangte mit dem Paar um ihr Freikommen und zugleich mit den Entführern, dass sie bekommen würden was sie verlangten.

Sehr bewegt haben mich die Verhältnisse in denen die Menschen dort leben. Keine Bildung, oft ein Strom, Gefechtslärm, hygienische Umstände die für uns untragbar wären (Daniela und David klagten ständig über Durchfall und immer wieder Flohbefall), kein Handynetz oder Internet, keine Lebensperspektiven, unwürdigste Lebensumstände für die Frauen aus unserer Sicht und vieles mehr. Besonders beeindruckt hat mich auch wie diese sich um Daniela kümmerten, so dass diese ihre Fragen nach dem Leben bei ihnen zu Hause nicht mehr wahrheitsgetreu beantwortete, sondern ihnen sagte, dass bei uns ebenso per Hand gewaschen werde etc. Auch die Gastfreundschaft die den beiden trotz ihrer Stellung als Geiseln geboten wurde hat mich extrem überrascht. Einzelne Sätze wie der mit dem per-Hand-waschen gehen mir bis heute nicht aus dem Kopf, ebenso als ein Entführer den beiden anbot doch bei ihnen zu bleiben. Er würde dann leider nicht mehr mit Daniela reden können, weil sie ja dann eine normale Frau wäre. Einfach bewegend und unglaublich…

Die unterschiedlichen Lebensanschauungen werden vor allem in Bezug auf Kinder deutlich: Die Entführer können gar nicht verstehen warum Daniela und Davids Eltern sich so um sie sorgen. Beim Tod eines Kindes kann man sich dort damit trösten, dass man ja noch weitere hat… Das sind die gleichen Entführer, die nicht einmal wissen wie viel Lösegeld sie fordern sollen – 5 oder 50 Millionen und die nicht wissen, dass die Schweiz nicht zu den USA gehört…

Ein weiterer Punkt, der mich sehr mitgerissen hat was die Beziehung der beiden zueinander. Wie haben sie die langen Tage und Nächte überstanden, oft ohne Schlaf, oft überhaupt ohne richtiges Bett. Sie waren nicht immer am selben Stand mit ihren Gefühlen oder Plänen und das Buch gibt dies einfach nur wundervoll wieder, auch wenn größtenteils aus der Sicht von Daniela geschrieben wird.

Ein ganz komisches Gefühl habe ich nach wie vor dabei wie ich die Entführer sehe, wie sie sich im Laufe des Buches für mich verändert haben und einem irgendwie wie zu „Bekannten“ wurden, wenn ihre Namen erneut auftauchten. Zum Teil würde zwischen Entführern und Entführen irgend eine Art von Beziehung aufgebaut, die die Engstirnigkeit, die Grausamkeit und die mangelnde Bildung fast schmerzlich erscheinen lässt.

Nach Beendigung des Buches habe ich mir auch das ein oder andere Video über die beiden auf Youtube angeschaut – teilweise kann man dort sogar Ausschnitte aus den von ihnen beschriebenen Videos sehen, die die Entführer mit ihnen gedreht haben. Anscheinend gab es nach der Rückkehr der beiden in die Schweiz von der Schweizer Öffentlichkeit noch Vorwürfe über das „leichtsinnige Verhalten“. Ob Schweizer Gelder an die Taliban flossen ist wohl nach wie vor nicht bekannt, allerdings sollen für die Tätigkeiten von Schweizer Behörden im Hintergrund Millionen Franken an Steuergeldern geflossen sein…

Für mich wäre es jetzt noch sehr interessant wie die beiden ihr Leben zu Hause wieder aufgenommen haben, ob sie als Paar noch zusammen sind und noch einmal etwas von ihrer Entführung gehört haben bzw. das Land nochmal besuchen würden/werden.

Und als letzten Satz muss ich sagen, dass die auch im Buch beschriebenen amerikanischen Drohnen wohl kaum dazu führen werden religiösen Fanatikern die Macht zu entreißen. Geschweige denn den ungebildeten Menschen in diesem Land eine Zukunft zu schenken…



FAZIT:

Ein Buch das mich aus den verschiedensten Gründen noch lange, lange Zeit beschäftigen wird!!

Veröffentlicht am 20.01.2017

Eine tolle Kaffeerunde!

Auf einen Kaffee mit Loki Schmidt
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INHALT:

Dies ist nicht nur ihr letztes Buch, es ist auch ihr persönlichstes Wie ist es, selbst beim Schwimmen Sicherheitsbeamte um sich zu haben? Was würde Loki Schmidt einem Besucher Hamburgs von ihrer ...

INHALT:

Dies ist nicht nur ihr letztes Buch, es ist auch ihr persönlichstes Wie ist es, selbst beim Schwimmen Sicherheitsbeamte um sich zu haben? Was würde Loki Schmidt einem Besucher Hamburgs von ihrer Stadt zeigen? Wie geht man sorgsam mit Medien um? Wann hat sie angefangen, Hosen zu tragen, und was haben Kunst und Musik für ihr Leben bedeutet? In kurzen, launigen Gesprächen gibt Loki Schmidt Auskunft: über ihre Ansichten, ihre Wünsche, ihr Leben. Über fünfzehn Jahre lang trafen sich Loki Schmidt und Reiner Lehberger alle zwei Wochen zum Gedankenaustausch. Bei einer Tasse Kaffee (und einigen Zigaretten) sprachen sie über die großen und kleinen Dinge des Lebens.



EIGENE MEINUNG:

Wie immer wenn ich ein Buch eher als Sachbuche betrachte versuche ich den Inhalt gar nicht in eigenen Worten darzustellen, sondern halte mich an den Klappentext. Hier finde ich es einfach besonders wichtig, dass man bekommt was hinten auf dem Buch steht und für mich sollen diese Bücher auch genau mit diesen Worten beginnen!

Das Cover des Buches ist sehr schlicht gehalten, allerdings hat es eine Struktur die mich etwas an eine Tapete erinnert und fühlt sich dadurch schon außergewöhnlich an. Das Bild finde ich zwar jetzt nicht wirklich schmeichelhaft, aber Loki Schmidt ist darin zu erkennen.

Das Buch ist eine biografische Gesprächssammlung und wurde 2012 herausgegeben. Die gemeinsamen Gespräche über mehrere Jahre in Hamburg-Langenhorst wurden in 20 verschiedene Themenbereiche eingegliedert, z. B. das Leben mit Sicherheitskräften, die Schule, Feuersturm und Flutkatastrophe, Hamburg für Besucher, Privates aus dem Hause Schmidt, der Naturschutz, Rollator und das Alter. Die Gespräche wurden aufgezeichnet und von beiden gemeinsam überarbeitet und redigiert.

Für mich hat dieses Buch, genau wie Loki Schmidt, eine absolute Geradlinigkeit und man erkennt sie in den Gesprächen, in einzelnen Sätzen, in einem lauten Auflachen wieder. Sie zeigt eine Eigenständigkeit, die sie auch als Politikergattin nie aufgegeben hat. Auf mich wirkte sie auch im Geschriebenen als starke, selbstständige Frau, die ihren Mann aber immer unterstützt hat und keinen Zweifel an ihrer Ehe zugelassen hat. Trotzdem hat das Buch auch seine stillen Momente, auch wenn Ehe, Sohn und Krankenhaus als Themen nur angekratzt wurden.

Diese Sammlung aus Gesprächen gibt Einblick in die Kindheit und ihre Erziehung, alles auch von der Geldknappheit in der Nachkriegszeit geprägt. Trotzdem wurde Wert auf künstlerische und musikalische Ausbildung gelegt, was mich sehr erstaunt hat und ich denke das war etwas was sie sehr mit ihrem Mann verbunden hat! Sie wirkt immer wie eine bescheidene, jedoch absolut gebildete Frau, die weiß was sie will – auf ihre Art auch Vorbild für die Bürger ihres Landes. Für mich ist sie nach wie vor eine absolute Respektsperson, der ich nicht so leicht widersprochen hätte ;) Besonders die Momenten in denen sie etwas abtut wirken auf mich unheimlich bestimmt und stark.

Interessant war es auch über ihre Forschungsreisen, die Gründung ihrer Stiftung und die Aktion „Blume des Jahres“ zu lesen. Loki Schmidt muss sich für mich niemals dafür rechtfertigen, dass sie etwas nur durch ihren „Prominentenstatus“ erlangt hätte. Eine tolle Frau!

Ihre Lebensanschauung, sowie ihre Art zu reden war für mich sehr realistisch, nüchtern und ehrlich. Dafür muss ich sie wirklich bewundern! Bis zu ihrem Lebensende hatte das Paar einen arbeitsintensiven Alltag und ich denke, trotz Schwierigkeiten, eine wirklich gute Ehe. Sie wirkt sicher und unbeirrt, was für mich einen besonderen Reiz an ihrer Person ausmacht. Besonders schön finde ich auch Momente in denen sie sich von etwas vollkommen unbeeindruckt zeigt! Ein Rezi-Kollege hat das als typisches hamburgerisches Meiden von platten Sentimentalitäten beschrieben! Dabei ist sie einfach authentisch und gefällt mit ihrem trockenen, klugen und subtilen Humor!

Was ich im Buch noch sehr nett fand war das Kapitel über Hamburg in dem Loki Schmidt erzählt, was man in Hamburg unbedingt gesehen haben muss! Das kann man für eine Reise durchaus nutzen ;)

Am einprägsamsten ist für mich jedoch Loki Schmidts Art klar Stellung zu beziehen und niemals nur als „Anhängsel“ gesehen zu werden. Das Buch gibt auch einen Überblick über die ganze Lebenszeit von Loki Schmidt mit zahlreichen politischen und dramatischen Ereignissen. Das Buch liest sich schnell und macht dabei Spaß! Es ist als würde man mit den beiden im selben Raum sitzen!

Passend zu dieser Ausgabe gibt es ein weiteres Buch in Zusammenarbeit von Helmut Schmidt und Giovanni di Lorenzo mit dem Titel „Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt“.



FAZIT:

Für mich war und ist Loki Schmidt eine herausragende Persönlichkeit und es war sehr interessant über ihre Erfahrungen, Erlebnisse und Einstellungen zu lesen! Auch etwas über ihre Vorstellung und Erziehung zu Moral und Werten. Außerdem bekommt man schöne Ausflugsideen für Hamburg! ;)

Veröffentlicht am 20.01.2017

Tolle Nebencharaktere und eine schöne Einstimmung in die Weihnachtszeit

Beschwipste Engel küsst man nicht
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INHALT:

Nina liebt Weihnachten und ihre kleine Wohnung kann gar nicht festlich und gemütlich genug dekoriert sein. In diesem Jahr ist sie Dank eines neuen Mannes in ihrem Leben sogar besonders glücklich ...

INHALT:

Nina liebt Weihnachten und ihre kleine Wohnung kann gar nicht festlich und gemütlich genug dekoriert sein. In diesem Jahr ist sie Dank eines neuen Mannes in ihrem Leben sogar besonders glücklich und erfüllt ihrem besten Freund Jens deshalb gerne seine Bitte: Als singender Weihnachtsengel soll sie an seiner Seite, einem stattlichen Weihnachtsmann, durch die Berliner Nacht ziehen und Kindern eine Freude machen. Doch anstatt als Rauschgoldengel glücklich den Feiertagen mit ihrem Liebsten entgegen zu schweben, erlebt sie eine derbe Bruchlandung. Eine alles andere als friedvolle Weihnachtsüberraschung bringt sie nicht nur in ein vietnamesisches Schnellrestaurant, sondern auch in die Notaufnahme eines Krankenhauses – aber nicht vergessen: Es ist Weihnachten, die Zeit der Wunder…



EIGENE MEINUNG:

Das Cover von „Beschwipste Engel küsst man nicht“ mit seinem einheitlich grünen Hintergrund ist für mich dadurch eher schlicht, aber mit der weißen Schrift, den Schneeflocken und dem kleinen Engel doch weihnachtlich! Zur Geschichte passt das Cover auf jeden Fall ;)

Die Erzählung um Ninas Weihnacht ist etwa 75 Seiten bzw. 8 Kapitel lang und daher für mich eigentlich eine Kurzgeschichte. Oft mag ich diese nicht sonderlich gerne, weil mir etwas fehlt, alles auf den wenigen Seiten zu schnell gehen muss oder ich am Ende einfach noch nicht bereit für ein Ende bin. Bei dieser Geschichte waren für mich am Anfang einige kleine Längen, dann hat jedoch alles ziemlich genau gepasst :)

Nina ist eine sympathische junge Frau und auch Jens kann man durchaus ins Herz schließen, auch wenn er keine zu große Rolle im Buch spielt, wie ich anfangs schon befürchtet hatte. Überhaupt konnte ich bei vielen Kurzgeschichten bisher vorher schon relativ genau abschätzen worauf es hinauslaufen würde – bei dieser hier nicht. Es gab viele nette, kleine Überraschungen und viel Abwechslung im Geschehen. Besonders Hervorzuheben sind für mich die tollen Nebencharaktere, die ich sofort ins Herz geschlossen habe! Sie bereichern die Erzählung erst so richtig und geben ihr für mich den weihnachtlichen Zauber! Humor, Ernst, Gefühle, Schicksalsschläge, Lebensgeschichten, Hilfsbereitschaft und die Liebe finden alle in dieser kuren Geschichte ihren Platz. Wer eine kitschige Liebesgeschichte erwartet wird überrascht sein!

In der gemeinsamen Leserunde hat Tina Grube noch die Idee eines Nachfolgebandes angesprochen ;)



FAZIT:

Schöne kurzweilige Erzählung, mit tollen Charakteren, die einen wirklich in eine weihnachtliche Stimmung versetzen kann!

Veröffentlicht am 20.01.2017

Weihnachtliche Kurzgeschichte

Dafür ist man nie zu alt
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INHALT:

Die 20jährige Pia ist unheimlich stolz endlich die ersten Schritte in Richtung ihres eigenen Lebens gemacht zu haben und fühlt sich als Erwachsene mit ihrer eigenen Wohnung pudelwohl. Dazu passt ...

INHALT:

Die 20jährige Pia ist unheimlich stolz endlich die ersten Schritte in Richtung ihres eigenen Lebens gemacht zu haben und fühlt sich als Erwachsene mit ihrer eigenen Wohnung pudelwohl. Dazu passt so gar nicht, dass sie Heiligabend zu Hause bei ihrer Familie verbringen soll, dafür fühlt sie sich viel zu alt! Doch es kommt noch dicker: Ihre Eltern haben es gewagt Nic einzuladen, ihren absoluten Kindheits-Erzfeind, mit dem sie das Fest der Liebe ganz sicher nicht verbringen will! Schließlich hat er schon mehrmals versucht sie auf hinterhältigste Art und Weise zu töten!



EIGENE MEINUNG:

Auf den ersten Blick war es ganz klar das wunderschöne, weihnachtliche Cover das mich zu diesem e-Book hingezogen hat! Es wirkt als würde es leicht schneien und die weihnachtlichen Gegenstände die sich wie an einer Perlenkette aufreihen verbreiten eine festliche Stimmung!

Mit nicht mal hundert Seiten zählt diese Erzählung für mich eher zu den Kurzgeschichten und denen bin ich normalerweise nicht unbedingt zugetan, weil mir dann doch immer etwas fehlt. Dies konnte ich bei dieser Geschichte von der Handlung her jedoch gar nicht behaupten! Man steigt schnell in die Geschichte ein und die Handlung erstreckt sich nicht über einen sonderlich langen Zeitraum, sodass durchaus auch Zeit für diese bleibt. Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen, so dass ich keine Einstiegsschwierigkeiten hatte.

Etwas gestört hat mich Pias große Intention erwachsen zu wirken und vor allem zu sein. „Dafür bin ich schon zu alt“ könnte ihr zweiter Name sein – von dem her passt der Titel des Buches hervorragend ;) Nic hingegen war ruhiger und für mich erwachsener, auch wenn man klar bedenken sollte, dass man hier eher von erwachseneren Jugendlichen liest als wirklichen Erwachsenen. Die kleine Schwester von Pia hat die Geschichte auch noch etwas aufgepeppt und es hat Spaß gemacht ihre gemeinsame Zeit zu erleben.

Beim Ende der Geschichte wäre für mich vielleicht etwas weniger mehr gewesen. Manche Sätze waren mir zu viel, auch wenn man natürlich von Beginn an relativ schnell wusste worauf das Ganze hinaus laufen würde.

Etwas gestört hat in der Leserunde die meisten, dass am Ende des Buches sehr viel Werbung angehängt ist. Erstens verringert dies die eh schon geringe Seitenzahl sicher noch einmal (dies ärgert einen sicher, wenn man den vollen Preis für das Buch bezahlt hat), zweitens nimmt es doch etwas den Lesegenuss zum Abschluss der Geschichte. Etwas Anderes hat mich beim Schreiben der Rezension noch sehr irritiert: Meiner Meinung nach heißt der männliche Charakter im Buch Nic, in der Inhaltsangabe, sowohl auf Lovelybooks als auch auf Amazon, ist jedoch die Rede von „Ben“?



FAZIT:

Für mich, die Kurzgeschichten eigentlich nicht so gerne mag, eine nette jugendliche Erzählung um in weihnachtliche Stimmung zu kommen.

(3,5 Sterne)