Profilbild von Buecherhausen

Buecherhausen

Lesejury Star
offline

Buecherhausen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Buecherhausen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.03.2023

Durchwachsen…

Gut Aubenhausen – Emilia und das Glück der Pferde
0

... das ist das Wort, welches mir durch den Kopf geisterte, nachdem ich das Buch "Gut Aubenhausen – Emilia und das Glück der Pferde" zu Ende gelesen hatte. Die Geschichte an sich und vor allem die Thematik ...

... das ist das Wort, welches mir durch den Kopf geisterte, nachdem ich das Buch "Gut Aubenhausen – Emilia und das Glück der Pferde" zu Ende gelesen hatte. Die Geschichte an sich und vor allem die Thematik des behutsamen und empathischen Umgangs mit Pferden haben mir gut gefallen. Der Sprachstil konnte mich leider nicht wirklich überzeugen und einige der Fotografien im Anhang haben mich regelrecht entsetzt, da hier der achtsame Umgang mit dem Pferd einfach nicht mit dem Turniersport und was dort den Tieren abverlangt wird, in Einklang gebracht werden kann. Deshalb fällt mir eine Empfehlung für das Buch auch etwas schwer.

Die Autorinnen:

Jessica von Bredow-Werndl ist eine erfolgreiche Dressurreiterin und lehrt auf dem eigenen Hof den achtsamen Umgang mit Pferden. Hier bildet sie außerdem gemeinsam mit ihrem Bruder talentierte Pferde aus.
Antje Szillat schreibt Kinder- und Jugendbücher sowie Erwachsenenliteratur. Die Spiegel-Bestseller-Serie "Flätscher" ist beispielsweise ihrer Feder entsprungen. Mit ihrer Familie lebt sie in Hannover.

Inhalt:

„Spannende Pferdegeschichte mit Profi-Tipps der Doppel-Olympiasiegerin
Die dreizehnjährige Emilia reitet bereits seit einigen Jahren und ist überglücklich, als ihre Eltern den Ponywallach Valentin kaufen. Doch ihre Begeisterung erhält bald einen Dämpfer, denn ihr Trainer geht alles andere als sanft mit ihr und Valentin um. Als es deshalb zu einem dramatischen Reitunfall kommt, steht für Emilia fest: So kann und will sie nicht länger mit ihrem Pony umgehen! Bei einem Besuch auf Gut Aubenhausen trifft Emilia auf die weltbekannte Dressurreiterin Jessica von Bredow-Werndl, die ihr anbietet, sie und Valentin zu trainieren. Schafft sie es, mithilfe der erfolgreichen Reiterin das Vertrauen in sich und ihr Pony wiederzuerlangen?“
(Klappentext)

Kritik und Fazit:

Das Cover hat mir sehr gut gefallen, da es mit leuchtenden Farben und einer einrahmenden Schnörkelei versehen ist. Im Zentrum steht ein ruhig grasendes Pferd (Valentin) auf dessen Rücken ganz entspannt ein junges Mädchen (Emilia) liegt und das einfache Zusammensein mit ihrem Pferd in freier Natur genießt. Auch sie ist völlig entspannt.
Auch das Innere ist schön gestaltet. Die Kapitelangaben sind mit einem floralen Muster unterstrichen und bei den Seitenzahlen ist ein kleines Pferd abgedruckt. Außerdem befinden sich kleine Hufeisen im Text, die meist auf einen Wechsel des Handlungsortes oder einen Zeitsprung hinweisen.

Die Geschichte ist auf ihren gut 200 Seiten in 18 Kapitel unterteilt und die Schrift ein wenig größer, sodass man sich recht schnell durch die Seiten liest, aber gleichfalls durch die nicht zu langen Kapiteln auch gut Pausen einlegen kann. Was den Stil der Autoren anbelangt, so empfand ich ihn als eher ungeschliffen. Da gibt es immer wieder einige Wortwiederholungen, bei denen sich definitiv auch Synonyme angeboten hätten. Die Geschichte ist in der dritten Person Singular verfasst und die Sprache eher kindlich gehalten, manchmal wirkte das schon fast etwas gestellt und nicht ganz authentisch. Beispielsweise rollen hier „Tränen aus blauen Augen“, in der beschriebenen Situation ist die Augenfarbe aber nun wirklich nicht wichtig. Das machte in einer späteren Szene schon mehr Sinn, sorgte dann aber im Grund für eine unnötige Wiederholung des Details. Auch ist der Text hin und wieder etwas holprig formuliert und es werden zu viele Füllwörter genannt. Emilia wird beispielsweise von ihrer Mutter in einer schweren Situation „liebevoll in den Arm genommen“. Dass die Mutter dies liebevoll und nicht grob macht, ist selbstverständlich.

Auch in der Handlung gibt es ein paar stilistische Schnitzer und erzählerische Ungenauigkeiten, die mich hin und wieder haben zurückblättern lassen, um der Sache nachzugehen. Außerdem kommt es zu Verschiebungen der Perspektive. Zum Großteil nimmt der Erzähler die Perspektive von Emilia ein. Hin und wieder rutscht diese aber (mitten im Textfluss) hinüber zu Jessica, was für leichte Irritationen sorgt. Diese Wechsel in der Perspektive hätten eher vermieden werden sollen oder durch eigene Kapitel gekennzeichnet, um einen besseren Lesefluss zu ermöglichen.

Was mir gut gefallen hat, ist die jedem Kapitel vorangestellte These oder Aussage der Dressurreiterin Jessica von Bredow-Werndl. Sie spricht hier über das Leben und den richtigen Umgang mit Tieren, und lässt dabei immer wieder ihre Sicht als Trainerin durchblicken. Außerdem bekommt Emilia in der Geschichte eine sympathische Rolle, da ihr Instinkt ihr ganz genau verrät, was richtig und was falsch ist und so fand ich es auch toll, dass sie für ihre Meinung und Ansicht einsteht und ihren Eltern die Stirn bietet
So wird die Hauptthese des Buches durch Emilia ganz natürlich in den Mittelpunkt gesetzt. Der behutsamer Umgang mit Pferden wird gelehrt und wie wichtig es ist, sich auf seine Intuition zu verlassen, wenn einem etwas als falsch, zu hart oder gar brutal vorkommt . Emilia trifft außerdem eine sehr reife und gleichzeitig schwere Entscheidung. Lieber reitet sie nicht mehr, als ihr Pony weiter quälen zu lassen und selbst unsanft mit ihm umzugehen. Ganz nebenbei werden so in der Geschichte einige Tipps für den behutsamen Umgang mit Pferden vermittelt. Hin und wieder finden sich dabei zwar Fachbegriffe, die man wohl nur als Reiter versteht, aber das war gar nicht störend, da sie für das allgemeine Verständnis nicht so wichtig waren.

Im Anhang des Buches befindet sich ein Glossar, ein theoretischer Teil mit Schwerpunkt auf Dressur. Dem Text sind einigen Fotos zur Seite gestellt. Wie bereits oben erwähnt, erschreckte mich das ein oder andere Bild aber sehr. Jessica von Bredow-Werndl ist auf zwei der Bilder mit jeweils unterschiedlichen Pferden beim Dressurreiten zu sehen. Die Fesseln der Pferde sehen stark beansprucht und nicht gesund aus: „durchtrittig“ nennt man das wohl. Wenn ich als Laie so etwas sehe, möchte ich ehrlich gesagt gar nicht wissen, was ein Profi noch alles an ungesunden Merkmalen finden wird. Ich bin hin- und hergerissen, ob solch ein Foto in ein Kinderbuch bzw. Jugendbuch gehört, da es mich als Erwachsenen bereits verstörte. Gleichzeitig kann es aber, bei kritischem Umgang damit, auch eine aufklärende Wirkung haben. Allerdings wird das im gesamten Buch überhaupt nicht thematisiert. Hier hätte ich mir einen differenzierteren Umgang mit dem Thema Leistungssport und Turnierreiten gewünscht. Die Protagonistin Jessica erwähnt zwar immer mal wieder, dass sie in ihrer Karriere den ein oder anderen Fehler begangen hat, ins Detail geht sie hier aber nicht.

Es fällt mir daher unheimlich schwer das Buch "Gut Aubenhausen – Emilia und das Glück der Pferde" zu bewerten. Einerseits ist die eigentliche Grundthematik – nämlich der achtsame und empathische Umgang mit Tieren – durchaus positiv zu bewerten, gleichzeitig Bedarf es beim Schreibstil einiger Verbesserungen und das Loben des Turniersports sehe ich eher kritisch, vor allem wenn man bei den Bildern in Anhang mal genauer hinschaut. Im Sommer 2023 erscheint Band 2 der Reihe und ich bin noch nicht ganz sicher, ob ich sie weiter verfolgen werde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2023

Demokratie auf verschiedenen Ebenen verständlich erklärt!

Wie du die Welt verändern kannst
0

"Wie du die Welt verändern kannst – ob Familie, Schule oder das ganze Land – so funktioniert Demokratie" von Sarah Welk stand leider viel zu lange in meinem Regal und wartete darauf gelesen zu werden. ...

"Wie du die Welt verändern kannst – ob Familie, Schule oder das ganze Land – so funktioniert Demokratie" von Sarah Welk stand leider viel zu lange in meinem Regal und wartete darauf gelesen zu werden. Doch für ein Buch mit solcher Thematik braucht man einen freien Kopf und Zeit, denn es lässt sich nicht mal so eben nebenbei durchlesen. Die Autorin erklärt hier für Kinder gut verständlich, wie Demokratie funktioniert. Dass wir sie überall finden und dass auch ein einzelnes Kind für große Veränderungen sorgen kann, wenn es nur weiß, wie. Und das Wie wird hier ganz ausführlich mit vielen Erwähnungen von Anlaufstellen erklärt.

Die Autorin und die Illustratorin:

Sarah Welk hat schon in vielen Berufen gearbeitet. Sie war Supermarktkassiererin, Spülhilfe, Werbekauffrau, Kindermädchen, Garderobiere, bevor sie als Redakteurin bei der ARD-Tagesschau arbeitete. Inzwischen schreibt sie Bücher und lebt mit ihrer Familie an der Nordsee.
Dunja Schnabel (geboren 1970) wuchs in einer kinderreichen Familie auf. Sie studierte Kommunikationsdesign in Mainz, bevor sie begann in Berlin als Grafikdesignerin und Illustratorin zu arbeiten. Inzwischen lebt sie mir ihrer Familie in Hamburg.

Inhalt:

„Kinder können viel mehr verändern in der Welt, als sie vielleicht denken!
Was ist Demokratie? Wie funktionieren Wahlen genau? Und was können Kinder im Alltag und in der Politik eigentlich schon verändern? Richtig viel! Kindgerecht, interaktiv und unterhaltsam wird erklärt, was es bedeutet, selbstbestimmt in einem demokratischen Land zu leben.
Neben Basiswissen zum Thema Demokratie finden sich im Buch zahlreiche praktische Tipps, wie Kinder vieles erreichen können – ob bei den Eltern, in der Schule oder Gemeinde. Wie verhandele ich so, dass ich länger aufbleiben darf? Was kann ich tun, wenn ich gerne einen Schulzoo hätte, und was müsste eigentlich passieren, damit Autos in Städten nur noch langsam fahren dürfen?“
(Klappentext)

Kritik und Fazit:

Der Titel des Buches prangt auf einem großen Banner, welches zwei Kinder in die Höhe halten. Darunter sind weitere Kinder mit weiteren Transparenten zu sehen. Sogar eine Katze ist mit dabei. Das leuchtende Gelb im Hintergrund verleiht dem Buch einen sehr positiven Anstrich und lädt ein, es näher zu betrachten. Das Innere des Buches ist fast schon wie eine Mischung aus Sachbuch und Notizbuch gestaltet. Wichtige Worte sind mit gelbem Marker hervorgehoben, sodass sich schnell Dinge im Text finden lassen. Außerdem gibt es einige Infoboxen oder Checklisten. Kleine Illustrationen hier und da lockern das alles noch weiter auf. Es ist ein farbenfrohes Buch, welches sich an die Bedürfnisse der Kinder anpasst.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr leicht verständlich und fast schon ein wenig kindlich. Hier und da gibt es ein paar witzige Anekdoten und die vielen kleinen Rätsel geben Kindern, die gerne knobeln, bei den vielen Fakten auch mal eine Verschnaufpause. Ich weiß nur nicht so ganz, was ich von diesen Rätsel halten soll, denn sie sind schon sehr einfach, weil die falschen Antworten sehr aberwitzig und unwahrscheinlich sind. Ich könnte mir vorstellen, dass das nicht alle Kids ansprechen wird. Was der Lösungssatz sein wird, war mir auch schnell klar, aber das muss bei den Kindern nicht unbedingt der Fall sein.

Im Buch werden einige Informationen in kindgerechter Sprache und Aufmachung vermittelt und Leser, die sich für diese Thematik interessieren, werden sicherlich einige Tipps und Tricks daraus mitnehmen können. Ich kann mir aber vorstellen, dass das Lesen auch sehr anstrengend sein kann und weiß nicht, ob man Kinder, die bisher nichts mit der Thematik zu tun hatten, dazu ermuntern kann, alles zu lesen. Nichts desto trotz zeigt dieses Buch ganz anschaulich, welche Macht auch Kinder haben, an welche Stelle sie sich wenden können und was andere Kinder bereits erreicht haben. Die Vorgehensweise, um sein Ziel zu erreichen, ist eigentlich immer die Gleiche, es gibt nur kleinere individuelle Dinge, die je nach Thema und Größe des Anliegens berücksichtig werden müssen. Die Lektüre lässt sich bestimmt auch sehr gut im Schulunterricht einsetzen.

"Wie du die Welt verändern kannst" regt nicht nur dazu an, selbst tätig zu werden, wenn ein Kind einen Wunsch oder ein Bedürfnis hat. Es gibt auch ganz konkrete Tipps zu Anlaufstellen und wie man Schritt für Schritt vorgehen kann. Durch gut verständliche Texte werden die Vorgehensweisen beschrieben und am Ende mittels einer Checkbox nochmals kurz und bündig zusammengefasst, sodass man auch später gut noch mal in dem Buch nachschlagen kann und schnell und einfach seine offenen Fragen beantwortet bekommt. Kinder, die sich für Politik interessieren, werden hier einen wahren Fundus an Informationen finden. Aber auch Kinder, die etwas mehr Selbstvertrauen brauchen, um ihre Ziele zu erreichen, finden hier einiges an Inspiration. Doch es braucht nicht nur Zeit, dieses Buch zu lesen, sondern auch seine Anliegen umzusetzen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 23.03.2023

Lest dieses Buch!

Frauen schulden dir gar nichts
0

In "Frauen schulden dir gar nichts" von Florence Given werden Missstände aufgegriffen, die mindestens 50% der Menschheit betreffen, seit Jahrhunderten Bestand haben und dennoch ändert sich nichts. Wieso ...

In "Frauen schulden dir gar nichts" von Florence Given werden Missstände aufgegriffen, die mindestens 50% der Menschheit betreffen, seit Jahrhunderten Bestand haben und dennoch ändert sich nichts. Wieso ist das so? Sind wir Frauen oder andere marginalisierte Gruppen selbst Schuld daran? Was kann man gegen Dickenfeindlichkeit, Genderungerechtigkeit, Rassismus, falsche Schönheitsideale etc. tun? Florence Given nimmt kein Blatt vor den Mund, sie provoziert, macht klare Statements und prangert dabei nicht einfach nur an. Sie fordert auf, sich selbst aus den engen Mechanismen zu befreien, denn wir sind nicht einfach nur Opfer, wir lassen uns oft auch einfach in diese Rolle pressen, weil wir uns nicht wehren, uns zu viel gefallen lassen. Ich danke Katrin Schrocke für diesen tollen Buchtipp, der so wertvoll ist, dass nicht nur Frauen dieses Buch lesen sollten, sondern alle Geschlechter.

"Hör auf dich selbst in mundgerechte Stücke zu zerteilen. Bleib bei deiner ganzen Größe und lass sie daran ersticken." (Frauen schulden dir gar nichts, Seite 88)

Die Autorin und Illustratorin:

Florence Given (geboren 1998) ist Künstlerin und Autorin und behandelt vor allem soziale Themen. Sie steht für feministisches Empowerment, was auch ihre Illustrationen widerspiegeln. Dafür nutzt sie gerne kräftige Farben. Auf Instagram setzt sie sich mit Themen rund um Schönheitsideale, Gender und Sexualität auseinander und klärt über Missstände auf.

Inhalt:

„Ein lebensveränderndes Buch, das jede Frau lesen sollte
»Frauen schulden dir gar nichts« ist das ultimative Buch für alle, die die überholten Vorstellungen des Patriarchats hinterfragen wollen. Es lehrt uns, dass wir selbst unsere eigene große Liebe sein sollten – und dass gerade heute ein wunderbarer Tag ist, um den Typen loszuwerden, der uns eh nicht glücklich macht.
Florence Given ist angetreten, uns alle daran zu erinnern, dass wir den Männern wirklich gar nichts schulden.“
(Klappentext)

Kritik und Fazit:

Das Cover kommt in kräftigen Rosa-, Orange- und Gelbtönen daher. Der Titel zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich und man weiß gleich, worum es hier geht. Nämlich um uns Frauen und die Dinge, die sich uns gerne mal in den Weg stellen, in einer patriarchalen Gesellschaft voller falscher Vorurteilen, angestaubten Geschlechterrollen und Zwängen.

Im Buch finden sich einige Illustrationen von Frauen mit sogenannten Makeln, da das Frauenbild in der Gesellschaft einfach nur noch unrealistisch ist und wir Frauen oft dazu gedrängt werden, zu jeder Zeit ansprechend aussehen zu müssen. Wieso wird das von Männern nicht verlangt? Das einzige, was mich störte ist die ständige Abbildung einer Zigarette. Muss eine Frau eine Kippe in der Hand halten, um ihre Individualität oder Stärke zu zeigen? Das hab ich ehrlich gesagt nicht so recht verstanden.

"Schönheit ist keine Miete, die du als weiblich gelesene Person zahlen musst, um deinen Platz in der Welt einnehmen zu dürfen." (Frauen schulden dir gar nichts, Seite 9)

Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund, sie bringt ihre Thesen auf den Punkt, ist dabei überaus provokativ. Man fühlt sich in vielen Dingen treffend dargestellt und nimmt einen ganz neuen Blickwinkel auf die Welt und das eigene Leben ein. Dinge, die man klaglos hinnimmt, Dinge, die einen bisher nicht aufgefallen sind und Dinge, die einen schon lange ärgern, werden hier bis ins Kleinste auseinandergenommen. Dabei geht die Autorin auch mit sich selbst ins Gericht, erzählt von ihrem Weg und wie einsam dieser zeitweise war. Doch gleichzeitig macht sie Mut, denn alleine zu sein, kann auch ganz neue Perspektiven offenbaren und wieso sollte man sich mit Menschen umgeben, die einen nicht so akzeptieren, wie man ist, die gesteckte Grenzen einfach ignorieren?

"Hör auf, die Beifahrerin deines eigenen Lebens zu sein." (Frauen schulden dir gar nichts, Seite 25)

Besonders beeindruckend ist, dass die Autorin dieses Buch mit 21 Jahren geschrieben hat. Sie muss schon wahnsinnig viel erlebt und durchlebt haben, um einen solch klaren Blick auf die Welt und solch eine Kraft inne zu haben. Mit ihrer direkten Art rüttelt sie auf und regt zum Nachdenken an. Ihre Schonungslosigkeit öffnet die Augen während ihre Beobachtungen oftmals auch einen eigenen Witz beinhalten.

"Hör auf, deine Zeit mit Leuten zu verschwenden, die nicht erkennen, wie großartig du bist." (Frauen schulden dir gar nichts, Seite 124)

"Frauen schulden dir gar nichts" ist ein äußerst wertvolles Buch im Bereich feministischer Aufklärung und darüber hinaus. Ich hoffe dass dieses Buch einige Frauen, aber auch Männer erreichen wird. Ich habe das Hörbuch dazu auf Spotify gehört und war von der Sprecherin einfach nur begeistert. Das Buch habe ich mir zusätzlich gekauft, da ich mir einige Zitate markieren wollte und auch die die Aufmachung – die Illustrationen – erleben wollte. Eine tolle Anschaffung, die ich allen dringend ans Herz legen möchte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 23.03.2023

Lest dieses Buch!

Frauen schulden dir gar nichts
0

In "Frauen schulden dir gar nichts" von Florence Given werden Missstände aufgegriffen, die mindestens 50% der Menschheit betreffen, seit Jahrhunderten Bestand haben und dennoch ändert sich nichts. Wieso ...

In "Frauen schulden dir gar nichts" von Florence Given werden Missstände aufgegriffen, die mindestens 50% der Menschheit betreffen, seit Jahrhunderten Bestand haben und dennoch ändert sich nichts. Wieso ist das so? Sind wir Frauen oder andere marginalisierte Gruppen selbst Schuld daran? Was kann man gegen Dickenfeindlichkeit, Genderungerechtigkeit, Rassismus, falsche Schönheitsideale etc. tun? Florence Given nimmt kein Blatt vor den Mund, sie provoziert, macht klare Statements und prangert dabei nicht einfach nur an. Sie fordert auf, sich selbst aus den engen Mechanismen zu befreien, denn wir sind nicht einfach nur Opfer, wir lassen uns oft auch einfach in diese Rolle pressen, weil wir uns nicht wehren, uns zu viel gefallen lassen. Ich danke Katrin Schrocke für diesen tollen Buchtipp, der so wertvoll ist, dass nicht nur Frauen dieses Buch lesen sollten, sondern alle Geschlechter.

"Hör auf dich selbst in mundgerechte Stücke zu zerteilen. Bleib bei deiner ganzen Größe und lass sie daran ersticken." (Frauen schulden dir gar nichts, Seite 88)

Die Autorin und Illustratorin:

Florence Given (geboren 1998) ist Künstlerin und Autorin und behandelt vor allem soziale Themen. Sie steht für feministisches Empowerment, was auch ihre Illustrationen widerspiegeln. Dafür nutzt sie gerne kräftige Farben. Auf Instagram setzt sie sich mit Themen rund um Schönheitsideale, Gender und Sexualität auseinander und klärt über Missstände auf.

Inhalt:

„Ein lebensveränderndes Buch, das jede Frau lesen sollte
»Frauen schulden dir gar nichts« ist das ultimative Buch für alle, die die überholten Vorstellungen des Patriarchats hinterfragen wollen. Es lehrt uns, dass wir selbst unsere eigene große Liebe sein sollten – und dass gerade heute ein wunderbarer Tag ist, um den Typen loszuwerden, der uns eh nicht glücklich macht.
Florence Given ist angetreten, uns alle daran zu erinnern, dass wir den Männern wirklich gar nichts schulden.“
(Klappentext)

Kritik und Fazit:

Das Cover kommt in kräftigen Rosa-, Orange- und Gelbtönen daher. Der Titel zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich und man weiß gleich, worum es hier geht. Nämlich um uns Frauen und die Dinge, die sich uns gerne mal in den Weg stellen, in einer patriarchalen Gesellschaft voller falscher Vorurteilen, angestaubten Geschlechterrollen und Zwängen.

Im Buch finden sich einige Illustrationen von Frauen mit sogenannten Makeln, da das Frauenbild in der Gesellschaft einfach nur noch unrealistisch ist und wir Frauen oft dazu gedrängt werden, zu jeder Zeit ansprechend aussehen zu müssen. Wieso wird das von Männern nicht verlangt? Das einzige, was mich störte ist die ständige Abbildung einer Zigarette. Muss eine Frau eine Kippe in der Hand halten, um ihre Individualität oder Stärke zu zeigen? Das hab ich ehrlich gesagt nicht so recht verstanden.

"Schönheit ist keine Miete, die du als weiblich gelesene Person zahlen musst, um deinen Platz in der Welt einnehmen zu dürfen." (Frauen schulden dir gar nichts, Seite 9)

Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund, sie bringt ihre Thesen auf den Punkt, ist dabei überaus provokativ. Man fühlt sich in vielen Dingen treffend dargestellt und nimmt einen ganz neuen Blickwinkel auf die Welt und das eigene Leben ein. Dinge, die man klaglos hinnimmt, Dinge, die einen bisher nicht aufgefallen sind und Dinge, die einen schon lange ärgern, werden hier bis ins Kleinste auseinandergenommen. Dabei geht die Autorin auch mit sich selbst ins Gericht, erzählt von ihrem Weg und wie einsam dieser zeitweise war. Doch gleichzeitig macht sie Mut, denn alleine zu sein, kann auch ganz neue Perspektiven offenbaren und wieso sollte man sich mit Menschen umgeben, die einen nicht so akzeptieren, wie man ist, die gesteckte Grenzen einfach ignorieren?

"Hör auf, die Beifahrerin deines eigenen Lebens zu sein." (Frauen schulden dir gar nichts, Seite 25)

Besonders beeindruckend ist, dass die Autorin dieses Buch mit 21 Jahren geschrieben hat. Sie muss schon wahnsinnig viel erlebt und durchlebt haben, um einen solch klaren Blick auf die Welt und solch eine Kraft inne zu haben. Mit ihrer direkten Art rüttelt sie auf und regt zum Nachdenken an. Ihre Schonungslosigkeit öffnet die Augen während ihre Beobachtungen oftmals auch einen eigenen Witz beinhalten.

"Hör auf, deine Zeit mit Leuten zu verschwenden, die nicht erkennen, wie großartig du bist." (Frauen schulden dir gar nichts, Seite 124)

"Frauen schulden dir gar nichts" ist ein äußerst wertvolles Buch im Bereich feministischer Aufklärung und darüber hinaus. Ich hoffe dass dieses Buch einige Frauen, aber auch Männer erreichen wird. Ich habe das Hörbuch dazu auf Spotify gehört und war von der Sprecherin einfach nur begeistert. Das Buch habe ich mir zusätzlich gekauft, da ich mir einige Zitate markieren wollte und auch die die Aufmachung – die Illustrationen – erleben wollte. Eine tolle Anschaffung, die ich allen dringend ans Herz legen möchte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 21.03.2023

Dieser Bildband öffnet einem die Augen und klärt über die fatalen Folgen des menschlichen Handelns auf!

Helden der Meere
0

Das Buch, welches ich euch heute vorstellen möchte, war ehrlich gesagt ein Zufallsfund. Ich brauchte ein Buch mit großflächigen Fotografien der Meere, für ein Foto hier auf dem Blog. Du dem geplanten Beitrag ...

Das Buch, welches ich euch heute vorstellen möchte, war ehrlich gesagt ein Zufallsfund. Ich brauchte ein Buch mit großflächigen Fotografien der Meere, für ein Foto hier auf dem Blog. Du dem geplanten Beitrag kam es dann gar nicht mehr, aber zuvor hatte ich eben bereits bei Medimops nach einem erschwinglichen Bildband gesucht. "Helden der Meere" von York Hovest wanderte also in meinen Einkaufskorb und ich bin sehr glücklich darüber. In diesem Bildband finden sich einige tolle Naturaufnahmen, aber auch Bilder der Verschmutzung unserer Meere und Strände. Mit diesen Bildern wird der Leser auf verschiedene Exkursionen mitgenommen und einigen tolle Organisationen und einzelne Menschen wird somit Gehör verliehen. Gleichzeitig lernt man einiges über unsere Meere, deren Verschmutzung und wie der ein oder andere die Welt ein Stückchen besser macht.

Der Autor und Fotograf:

York Hovest (geboren 1978) ist investigativer Fotograf und Autor. Für seine Fotodokumentationen bereist er die Welt und berichtet so über die verschiedensten Geschichten und Schicksale. In "Helden der Meere" begleitet er Menschen, die sich der Rettung der Ozeane verschrieben haben. In seiner Vergangenheit war er ein erfolgreicher Modefotograf.

Inhalt:

„Seit jeher fühlen wir Menschen uns angezogen von der Magie des Meeres, seiner Kraft und Unberechenbarkeit. Es erweckt in uns das Verlangen hinaus zu segeln, gleichzeitig aber auch den Wunsch, zurückzutreten – aus Ehrfurcht und Angst. Heute aber sind unsere Weltmeere so bedroht wie nie zuvor. Die weltweite Verschmutzung durch Plastikmüll und der industrielle Fischfang bedrohen die Existenz unzähliger Arten. Die Erderwärmung und der daraus resultierende Klimawandel führen zu immer größeren Schäden im marinen Ökosystem.
York Hovest, erfolgreicher Fotograf, Abenteurer und Autor, hat sich zur Aufgabe gemacht, dieser Entwicklung entgegenzutreten. Er hat die unterschiedlichsten „Helden der Meere“ begleitet, um Lösungen zusammenzutragen: Wissenschaftler, Aktivisten und Visionäre, die Projekte entwickelt haben, wie unsere Ozeane gerettet werden können. Durch seine zahlreichen Reisen in alle Teile der Erde ist so ein einzigartiger Bildband entstanden, der uns die Schönheit der Meere unverstellt vor Auge“
(Klappentext)

Kritik und Fazit:

Bereits auf dem Cover lässt sich erahnen, dass uns zwischen den Buchdeckeln einige wunderschöne Naturfotografien erwarten werden. Ein einsam dahin schipperndes Boot ist hier zwischen weit emporragenden Bergwänden zu sehen. Das Wasser nur eine Nuance dunkler, als der Himmel über dem Horizont. Auf der Buchrückseite schwimmt ein anmutiger Hai inmitten eines Fischschwarms durch die Weite der Meere.

Zu Beginn finden wir sogar ein Vorwort des Dalei Lamas, gefolgt von einem Vorwort des Autoren. Daraufhin schließen sich sechs Berichte mit vielen großflächigen Fotografien an. Dabei stellt der Autor einzelne Organisationen oder Aktivisten vor, die mit ihren Taten versuchen, die Meere und deren Bewohner zu schützen, aber auch die Menschen aufzuklären und ihnen Möglichkeiten zu schaffen, aus der von reichen Teilen der Weltbevölkerung gemachten Umweltkatastrophen einen „Nutzen“ zu ziehen und das eigene Leben zu erleichtern. Im Anschluss gibt es außerdem einen Bericht über das Making of.

Die einzelnen Kapitel beinhalten unheimlich viele Fakten bezüglich der bestehenden Umweltverschmutzungen und die Auswirkungen auf die Meere und deren Bewohner. Gleichzeitig fängt der Autor aber auch die Schönheit der Welt ein. Damit ist es aber nicht getan, da sieht auf einem Foto das Meer im ersten Moment beispielsweise traumhaft aus, schaut man genauer hin, erkennt man die schwarze Masse, die sich aus dem Fluss ins Meer ergießt. Aber auch zugemüllte Strände und die weniger schönen Details der Hochseefischerei werden für den Betrachter festgehalten und so sorgt der Autor für Aufklärung.

Die Texte, welche den Bildern anbei gestellt sind, sind nicht zu lang, aber auch nicht kurz. Man kann diesen Bildband recht schnell lesen und erfährt fast nebenbei einiges über die diversen Probleme auf unserer Erde. Der Autor nutzt einen gut verständlichen Erzählstil und man kann sich alles sehr gut vorstellen.

Ich habe bisher eigentlich kaum Bildbände gelesen. Erst durch meine Recherche bezüglich meiner irgendwann hoffentlich stattfindenden Schottlandreise habe ich begonnen, mich näher mit Bildbänden auseinanderzusetzen. Auf diesen großen Fotografien kann man oft schon sehr gut erahnen, wie es sich anfühlen könnte, an jenen Orten zu stehen und selbst den Blick über die Weiten schweifen zu lassen. York Hovests Bildband brachte noch einen neuen Aspekt mit dazu, nämlich die unschönen Gegenden, sie es verdienen, festgehalten zu werden. Denn nur so schafft man es, die Menschheit für ein Thema zu sensibilisieren.

"Helden der Meere" ist ein unheimlich informativer Bildband, der einige Helden unserer Zeit ins Licht rückt und zeigt, wie wichtig es ist, die Natur zu schützen, Lebensraum zu erhalten und die Einzigartigkeit unserer Welt nicht weiter aufs Spiel zu setzen. Mit diesem Bildband gelingt dem Autor und Fotografen eine Dokumentation der schönen, wie auch der weniger schönen Seiten auf unserem Planeten. Er regt dazu an, selbst aktiv zu werden und nicht weiter die Augen vor den Missständen, die durch uns Menschen entstanden sind, zu verschließen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere