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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.03.2018

Die Mädels aus der Valerie Lane

Der kleine Teeladen zum Glück
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Dieser locker-flockige Roman um die junge Ladenbesitzerin Laurie ist der Auftakt zu einer Reihe rund um die jungen Unternehmerinnen in der „Valerie Lane“ in Oxford. Benannt nach einer früheren Einwohnerin, ...

Dieser locker-flockige Roman um die junge Ladenbesitzerin Laurie ist der Auftakt zu einer Reihe rund um die jungen Unternehmerinnen in der „Valerie Lane“ in Oxford. Benannt nach einer früheren Einwohnerin, ist diese kleine Ladenstraße der Dreh- und Angelpunkt der Geschichten.

In diesem ersten Band geht es um den Teeladen und das Liebesglück der Inhaberin Laurie. Sie ist eigentlich nicht auf den Mund gefallen, aber in Gegenwart ihres Schwarms Barry (ihr Teelieferant) wird sie zu einer schüchternen Maus, die kaum einen zusammenhängenden Satz von sich geben kann. Die Mädels aus den Nachbarläden haben natürlich gemerkt, was da los ist, und versuchen zu helfen…

Ich fand dieses Buch echt süß, obwohl man natürlich im Hinterkopf behalten muss, dass es sich um leichte Unterhaltungslektüre handelt. Wer Tiefe erwartet, ist hier falsch, wer aber einen entspannten Roman für den Urlaub oder den Liegestuhl sucht, der wird fündig. Laurie ist eine sympathische Heldin und auch ihre Freundinnen (die dann jeweils in den nächsten Bänden im Mittelpunkt stehen werden) sind alle auf ihre Art liebenswert.

Deshalb habe ich auch den kürzlich erschienenen Band 2 schon parat liegen. Dort geht es dann um Keiras Chocolaterie. Wenn das Buch mich ebenso überzeugt wie Teil 1, werde ich wohl die gesamte Reihe lesen (ich glaube es sind insgesamt 5 Bücher).

Veröffentlicht am 09.03.2018

Eine Frau kämpft um ihren Platz im Leben

Tulpenliebe
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Dieser historische Roman zeichnet sich aus meiner Sicht dadurch aus, dass er keine „Friede-Freude-Eierkuchen“ Geschichte erzählt. Zwar gibt es auch hier eine junge Heldin, die mit ihren 26 Jahren mitten ...

Dieser historische Roman zeichnet sich aus meiner Sicht dadurch aus, dass er keine „Friede-Freude-Eierkuchen“ Geschichte erzählt. Zwar gibt es auch hier eine junge Heldin, die mit ihren 26 Jahren mitten im Leben steht (für damalige Verhältnisse fast schon eine alte Jungfer), aber es geht hier weniger darum, dass sie sich unsterblich in einen gutaussehenden Jüngling verliebt und (aufgrund der Liebe) glücklich wird.

Vielmehr zeichnet die niederländische Autorin Femke Roobol den steinigen Weg der Malerin Hester nach, den sie gehen muss, um bei sich selbst anzukommen und sich von den Konventionen ihrer Zeit zu befreien.
Hester ist die Tochter eines (vermeintlich) wohlhabenden Kaufmanns und muss nach dem Tod des Vaters feststellen, dass sie allein als Frau im 17. Jahrhundert kaum überlebensfähig ist. Um ihre Existenz zu sichern, flüchtet sie sich in eine Vernunftehe. Während ihr Ehemann versucht, sie zu maßregeln und „kleinzuhalten“, verkümmert ihre Seele und ihr künstlerisches Talent mehr und mehr. Erst nach einem tragischen Schicksalsschlag findet Hester die Kraft, sich aufzulehnen und ihren eigenen Weg zu gehen.

Mir hat die Figur der Hester gut gefallen, obwohl ich gegen Ende des Buches etwas verwirrt war von ihrem plötzlichen Rachefeldzug (anders kann man es wohl nicht nennen). So ganz konnte ich ihr das letztlich nicht abnehmen und so fand ich das Ende der Geschichte auch nicht so gelungen wie die ersten zwei Drittel des Buches.

Der Roman gibt aber einen guten und detaillierten Einblick in das Leben der niederländischen Maler/Künstler zur Zeit des „Tulpenwahns“, einer Art Bankenkrise des 17. Jahrhunderts. Letztendlich lernt man aus der Geschichte auch: nicht nur heutzutage verzocken sich Menschen an der Börse. Auch früher schon wurden Existenzen ausgelöscht von Raffgier und Geltungssucht. Ein interessanter Gedanke, den man beim Lesen dieses Buches durchaus weiter verfolgen sollte.

Veröffentlicht am 09.03.2018

Mitreißende historische Familiengeschichte

Die Tuchvilla
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Ein Buch zum Dahinschmelzen und Sich-Verlieren… Ich war total begeistert von “Die Tuchvilla“, ich habe lange nicht mehr einen so packenden historischen Familienroman gelesen (bzw. in meinem Fall gehört). ...

Ein Buch zum Dahinschmelzen und Sich-Verlieren… Ich war total begeistert von “Die Tuchvilla“, ich habe lange nicht mehr einen so packenden historischen Familienroman gelesen (bzw. in meinem Fall gehört).

Es gibt schon so viele Rezensionen zu diesem Buch, deshalb muss ich auf den Inhalt wohl nicht weiter eingehen.

Besondere Farbe hat die Geschichte aber für mich durch die Sprecherin Anna Thalbach bekommen, die alle Figuren durch ihre temperamentvolle (und im Fall von Kitty sogar überschwängliche) Erzählweise so richtig lebendig werden lässt. Trotz der Länge von über 17 Stunden bin ich dabei geblieben und habe mich auf jede Autofahrt gefreut, die mit Anna und den Mädchen aus der „Tuchvilla“ unternehmen durfte.

Jetzt habe ich natürlich gleich zum zweiten Band gegriffen – auch das natürlich wieder als Hörbuch und mit der leidenschaftlichen Sprecherin Anna Thalbach.

Veröffentlicht am 04.03.2018

Viel Ostseeflair und eine Familiengeschichte mit viel Gefühl

Drei Schwestern am Meer
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Das war ein Buch ganz nach meinem Geschmack – wer die Ostsee liebt und mit Familiengeschichten etwas anfangen kann, wird von diesem Buch begeistert sein (so wie ich). Der Roman um die drei Schwestern Rina ...

Das war ein Buch ganz nach meinem Geschmack – wer die Ostsee liebt und mit Familiengeschichten etwas anfangen kann, wird von diesem Buch begeistert sein (so wie ich). Der Roman um die drei Schwestern Rina (Katharina), Pia und Jana liest sich flüssig und angenehm, die Mädels sind trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere alle auf ihre eigene Art liebenswert und die Oma ist eine rundum patente Dame. Ich konnte beim Lesen quasi das Meeresrauschen spüren – ein richtiges Wohlfühlbuch!

Natürlich kann man einige Entwicklungen des Buches voraussehen, wenn man diese Art von Geschichten kennt und schon einige davon gelesen hat. Trotzdem habe ich an keiner Stelle das Gefühl gehabt, dass die Handlung langweilig wird. Dazu ist der Roman einfach zu mitreißend und charmant geschrieben. Die drei Schwestern spiegeln einen Familienzusammenhalt wider, der heutzutage nicht mehr selbstverständlich ist und sie waren mir dadurch nur noch sympathischer. Füreinander da sein – das ist hier nicht nur so dahergesagt, sondern wird gelebt. Und nicht nur die Familie packt mit an, sondern auch gute Freunde. Dass auch die so etwas wie Familie sein können, wird hier ebenfalls gezeigt.

Im Anhang an das Buch gibt es noch einige Rezepte, die sehr verführerisch klingen und die zum Nachmachen einladen. So hat man auch nach dem Lesen des Buches noch etwas davon – vielleicht sogar ein neues Lieblingsrezept.

Leider ist das erste Buch von Anne Barns bisher an mir vorbeigegangen… aber ich werde es nach diesem wunderschönen Roman auf jeden Fall auch noch lesen!

Veröffentlicht am 23.02.2018

Tulpen, Malerei und Mathematik – doch, das passt zusammen!

Tulpengold
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Hätte mir jemand das Buch mit diesen drei Stichworten in die Hand gedrückt, wäre ich wohl seeeehr skeptisch gewesen. Wie sollen diese drei Dinge in einem Roman verschmelzen und das Buch trotzdem „aus einem ...

Hätte mir jemand das Buch mit diesen drei Stichworten in die Hand gedrückt, wäre ich wohl seeeehr skeptisch gewesen. Wie sollen diese drei Dinge in einem Roman verschmelzen und das Buch trotzdem „aus einem Guss wirken“? Ich hätte nicht gedacht, dass das funktioniert – bis ich diesen Roman gelesen habe.

Dieser historische Kriminalroman ist im Amsterdam des 17. Jahrhunderts angesiedelt und der große Rembrandt van Rijn spielt eine tragende (und malende) Rolle darin. Zunächst fand ich es interessant, wie eine solche historische Persönlichkeit in einem Roman wiedergegeben wird – ich lese unheimlich gern Bücher, die sich auf eine wahre Begebenheit oder eine tatsächliche Persönlichkeit stützen, denn man lernt dabei immer sehr viel – und das ganz nebenbei, während man gut unterhalten wird. Und auch über Rembrandt habe ich durch den Roman mein Wissen erweitern können.

Besonders fasziniert hat mich aber Pieter, die Hauptfigur des Romans. Der 17jährige Lehrjunge von Rembrandt ist ein Außenseiter und man hat zunächst das Gefühl, dass er nicht so recht „in die Welt passt“. Er ist hochintelligent und kann seitenweise mathematische bzw. stochastische Formeln aufstellen. Gleichzeitig strahlt er eine Naivität aus, die gar nicht dazu passen will. Wie die Autorin auch im Nachwort selbst beschreibt, hätte man heutzutage wohl das Asperger-Syndrom bei ihm diagnostiziert. Aber durch seine innere Gegensätzlichkeit ist er ein sehr spannender Charakter. Mit ihm auf Mörderjagd zu gehen, ist anders… denn er geht nicht mit herkömmlichen Methoden an die Ermittlung des Falles sondern immer mathematisch-logisch. Das führt mitunter durchaus zu amüsanten Szenen, aber Pieter bleibt immer ein liebenswerter Junge, den man im Laufe des Buches sehr lieb gewinnt.

Ich könnte mir gut vorstellen, noch weitere historische Kriminalfälle mit Pieter zu lösen… vielleicht lernt er ja im Laufe der Zeit noch weitere Persönlichkeiten seiner Zeit kennen? Ich würde mich sehr drüber freuen, denn dieser historische Kriminalroman war ganz nach meinem Geschmack!