durchwachsen
Where the Night Falls (School of Darkness 1)"Where the Night Falls" ist der erste Band der School of Darkness Reihe von Autorin Beril Kehribar. Die Aufmachung des Buches ist wunderschön, Farbschnitt und Covergestaltung ergänzen sich wunderbar und ...
"Where the Night Falls" ist der erste Band der School of Darkness Reihe von Autorin Beril Kehribar. Die Aufmachung des Buches ist wunderschön, Farbschnitt und Covergestaltung ergänzen sich wunderbar und das Buch ist ein echter Hingucker! Der Duft-Sticker ist vermutlich Geschmackssache - ich fand ihn nicht so toll, habe ich daher zügig abgeknibbelt und entfernt. Menschen, die "duftig" unterwegs sind, haben damit aber noch einen Aspekt mehr, der das Lese-Erlebnis ergänzt. Inhaltlich konnte mich das Buch leider weniger begeistern als sein Äußeres.
Schreibstil und Sprache haben sich angenehm gelesen, jedoch konnte mich die Handlung, bzw. der Spannungsaufbau nicht ganz überzeugen. Mit etwa 480 Seiten ist das Buch nicht unbedingt kurz, aber gehört auch nicht zu den extra dicken Büchern. Dennoch haben sich zwischendurch immer wieder Längen in der Erzählung eingeschlichen, die mir vollkommen das Interesse an der Handlung genommen haben. Zum Ende des Buches zieht das Erzähltempo plötzlich an und die Dinge ereignen sich Schlag auf Schlag. Diese Disharmonie im Tempo ist ein Manko, der sich nicht durch Struktur der Handlung oder Charakterentwicklung erklären lässt.
Charakterentwicklung hat mir bei Protagonistin Aurelia ("Auri" - ein Spitzname, der sich für mich nicht angenehm gelesen hat) gefehlt. Authentisch ist, dass sie als minderjährige Protagonistin auch noch ziemlich unreif ist und sich selbst wenig reflektiert. Ich habe viele Emotionen, Wünsche und Handlungen von ihr nicht verstanden, sie wirkte flach und eindimensional. Ich hatte durchweg das Gefühl, dass ich etwas wichtiges zu ihrem Charakter überlesen habe, denn irgendwie wirkte alles so 'unvollständig' - das kann natürlich auch gewollt sein, im Blick auf die Enthüllungen im Laufe des Buches, macht für mich jedoch dennoch einen unrunden Gesamteindruck. Auch die weiteren Charaktere waren eher flach und unzureichend dargestellt.
Die grundsätzliche Idee des Buches, das Setting und auch die Wendungen haben mir gut gefallen - nur die Umsetzung ist in meinen Augen ausbaufähig. Zum Ende des Buches bleiben noch weitere Fragen offen, die hoffentlich im zweiten Band aufgegriffen werden. Ich bin mir aber noch nicht sicher, ob ich diesen dann auch lesen werde...