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Veröffentlicht am 10.11.2023

Ein wilder Ritt voller Twists und Turns

Die gute Schwester
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„Die gute Schwester“ war für mich ein Thriller mit Wow-Faktor, den ich jedem ans Herz legen kann, der Lust auf eine Geschichte voller Twists und Turns hat.

In den ersten Kapiteln passiert zunächst einmal ...

„Die gute Schwester“ war für mich ein Thriller mit Wow-Faktor, den ich jedem ans Herz legen kann, der Lust auf eine Geschichte voller Twists und Turns hat.

In den ersten Kapiteln passiert zunächst einmal genau das, was der Klappentext bereits verrät. Als Megan erfährt, dass ihr Ehemann Chris sie ausgerechnet mit ihrer Schwester Leah betrügt, kocht sie vor Wut. Die Situation eskaliert und plötzlich ist Leah tot. Megan versteckt die Leiche und führt fortan ein Doppelleben.

In Psychothrillern ist es häufig so, dass die Protagonisten wenig sympathisch sind. „Die gute Schwester“ ist in der Sicht erfrischend anders. Ich konnte Megan von Anfang an richtig gut leiden und habe gehofft, dass sie mit dem Mord durchkommt und mit ihrer neuen Liebe Tom eine zweite Chance auf ein glückliches Leben bekommt.
Tom, den Megan im Internet kennenlernt, fand ich auch richtig nett.
Trotz des Mords liest sich das Buch am Anfang wie ein Liebesroman. Sehr angenehm, aber nicht unbedingt spannend bis aus heiterem Himmel die Erzählperspektive wechselt und es mit der rosa Wolkenstimmung auf einen Schlag vorbei ist. Die Ereignisse werden plötzlich richtig crazy und gerade, als man sich an die neue Situation gewöhnt hat, verwirrt die Autorin mit einem Twist, so dass man als Leser Zweifel bekommt, was nun eigentlich genau vor sich geht. Klar, man hat eine Ahnung, aber hundertprozentig sicher kann man sich nicht sein. Mit dieser Ungewissheit baut Sarah Bonner eine atemberaubende Spannung auf.

Eigentlich finde ich es immer etwas nervig, wenn die Corona Pandemie in Büchern thematisiert wird. In „Die gute Schwester“ wird Covid allerdings dermaßen raffiniert eingebaut, dass es nicht nur eine Randbemerkung ist, sondern zu einem Eckpfeiler der Ereignisse wird.

Dieser Thriller ist wirklich wahnsinnig ausgefuchst konstruiert. Auf der letzten Seite angekommen musste ich kurz auflachen, weil sich alles so perfide zusammenfügt.
Von mir bekommt das Buch eine absolute Leseempfehlung. Ein großartiges Debüt. Ich bin gespannt, was wir von der Autorin in Zukunft erwarten dürfen.

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Veröffentlicht am 04.11.2023

Eine der schönsten Liebesgeschichten, die ich 2023 gelesen habe

Two Lives to Rise (Breaking Waves 2)
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Der erste Band von Kristina Moningers „Breaking waves“ Reihe hatte mir ganz gut gefallen aber der zweite Teil „Two lives to rise“ war einfach sensationell, eine der besten Liebesgeschichten, die ich dieses ...

Der erste Band von Kristina Moningers „Breaking waves“ Reihe hatte mir ganz gut gefallen aber der zweite Teil „Two lives to rise“ war einfach sensationell, eine der besten Liebesgeschichten, die ich dieses Jahr gelesen habe. Der Roman beinhaltet die komplette Palette: Drama, Comedy, Romantik, Freundschaft und Spannung. Die Geschichte hat mich richtig gut unterhalten.

Isa ist in die Fußstapfen ihrer Eltern getreten und leitet das familieneigene Hotel obwohl sie ursprünglich andere Träume hatte. Ihr Leben verläuft in streng geordneten Bahnen bis auf mehreren Ebenen Chaos ausbricht. Ihre Jugendfreundinnen Odina und Avery suchen ihre Nähe obwohl Isa einfach nur vergessen möchte und dann ist da auch noch ihr Nachbar Preston, dessen lautstarken Renovierungen sie um den Verstand bringen.

Die Streitereien zwischen Isa und Preston waren eins der Highlights des Buches. Die Schlagabtausche sprühen vor Wortwitz und brachten mich immer wieder zum Lachen. Ich war hin und her gerissen zwischen dem Wunsch, die beiden mögen sich versöhnen oder sich doch lieber weiter Kommentare an den Kopf werfen.
Erst kamen mir Isas Verhaltensweisen etwas überspannt vor, aber Rückblenden in die Vergangenheit erklären nachvollziehbar warum sie sich in manchen Situationen so seltsam verhält.
Generell waren mir Isabella und Preston rundum sympathisch, was ein weiterer Grund ist, warum mir das Buch so gut gefallen hat. Isa wirkt auf den ersten Blick unnahbar, je besser man sie kennenlernt, desto mehr erkennt man, dass es sich hierbei nur eine mühsam aufgebaute Fassade handelt.
Auch Preston ist auf den zweiten Blick wesentlich tiefgründiger als man zuerst denkt. Hinter seinem muskulösen, sorglosen Auftreten versteckt sich ein einfühlsamer Mann, der sich nach Geborgenheit sehnt.
Ich fand beide einfach toll herausgearbeitet und habe sie in mein Herz geschlossen.

Was den Kriminalfall – das Verschwinden von Josie – anbelangt gibt es zwar nicht wirklich neue Entwicklungen aber mehr Rückblicke zur Freundschaft der fünf Mädchen. Josie bleibt nach wie vor kein liebenswerter Charakter aber man empfindet mehr Mitgefühl mit ihr, da sie schlimme Dinge durchmachen musste.

„Two lives to rise“ endet mit einem Cliffhanger, der so spannend ist, dass man sich die Haare vom Kopf reißen möchte. Nun heißt es abwarten, bis es im Frühjahr 2024 mit Odinas Geschichte weitergeht.

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Veröffentlicht am 04.11.2023

Setting wunderbar - Liebesgeschichte naja

Skogen Dynasty
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„Skogen Dynasty“ habe ich als Hörbuch gehört. Die männliche Rolle wird von Julian Tennstedt gelesen, der mir schon von anderen Hörbüchern bekannt ist und dessen Stimme ich als sehr angenehm empfinde. Die ...

„Skogen Dynasty“ habe ich als Hörbuch gehört. Die männliche Rolle wird von Julian Tennstedt gelesen, der mir schon von anderen Hörbüchern bekannt ist und dessen Stimme ich als sehr angenehm empfinde. Die weibliche Stimme erschien mir ein wenig schrill und an unpassenden Stellen aggressiv, so dass ich mich erst ein wenig warm hören musste.

Von der Geschichte selbst war ich zunächst richtig begeistert. Sanders Familie gehört ein Keksimperium und sein beruflicher Weg ist quasi von Geburt an vorgezeichnet.
Nach einem Skandal begibt er sich unter einem Decknamen auf eine geführte Trekkingtour durch Norwegens Berge.
Das erste Aufeinandertreffen von Sander und der Bergführerin Norah fand ich richtig witzig. Sie hat keine Ahnung wer er ist. Vorurteile und Missverständnisse führen zu lustigen Dialogen.
Carolin Wahl beschreibt Norwegens Natur sehr anschaulich und ansprechend. Man bekommt Lust, selbst auch auf Trekkingtour zu gehen.
Sanders gebuchte Tour gestaltet sich als ereignisreich, da es immer wieder zu unvorhergesehenen Vorfällen kommt.
Der humorige Unterton vom Beginn des Buches ging leider ziemlich schnell verloren und die Handlung fokussiert auf ernsteren Themen.
Norah ging mir mit der Zeit immer mehr auf die Nerven. Sie projiziert all ihre Ängste auf Sander. Dabei verhält sie sich teilweise ziemlich übertrieben und an manchen Stellen richtig gemein und rücksichtslos, was der arme Sander überhaupt nicht verdient hat.
Ihre Einsicht kam in meinen Augen zu spät. Wäre ich Sander könnte ich ihr nicht verzeihen. Sander ist ziemlich treudoof charakterisiert und nimmt jede Verletzung, sei es von Norah oder seinem Großvater, mit unnatürlich viel Verständnis hin.
Eigentlich ist Sander der Charakter, der die schlimmeren Dinge durchgemacht hat.
Am Ende ging mir dann alles ein wenig zu schnell und glatt zu Ende.

Insgesamt fand ich „Skogen Dynasty“ trotzdem ganz nett für nebenbei. Den zweiten Band der Trilogie werde ich glaube ich auch hören.

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Veröffentlicht am 29.10.2023

Verzweigter Krimi

Glutspur
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Das Erste was mir bei Katrine Engbergs Krimi „Glutspur“ aufgefallen ist, ist die hochwertige Aufmachung und die Haptik, die dazu einlädt über die abgebildeten Bäume zu streichen. Das Cover vermittelt eine ...

Das Erste was mir bei Katrine Engbergs Krimi „Glutspur“ aufgefallen ist, ist die hochwertige Aufmachung und die Haptik, die dazu einlädt über die abgebildeten Bäume zu streichen. Das Cover vermittelt eine mystische Atmosphäre und passt somit gut zum Herbst. Auch der Klappentext hat mich sehr angesprochen, da ich auch schon einige negative Rezensionen gelesen hatte war ich gespannt, wie mir das Buch gefällt.
Wie man „Glutspur“ empfindet hängt sehr davon ab, was man erwartet. Hier gibt es weder eine atemlose Mörderjagt noch nervenzerreißende Spannung. Für mich war es mehr ein Roman, der durch einen verschachtelten Sachverhalt eher auf eine subtile Art Spannung aufbaut.

Wir haben es hier direkt mit drei Hauptcharakteren zu tun. Liv, die sich gerade als Privatdetektivin selbständig gemacht hat und eigentlich darauf hofft, bald wieder als Polizistin arbeiten zu können. Hannah, die verstehen möchte, warum ihr Bruder sich umgebracht hat und Nima, der verdächtigt wird, seine Exfreundin umgebracht zu haben.
Alle drei haben bis zum Schluss nur eine sehr geringe Schnittmenge, was ich schade fand, denn so las es sich ein wenig wie drei verschiedene Geschichten. Ich hoffe und denke, dass sich die zwischenmenschlichen Beziehungen in den Folgebänden noch intensivieren werden.

Der Hauptanteil des Buches legt den Fokus auf Liv, die den drei Jahre zurückliegenden Mord an einem Journalisten untersucht.
Ab einem gewissen Punkt versteht man als Leser, dass der tote Journalist, die Ex von Nima und der Selbstmord von Daniel zusammenhängen, dass ist aber auch schon das Einzige, wobei man durchblickt. Ansonsten ist „Glutspur“ komplett undurchsichtig. Selbst 40 Seiten vor Schluss hatte ich noch nicht einmal eine Theorie, wer die Morde begangen haben könnte und warum oder was es mit den Rückblicken in die 40er Jahre auf sich hat. Ich rätsle bei Krimis gerne mit aber hier hatte ich irgendwie keine Ideen. Deswegen brachte die Auflösung auf jeden Fall einen Aha-Effekt mit sich.
Auf dem Weg dahin legt die Autorin sehr viele Brotkrumen aus und einige davon entpuppen sich letztendlich als Nichtig, was ich teilweise bedauerlich fand. Zum Beispiel ziehen sich durch das komplette Buch kryptische Nachrichten hindurch, die an einer Wand hinterlassen wurden und die einen sehr bedeutenden Eindruck machen, nur um sich dann am Ende als völlig irrelevant für die Auflösung des Falls herauszustellen.

Der Schreibstil von Katrine Engberg hat mich gut bei der Stange gehalten und die drei Charaktere Liv, Hannah und Nima bringen Potenzial für weitere Bücher mit sich. Die Auflösung war prinzipiell schlüssig auch wenn der Weg dorthin sehr verzweigt und mit einigen Einbahnstraßen war.
Das mystische Cover hatte letztendlich mit der Handlung nicht viel zu tun, da ein Wald keine Rolle spielt.

Ich denke schon, dass ich weitere Bände der Liv Jensen Reihe lesen werde, falls sie in Deutschland rauskommen.

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Veröffentlicht am 22.10.2023

Fabelhafter Ladythriller

Tränennacht
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Vor etlichen Jahren war ich ein absoluter romantic supsense Fan und habe vor allem die Bücher von Karen Rose und Lisa Jackson geliebt.
Die frühen Karen Rose Romane, bevor sie anfing dieses extrem dicken ...

Vor etlichen Jahren war ich ein absoluter romantic supsense Fan und habe vor allem die Bücher von Karen Rose und Lisa Jackson geliebt.
Die frühen Karen Rose Romane, bevor sie anfing dieses extrem dicken Schwarten zu schreiben, habe ich alle gelesen, irgendwann in den letzten zehn Jahren habe ich sie allerdings aus den Augen verloren.
Als ich „Tränennacht“ in der Buchhandlung entdeckt habe, hat es mich extrem angesprochen. Zum einen finde ich Geschichten über Sekten immer faszinierend und zum anderen wollte ich mal wieder einen Ausflug ins Ladythriller Genre machen.
Das Buch ist beeindruckende 720 Seiten dick und da es sehr eng und ohne Leerseiten bedruckt ist, handelt es sich bei der Seitenzahl um keine Mogelpackung.
In der ersten Hälfte steht der Romance Aspekt im Mittelpunkt. Radiomoderatorin Daisy wird auf offener Straße überfallen. Erfolgreich kann sie sich gegen den Angreifer wehren und reißt ihm dabei ein markantes Medaillon vom Hals. Zu ihrem Schutz wird FBI Agent Gideon abgestellt. Es ist Liebe auf den ersten Blick, alles geht fast schon lächerlich schnell. Beide sind sich in der Geschwindigkeit eines Wimpernschlags wahnsinnig nah und erzählen sich Geheimnisse, die sie noch niemandem anvertraut haben.
Ich mag sehr, wie vielschichtig die Autorin ihre (männlichen) Charaktere zeichnet. Gideon ist im Einsatz ein knallharter Agent, privat ist er aber ein sensibler, einfühlsamer Mann, dem in seiner Jugend schlimmste Dinge widerfahren sind. Gerechtigkeit und der Schutz von Frauen sind das höchste Gebot für ihn.
Ich konnte ihn sehr gut leiden und konnte gut nachvollziehen, warum Daisy sich in ihn verliebt. Manches Mal musste ich allerdings lachend die Augen verdrehen, denn er ist auch ein extremer Alphamann. Die Art und Weise, wie er teilweise eifersüchtig wurde oder Besitzansprüche geltend macht, klingt wie aus der Zeit gefallen.
Daisy ist ebenfalls eine sehr facettenreiche Protagonistin. Auf der einen Seite agiert sie auch in Extremsituationen völlig furchtlos und scheut sich nicht davor, ein Gewehr zu benutzen. Gleichzeitig wird auch sie von Dämonen heimgesucht. Als trockene Alkoholikerin kämpft sie jeden Tag dagegen an, rückfällig zu werden.
Ihre Therapiehündin fand ich total süß, hatte aber auch Mitleid, weil immer wieder erwähnt wird, wie fest Daisy sie in schwierigen Situationen drückt bzw. wie exzessiv sie zum Trost gestreichelt wird.
Einen weiteren großen Anteil an der Handlung nimmt die Großfamilie Sokolov ein, die gefühlt jeden, der Hilfe braucht, adoptiert.
Die erste Hälfte des Buches hatte durchaus was von einem Wohlfühlroman, der durch ein paar sehr gut geschriebene explizite Szenen abgerundet wird. Von den kurzen Kapiteln aus Sicht des Serienkillers fühlte ich mich fast ein wenig gestört. In der zweiten Hälfte wird dann klar, warum „Tränennacht“ ein Thriller ist. Karen Rose gibt hier wirklich alles. Ein Schusswechsel folgt auf den nächsten, Leute werden getroffen, es gibt Explosionen und immer wieder Leichen. Ja, die Handlung ist übertrieben und wenn man ehrlich ist, irgendwie Stuss, aber es ist einfach wahnsinnig fesselnd und kurzweilig geschrieben. Mich hat der Thriller sehr begeistert. Das Sektenthema war leider weniger präsent als ich erwartet hatte, aber ich denke, dass im zweiten Band ein Schwerpunkt auf Eden gelegt wird. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

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