Wenn die Geschichte plötzlich ihren eigenen Kopf bekommt
Paul bekommt kein KätzchenDas großformatige Cover wirkt freundlich und farbenfroh und weckt sofort Neugier auf Pauls Geschichte. Die Illustrationen sind großzügig gestaltet und zeigen viele kleine Details, die beim gemeinsamen ...
Das großformatige Cover wirkt freundlich und farbenfroh und weckt sofort Neugier auf Pauls Geschichte. Die Illustrationen sind großzügig gestaltet und zeigen viele kleine Details, die beim gemeinsamen Betrachten entdeckt werden können. Besonders in den Szenen mit viel Bewegung entfalten die Bilder ihren Reiz und tragen die Handlung visuell mit.
Inhaltlich beginnt alles mit einer klaren Ausgangssituation, denn Paul soll ein Kätzchen bekommen. Doch schnell entwickelt sich die Geschichte anders als gedacht, weil Paul eigene Vorstellungen vom Verlauf seines Buches hat. Das Aufeinandertreffen von Erzählerstimme und Hauptfigur bildet dabei das zentrale Element. Diese Idee ist zweifellos kreativ und eröffnet Raum für überraschende Wendungen.
Allerdings wirkt der angekündigte Humor nicht durchgehend so pointiert, wie man es vielleicht erwartet. Einige Dialoge sind schmunzelnd, andere Passagen ziehen sich etwas in die Länge. Auch die Botschaft rund um Selbstbewusstsein und eigenständiges Handeln bleibt eher zwischen den Zeilen und hätte stellenweise klarer ausgearbeitet sein dürfen.
Der Schreibstil ist dialogreich und lebendig, verlangt beim Vorlesen jedoch eine deutliche stimmliche Unterscheidung zwischen Erzähler und Paul.
Im Fazit hinterlässt das Buch einen gemischten Eindruck. Die Grundidee ist frisch und die Illustrationen überzeugen durch ihre liebevolle Gestaltung. Humor und Botschaft erreichen jedoch nicht in jedem Moment die erhoffte Tiefe. Dennoch bietet die Geschichte Gesprächsanlässe und eignet sich gut für gemeinsames Entdecken.