Spannende Idee, aber schwach umgesetzt
Das KalendermädchenAls Olivia vor elf Jahren ihre Tochter Alma adoptierte, geschah dies nur unter der Aufflage, dass die Identität der Eltern unter keinen Umständen ans Licht kommen darf. Das war für sie auch nie ein Problem, ...
Als Olivia vor elf Jahren ihre Tochter Alma adoptierte, geschah dies nur unter der Aufflage, dass die Identität der Eltern unter keinen Umständen ans Licht kommen darf. Das war für sie auch nie ein Problem, bis Alma schwer erkrankt und auf eine Stammzellenspende angewiesen ist. Um ihr Leben zu retten, startet Olivia dennoch eine Suche und stößt dabei auf die Legende vom Kalendermädchen.
Meine Meinung:
Fitzek lese ich seit einigen Jahren wirklich sehr gerne und ich mag es, wenn sie mal sehr wild werden. Durch "Der Nachtwandler" bekam ich sogar wieder generell Lust auf Psychothriller und auch, wenn es mal schwächere Werke von ihm gab, konnten sie mich dank des tollen Twist am Ende insgesamt doch überzeugen. Leider kommen seine neueren Bücher nicht mehr an die Qualität ihrer Vorgänger ran und das merkte ich bei "Das Kalendermädchen" recht deutlich. Der Klappentext las sich interessant und ich stellte mir im Vorfeld einige Fragen: Ist die Legende real ? Wer sind Almas leibliche Eltern und vor allem, wie hängt das alles zusammen ? Das klang wirklich spannend und stellenweise riss mich die Umsetzung durchaus mit, aber die meiste Zeit war es mir zu konfus, reißerisch und gerade das Ende enttäuschte mich ziemlich. Es wirkte viel zu flach und wo war mein geliebter Twist, der noch mal alles auf den Kopf stellen konnte ?!
Der Notruf am Anfang und die darauf folgenden Ereignisse waren sehr merkwürdig und fesselten mich. Ich war gespannt, wie alles miteinander zusammenhängt, da gleich drei Handlungsstränge starteten. Zwei spielten in der Vergangenheit, in der sich um Valentina drehte und einer, in dem Olivias Suche nach Almas leiblicher Mutter im Fokus stand. Zwar wurden die Wechsel gut gekennzeichnet, allerdings rissen sie mich beinahe jedes Mal aus dem Lefluss, da die Cuts teilweise richtig unpassend geschahen. Es gab auch Stellen, wo es sehr künstlich wirkte, sodass ich richtig genervt davon war. Dabei fand ich die Handlungsstränge an sich interessant und es kamen auch richtig fesselnde Stellen vor.
Die Geschichte bot Potenzial, das kaum genutzt wurde und mir fehlte einfach diese gewisse Raffinesse, die ich eigentlich vom Autor gewohnt bin. Dass seine Werke alle ein wenig reißerisch sind, mag ich eigentlich ganz gerne, das macht ihren Charme aus, nur hier wirkte es zu flach und konstruiert. Irgendwie fieberte ich nicht wirklich mit und pausierte immer wieder länger, weil es mich nicht wirklich fesseln konnte. Die Charaktere fand ich in Ordnung, nur konnte ich durch den Stil zu keinem eine richtige Verbindung aufbauen. Es war schade, dass das Schicksal einer Figur, die zwischenzeitlich auftauchte, zum Ende hin so schnell abgehandelt wurde. Das passte nicht gut rein, zumal diese soapige Note zu viel des Guten war. Generell waren die letzten Seiten sehr enttäuschend für mich. Normalerweise liebe ich die Enden wegen diesem besonderen Twist sehr, aber hier gab es keinen ! Stattdessen las es sich wie eine 08/15 Thriller und ließ mich absolut ratlos und frustriert zurück. Die Auflösung von dem ganzen Mysterium war ziemlich langweilig, nur eine Sache fand ich interessant.
Fazit:
Es wird nicht mein letzter Fitzek sein, aber es ist einer, der mich ziemlich enttäuschte. Zwar blitzten immer wieder spannende Momente auf, insgesamt wirkte es aber zu reißerisch und die künstlich angelegten Cliffhanger zwischen den Handlungssträngen machten einfach keine Freude. Sie rissen mich beinahe jedes Mal aus dem Lesefluss und ich brauchte generell lange, um das Buch zu beenden, was in meinen Augen definitiv nicht dafür spricht, da ich seine Bücher eigentlich verschlinge. Die Ideen in der Geschichte fand ich gut, aber es wirkte eher so, als wenn der Autor keine wirkliche Lust darauf gehabt hätte, was ich vor allem beim Ende stark merkte,. Es wirkte sehr abgehackt, machte keinen Spaß und wo war der Twist, der nochmal alles (vielleicht) schön gedreht hätte ? Ich hoffe, dass mich sein nächstes Buch wieder mehr unterhalten kann.
2 von 5 Sterne