Braucht etwas Zeit
Süßer Sieg der LeidenschaftDer Inhalt:
Spindle Cove ist ein besonderer Ort für junge Damen und generell Frauen, die eine Auszeit brauchen, denn Männer sind hier rar gesät und haben nicht viel zu sagen. Hier können sie zur Ruhe kommen ...
Der Inhalt:
Spindle Cove ist ein besonderer Ort für junge Damen und generell Frauen, die eine Auszeit brauchen, denn Männer sind hier rar gesät und haben nicht viel zu sagen. Hier können sie zur Ruhe kommen und beim Schwimmen, Tee, Nähen und anderen entspannten Tätigkeiten ganz zu sich selbst finden. Bis dann ausgerechnet Victor Bramwell und seine Männer hierher kommen und Unruhe stiften, wo sie nur auftauchen. Und während die meisten jungen Damen begeistert sind, ist es Suzanna Finch, die Gründerin, kein Stück; bis sie und Bram sich immer näher kommen, obwohl einiges auf dem Spiel steht.
Infos zum Buch:
"Süßer Sieg der Leidenschaft" ist der erste Band der Spindle Cove Reihe und dreht sich um Suzanna und Victor, die nicht verschiedener sein könnten. Das Buch ist als Taschenbuch, sowie e-book erhältlich und umfasst 474 Seiten.
Meine Meinung:
Seit mir vor ein paar Jahren "Ein verführerischer Tanz" von Tessa Dare in die Hände fiel und auch die folgenden Bände mich überzeugen konnten, gehört sie zu meinen Lieblingsautorinnen in Genre Historical-Romance. Die Geschichten sind etwas melodramatisch, laufen durchaus immer nach dem gleichen Muster ab und vor allem die Erotikszenen geraten arg blumig, aber sie haben auch so einen Charme, den ich liebe. Dieses Buch passt in diese Kategorie, auch wenn es sich schon von ihren anderen Romanen abhob, da sich mehr auf die Rahmenhandlung und die Entwicklung der einzelnen Charaktere konzentriert wurde.
Allerdings fiel es mir anfangs schon sehr schwer, in die Geschichte reinzukommen, da es vor allem zu dem Ort Spindle Cove und ein paar Charakteren sehr viele Informationen gab, was ich leicht erdrückend fand. Es passierte vor allem in den ersten hundert Seiten so viel, dass ich leicht den Überblick verlor und ehrlich gesagt wenig Lust auf das weitere Geschehen bekam. Aber durchhalten hat sich hier wirklich gelohnt ! Ja, anfangs gab es sehr viele Infos...zu seiner Hintergrundgeschichte, dem Zusammenleben im Ort und einigen Problemen damit, aber dann wurde es ruhiger und zugleich spannender.
Ich hatte mich mittlerweile gut an die Charaktere gewöhnt und einige Herren und Damen brachten mich zum Lachen, Verzweifeln und Bangen, weil vor allem Brams Cousin Colin doch echt sehr wild wirkte und viel Unruhe stiftete. Und auch Miranda und ihre Schwestern, sowie Suzannas Vater waren immer für eine Überraschung gut. Zum Schluss wurde es sogar noch überraschend tiefgründig, was ich so gar nicht erwartete und die Wandlung einer bestimmten Person war super ausgearbeitet.
Die Liebesgeschichte zwischen Bram und Suzanna konnte mich anfangs nicht wirklich begeistern; mir ging es etwas zu schnell und es gab ein paar Momente, die ich fraglich fand. Aufgrund von Brams Vergangenheit und auch der damaligen Zeit mochte es durchaus passen, aber sein Benehmen fand ich manchmal echt daneben. Dafür gefielen mir die Veränderungen umso mehr. Nicht nur die beiden Charaktere durchliefen eine Wandlung, auch ihre Beziehung, die mich dann doch begeistern konnte und eigentlich waren Suzanna und Bram zum Ende hin ein sehr süßes Paar, wo ich dann auch endlich mal die erhoffte Chemie spüren konnte.
Nur die erotischen Szenen sprachen mich nicht wirklich an, da sie sehr blumig und kitschig wirkten. Zwar fand ich sie in einem gewissen Rahmen ansprechend und sinnlich, aber Begriffe wie "feuchtes Verlies" ließen mir die Nackenhaare aufstellen. Da muss ich sagen, dass die Autorin es bei ihrer anderen Reihe schöner beschrieben hatte.
Mit den Charakteren musste ich auch erst einmal warm werden, da sie doch leicht stereotypisch wirkten und vor allem bei der Masse an handelnden Personen fiel es mir etwas schwer überhaupt Sympathien für eine Figur zu entwickeln. Dafür war es mir zu viel auf einmal und vor allem interessante Personen wie Miranda gingen leicht unter. Dennoch blieben mir Lewis störrische Art, Colin, der nichts anbrennen ließ und die Zwillinge im Gedächtnis.
Suzanna und Bram waren beide auf ihre eigene Art stur und hitzköpfig und mir gefiel es, wie sie sich später ergänzten. Wobei Bram manchmal Aussagen machte, die mich die Stirn runzeln ließen. Er war vom alten Schlag und Emanzipation war nicht wirklich seine Welt, auch wenn ihn Suzanna doch gut eine Lektion erteilen konnte und ich es super fand, wie er sich entwickelte. Sie dagegen fand ich von Anfang sehr stark, vor allem, wenn man die Zeit bedenkt, in der sie sich gegen allerlei Probleme und Vorurteile wehrte und zeigte, was in ihr steckte.
Der Schreibstil gefiel mir ganz gut, auch wenn ich mir hier ein wenig damit anfreunden musste. Mir war etwas zu schnell, zu sprunghaft, aber später fand ich ihn super. Die Autorin schaffte es wunderbar, ihre Geschichte zum Leben zu erwecken und einen mitzureißen.
Fazit:
Den Anfang fand ich zu turbulent und mir fiel es schwer, in die Geschichte reinzukommen, aber ab ca. der Hälfte wurde es immer spannender und interessanter. Die Wandlung einiger Charaktere wurde super ausgearbeitet und die Liebesgeschichte gefiel mir ganz gut. Zwar brauchte ich etwas, um mit dem Paar warm zu werden, aber zum Ende hin spürte man richtig die Funken zwischen ihnen. Ich bin auf die weiteren Bände gespannt.