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Veröffentlicht am 04.03.2020

Ein wirklich richtig guter Roman über das Erwachsenwerden und die Bedeutung von Vorurteilen

Eine Farbe zwischen Liebe und Hass
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Jessup ist 17 und stammt aus schwierigen Verhältnissen, aber das tun die meisten dort, wo er herkommt. Football ist seine Welt und er hofft, dass ihm sein Sport helfen wird, Mississippi hinter sich zu ...

Jessup ist 17 und stammt aus schwierigen Verhältnissen, aber das tun die meisten dort, wo er herkommt. Football ist seine Welt und er hofft, dass ihm sein Sport helfen wird, Mississippi hinter sich zu lassen und damit auch die schwierigen Verhältnisse.
Gerade wurde sein Stiefvater aus dem Gefängnis entlassen. Er ist ein White Supremacist – ein Rassist – und saß im Gefängnis, weil er dabei war als sein anderer Stiefsohn, Ricky, zwei schwarze Studenten zu Tode geprügelt hat.
Jessup hält sich selbst nicht für einen Rassisten, immerhin ist seine Freundin schwarz! Dann kann er ja kein Rassist sein. Und er findet es ungerecht, dass er angefeindet wird für das, was sein Bruder und sein Stiefvater getan haben.
Ein Unfall verändert Jessups Leben für immer. Er muss sich jetzt entscheiden, woran er selbst glauben will und was für ein Mensch er sein möchte.


Alexi Zentner hat in diesem Buch ein tolles Bild vom immer noch offen gelebten Rassismus und der Instrumentalisierung von Geschehnissen und Menschen in den USA gezeichnet. Damit trifft er den Zeitgeist auch bei uns, da durch die AfD das Thema wieder deutlich präsenter geworden ist, allein schon, weil sich immer mehr Menschen trauen, ihren Rassismus offen zu zeigen.

Durch Jessup erkennt man sehr gut die Abstufungen, die es gibt. Sein Stiefvater ist zum Beispiel ein Rassist und lebt das ganz offen, er gehört zur „Heiligen Kirche des weißen Amerika“. Sein Bruder Ricky ist ebenfalls Rassist, er hat den Oberkörper voller entsprechender Tattoos und sitzt 16 Jahre im Gefängnis für den Mord an zwei schwarzen Studenten. Jessup glaubt die Version, die Ricky und sein Stiefvater erzählen und dass beide in Notwehr gehandelt haben, dass sie nur verurteilt wurden, weil der Staatsanwalt keinen Wirbel machen wollte und es Proteste gab. Wären die Studenten weiß gewesen, wären sie freigesprochen worden, da ist sich Jessup sicher.
Jessup glaubt, er sei kein Rassist. Doch schon sehr früh im Buch wird deutlich, dass es Graustufen gibt. Jessup hat eine farbige Freundin, also kann er kein Rassist sein, so seine Meinung. Doch gleichzeitig ist er sich sicher, dass er nur deswegen nicht Captain des Football Teams ist, weil er weiß ist und sein Trainer, der Vater seiner Freundin, schwarz und als Schwarzer würde er ihn niemals zum Captain machen, obwohl er der beste Spieler ist. Doch er ist eben auch der Sohn eines Rassisten und weiß. Jessup erkennt nicht, dass allein schon in diesen Gedankengängen Rassismus steckt.
Es ist auch faszinierend, wie das Thema unterschwellig immer wieder aufflackert und man oft erst in letzter Sekunde merkt, auf welcher Seite jemand steht. Manche Charaktere sind richtig gehende Fanatiker, andere „nur“ Mitläufer.

Alexi Zentner konfrontiert einen auch mit der „Geheimsprache“ der White Supremacists. Worte, die etwas anderes bedeuten können oder auch Begriffe, die man nie zuvor gehört hat, wie zum Beispiel „Rahowa“, ein Begriff der den „Heiligen Rassenkrieg“ bezeichnet. Ich finde es so toll, wie diese Begriffe gestreut und erläutert werden und man sitzt als Leser da und denkt sich: wie ungebildet bin ich eigentlich, dass ich all das nicht wusste? Oder muss ich froh darüber sein?

Das Buch ist ungewöhnlich gegliedert. Es gibt keine Kapitel, sondern nur Abschnitte, die wie Kapitel fungieren, aber nicht gezählt oder klar abgegrenzt werden, indem sie zum Beispiel auf einer neuen Seite beginnen. Es sind Abschnitte mit ein paar fett gedruckten Worten am Anfang. Durch die fehlenden Kapitel wird man nicht aus der Geschichte gerissen. Es gibt, wenn man so will keine Atempause. Auch wenn man durch Zeit und Raum springt, merkt man es nicht so sehr. Es gibt Romane, bei denen mich eine solche Gliederung sehr gestört hat, weil ich den Überblick verloren habe. Aber hier wird fast alles von Jessup erzählt, allerdings nicht als Ich-Erzählung, dadurch bleibt man in der Geschichte. Er springt zwar, aber da er als Konstante fungiert verliert man nicht den Überblick. Man muss sich nicht auf andere Charaktere einlassen oder mit deren Sichtweise klar kommen, man erfährt alles durch Jessup gefiltert, was einen als Leser umso aufmerksamer werden lässt. Kann man alles glauben, was Jessup einem erzählt? Oder sieht er vielleicht manches durch die Rassismus-Brille?

Während Jessup versucht herauszufinden, woran er wirklich glaubt, scheint ihn die Stadt und auch sein Umfeld in eine Schublade zu stecken. Er ist „der Sohn von“ und wird immer mehr in diese Ecke gedrängt und abgestempelt. Gleichzeitig muss man sich als Leser aber auch hier wieder fragen: passiert das wirklich, oder sieht Jessup Ungerechtigkeiten, die es gar nicht gibt? Und was ist mit der anderen Seite? Denn je weiter das Buch fortschreitet, desto mehr treten auch die Mitglieder der „Kirche“ in Erscheinung.

Eines ist auf jeden Fall klar bei diesem Buch: es gibt nicht nur schwarz oder weiß. Vorurteile gibt es in jeder Gesellschaft und gegenüber jedem Menschen. Es geht nicht nur um die Rasse, sondern auch um die Familienzugehörigkeit, oder die Kirchenzugehörigkeit. Es gibt so viele Gründe, aus denen Menschen ein vorgefertigtes Urteil über andere Menschen ins Feld führen. Dieses Buch macht das sehr deutlich. Es zeigt aber auch, dass kaum ein Mensch wirklich frei von Vorurteilen oder auch Rassismus ist. Klar gibt es auch solche Menschen, die ihre Vorurteile kultivieren und so lange mit Verschwörungstheorien und gefühlten Ungerechtigkeiten nähren, bis daraus Hass entsteht.


Fazit: Mir hat das Buch wirklich richtig gut gefallen. Ich finde es so toll, wie es nicht den Zeigefinger erhebt, sondern den Leser selbst Misstöne hören lässt. Man wird gefordert sich selbst eine Meinung zu bilden, zu hinterfragen.
Jessup ist als Protagonist wirklich sehr interessant. Er wuchs auf in einer Welt, in der Rassismus gepredigt wurde. Er selbst weiß nicht genau wo er steht. Er ist 17 Jahre alt und ein Unfall zwingt ihn erwachsen zu werden. Er muss sich entscheiden was für ein Leben er führen will und ob die erlernten Vorurteile ein Teil davon sein sollen.

Ich fand es wirklich richtig gut, wie das Buch die Thematik eingefangen hat. Man erfährt alles aus Jessups Sicht und muss sich selbst ein Urteil bilden.

Von mir bekommt das Buch volle 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 03.03.2020

Tolle Idee, aber mich konnte das Buch emotional nicht erreichen

Gods of Ivy Hall, Band 1: Cursed Kiss
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Achtung: Band 1 einer Reihe!


Erin ist eine Rachegöttin. Bis sie 16 Jahre alt war, war sie ein Mensch, doch der Tod ihrer älteren Schwester Jenna, verursacht durch deren Ehemann, lies Erin eine verhängnisvolle ...

Achtung: Band 1 einer Reihe!


Erin ist eine Rachegöttin. Bis sie 16 Jahre alt war, war sie ein Mensch, doch der Tod ihrer älteren Schwester Jenna, verursacht durch deren Ehemann, lies Erin eine verhängnisvolle Entscheidung treffen. Alles was sie wollte war Rache. Hades bot ihr daraufhin genau das an, die Fähigkeit Rache zu nehmen. Ein Kuss von ihr und ihr Gegenüber wird bestraft, er verliert seine Seele und lebt fortan als leere Hülle weiter, ohne irgendwelche Gefühle, auch ohne Wünsche oder Träume. Jede Woche muss ihm Erin eine Seele bringen, sonst und wenn sie gegen die Regeln verstößt, wird die Seele ihrer Schwester bestraft. Damals hat Erin nur die positiven Seiten gesehen, doch nun, das ist ihr klar, überwiegen die negativen. Aber sie hat keine Wahl. Sie muss auch an ihrer jüngere Schwester denken, die sie um jeden Preis vor Hades verstecken will. Als sie dann auch noch einem Jungen begegnet, der in ihr Gefühle wachruft, ist das Chaos perfekt, denn sie darf keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Und selbst wenn es erlaubt wäre – sie könnte Arden niemals küssen, das würde ihm seine Seele rauben. Was soll Erin nur tun?


Ich finde die Idee total interessant: eine jugendliche Rachegöttin, die nicht nur das Problem hat, jede Woche eine Seele abliefern zu müssen, sondern auch auf einmal Liebesschwierigkeiten hat. Wer rechnet auch damit, dass ausgerechnet sie, die in Männern eigentlich nur die inneren Monster sieht, plötzlich zärtliche Gefühle für einen Jungen hegt? Aber es ist gegen die Regeln. Niemand, abgesehen, von den anderen Rachegöttinnen auf dem Campus, darf wissen, was sie ist. Sie darf keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Doch Arden ist einfach überall! Er lenkt sie ab, zieht sie an und zieht damit auch die Aufmerksamkeit von Hades auf sich. Erin versucht ja, sich von ihm fernzuhalten, aber es klappt einfach nicht!

Auch Arden gibt sich, aus anderen Gründen, größte Mühe Erin auf Abstand zu halten, dabei war ihm vom ersten Moment an klar, dass sie etwas ganz Besonderes ist und er sich von ihr angezogen fühlt, wie noch nie zuvor. Irgendetwas ist los mit ihr, das ist ihm klar, aber er sieht die Traurigkeit in ihren Augen und möchte sie nicht durch zu viele indiskrete Fragen verletzen. Er ahnt nicht, dass er zwischen die Fronten geraten könnte.

Erin und Arden waren mir sympathisch, ich mochte sie direkt. Allerdings habe ich nicht total mit ihnen mitgefiebert, sie konnten mich nicht zu 100% abholen, ich kann aber auch nicht sagen, woran das lag. Mir gefiel die zweite Hälfte des Buches besser, weil da mehr los war. Es ging nicht mehr ausschließlich nur um dieses „ich will ihn / sie, aber es geht nicht / ich darf nicht“, sondern, um etwas größeres. Doch das hin und her war dennoch auch hier ständig präsent, allerdings sorgte es nicht mehr für so viele Längen wie zuvor.

Die Idee mit Hades und den Rachegöttinnen finde ich richtig cool. Das ist mal was ganz anderes als Vampire oder Dämonen oder so. Die Verknüpfung mit der Mythologie und die Schwierigkeit, dass man durch die vielen sich wiedersprechenden Überlieferungen nicht sicher wissen kann, welche zutrifft, macht das ganze aus wissenschaftlicher Sicht glaubwürdig. Denn so ist das eben in der Geschichtswissenschaft – mein Mutterschiff! – es gibt verschiedene Darstellungen und wenn die sich wiedersprechen, kann man eben nicht mit Gewissheit sagen, dass es so oder so gewesen ist und so läuft das auch hier mit der Mythologie.

Die Wendung / Auflösung fand ich von der Idee her richtig gut. Mich persönlich lässt das alles aber total unbefriedigt zurück. Ich weiß gar nicht mehr, was ich glauben soll. Ich bin einfach wütend. Ich will nicht spoilern, deswegen kann ich nicht deutlicher werden.


Fazit: Ich fand die Idee sehr gut. Es ist mal etwas anderes. Leider wird dieses Neue durch viel hin und her überschattet. Ich bin einfach kein Fan von „sie wollen sich, aber es geht nicht!“. Das wird andauernd wiedergekäut, dadurch kommt es zu Längen. Die Handlung ist runtergebrochen auf den Kern wirklich interessant. Ich fand auch die Protagonisten durchaus sympathisch, aber mir war es nicht möglich vollkommen in die Geschichte einzutauchen. Ich weiß nicht, woran das lag, aber irgendwie bin ich nicht versunken. Ich wollte wissen, wie es ausgeht, habe aber nicht an den Seiten gehangen oder mit Herzklopfen mitgefiebert.
Die Wendung / Auflösung fand ich sehr interessant und gut, aber das Ergebnis des Ganzen macht mich nur wütend. Ich finde es toll, wenn es eine Überraschung gibt – und das war definitiv eine sehr große Überraschung! – aber bei mir ist sämtliches Gefühl weg und das macht mich wütend und frustriert. Ich kann das nur schwer erklären, ohne zu spoilern, deswegen klingt das etwas kryptisch.

Ich fand das Buch gut, aber es hat mich auf der emotionalen Ebene nicht zu 100% abgeholt. Ich habe nicht mitgelitten oder mitgefiebert. Die Story an sich ist aber interessant.

Von mir gibt es 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.03.2020

Emotional nicht ganz ohne, aber bis auf einen Kritikpunkt eine schöne Liebesgeschichte

Mein Herz in deinen Händen
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Achtung: Band 1 einer Reihe!



Achtung: Triggerwarnung: Suizid!



Presley findet ihren Mann erhängt im Badezimmer. Er hat sich das Leben genommen und sie und die gemeinsamen Kinder einfach mit einem ...

Achtung: Band 1 einer Reihe!



Achtung: Triggerwarnung: Suizid!



Presley findet ihren Mann erhängt im Badezimmer. Er hat sich das Leben genommen und sie und die gemeinsamen Kinder einfach mit einem gigantischen Schuldenberg sitzen lassen. Presley ist am Boden zerstört und als sie das wahre Ausmaß seines Betrugs erkennt, bleibt ihr nichts anderes übrig als mit ihren Jungs an den Ort zurückzukehren, den sie nie wiedersehen wollte, ihren Heimatort.

Doch nicht lange nachdem sie dort ist, läuft sie gezwungener maßen – nachdem es ein Jugendfreund so eingerichtet hat – ihrer Jugendliebe über den Weg. Mit Zach ist Presley damals durchgebrannt. Ihm ist sie überall hin gefolgt, bis er sie verlassen hat. Diesen Schmerz hat sie bis heute nicht verwunden und es hilft kein bisschen, dass die alte Anziehungskraft noch da ist und beinahe jeder im Ort versucht die beiden wieder zu verkuppeln. Zudem ist Zach auch noch mit Presleys Erzfeindin, einem richtigen Miststück zusammen.





Presley tat mir so schrecklich leid. Ich kann mich gut in die Situation am Anfang einfühlen. Ich werde nie vergessen, als ich so einen panischen Anruf von meiner damals besten Freundin bekam. Ich möchte hier nicht öffentlich ins Detail gehen, aber die Situation hinterher war ähnlich, nur dass es nicht um einen Ehemann ging.

Ich kann also gut nachempfinden, wie es Presley gerade geht und ihren armen Jungs.
Als man erfährt, dass Zach sie damals verlassen hat und wie schlecht es ihr danach ging, kann man verstehen, warum sie Todds Selbstmord jetzt doppelt so hart trifft. Ihre Wortwahl sagt alles, sie interpretiert es so, dass sie es nicht wert war, bei ihr zu bleiben, weder bei Zach noch bei Todd, doch da ist es noch schlimmer, weil sie und ihre Söhne ihrem Mann scheinbar – so ihre Meinung – nicht genug bedeutet haben, um für sie weiterzuleben.



Ich kann Presleys Entscheidung sehr gut nachvollziehen, ihren Jungs nicht zu sagen, dass es Suizid war. Sie würden es vielleicht ähnlich interpretieren, wie Presley und das wäre dann noch schlimmer.



Ich finde es toll, wie Zach und Presley gezwungenermaßen lernen miteinander umzugehen. Was ich mich genervt hat war zum Beispiel, dass er ihre Erzfeindin partout nicht so sehen wollte, wie sie nun mal ist. Er verschließt einfach komplett die Augen davor. Ich finde es sowieso fragwürdig, dass er mit ihr zusammen ist.

Davon abgesehen hat mich nur noch die Reaktion auf die Wendung gestört. Die Wendung an sich, also die Enthüllung fand ich gut und passend, dadurch ergibt Presleys Verhalten am Anfang Zach gegenüber mehr Sinn. Blöd fand ich aber, wie er reagiert hat. Gut, er ist geschockt aber die Rückschlüsse, die er zieht, fand ich doof. Ebenso wie Presley durch den Einfluss der anderen alles umdeutet und plötzlich alles nur noch ihre Schuld ist, sowas mag ich einfach nicht. Ja, sie hat sich nicht zu 100% korrekt verhalten, aber ich kann ihr Verhalten damals und heute sehr gut nachvollziehen. Ich kann auch Zachs Standpunkt nachvollziehen. Es ist einfach blöd gelaufen. Aber es hat eben nicht bloß einer Schuld. Sowieso ging mir Zachs Reaktion auf Probleme auf die Nerven. In meinen Augen wählt er immer den einfachen Weg.





Fazit: Mir hat das Buch gut gefallen. Es ist definitiv ein hartes Thema und emotional belastend. Presley und die Jungs tun einem sehr leid. Es ist einfach eine ganz schreckliche Situation, in der sie sich befindet.

Die Story rund um Zach, ihre Jugendliebe fand ich interessant. Man erfährt, was damals passiert ist, erst aus Presleys und später aus Zachs Sicht und man fragt sich, ob die beiden noch eine Chance haben oder ob einfach zu viel passiert ist zwischen ihnen und in ihrem Leben allgemein.

Die Wendung an sich fand ich sehr gut, sie hat für mich Sinn gemacht. Die Reaktionen darauf waren aber nicht mein Fall. Da habe ich mich ziemlich aufgeregt.

Klar finden sich in diesem Buch auch ein paar Klischees. Aber ich fand sie jetzt nicht allzu störend, nur, dass er ausgerechnet mit ihrer Erzfeindin zusammengekommen war, fand ich blöd. Sowas mag ich einfach nicht.



Von mir bekommt das Buch 4 Sterne.



Ich freue mich, dass es mit Zachs Brüdern noch weitergeht. Im nächsten Band der Reihe geht es um Wyatt und Angie und im dritten Band um Trent und Grace. Ich bin schon echt gespannt!

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Veröffentlicht am 01.03.2020

Mein Lieblingsband der Reihe!

Gilde der Jäger - Engelsmacht
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Achtung: Band 8 einer Reihe!


Naasir ist anders. Er ist weder nur Vampir noch nur etwas anderes. Einst wurde er von einem wahnsinnigen Engel geschaffen, den er schon als Kind zu Fall brachte. Danach wurde ...

Achtung: Band 8 einer Reihe!


Naasir ist anders. Er ist weder nur Vampir noch nur etwas anderes. Einst wurde er von einem wahnsinnigen Engel geschaffen, den er schon als Kind zu Fall brachte. Danach wurde er in der Zufluchtsstätte inmitten von Engelkindern großgezogen. Aber dennoch ist er anders. Jetzt, das spürt Naasir, ist es Zeit seine Gefährtin zu finden. Er ist bereit. Dass er sie finden wird, daran zweifelt Naasir nicht, er wird sie an ihrem Geruch erkennen.
Ein Auftrag seines Sires, dem Erzengel Rafael, führt Naasir in die Zufluchtsstätte, dort soll er mit der Gelehrten Andromeda zusammenarbeiten.
Andromeda ist die Enkelin von Charissemnon, ein anderer Erzengel und unglaublich grausam und krank. Ihr war es gestattet worden einige Jahrhunderte als Gelehrte in der Zuflucht zu leben, jetzt ist es bald an der Zeit, dass sie den Blutschwur, den ihre Eltern in ihrem Namen geleistet haben zu erfüllen und sich an den Hof ihres Großvaters zu begeben, ein Ort, den sie vielleicht körperlich überleben, aber an dem ihre Seele zerbrechen wird.
Zuvor hat sie aber mit Naasir einen letzten Auftrag zu erfüllen: sie müssen den Ort finden, an dem der Uralte Erzengel Alexander schläft. Aber es gibt einige, die das um jeden Preis verhindern wollen.


Ich liebe Naasir! Er ist mein absoluter Liebling. Ich liebe seine Art die Welt zu sehen, allein schon seine Gedanken bringen mich so oft zum Lachen, aber auch die Geschichten aus seiner Kindheit. Er hat so witzige Dinge angestellt, weil er die Welt einfach anders sieht. Er ist ein Raubtier und benimmt sich so. Er knurrt und schnurrt und beißt. Er schnuppert an Menschen, Vampiren und Engeln. Er ist einfach ein Original. Wenn er will kann er so süß sein, aber er bestimmt, wen er mag und wen nicht und wenn er einen nicht mag, sollte man schnellstens aus der Reichweise seiner Krallen verschwinden.
Wenn er aneckt kann er sich eine „andere Haut“ überstreifen und zivilisiert sein, aber er hasst es. Der Kontrast ist wirklich krass. Natürlich mag ich den echten, wilden Naasir viel lieber.

Andromeda ist eine beeindruckende Frau. Sie ist ein Spielball im Spiel der Erzengel und weiß, um ihre Machtlosigkeit. Dennoch will sie kein hilfloses Opfer sein und um ihr Leben kämpfen. Sie liebt ihre Arbeit als Historikerin und ist wirklich gut darin. All das zählt aber nicht am Hof ihres Großvaters. Sie interessiert ihn an sich nicht besonders, sie ist einfach ein Ding, das durch seine bloße Existenz einen Wert darstellt. Andromeda will gar nicht darüber nachdenken, was er wohl mit ihr vor haben könnte. Aber ihre Eltern sind für sie das beste Beispiel dafür, was aus Engeln wird, die am Hof ihres Großvaters leben müssen. So will Andromeda auf keinen Fall enden. Doch sie weiß auch, dass sie keine Hilfe zu erwarten hat. Kein Erzengel, nicht einmal Rafael, der ein erklärter Feind ihres Großvaters ist, kann ihr helfen, denn das würde gegen uralte Engelsgesetze verstoßen.

Naasir ist verwirrt. Andromeda riecht gut, aber sie ist eine Historikerin. Seine Gefährtin kann keine Gelehrte sein! Er ist wild und seine Gefährtin muss deswegen doch auch wild sein! Aber auch diese Überlegungen helfen ihm nicht, sie riecht einfach so gut! Und je mehr Zeit er mit ihr verbringt, desto interessanter findet er sie.

Die Suche nach Alexander (und alles was dazwischen passiert) ist sehr spannend! Es geht wieder hoch her und wird vor allem für Andromeda sehr gefährlich. Ein Glück, dass Naasir so gut darin ist sich überall anzuschleichen und für Probleme zu sorgen. Viele unterschätzen ihn, sie sehen dieses Wesen, das sie nicht richtig einordnen können, weil er der einzige seiner Art ist und weil er eben wild ist, halten sie ihn automatisch auch für ein „Tier“ und nicht für einen extrem intelligenten Gegner. Doch genau das ist Naasir. Er ist nicht einfach nur ein Werkzeug, er ist sehr schlau und findet immer eine Lösung für die Probleme, mit denen er sich konfrontiert sieht, auch wenn diese meist sehr, sehr unkonventionell ist, aber dadurch passt sie zu Naasir.


Fazit: Ich liebe dieses Buch. Es ist mein absolutes Lieblingsbuch aus der Reihe. Ich liebe die anderen auch, aber Naasir ist und bleibt mein Liebling. Ich liebe einfach seine Art zu denken. Er denkt immer so witzige Dinge und sieht die Welt auf seine eigene Art. Er knurrt, beißt und schnurrt und kann unglaublich süß sein, wenn er will. Ich möchte ihn aber nicht zum Feind haben.
Ich finde es so toll, wie anders sich dieser Band liest, weil er eben Naasir folgt und der ist außergewöhnlich. Es ist schwer zu beschreiben, ich möchte ja auch nicht zu viel verraten. Wenn ihr das Buch lest bzw. das Hörbuch hört, werdet ihr merken, was ich meine.
Die Handlung ist wieder einmal sehr spannend, aber schon allein dadurch anders, weil Andromeda ein Keuschheitsgelübde abgelegt hat, also kein Sex, außer jemand findet ein bestimmtes, seit Jahrhunderten verschollenes Buch. Anders als in den anderen Bänden der Reihe, liegt der Fokus hier nicht auf dem körperlichen, sondern auf anderen Dingen. Davon profitiert das Buch in meinen Augen.

Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 01.03.2020

Ein interessanter Roman über Trauerbewältigung und Selbstfindung, aber mit ein paar Längen

Und dann kamst du
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Claires Leben ist ein Scherbenhaufen. Vor ein paar Wochen starb ihr Zwillingsbruder Colin und seit dem kommt sie nicht mehr klar. Sie fühlt sich wie betäubt, ankerlos. Sie weiß nicht mehr, ob sie überhaupt ...

Claires Leben ist ein Scherbenhaufen. Vor ein paar Wochen starb ihr Zwillingsbruder Colin und seit dem kommt sie nicht mehr klar. Sie fühlt sich wie betäubt, ankerlos. Sie weiß nicht mehr, ob sie überhaupt noch Medizin studieren will, immerhin war das ihr gemeinsamer Plan. Sie liest nicht mehr, geht nicht mehr ins Kino, macht nichts, was sie an Colin erinnert.
Eines Nachts sieht sie im Bus nach Hause einen Mann, der sie an Colin erinnert und das, obwohl er ihm eigentlich gar nicht ähnlich sieht. Er hat seinen Rucksack vergessen, doch Claire schafft es nicht mehr ihm nachzurennen, bevor der Bus anfährt. Seit dem sucht sie nach Sam, wie der Mann heißt, das weiß sie von dem einen Tagebucheintrag, den sie gelesen hat. Aus Gründen, die sie selbst nicht versteht, führt Claire das Tagebuch weiter, dokumentiert ihre Suche nach Sam und wie sie ihr Leben verändert.


Ich fand die Idee sehr interessant. Eine Frau findet einen Rucksack und sucht den Besitzer nur anhand des Inhalts. Ich fand auch die Umsetzung schön, zum Beispiel, wie man Claire durch ihre Trauer begleitet und auf ihrem Weg zur Selbstfindung. Allerdings hat das Buch zwischendurch auch seine Längen, da muss man dann einfach durch, denn es ist wirklich toll mitzuerleben, wie Claire sich verändert.

Über Sam erfährt man nur sehr wenig. Das Buch folgt ausschließlich Claire. Man erfährt, was in seinem Rucksack war, wie Claire sein Äußeres beschreibt, was in seinem Tagebuch stand und die paar Brotkrumen, die Claire auf ihrer Suche begegnen. Dadurch bleibt Sam etwas Abstraktes, fast, wie eine Vorstellung, eine Fantasie. Und gerade wenn man immer denkt: das wird doch nie was! Findet Claire wieder einen Brotkrumen, der sie weiter hoffen und weiter suchen lässt.

Claire leidet sehr unter dem Verlust ihres Bruders. Sie hat ihr Leben genau vor sich gesehen, alles war genau durchgeplant und ihr Bruder war bei jedem einzelnen Schritt an ihrer Seite. Mit ihm wollte sie sich ein WG Zimmer teilen, mit ihm wollte sie die Medizin-Vorlesungen besuchen und mit ihm wollte sie die Praxis ihrer Eltern übernehmen. Doch jetzt ist das alles einfach weg. Klar, sie ist für das Studium eingeschrieben und bald geht es damit auch los, aber die Begeisterung, die Sicherheit des Wissens, das zu tun, für das man bestimmt ist, die ist weg. Claire weiß nicht mehr, ob sie überhaupt noch Medizin studieren soll, oder wie sie überhaupt ihr Leben gestalten will, denn ohne Colin fühlt es sich nicht mehr nach ihrem Leben an.

Sie tut einem wirklich schrecklich leid. Deswegen finde ich es umso schöner sie dabei zu begleiten, wie sie durch die Suche nach Sam ihr Leben ändert. Es sind kleine Dinge, die aber eine große Wirkung haben. Schon allein, dass sie den Kontakt zu ihren Mitbewohnern sucht, zum Beispiel.

Das Buch hat aber auch seine Längen. Da muss man aufpassen bei der Stange zu bleiben. Was mich aber noch mehr gestört hat, war das Ende, das für mich viel zu abrupt kam. Mir ging es da viel zu schnell.


Fazit: Ich fand das Buch gut, es ist mal etwas ganz anderes. Es ist ein langsames Buch, dass ohne viel Spannung auskommt. Es geht vor allem, um Trauerbewältigung und darum herauszufinden, wer man eigentlich ist und was man sich vom Leben wünscht. Ich fand es interessant Claire dabei zu begleiten, wie sie sich entwickelt hat. Das Buch hat aber auch seine Längen, bei denen es nicht immer ganz leichtfällt, nicht weg zu driften.
Was mich gestört hat, war das abrupte Ende. Das ging mir einfach viel zu schnell, da konnte ich gefühlsmäßig einfach nicht mehr folgen.

Ich fand das Buch gut, aber mir persönlich waren es etwas zu viele Längen und das Ende zu abrupt. Von mir gibt es 3,5 Sterne.

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