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Veröffentlicht am 08.08.2023

Mir war es etwas zu melancholisch, aber es hat was

Denn ohne Liebe werden wir zerbrechen
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Triggerwarnung: Verlust eines Angehörigen, Depression, toxische Familienangehörige, Erwähnung von Vergewaltigung.

Oliver ist ein berühmter Musiker, zusammen mit seinem Bruder war er Teil von „Alex & Oliver“. ...

Triggerwarnung: Verlust eines Angehörigen, Depression, toxische Familienangehörige, Erwähnung von Vergewaltigung.

Oliver ist ein berühmter Musiker, zusammen mit seinem Bruder war er Teil von „Alex & Oliver“. Doch als sein Zwilling bei einem Autounfall stirbt, stirbt auch ein großer Teil von Oliver. Und als wäre dieser Verlust nicht schon schlimm genug, nimmt die Öffentlichkeit enormen Anteil daran, was für Oliver, der eher ein zurückgezogener Mensch ist, bedeutet, dass Alex’ Fans, ihm die Schuld an seinem Tod geben, oder sich öffentlich wünschen, er wäre gestorben. Das katapultiert den sensiblen Musiker in eine gefährliche Abwärtsspirale.

Emery ist alleinerziehende Mutter und hat extrem zu kämpfen. Das Geld reicht hinten und vorne nicht, einen Job hat sie bereits verloren und das Zusammentreffen mit dem Musiker Oliver, von ihrer Lieblingsband „Alex & Oliver“ kostet sie ihren zweiten, verbliebenen Job und ihren letzten Gehaltsscheck. Emery ist verzweifelt und droht aus ihrer Wohnung zu fliegen, bis eben jener Oliver ihr ein Angebot macht, das sie nicht ablehnen kann. Emery, die einst die Kochschule abbrechen musste, um für ihre Tochter Reese zu sorgen, soll seine Privatköchin werden! Doch kann das gut gehen?


Einerseits fand ich das Buch unheimlich berührend, aber andererseits habe ich auch Kritikpunkte.

Oliver tat mir schrecklich leid. Nicht nur hat er seine andere Hälfte verloren, sondern die Öffentlichkeit macht es ihm zusätzlich schwer. Andererseits wählt er eine ziemlich selbstzerstörerische Bewältigungsstrategie, indem er sehr viel Alkohol in sich reinschüttet und sich vor der Welt versteckt. Dazu kommt noch seine schreckliche Freundin, die einfach einer der furchtbarsten Menschen ist, die man sich nur vorstellen kann. Sämtliche schlechten Seiten des Musikbusiness sind in ihr vereint. Oliver selbst ist sehr sensibel und hat sich selbst ebenso verloren, wie seinen Bruder. Er hat sich aufgegeben. Bis Emery und ihre Tochter in sein Leben treten und ihn wachrütteln.

Emery kratzt am Existenzminimum. Es ist für sie nichts Neues zu Hungern, damit es ihre Tochter nicht muss. Sie sieht den Schmerz hinter Olivers Fassade, denn mit verstecktem Schmerz kennt sie sich nur zu gut aus. Womit sie nicht gerechnet hätte ist, wie schnell ihr Oliver ans Herz wächst. Doch ihre Vergangenheit droht alles zu zerstören.


Fazit: Das Buch ist teilweise wirklich sehr berührend. Andererseits war es stellenweise schon ein bisschen arg dick aufgetragen und sehr melancholisch. In großen Teilen fand ich es vorhersehbar und die Wendung war nicht meins. Ich persönlich mag diese Art Wendung einfach nicht.
Das Ende gefiel mir dafür sehr.

Mir hat das Buch gut gefallen, aber mir drückte es ein bisschen zu sehr auf die Stimmung. Ich konnte manches nicht ganz nachvollziehen, vor allem bezüglich Sammie (wer das ist und überhaupt, kann ich nicht verraten, sonst würde ich spoilern), ebenso fand ich es schade, dass manches nur angerissen, aber nicht zu Ende gebracht wurde. Wie ging zum Beispiel der Handlungsstrang mit Cam aus? Das erfährt man gar nicht, was da in Reaktion passiert ist.

Von mir bekommt das Buch 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.08.2023

Ich habe Kritik, aber schön war es auch

Wo die Liebe dich findet
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Eigentlich war alles geplant, Holly sollte einen super Job, in einer hochmodernen Klinik antreten, doch dann teilt ihr ihre Mentorin, der sie den Job verdankt, mit, dass die Kollegin nun doch nicht sofort ...

Eigentlich war alles geplant, Holly sollte einen super Job, in einer hochmodernen Klinik antreten, doch dann teilt ihr ihre Mentorin, der sie den Job verdankt, mit, dass die Kollegin nun doch nicht sofort weggeht, sondern erst in einem Jahr. Zur Überbrückung soll Holly für ein Jahr in die schottische Einöde und dort einen alten Studienfreund ihrer Mentorin unterstützen. Holly versucht, das Beste aus der Sache zu machen. Ihre Kollegen sind super nett, das Örtchen sympathisch und ihre Unterkunft ein Traum. Doch ihr Chef ist ein absoluter Albtraum und scheint Holly und alles, was sie tut zu hassen. Wie soll sie so das Jahr durchstehen und von ihm das benötigte Empfehlungsschreiben erhalten? Und dann wäre da auch noch die Sache mit dem sexy Einbrecher …


Einerseits fand ich das Buch wirklich schön, ein sommerliches Wohlfühlbuch mit Fernweh-Garantie. Aber andererseits gab es auch zwei Dinge, die mich gestört haben und zwei, die ich schade fand.

Gestört hat mich zum einen wäre da Hollys Chef. Grummelig ist das eine, sich 97% des Buches wie ein unerträgliches A… zu verhalten, das andere. Er ist schrecklich zu Holly, das ist in meinen Augen eindeutig Mobbing. Er tut so, als könne sie überhaupt nichts richtig machen, sei eine Halsabschneiderin, unfähig, dumm, etc. Wenn sie etwas gut oder sogar sehr gut macht, ignoriert er das oder redet es schlecht. Jeder weiß, dass er sich schrecklich aufführt und das soll durch den Verlust seiner Frau vor einiger Zeit entschuldigt werden. Ja, das ist schlimm, aber kein Grund, sich so fürchterlich aufzuführen. Mir tat Holly da so extrem leid.

Der andere Punkt, der mich gestört hat, war, dass obwohl es in diesem Buch mehrere Liebesgeschichten gibt, um die sich alles dreht, Holly + ihr „Einbrecher“, dessen Bruder + Chloe und „kann ich nicht verraten, ohne zu spoilern“ + Paolo, werden nur zwei richtig zu Ende geführt. Die dritte bleibt in der Schwebe, was ich einfach schade fand. Ich hätte mir gewünscht, dass es bei allen ein „richtiges“ Ende gibt.

Der Erzählstil ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Es wird in der dritten Person erzählt, aber die Sichtweise springt regelmäßig hin und her, mal folgt man Holly, dann Chloe, dann Paolo, da muss man am Anfang etwas aufpassen, bis man sich daran gewöhnt hat.

Die Handlung selbst fand ich gut, sie verlief eher ruhig, bis es kurz vor Schluss einmal richtig Action gibt.
Was ich dafür schade fand waren die Zeitsprünge zwischen den Sichtweisen, die oft durchaus mehrere Tage und Wochen umfassten, aber man das erst im Verlauf des Lesens herausfand. Ebenso unsichtbar erfolgte oft die Entwicklung der Charaktere, sie war oft einfach plötzlich „da“.


Fazit: Das Buch hat schon was. Die Protagonisten sind nicht unsympathisch und das Örtchen hat seinen ganz eigenen Charme. Aufgelockert wird alles durch die tierischen Patienten, die teilweise wirklich richtige Charaktere sind.
Gestört hat mich dafür, dass zum einen ein Handlungsstrang nicht abgeschlossen wurde und zum anderen Hollys Chef einfach zu 97% des Buches ein unerträgliches mobbendes A… war. Das ging mir immer wieder zu weit.
Davon abgesehen war der Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig, aber gut. Schade fand ich nur, dass es viele Zeitsprünge gab und auch viel Entwicklung der Charaktere „unsichtbar“ erfolgte.

Insgesamt finde ich, ist das Buch aber auch eine schöne locker leichte Sommerlektüre. Von mir bekommt es 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.08.2023

Ich hatte leider meine Probleme mit dem Protagonisten

Das Verborgene in mir
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Frisch befördert geht Dela davon aus, dass ihr Leben genau in den Bahnen verlaufen wird, wie sie es geplant hat. Doch dann gesteht ihr ihr langjähriger Freund, dass er sich in eine andere verliebt hat ...

Frisch befördert geht Dela davon aus, dass ihr Leben genau in den Bahnen verlaufen wird, wie sie es geplant hat. Doch dann gesteht ihr ihr langjähriger Freund, dass er sich in eine andere verliebt hat und Dela verlässt, weil er sich ihr in allen Bereichen des Lebens unterlegen fühlt – als wäre das irgendwie ihre Schuld, nur weil sie beruflich erfolgreich ist!
Mars ist Fotograf und liebt es Akte zu fotografieren. Dabei hat er auch definitiv nichts dagegen hinterher mit der jeweiligen Frau im Bett zu landen, allerdings niemals öfter als ein Mal. Als er Dela begegnet, fasziniert sie ihn sofort. Er will sie vor seiner Linse haben und in seinem Bett.


Der Aufbau des Buches ist sehr interessant. Es gibt Kapitel aus Delas und Mars’ Sicht, aber auch immer wieder dazwischen ein „Abenteuer“. Diese Abenteuer werden eingeleitet mit einem angedeuteten Aktfoto (nichts krasses, ein Stück Arm oder Ähnliches, es geht nur darum, zu zeigen, wie faszinierend die Formen des menschlichen Körpers in schwarz/weiß wirken können) und das Abenteuer selbst ist auf grauen Seiten gedruckt. Dadurch hebt es sich vom Rest der Handlung ab, mit der sie anfänglich scheinbar nichts zu tun zu haben scheinen. Erst später erfährt man, was es damit auf sich hat.
Das fand ich sehr interessant, auch eben, dass die Fotos eine Rolle im Buch spielen.

Dela war mir nicht unsympathisch. Eben noch wähnt sie sich auf der Überholspur und alles läuft genau so, wie sie es sich erhofft, im nächsten Moment wird ihr der Boden unter den Füßen weggezogen und sie muss in diesem Bereich ihres Lebens neu anfangen, was sich auch auf ihren Job auswirkt.

Mars war mir dagegen leider nicht sympathisch. Seine Art ging mir einfach quer. Er wirkte auf mich, als seien die Frauen für ihn absolut austauschbar. Einfach Dinge, Spielzeuge. Ja, er verschaffte ihnen eine tolle Nacht, bevor er sie im Anschluss auf Abstand hält, aber ich war mir lange nicht sicher, ob er in ihnen überhaupt menschliche Wesen sieht, oder nur Motive für seine Kamera und Körper mit denen er ins Bett steigen kann.

Die expliziten Szenen fand ich gut. Für meinen Geschmack waren es etwas zu viele, bzw. der Fokus lag mir etwas zu sehr darauf, aber bei dem Genre kann das vorkommen.

Was mich allerdings extrem abgestoßen hat, war der Kosename „Rehlein“, das sorgte bei mir für eine heftige Gänsehaut – aber leider der falschen Sorte. Ich fand den Kosenamen total gruselig und musste dabei immer an einen ekligen alten Mann denken.


Fazit: Die Idee fand ich super und auch der Aufbau des Buches gefiel mir sehr gut. Aber leider hatte ich extrem große Probleme mit Mars und mit dem Kosenamen „Rehlein“ der mich deutlich abgestoßen hat. Die „Abenteuer“ haben mich irritiert und verwirrt, bis man letztlich erfuhr, was es damit auf sich hatte.
Die Handlung selbst hat sich für mich teilweise recht gezogen.

Von mir bekommt das Buch ganz, ganz knappe 2,5 Sterne, wobei ich mir nicht sicher bin, inwieweit mich meine Abneigung gegen den Kosenamen negativ beeinflusst hat und ich den Aufbau an sich wirklich sehr gut fand.

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Veröffentlicht am 08.08.2023

Leider geht das Buch den wirklich wichtigen Themen konsequent aus dem Weg

First & Forever, Band 2 - Be My Forever
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Achtung: Band 2 einer Reihe, nicht unabhängig lesbar!

Ava hat sich von Connor getrennt, aber wirklich vorbei ist es nicht. Beide kommen nicht voneinander los. Aber ihre Probleme lösen sich nicht in Luft ...

Achtung: Band 2 einer Reihe, nicht unabhängig lesbar!

Ava hat sich von Connor getrennt, aber wirklich vorbei ist es nicht. Beide kommen nicht voneinander los. Aber ihre Probleme lösen sich nicht in Luft auf, im Gegenteil, es kommen immer wieder neue dazu.
Connors Vergangenheit meldet sich und er weiß nicht, wie er damit umgehen und was er davon halten soll. Gleichzeitig wird die finanzielle Last in Avas Familie immer erdrückender. Sollten es die beiden noch einmal miteinander versuchen? Oder würden sie in alte Muster zurückfallen?


Band 2 knüpft genau da an, wo Band 1 aufgehört hat. Ava verzehrt sich nach Connor, Connor verzehrt sich nach Ava, beide wollen wieder zusammen sein, aber … Und immer so weiter.

Der Ablauf der Handlung ist im Prinzip identisch mit Band 1, er folgt dem gleichen Muster, nur das Ende unterscheidet sich.

Beide haben nach wie vor das Problem, dass sie mit ihren Problemen „allein klarkommen“ wollen und dem anderen nichts davon erzählen wollen, um ihn nicht zu belasten. Doch das führt dazu, dass sie sich immer weiter von einander entfernen. Ava kommt nicht damit klar, dass Conor sie belügt – obwohl er es doch ach so gut damit meint –, Connor möchte für Ava sorgen, ist aber dafür einfach noch zu jung und die Dimensionen des Ganzen übersteigen seine Kräfte.

Zudem kommt noch der Handlungsteil, den ich schon in Band 1 angesprochen hatte, den ich unheimlich wichtig finde, der aber auch hier leider deutlich zu kurz kommt. Am Schluss wird davon erzählt, wie sich das entwickelt hat, aber ich hätte es besser gefunden, das mehr zum Thema zu machen. Es ist ein extrem wichtiges Thema, aber umgegangen wird damit sehr stiefmütterlich, als wäre es nicht weiter wichtig. Das finde ich so unheimlich schade, weil damit etwas Bedeutsames hätte transportiert werden können.


Fazit: Das Buch setzt, wie auch schon Band 1, vor allem auf eins: Drama. Die Handlung verläuft – abgesehen vom Ende – nach dem genau gleichen Schema wie in Band 1. Das fand ich leider eher ermüdend und enttäuschend. Es geht im Endeffekt immer nur um die mangelnde Kommunikation zwischen den beiden Protagonisten.
Ein in meinen Augen extrem wichtiges Thema wird leider komplett vernachlässigt. Ein weiteres, das in diesem Band präsenter wird, fällt aber auch praktisch unter den Tisch. Es wird erwähnt, aber erst als alles schon längst vorbei ist. Das fand ich schade. Ich hätte mir da gewünscht, dass wenigstens dieses Thema dann etwas mehr beleuchtet wird und der Umgang damit, aber stattdessen gibt es lieber einen Zeitsprung.

Mir war Band 2 der Reihe, wie schon zuvor Band 1 zu dramatisch. Dazu kam, dass hier praktisch allen wichtigen Themen nur ausgewichen wurde. Es gab so viele Themen, die hätten beleuchtet werden können, aber stattdessen geht es nur um ein Teenie-Drama nach dem anderen. Ja, die Handlung rund um Avas Mutter ist interessant, aber auch die läuft nur nebenbei. Der Hauptfokus liegt auf Teenie 1, der nicht offen mit Teenie 2 redet und umgekehrt, was zu Drama 1-10 führt.

Das Ende gefiel mir bei diesem Band sehr gut. Ansonsten hat mich das Buch leider überwiegend nur frustriert und bekommt von mir ganz, ganz knappe 2 Sterne.

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Veröffentlicht am 07.08.2023

Unheimlich berührend, aber leider auch sehr deprimierend

A Whisper Around Your Name
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Triggerwarnung: Missbrauch, häusliche Gewalt, Mobbing!

Jo ist es gewohnt die Neue zu sein. Der Freak mit dem entstellten Gesicht, die Schulschlampe, ob sie es nun mit jemandem macht oder nicht. Es kümmert ...

Triggerwarnung: Missbrauch, häusliche Gewalt, Mobbing!

Jo ist es gewohnt die Neue zu sein. Der Freak mit dem entstellten Gesicht, die Schulschlampe, ob sie es nun mit jemandem macht oder nicht. Es kümmert sie nicht. Alles, was sie will ist ihren Abschluss und dann hoffentlich eine Zukunft zu ihren Bedingungen. Niemand, der sich ihr aufdrängt, niemand, dem sie hilflos ausgeliefert ist. Einfach ein normales, langweiliges Leben.
Evan will auch bloß eins: weg. Noch am Tag des Abschlusses will er seinen Heimatort verlassen, der ihm nichts als Kummer gebracht hat. Er ist der Psycho, der Freak. Und würden ihn seine zwei Adoptivbrüder nicht andauernd quälen, käme er damit klar. Doch dann begegnet er Jo und glaubt zum ersten Mal in seinem Leben, dass die Zukunft etwas Schönes für ihn bereithalten könnte. Er hätte es besser wissen müssen …


Mich hat dieses Buch gleichermaßen berührt, wütend gemacht und deprimiert. Beide Jo und Evan haben so schrecklich viel durchgemacht und sind damit ganz allein. Niemand, der ihnen beisteht oder sie unterstützt, bis sie einander finden. Aber die Welt kann nicht damit aufhören, ihnen Stöcke zwischen die Beine zu werfen.

Es gibt in diesem Buch so viele Menschen, die ich einfach nicht verstehen kann. Sie sind so böse und gemein und teilweise schlicht blind dafür, wer die Menschen um sie herum wirklich sind. Mich hat das so wütend gemacht, wie zum Beispiel Evans Adoptivbrüder mit absolut allem durchkamen. Ihre Eltern haben einfach die Augen davor verschlossen, außer, wenn es etwas gab, das man Evan anlasten konnte, dann waren sie sofort dabei. Wenn man Kinder adoptiert, dann geht es doch darum, sie zu lieben, nicht sie zu vernachlässigen.

Beide, Evan und Jo, tragen so viel Schmerz mit sich herum und immer wieder wird ihnen einfach noch mehr auf die Schultern geladen. Einerseits haben sie mich wirklich tief berührt, aber andererseits war es mir oft auch einfach zu viel. Diese ständigen Tiefschläge haben mich deprimiert und runtergezogen.

Was mir gut gefiel, war, wie Evans Besonderheit ins Buch eingebunden wurde. Das fand ich faszinierend und interessant. Natürlich ist es traurig, dass die Welt das nicht verstehen wollte und ihn als verrückt abgestempelt hat. Das ist auch wieder so etwas, was mich deprimiert hat, diese Machtlosigkeit.


Fazit: Für mich war das Lesen ein gemischtes Erlebnis. Einerseits hat mich das Buch unheimlich deprimiert und wütend gemacht, weil es so viele böse und gemeine Menschen – oder auch gleichgültige Menschen – in diesem Buch gab, die den Protagonisten andauernd eins reingewürgt haben. Ja, das Leben ist kein Ponyhof und oft ungerecht, aber nicht andauernd.
Punkten konnte das Buch dafür natürlich beim Gefühl. Wie gesagt, mich haben beide Protagonisten zutiefst berührt und mir auch das Herz gebrochen und Tränen in die Augen getrieben. Aber das allein hat mir nicht gereicht. Das Gefühl konnte diese ständigen deprimierenden Tiefschläge nicht vollkommen ausgleichen.

Von mir bekommt das Buch 3,5 Sterne.

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