Profilbild von DieBuechertante

DieBuechertante

Lesejury Star
offline

DieBuechertante ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit DieBuechertante über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.06.2023

Einer der besten Thriller, die ich gelesen habe

Der Schatten
0

Ich hatte von Melanie Raabe bereits "Die Wahrheit" gelesen und find ihn gut, wenn mir auch ein paar Dinge nicht gefallen haben. Nun wollte ich noch ein weiteren Thriller von ihr ausprobieren und bin so, ...

Ich hatte von Melanie Raabe bereits "Die Wahrheit" gelesen und find ihn gut, wenn mir auch ein paar Dinge nicht gefallen haben. Nun wollte ich noch ein weiteren Thriller von ihr ausprobieren und bin so, so froh! (SPOILER)
Das fand ich gut:
Der Prolog erschien mir zu erst sehr merkwürdig, sehr "nicht passend" in die Geschichte. Am Ende macht er aber Sinn :)
Sehr gut finde ich auch die eingestreuten Kapitel vom "Täter", die aber nicht verraten, wer der Täter ist. Insgesamt finde ich in diesem Thriller verdammt gut, wie Fährten gestreut werden, manche gehen ins leere, manche führen auch den Leser immer mehr dort hin, worum es geht. Vieles löst sich erst zum Ende auf und macht dann so viel Sinn. Und die Wendung, sie ist einfach unbeschreiblich. Damit gerechnet habe ich nicht.
Auch finde ich es gut, dass noch ein weiterer Strang zu Ende verfolgt wird und auch da eine Lösung kommt, auch für Norah.

Das fand ich nicht so gut:
Es ist nicht direkt was negatives an dem Thriller an sich, eher geschichtlich. Ich hab mich sehr gewundert, wie sich Norah in all das reinziehen lässt ohne drüber nachzudenken, dass es für sie gefährlich werden könnte und Hilfe besser wäre. Ihr wird zumindest irgendwann bewusst, wie sehr sie sich manipulieren lässt.

Fazit:
Ich bin wirklich durch das Buch geflogen und wollte immer mehr wissen, was dahinter steckt. Und besonders gefällt mir der in der Geschichte eingebaute "Schatten". Es ist gut, dass die Geschichte erfunden ist, denn es war am Ende schon wirklich sehr krass, wie sehr man von jemanden kontrolliert werden kann und dieser sich ins eigene Leben einmischt. Trotz des Thrillers bekommt er aber auch viele andere Aspekte wie Freundschaft und Liebe, die einfach wunderbar ins ganze eingefügt wurden, ohne abgespalten zu sein.

Bleiben oder Weg? Einer der besten Thriller, die ich je gelesen habe. Das sagt glaube ich alles :)

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.06.2023

Die erste Hälfte fand ich super

Freizeichen
0

Dies war mein zweites Reread dieses Jahr. Ich möchte alle Romane von Ildiko von Kürthy rereaden und habe mich jetzt erstmal auf die ersten drei beschränkt, da ich im Hinterkopf hatte, dass die beiden Protagonisten ...

Dies war mein zweites Reread dieses Jahr. Ich möchte alle Romane von Ildiko von Kürthy rereaden und habe mich jetzt erstmal auf die ersten drei beschränkt, da ich im Hinterkopf hatte, dass die beiden Protagonisten aus den ersten beiden Teilen auch im dritten vorkommen, sie also dementsprechend irgendwie zusammenhingen (SPOILER).
Das fand ich gut:
Mit der Protagonistin habe ich mich etwas verbunden gefühlt, da sie Übersetzerin für Englisch und Niederländisch war, und ich diese beiden Sprachen liebe, und sie einen roten Kleinwagen hatte, bei dem die Fenster noch selbst gekurbelt werden müssen, wie mein letztes und erstes Auto. Außerdem fand ich toll, dass Robin Die Toten Hosen und die Ärzte Fan war. Der typische Witz von Ildiko von Kürthy war da und hat mir sehr gefallen.
Jetzt steckt Annabel in eine Art Midlife-Crisis würde ich sagen. Den ersten Teil, in dem sie erst mal auf Mallorca ist und quasi den Leser auf den neustens Stand bringt hab ich durchgesuchtet.

Das fand ich nicht so gut:
Die Geschichte um ihren Mann und dann den Neuen, in den sie verliebt war, konnte ich nicht so richtig nachvollziehen. Auch fand ich sehr schade, dass Cora aus Mondscheintarif wieder auftaucht und sich aus meiner Sicht negativ entwickelt hat, ich fand sie doch sehr unsympathisch. Auch find ich es generell immer schade, wenn Personen sich entwickeln und sich dann in anderen Romanen wieder zurückentwickeln oder vom positiven weg zum negativen.
In der Erzählung gab es am Anfang doppelte Zeitsprünge. Ich habe da manchmal den Überblick verloren, ob ich jetzt in der Gegenwart oder Vergangenheit war und wenn ja, in welcher Vergangenheit.

Fazit:
Ich weiß, dass die ersten Romane ein ähnliches Muster haben, also das Grundgerüst ist gleich und nur manche Aspekte werden angepasst. Deswegen habe ich die Romane auch mit Abstand gelesen, denn ich bekomme dann schnell einen Überhang. Nachdem es dann ausschließlich in der Gegenwart weiterging, ist der Roman für mich abgeflacht. Wenn ich ihn mit den ersten beiden vergleiche, ist er für mich der schlechteste.

Bleiben oder Weg? Ich weder in Zukunft noch die anderen Romane nochmal lesen bzw. die neueren, die noch nicht kenne, zum ersten Mal lesen, so bleibt es in meinem Regal. Und vor allem an die zwei darauf folgenden Romane kann ich mich ehrlich gesagt so gut wie gar nicht mehr erinnern :)

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.06.2023

Ich hab mich gut unterhalten gefühlt

Die besten Freunde meines Lebens
0

Ich liebe Geschichten über Freundschaft. Diese hat einen besonderen Kontext, denn eine der Freundin ist grade verstorben. Und was macht diese Freundin? Teilt ihr Leben auf ihre Freundinnen auf. Und das ...

Ich liebe Geschichten über Freundschaft. Diese hat einen besonderen Kontext, denn eine der Freundin ist grade verstorben. Und was macht diese Freundin? Teilt ihr Leben auf ihre Freundinnen auf. Und das sorgt für Chaos und Verwirrungen (SPOILER).
Das fand ich gut:
Der Prolog ist aus Niccis Sicht, kurz bevor sie gestorben ist. Das war heftig und ungewöhnlich und hat mir gut gefallen. Auch in der Gegenwart geht es gleich mit der Beerdigung weiter. Nach und nach erfahren wir mehr über die Personen, ihrer Beziehung zu Nicci und Ihrem Leben und Problemen.
Eine Aufgabe der Freundinnen ist es, Niccis Kleiderschrank auszumisten. Da Nicci sehr Modeaffin ist, ist es nicht irgendein Kleiderschrank. Sie stoßen auf bedeutende Kleidungsstücke und so werden immer wieder Geschichten über Nicci und ihrer Freundschaft erzählt. Das fand ich richtig gut. Genauso gut fand ich, dass aus allen Perspektiven erzählt wurde.
Ich mag, dass alle Figuren was mitbringen und auch die "Hinterlassenschaften" bei jeden zu anderen Reaktionen führen. Als Pärchen mag ich sehr Jo und Si und das Familiäre insgesamt unter allen.

Das fand ich nicht so gut:
Ich muss ehrlich sagen, ich fand Nicci mega unsympathisch und im Prinzip haben alle in ihrem Umfeld immer das gemacht, was sie wollte, weil sie keine Lust auf Stress und Ärger hatten. Sie hat im Prinzip alles kontrolliert und hatte immer die Zügel in der Hand. Sie wurde von den anderen auf ein Podest gehoben. Gleichzeitig hat sie sich selbst völlig unter Verschluss gehalten, selbst ihr Mann wusste manche Dinge nicht über sie. Es hat mich sehr gewundert, dass das über die Jahre immer so ging und niemand mal gesagt hat, dass man keinen Bock mehr hat, Das hat der Geschichte so einen kleinen Abbruch gegeben aus meiner Sicht.
Dem Kleiderschrank und Niccis Kleidungsstücke hätte ich mehr Beachtung gewünscht.

Fazit:
Insgesamt mag ich die Teile Freundschaft und Familie. Der Liebesteil ist vorhersehbar, aber fand ich schön, wenn auch Nicci wieder sehr ihre Finger da im Spiel hatte. Ich fand das echt gruselig, wie sehr sie alles gelenkt hat.

Bleiben oder Weg? Ich bin zur Zeit nicht sehr aussortierfreudig :)

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.05.2023

Viel Input zum Umgang mit Kindern

So viel Freude, so viel Wut
0

Ich beschäftige mich im Moment mit Neurodiversität und was so im weitesten Sinne dazugehören könnte und bin gleichzeitig über den Begriff Gefühlsstark sehr oft gestolpert, sodass ich einmal wissen wollte, ...

Ich beschäftige mich im Moment mit Neurodiversität und was so im weitesten Sinne dazugehören könnte und bin gleichzeitig über den Begriff Gefühlsstark sehr oft gestolpert, sodass ich einmal wissen wollte, was sich genau dahinter verbirgt und andererseits wissen wollte, wo gehört es zu und wovon grenzt es sich ab (SPOILER).
Das fand ich gut:
Den Begriff Gefühlsstark an sich mag ich sehr, da er gebraucht werden kann für jedes Gefühl, dass stärker auftritt und es alle Gefühle zusammenfasst, sodass keine bestimmten Gefühle in den Fokus gestellt werden. Ich finde, es ist auch Situationsabhängig brauchbar, dass jemand jetzt grade Gefühlsstark ist.
Ich Buch bin ich über den Begriff Bedürfnisstark und liebesbedürftig gestolpert, was ich auch so viel besser finde als High-Need Baby, Schreibaby oder eben Kinder, die sehr lange sehr viel von den Eltern brauchen. Es wird auch hier nichts in den Fokus gestellt. Beides sind eher Oberbegriffe.
Sehr gut fand ich die Erklärung der Grundbedürfnisse, da diese häufig nicht bekannt sind.
Ich mochte es sehr, dass auf Eltern eingegangen wird, einerseits wie sie sich fühlen, und andererseits wie sie sich um sich kümmern können. Auch gut find ich, dass Geschwisterkinder einbezogen werden, vor allem wenn mehrere Kinder Gefühlsstark sind.
Auch habe ich festgestellt, dass einiges für mich selbstverständlich ist und ich viele beschriebene Situationen als alltägliche Situationen mit meinen Kindern einordne. Ich habe alle meine Kinder wiedergefunden.

Das fand ich nicht so gut:
Was ich jetzt unter diesem Punkt schreibe, hat nicht alles direkt etwas mit Buch und dessen Inhalt zu tun. Ich möchte dazu sagen, dass ich einerseits Kinder habe, die Diagnosen bekommen haben und für uns sind die Diagnosen richtige Offenbarungen und erleichtern uns das ganze Leben. Und ich selbst, stecke jetzt darin, herauszufinden, was mit mir los ist. Ich seh das alles eher aus der Brille, dass bis ins Erwachsenenalter etwas nicht erkannte wurde, was aber das ganze Leben negativ geprägt hat.
Gefühlsstark wird als Gegenbezeichnung für alle die negativen Labels und Diagnosen bezeichnet, es gibt kein Test, es ist keine Diagnose, sondern wenn man sein Kind darin wiederfindet, wird es das sein. An anderer Stelle kommt noch, dass wenn man mehr vermutet, dies auch abklären lassen sollte. Ich verstehe die Negativbehaftung mancher Verwendungen, und finde es persönlich schwierig, Gefühlsstark als den alles umfassenden Begriff zu sehen, da dann Kinder durchrutschen und es eben nicht einfach nur ein Label oder eine Diagnose ist, sondern da steht ja was hinter, da laufen Dinge im Körper anders ab als bei Menschen ohne das (was ich aus eigener Erfahrung weiß, dass diese Vorgänge gar nicht erklärt werden und eben gar nicht klar ist, was die Diagnose in ihrer Gesamtheit bedeutet), und so kann es das ganze Leben beeinflussen, auch kommen mit Diagnosen Vorteile und Ausgleiche in Betrachtung, die wiederum Situationen erleichtern können.
Auch tu ich mich dem, wie sich Gefühlsstärke zeigt, schwierig, und da geht es mir bei der Hochsensibilität ähnlich, denn am Ende kann bei all den Symptomen gar nicht klar gesagt werden, was steckt noch alles mit drin (weil unerkannt), und was gehört gar nicht dazu, sondern zu etwas anderem.

Fazit: Es steckt unendlich viel Input im Umgang mit Kindern drin, was für mich eher den generellen Umgang mit Kindern ausmacht. Viele Situationen kommen auch bei nicht Gefühlsstarken Kindern immer mal wieder vor, wenn auch evtl. nicht in der stärke, so ist vieles sehr hilfreich. Der Fokus liegt nicht alleine aufs "betroffene" Kinder.
Ich finde den Begriff eher als eine Charakterfacette einzuordnen und finde, wenn Eltern in den ganzen Beschreibungen ihr Kind wiederfinden, dass eine weitere Abklärung sinnvoll ist.

Bleiben oder Weg? Es steht weiter in meinem Regal :)

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.05.2023

Komödie mit guter und kurzer Unterhaltung

Ein unmoralisches Sonderangebot
0

Ich mag die Autorin sehr gerne und habe noch einige Bücher von ihr auf meiner Liste, so auch dieses (SPOILER).
Das fand ich gut:
Die Geschichte fußt ja auf eine Familie und das hat ja bei mir per se schon ...

Ich mag die Autorin sehr gerne und habe noch einige Bücher von ihr auf meiner Liste, so auch dieses (SPOILER).
Das fand ich gut:
Die Geschichte fußt ja auf eine Familie und das hat ja bei mir per se schon mal Pluspunkte. Geschrieben ist das ganze aus Olivias Sicht und zunächst wird ihre Beziehung zu Stephan recht harmonisch dargestellt. Am Anfang stehen die sonntäglichen Treffen beim Vater von Stephan und Bruder Oliver im Fokus, bei denen man schnell merkt, dass sich auch Oliver und Olivia gut verstehen. Zu den beiden Brüdern gibt es auch die Schwester, die ein bisschen die Mutterrolle übernommen hat. So, wie diese Treffen ablaufen, hab ich mich gefragt, warum man sich diesen aussetzt, vor allem mit dem schwierigen Vater dazu.
Im Buch wird auch die Ähnlichkeit zum Film Ein unmoralisches Angebote eingebunden, und es hier Sonderangebot zu nennen passt so gut bzgl. des Vaters und seinen Eigenheiten. Der für mich übrigens eine tolle Entwicklung gemacht hat.

Das fand ich nicht so gut:
Tatsächlich habe die Entwicklung eines Charakters und dessen Beziehung komisch gefunden und nicht zusammenpassend zu dem, wie es am Anfang war.
Cool wäre gewesen, auch etwas vom Tausch des anderen Paares zu erfahren. Am Ende war mir klar, warum das nicht thematisiert wurde. Als die Wendung kam, fand ich das sehr komisch und überhaupt nicht passend zum Rest des Buches. Am Ende war es dann schon passender.
Ein paar Dinge waren für mich sehr vorhersehbar.

Fazit: Das Buch könnte auch eine Komödie sein und ich glaube, wenn man sich reinhält, kann man das Buch auch wie einen Film an einem Abend durchlesen. Ich bin durch die Seiten geflogen. Es hat nicht so starke Tiefen, eher auf lustig mit Missverständnissen gepickt. Wenn auch am Ende eine gewisse Tiefe noch dazu kommt.

Bleiben oder Weg? Es bleibt bei mir :)

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere