Profilbild von DieBuechertante

DieBuechertante

Lesejury Star
offline

DieBuechertante ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit DieBuechertante über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.07.2022

Tolle Geschichte mit zähen Stellen

Die Frau an der Schreibmaschine
0

Dieser Roman zeigt sehr schön, wie ein Mensch einen anderen manipulieren kann und die Menschen um sich herum für sich arbeiten lassen kann (SPOILER).
Das fand ich gut:
Der Roman hat eine schöne Sprache, ...

Dieser Roman zeigt sehr schön, wie ein Mensch einen anderen manipulieren kann und die Menschen um sich herum für sich arbeiten lassen kann (SPOILER).
Das fand ich gut:
Der Roman hat eine schöne Sprache, während Rose sehr reflektiert ist. Was nicht sonderlich verwunderlich ist, da sie ihre Erfahrungen aufschreibt, während sie in einer Anstalt ist. Es ist trotzdem ein Roman und nicht berichtartig geschrieben.
Am Anfang beschreibt Rose ihre Liebe zur Schreibmaschine in einer wunderschönen, verspielten Sprache. Gleichzeitig hat sie eine nüchterne Sicht zu ihrem Job als Stenotypistin. Auch dahin gehend, wie oft das, was sie tippt, als die eine Wahrheit angesehen wird und wie sehr man sich auf Maschinen verlässt, ohne an mögliche Fehler zu denken.
Von Odalie, der neuen Stenotypistin, ist sie sofort fasziniert und auch wenn sie sehr reflektiert schildert, in welchen Punkten sie misstrauisch hätte werden müssen, hängt sie so sehr an ihr, weil sie die erste Person ist, die sie annimmt und Teil von etwas sein lässt. Mit voranschreiten des Buches kommt immer mehr eine Geschichte von Lügen, Irrungen und Wirrung zum Vorschein, in die auch Rose immer mehr reingezogen wird.

Das fand ich nicht so gut:
Es spielt im New York der 20er Jahre. Hin und wieder habe ich diesen Bezug verloren.
Die Kapitel sind sehr lang, auch die Geschichte ist mitunter sehr langatmig und zäh.

Fazit:
Viele Dinge haben mir gut gefallen und waren gut gemacht. Dennoch habe ich mich ziemlich durchkämpfen müssen, was für mich die Qualität des Leseerlebnisses geschmälert hat.

Behalten oder weg? Ich möchte dem Buch später nochmal eine Chance geben, deswegen bleibt es erst mal bei mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.07.2022

Leute, lest dieses Buch!

Die andere Welt
0

Zwei Namen, ein Leben. Sie heißen beide gleich, haben unterschiedlicher Geschlechter und doch ist ein Leben (SPOILER).

Das fand ich gut:
Ich finde, der Klappentext wird der Geschichte nicht gerecht, denn ...

Zwei Namen, ein Leben. Sie heißen beide gleich, haben unterschiedlicher Geschlechter und doch ist ein Leben (SPOILER).

Das fand ich gut:
Ich finde, der Klappentext wird der Geschichte nicht gerecht, denn er vermittelt nicht die wundervolle Art, wie dieser Roman geschrieben ist. Es sind nämlich nicht zwei verschiedene Personen, sondern die selbe Person, einmal als Mädchen und einmal als Junge. Und zeigt, dass trotz verschiedener Geschlechter ihnen nahe zu das Gleiche passiert, früher oder später.
Es gibt Kapitel aus je einer Sicht, es gibt aber auch Kapitel, die mehrere Jahre aus beider Sichten zusammenfassen.


Das fand ich nicht so gut:
Es gab in einem Strang eine Wiederholung, die ich unnötig fand. Aber das ist wirklich das Haar suchen in der Suppe.

Fazit:
Wer mich schon ein bisschen verfolgt, der weiß, dass es Dinge gibt, die mich immer begeistern. Dazu gehören Jugendbuchaspekte, Freundschaft und Familie, und all das vereint dieser Roman. Abgerundet wird der Roman durch eine Vielfalt an Themen und der Aufbau der Geschichte ist wirklich gut gemacht. Leute, lest dieses Buch! :)

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.06.2022

Unbedingt lesen!

Nichts, was uns passiert
0

Endlich lese ich mal wieder ein Buchclub-Buch und dann ist es auch noch mein Vorschlag. Es lag jetzt 1 1/2 Jahre in meinem Schrank, weil ich nur darauf gewartet habe, dass es endlich dran kommt (SPOILER).
Das ...

Endlich lese ich mal wieder ein Buchclub-Buch und dann ist es auch noch mein Vorschlag. Es lag jetzt 1 1/2 Jahre in meinem Schrank, weil ich nur darauf gewartet habe, dass es endlich dran kommt (SPOILER).
Das fand ich gut:
Wir lernen alles sehr detailliert kennen. Viele verschiedene Sichten, viele verschiedene Meinungen. Erzählt ist der Roman überwiegend in Bericht-/Protokollform, wobei nicht ersichtlich ist, welche Rolle die Person hat, die dies erzählt. Es sind teilweise sehr kurze Kapitel, schnelle Sichtwechsel, nach hinten raus wird es aber immer mehr eine klassische Romanstruktur. Anna wirkt für ihr Alter in ihrem Denken manchmal sehr kindlich. Deutlich wird, dass beide Dinge mit sich rumschleppen.
Bei all der Berichterstattung wird aber auch klar, wie Menschen das selbe Ereignis unterschiedlich wahrnehmen können, was der eine vergisst, woran der andere noch denkt, oder was vertauscht wird. Obwohl das Buch nicht aktuell erschienen ist, greift es doch Themen auf, die damals schon präsent waren, und es jetzt mehr denn je sind.
Beide Figuren, sowohl Anna als auch Jonas, wirken verloren und als suchen sie halt beim jeweils anderen. Gleichzeitig wird aber auch beeindruckend gezeigt, was alles in einem vor geht, wenn man vergewaltigt wurde. Ich finde, es werden viele verschiedenen Themen rund um den Fokus aufgebaut und super authentisch rübergebracht. Und allem voran wird einfach deutlich, wie es ist, wenn man mit einem Vergewaltigungsvorwurf zur Polizei geht und Anzeige erstattet, und das auf allen Ebenen.

Das fand ich nicht so gut:
Ich war im ersten Moment enttäuscht, dass es kein richtiges Ergebnis gab. Jedoch wurde mir danach klar, dass das die Realität ist und es deswegen einfach nur authentisch ist. Und es auch gar nicht darum geht, herauszufinden, wer sagt die Wahrheit, sondern abzulichten, wie das Ganze sehr häufig abläuft. Schön wäre gewesen zu erfahren, wie es mit den beiden und all die Menschen um sie herum weitergeht. Ich hätte gerne auch gewusst, wer denn nun der Ich-Erzähler ist und in welchen Kontext das ganze stand.

Fazit:
Es lohnt sich sehr, dieses Buch zu lesen. Es ist so ein wichtiges Thema und gut, nicht immer das Happy End präsentiert zu kommen. Zudem lässt es sich super schnell lesen, weil man einfach wissen will, was passiert als nächstes, was kommt noch alles raus und wie geht es aus. Klare Leseempfehlung von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.05.2022

Dicke, fette Leseempfehlung von mir!

Laufen
0

Wir sind in dem Kopf einer Frau, einer Frau, die das Laufen wieder angefangen hat, um etwas zu verarbeiten, um mit etwas klar zu kommen. (SPOILER)
Das fand ich gut:
Es werden so viele verschiedene Themen ...

Wir sind in dem Kopf einer Frau, einer Frau, die das Laufen wieder angefangen hat, um etwas zu verarbeiten, um mit etwas klar zu kommen. (SPOILER)
Das fand ich gut:
Es werden so viele verschiedene Themen beleuchtet, und dies gar nicht abstrakt, sondern so, dass sich jeder wiederfindet. Den Einstieg find ich so gut gemacht. Es sind Gedanken, die jeder kennt, der etwas neues starten möchte, der mit etwas altgeliebten wieder anfängt. Es ist ein super Spiegel für uns selbst, um mal darauf zu achten, was wir uns mit unseren Gedanken immer erzählen, und wie sehr diese hin und her springen können. Erst mit jeder Seite bekommen wir heraus, was eigentlich genau vorgefallen ist. Und auch wenn wir nur in ihrem Kopf sind, bekommen wir viel mit, wie ihr Umfeld damit umgeht und was für absurde und irgendwo auch unnötige Hürden sie sich stellen muss. Da musste ich manchmal schlucken, wie egoistisch manche Menschen sind. Um so mehr habe ich sie gefeiert, als sie endlich auf den Tisch gehauen hat. Das Ende hat mich tief berührt, dabei ist es nicht großartig komplex, sondern kommt ganz seicht und leicht daher und hinterlässt große Emotionen.

Das fand ich nicht so gut:
Der Schreibstil war vor allem zum Anstieg ziemlich unaufgeräumt und anstrengend zu lesen. Da es aber Gedanken sind, ist es authentisch. Im Gedankenkarussel gibt es selten einen Punkt. Wenn man sich drauf einlässt, lässt es sich flott lesen.

Fazit:
Ich finde es wichtig zu wissen, dass es um einen Verlust geht, um eine Krankheit, und es nur in ihren Kopf spielt, daher durch lange Schachtelsätze besteht. Das Laufen als solches ist Thema, ich würde aber sagen, dass es ca. ein Drittel der gesamten Geschichte ausmacht. Es beinhaltet Hoffnung, Verzweiflung, Selbstvorwürfe, mit etwas klar kommen, sich schämen, wie andere mit einen Selbst und die Sache an sich umgehen, außerdem geht es um verarbeiten, trauern, Wut, Verständnis, Hilflosigkeit, Mut, Fürsorge und einen Hauch von Liebe.
Trotz der Kürze habe ich es genossen, dem ganzen Raum gegeben und es nicht verschlungen. Es muss wirken können. Aus meiner Sicht ist es genau das richtige für ein langes Wochenende, an den man lesen will, aber nicht so viel Zeit hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.05.2022

Lass dich verzaubern

Glück schmeckt nach Popcorn
0

Das Lichtspielhaus in ein ganz bezaubernder Ort. Es hat den Charme aus den 1950er Jahren, eine eigene Katze und der Besitzerin Martha ist nur wichtig, dass die Menschen bei ihr ihre schöne Zeit haben. ...

Das Lichtspielhaus in ein ganz bezaubernder Ort. Es hat den Charme aus den 1950er Jahren, eine eigene Katze und der Besitzerin Martha ist nur wichtig, dass die Menschen bei ihr ihre schöne Zeit haben. (SPOILER)
Das fand ich gut:
Mir hat sehr gut die ganze Atmosphäre gefallen, die das Kino mit sich gebracht hat. Einerseits so geordnet, und andererseits so ohne Plan. Man erfährt viel über Film- und Kinogeschichte bzw. -wissen und schaut auch hinter die Kulissen.
Da kommt ein bisschen Liebe, was beides gut zueinander passt und sich ergänzt. Und so viele mehr Themen werden abgedeckt. Familie, Freunde, Feindschaft. Außerdem geht es um Gewohnheiten, um trauern, um sich trauen und aus der Komfortzone ausbrechen.
Besonders fand ich den Schreibstil aus der Sicht des Allwissenden-Erzähler, der aber in die Köpfe der verschiedenen Protagonisten springen kann.

Das fand ich nicht so gut:
Der Einstieg war ein bisschen komisch, wenn auch im Nachhinein stimmig. Mehr kann ich nicht bemängeln.

Fazit:
Dieser Roman hat mir wirklich gut gefallen. Es scheint gar nicht so zu sein, aber er ist auch tiefgründig. Alles hat eine gute Balance, nichts ist zu viel oder zu wenig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere