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Veröffentlicht am 10.06.2019

Trauma und Liebe

Fünf Sterne für dich
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Betrachtet man das Cover des Buches, kann man an eine nette Geschichte glauben. Holt da jemand für jemanden die Sterne vom Himmel? Bedingt, denn die Geschichte beginnt kursiv gedruckt mit einer düsteren ...


Betrachtet man das Cover des Buches, kann man an eine nette Geschichte glauben. Holt da jemand für jemanden die Sterne vom Himmel? Bedingt, denn die Geschichte beginnt kursiv gedruckt mit einer düsteren Szene. Ein traumatisches Ereignis lässt den Protagonisten erschüttert reagieren.
Dann geht es richtig los. Eine Art Tagebuch führt uns durch die Handlung, vom 29.August bis 14.November-keine besonders lange Zeit, in der sich für Konrad und Mathilda insbesondere das ganze Leben ziemlich heftig wandelt.
Die beiden sind ein Vater-Tochter-Gespann, zumindest sieht es so aus. Der Vater arbeitet als Rezensent für alle möglichen Artikel, die er in seiner „Kammer des Schreckens“ aufbewahrt. Die Nützlichkeit der Gegenstände sollte sich erst später erweisen. Mathilda geht nach dem Umzug nach Hamburg in eine neue Schule.
Der zweite wichtige Handlungsort ist die Schule, speziell die Klasse, die Mathilda besucht. Hier tritt Pia als neue Klassenlehrerin auf, eine Seiteneinsteigerin, die zum ersten Mal und mit sehr viel Engagement eine Klasse führt. Natürlich ist es für sie eine große Aufgabe, zumal sie an sich selbst die Erwartung stellt, alles richtig machen zu wollen.
Ihr Co-Klassenleiter Tom sieht das ganz anders. Er ist seit langem Beamter, abgeklärt und will vor allem seine Ruhe haben.
Zum ersten Zusammentreffen kommt es zur Elternversammlung. Konrad betrachtet die Situation entsprechend seines Berufes und vergibt Bewertungen. Damit nimmt die Geschichte ihren Lauf, in der es dann um Mobbing gegen einen neuen Mitschüler wirklich aufwärts geht.
Die Schüler spiegeln die Verhaltensweisen ihrer Eltern, was natürlich zu erheblichen Spannungen führt. Im Hintergrund werden wir immer wieder mit Szenen aus der Vergangenheit in kursiv in der Spannung gehalten. Natürlich kommt es auch zu Spannungen im Dreieck Konrad-Tom-Pia, für das es nur eine Lösung geben kann.
Pia lernt im Laufe der Handlung, dass sie nicht alles richtig machen kann. Dieser Beruf ist so vielschichtig, dass nur die eigene Persönlichkeit und ihr Wachsen an Aufgaben Bestätigung geben. Nichts ist nur mit richtig oder falsch zu beantworten. Jedes Kind entwickelt sich individuell und das muss ein Lehrer akzeptieren, sonst kann er nicht erfolgreich werden.
Es liegt uns hier ein unterhaltsames Buch vor, nicht alles scheint so umsetzbar, aber es gibt Denkanstöße, wie man mit brenzligen Situationen umgehen könnte. Und es ist ein Appell an die Wahrheit, auch wenn sie manchmal sehr weh tun kann.

Veröffentlicht am 12.03.2019

verständlich unverständlich

Mord braucht keine Bühne
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Mord braucht keine Bühne- ein ansprechender Titel, der beim genaueren Hinsehen stimmt. Es wirkt alles gut inszeniert.
Eine Theatertruppe gerät in das Fadenkreuz der Ermittlungen von Kate, zunächst als ...

Mord braucht keine Bühne- ein ansprechender Titel, der beim genaueren Hinsehen stimmt. Es wirkt alles gut inszeniert.
Eine Theatertruppe gerät in das Fadenkreuz der Ermittlungen von Kate, zunächst als Nebenschauplatz, denn eigentlich ging es ja um einen Raub, für den Kate als Privatdetektivin Untersuchungen anstellen sollte.
Stück für Stück gerät das zunächst mal völlig in den Hintergrund, als sie angeheuert wird, eine vermeintliche Entführung aufzuklären.
Lucy will ihr Geld aus der Erbschaft, um Schauspielerin zu werden. Dafür ist ihr jedes Mittel recht. Dass sie damit in eine Mordserie und in das Eintauchen in die Vergangenheit ihrer Vorfahren gerät, dafür kann sie sicher nichts, aber es entsteht ein Dominoeffekt. Ein Steinchen fügt sich zum anderen, bis alles kippt.
Dass der Offiziersbursche in die Rolle seines Herren schlüpft, ist eine tolle Idee der Autorin.
Mit den Rückblenden in den Burenkrieg nimmt die Handlung so richtig Fahrt auf. Die kleineren Nebenhandlungen lassen das Ganze zu einem schönen Geflecht werden.
Auch im dritten Teil der Gesamthandlung lässt die Autorin die Wahrheit nur tröpfchenweise ans Licht kommen und selbst Lucy gerät noch in existenzbedrohliche Umstände. Dank der Intuition, der Intelligenz und Hartnäckigkeit von Kate, zuletzt wieder im Gespann mit ihrem Mitarbeiter wird alles aufgelöst. Aber dann lässt uns die Autorin doch etwas verwundert zurück. Die Täter kommen davon. Muss man das vielleicht im Zusammenhang mit der Zeit der Handlung sehen oder soll es eine Chance für die geschundenen Seelen sein?
Die charismatische Ermittlerin Kate Shackleton hat mir gefallen als moderne Frau, die in den Zwanzigern Auto fährt, Chefin ist und über für damalige Zeiten neueste kriminaltechnische Ausrüstung verfügt.
Ich hoffe, sie verflacht nicht in weiteren Bänden aus der Reihe. Wer ein wenig skurrile Typen wie sie mag, wird seine Lesefreude wie ich auch finden.

Veröffentlicht am 27.12.2018

Eine perfekt unperfekte Welt

Wir zwei auf Wolke sieben
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Leas Welt ist aus den Fugen geraten. Ihr Freund hat sich völlig unerwartet von ihr getrennt, ein neuer Job liegt für sie bereit . Lea muss annehmen, obwohl sie schon hier Unbehagen verspürt. Das ist eine ...

Leas Welt ist aus den Fugen geraten. Ihr Freund hat sich völlig unerwartet von ihr getrennt, ein neuer Job liegt für sie bereit . Lea muss annehmen, obwohl sie schon hier Unbehagen verspürt. Das ist eine Welt, in die sie eintauchen wird, die recht kalt und herzlos ist. Aber sie hat keine Wahl, es soll für ihre Lebensgrundlage sorgen und ihre besten Freunde wollen sie unterstützen.
Lea unternimmt drei Reisen- nach London, Paris und Wien. Traumhaft, sollte man denken. Reisen und über ihre Erfahrungen schreiben für ein Magazin- das muss doch toll sein. Aber das werden turbulente Reisen, die Lea alles abverlangen, physisch und psychisch. Sie trifft dabei auch immer wieder auf ihren Exfreund und muss schmerzlich erleben, dass er eigene Wege gehen möchte. Dass er sie auch noch finanziell geschädigt hat, löst sich glücklicherweise zum Schluss noch auf.
Auf sehr unterhaltsame Art und Weise werden wir als Leser durch eine zum Schein schöne Welt gelotst und es wird uns gezeigt, dass Vieles davon nur eine Fassade ist. Lea wächst mit ihren Aufgaben, entwickelt ein ganz neues Selbstbewusstsein und schafft es schlussendlich, den eigenen Weg zu gehen, auch wenn er mit neuen Risiken behaftet ist. Sie entwickelt sich von einer völlig hektisch agierenden fremdgesteuerten Persönlichkeit zu einer selbstbestimmt handelnden Frau. Im Laufe der Handlung fügt sich auch ihre familiäre Vergangenheit gut in das Geschehen ein.
Ihre Freunde bilden ein lustiges Rahmenprogramm, das mich sehr gut unterhalten hat, aber hier und da ins Groteske abschweift.
Matheo ist der Mann, den der Leser gleich auf der Rechnung hat. Er ist widersprüchlich, verletzlich, aber auch eigenständig von Beginn an. Und das ist der große Gewinn für Lea.
Wir haben hier ein unterhaltsames Erstwerk gelesen, das Lust auf mehr macht. Auch leichte Unterhaltung mit schön geschriebenem Happyend sind heute wichtig in unserer immer komplexeren und widersprüchlicheren Welt.