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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.03.2019

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Mord braucht keine Bühne
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Mord braucht keine Bühne- ein ansprechender Titel, der beim genaueren Hinsehen stimmt. Es wirkt alles gut inszeniert.
Eine Theatertruppe gerät in das Fadenkreuz der Ermittlungen von Kate, zunächst als ...

Mord braucht keine Bühne- ein ansprechender Titel, der beim genaueren Hinsehen stimmt. Es wirkt alles gut inszeniert.
Eine Theatertruppe gerät in das Fadenkreuz der Ermittlungen von Kate, zunächst als Nebenschauplatz, denn eigentlich ging es ja um einen Raub, für den Kate als Privatdetektivin Untersuchungen anstellen sollte.
Stück für Stück gerät das zunächst mal völlig in den Hintergrund, als sie angeheuert wird, eine vermeintliche Entführung aufzuklären.
Lucy will ihr Geld aus der Erbschaft, um Schauspielerin zu werden. Dafür ist ihr jedes Mittel recht. Dass sie damit in eine Mordserie und in das Eintauchen in die Vergangenheit ihrer Vorfahren gerät, dafür kann sie sicher nichts, aber es entsteht ein Dominoeffekt. Ein Steinchen fügt sich zum anderen, bis alles kippt.
Dass der Offiziersbursche in die Rolle seines Herren schlüpft, ist eine tolle Idee der Autorin.
Mit den Rückblenden in den Burenkrieg nimmt die Handlung so richtig Fahrt auf. Die kleineren Nebenhandlungen lassen das Ganze zu einem schönen Geflecht werden.
Auch im dritten Teil der Gesamthandlung lässt die Autorin die Wahrheit nur tröpfchenweise ans Licht kommen und selbst Lucy gerät noch in existenzbedrohliche Umstände. Dank der Intuition, der Intelligenz und Hartnäckigkeit von Kate, zuletzt wieder im Gespann mit ihrem Mitarbeiter wird alles aufgelöst. Aber dann lässt uns die Autorin doch etwas verwundert zurück. Die Täter kommen davon. Muss man das vielleicht im Zusammenhang mit der Zeit der Handlung sehen oder soll es eine Chance für die geschundenen Seelen sein?
Die charismatische Ermittlerin Kate Shackleton hat mir gefallen als moderne Frau, die in den Zwanzigern Auto fährt, Chefin ist und über für damalige Zeiten neueste kriminaltechnische Ausrüstung verfügt.
Ich hoffe, sie verflacht nicht in weiteren Bänden aus der Reihe. Wer ein wenig skurrile Typen wie sie mag, wird seine Lesefreude wie ich auch finden.

Veröffentlicht am 27.12.2018

Eine perfekt unperfekte Welt

Wir zwei auf Wolke sieben
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Leas Welt ist aus den Fugen geraten. Ihr Freund hat sich völlig unerwartet von ihr getrennt, ein neuer Job liegt für sie bereit . Lea muss annehmen, obwohl sie schon hier Unbehagen verspürt. Das ist eine ...

Leas Welt ist aus den Fugen geraten. Ihr Freund hat sich völlig unerwartet von ihr getrennt, ein neuer Job liegt für sie bereit . Lea muss annehmen, obwohl sie schon hier Unbehagen verspürt. Das ist eine Welt, in die sie eintauchen wird, die recht kalt und herzlos ist. Aber sie hat keine Wahl, es soll für ihre Lebensgrundlage sorgen und ihre besten Freunde wollen sie unterstützen.
Lea unternimmt drei Reisen- nach London, Paris und Wien. Traumhaft, sollte man denken. Reisen und über ihre Erfahrungen schreiben für ein Magazin- das muss doch toll sein. Aber das werden turbulente Reisen, die Lea alles abverlangen, physisch und psychisch. Sie trifft dabei auch immer wieder auf ihren Exfreund und muss schmerzlich erleben, dass er eigene Wege gehen möchte. Dass er sie auch noch finanziell geschädigt hat, löst sich glücklicherweise zum Schluss noch auf.
Auf sehr unterhaltsame Art und Weise werden wir als Leser durch eine zum Schein schöne Welt gelotst und es wird uns gezeigt, dass Vieles davon nur eine Fassade ist. Lea wächst mit ihren Aufgaben, entwickelt ein ganz neues Selbstbewusstsein und schafft es schlussendlich, den eigenen Weg zu gehen, auch wenn er mit neuen Risiken behaftet ist. Sie entwickelt sich von einer völlig hektisch agierenden fremdgesteuerten Persönlichkeit zu einer selbstbestimmt handelnden Frau. Im Laufe der Handlung fügt sich auch ihre familiäre Vergangenheit gut in das Geschehen ein.
Ihre Freunde bilden ein lustiges Rahmenprogramm, das mich sehr gut unterhalten hat, aber hier und da ins Groteske abschweift.
Matheo ist der Mann, den der Leser gleich auf der Rechnung hat. Er ist widersprüchlich, verletzlich, aber auch eigenständig von Beginn an. Und das ist der große Gewinn für Lea.
Wir haben hier ein unterhaltsames Erstwerk gelesen, das Lust auf mehr macht. Auch leichte Unterhaltung mit schön geschriebenem Happyend sind heute wichtig in unserer immer komplexeren und widersprüchlicheren Welt.