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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.01.2025

Wie eine Vorabendserie auf ZDF

Vielleicht hat das Leben Besseres vor
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Für dieses Hörbuch habe ich mich entschieden, weil es am Niederrhein, genauer gesagt in Alpen, spielt. Ich habe meine Jugend am Niederrhein verbracht und hoffte darauf, in diesen Zeiten schwelgen zu können. ...

Für dieses Hörbuch habe ich mich entschieden, weil es am Niederrhein, genauer gesagt in Alpen, spielt. Ich habe meine Jugend am Niederrhein verbracht und hoffte darauf, in diesen Zeiten schwelgen zu können.

Doch beim Hören bekam ich einfach immer mehr Fragezeichen im Kopf. Was für eine Geschichte wollte die Autorin Anne Gesthuysen hier eigentlich erzählen? Bis zum Schluss war ich mir unschlüssig, worum es ihr ging? Um die tragische Geschichte eines kleinen Mädchens, das trotz Beeinträchtigungen leben wollte? Um eine Seelsorgerin, die die Gemeinde zusammenhalten will? Dieses Buch enthält zu viel und doch zu wenig. Ein wenig Kriminalroman, ein bisschen dörfliche Sozialstudie, ein kleiner Generationenkonflikt und auch eine kleine Liebesgeschichte, aber nichts steht im Vordergrund.

Immer wieder habe ich beim Hören an eine ZDF-Vorabendserie gedacht. Wir sehen eine fest umrissene dörfliche Gemeinschaft. Es gibt viel Klatsch und Tratsch. Gefühlte Wahrheiten zählen mehr als hieb- und stichfeste Fakten. Der Nachbar weiß oft besser über dein Leben Bescheid als du selbst. Es ist eine heile Welt, in die kleine und größere Sorgen und Nöte einbrechen. Lösungen präsentiert uns die Autorin oft nebenbei. Dadurch plätscherte das Erzählte für mich oft so dahin. Es vermag nicht wirklich zu fesseln, ist aber auch nicht so langweilig, dass ich als Hörerin abschalten will.

Genauso wie der Inhalt, lässt mich auch der Titel des Buches ratlos zurück. Was soll mir „Vielleicht hat das Leben Besseres vor“ sagen? Und wie kann ich ihn mit dem Inhalt in Bezug setzen? Eigentlich gar nicht.
Das Highlight bei diesem Hörbuch war die Sprecherin, Eva Gosciejewicz. Sie sorgt dafür, dass die weibliche Hauptfigur, die Seelsorgerin Anna, vor meinem inneren Auge zum Leben erwacht. Das macht sie richtig gut. Bis auf wenige Szenen, ist es ihre Sicht auf das Geschehen, die wir verfolgen.

Da ich selbst nicht so richtig von diesem Hörbuch überzeugt bin, es jedoch nicht schlecht war, vermag ich keine Empfehlung für oder gegen die Geschichte auszusprechen. Werde ich noch einmal etwas von der Autorin lesen? Auch das vermag ich weder zu bejahen noch zu verneinen.

Veröffentlicht am 21.11.2024

Die Autorinnen haben wieder einen Treffer gelandet

Villa Obscura
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„Villa Obscura“ ist der dritte Jugendthriller, den die Autorinnen Melissa C. Hill und Anja Stapor gemeinsam geschrieben haben. Wie die beiden Vorgänger, hat auch dieser mich wieder begeistert.

Die Fotografin ...

„Villa Obscura“ ist der dritte Jugendthriller, den die Autorinnen Melissa C. Hill und Anja Stapor gemeinsam geschrieben haben. Wie die beiden Vorgänger, hat auch dieser mich wieder begeistert.

Die Fotografin Constanze Eschede hat zu einer Halloweenparty in die Villa Obscura geladen. Zu Beginn ist die Party, wie alle es erwarten. Alle sind kostümiert, es wird getanzt, getrunken, geredet. Doch zum Ende werden sechs Jugendliche von zwei maskierten Fremden in der Villa gegen ihren Willen festgehalten…

Das Buch beginnt mit der Halloweenparty unaufgeregt und langsam. Erst nach und nach entwickelt sich die Spannung. Denn wie die sechs Jugendlichen, wissen auch wir Lesenden nicht, was die beiden Fremden wollen und warum sie ausgerechnet diese Sechs festhalten. Wir lernen die Gefangenen immer besser kennen, die Dynamik der Gruppe entwickelt sich und irgendwann konnte ich das Buch einfach nicht mehr zur Seite legen.

Die Geschichte ist spannend, überraschend und zum Miträtseln geeignet. Teilweise war ich beim Lesen auf der richtigen Fährte, aber genauso konnten die beiden Autorinnen mich aufs Glatteis führen. Das hat mir einfach jede Menge Spaß gemacht. Ich mag die Figurenzeichnung, die tollen Ideen und die atmosphärische Erzählweise des Autorinnenteams sehr.

Mein Fazit: gerne mehr davon.

Veröffentlicht am 14.11.2024

Toller Liebesroman und so viel mehr

Love Me Like It's Yesterday
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Juno ist von Beruf Restauratorin antiker Möbel in eigener Werkstatt in Leipzig. Ihr Beruf ist für sie gleichzeitig Berufung. Taro ist ausgebildeter Psychologe und betreibt seit einigen Jahren einen You-Tube-Kanal, ...

Juno ist von Beruf Restauratorin antiker Möbel in eigener Werkstatt in Leipzig. Ihr Beruf ist für sie gleichzeitig Berufung. Taro ist ausgebildeter Psychologe und betreibt seit einigen Jahren einen You-Tube-Kanal, in dem er Männern Flirttipps gibt. Als ein Konkurrent von ihm einen Beweis dafür verlangt, dass seine Tipps funktionieren, lässt Taro sich auf eine Challenge ein. Er soll beweisen, dass sich Juno aufgrund seiner Tipps auf ihn einlässt. Doch schnell stellt Taro fest, dass Juno so viel mehr für ihn ist.

Von Juno war ich sofort begeistert. Sie ist stark, selbstbewusst, authentisch. Einfach eine tolle Buchfigur. Sehr gerne würde ich mir eine Scheibe von ihrer Persönlichkeit abschneiden. Obwohl sie sich selbst genügt, hat sie eine starke beste Freundin an ihrer Seite sowie einen tollen Exfreund, mit dem sie zusammenarbeitet. Beide unterstützen sie, geben ihr aufrichtiges Feedback und sind da, wenn sie Freunde braucht.

An die männliche Hauptfigur bin ich erst einmal mit Misstrauen herangegangen. Ein erfolgreicher Influencer und Yuppie. Aufgrund der Wette musste er sich meine Sympathien erarbeiten. Das ist ihm jedoch gut gelungen. Denn Taro ist ein emphatischer, aufmerksamer Mann, dem Respekt und Integrität sehr wichtig sind.

Der Autorin Juliane Käppler ist mit „Love me like it´s yesterday“ ein wunderschöner Liebesroman gelungen. Sie beschreibt die langsame Annäherung der beiden Hauptfiguren sehr echt und realitätsnah. Die einzelnen Szenen sind voller Tiefe, die Emotionen sind gut bei mir angekommen, sodass ich den beiden mit all meinem Gefühl gefolgt bin.

Das Buch beschäftigt sich mit mehreren ernsten Themen, die ebenfalls über Tiefe bei der Aufarbeitung verfügen. Was bedeutet es, ein Influencer zu sein? Wie kommt die Dynamik in den sozialen Medien zustande? Wie kann dich eine Selbsthilfegruppe bei der Bewältigung deiner Probleme unterstützen? Wie sieht eine Welt aus, wenn man sich bewusst der digitalen Welt verweigert? Welche Probleme treten dann auf?

Dieses Buch war mein erster Roman der Autorin Juliane Käppler. Er ist nach meiner Ansicht in jeglicher Hinsicht perfekt gelungen. Daher spreche ich für dieses Buch ich eine uneingeschränkte Empfehlung aus.

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Ich liebe die Welt der Fae

Beneath Cursed Stars 1: Beneath Cursed Stars
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Mit „Beneath cursed stars“ erscheint der erste Teil der Spin-Off-Dilogie von „Court of sun“. Es ist das 3. Buch von Lexi Ryan, das in der Fae Welt spielt. Im Mittelpunkt steht Prinzessin Jasalyn, die Schwester ...

Mit „Beneath cursed stars“ erscheint der erste Teil der Spin-Off-Dilogie von „Court of sun“. Es ist das 3. Buch von Lexi Ryan, das in der Fae Welt spielt. Im Mittelpunkt steht Prinzessin Jasalyn, die Schwester von Brie, die in den ersten beiden Büchern die weibliche Hauptfigur war. Jasalyn ist von ihrer Gefangenschaft bei König Mordeus gezeichnet. Als Gerüchte aufkommen, dass der König aus dem Reich der Toten zurückgekehrt ist, sinnt Jasalyn auf Rache. Während sie sich mit Kendrick, den sie in Mordeus Kerkern kennengelernt hat, und seinen Freunden auf die Suche nach dem Tyrannen begibt, nimmt die Gestaltwandlerin Felicity ihren Platz bei Hof ein.

Auch der erste Teil des Spin-Offs ist wieder eine Romantasy. Im Mittelpunkt stehen die Annäherungen, Sehnsüchte, Flirtereien, die Anspannungen und verliebten Träumereien der beiden Frauen mit ihren Love-Interest. Dabei sind sie umgeben von Lug und Trug, Intrigen sowie Machtspielen. Da ich sowohl ein Romantasy-Fan als auch ein Fan der Fae-Welt bin, habe ich mich in der Geschichte pudelwohl gefühlt. Ich durchlebte alle Höhen und Tiefen der beiden weiblichen Hauptfiguren mit ihnen, fühlte ihre Freude, aber auch ihre Sorgen und Nöte.

Über allem schwebt natürlich der Kampf der Guten gegen die Bösen. Hat der Tyrann König Mordeus überlebt? Kann er erst die Welt der Fae und anschließend die Welt der Menschen erobern und sie sich unterwerfen? Oder siegen die guten Menschen und Fae, indem sie Mordeus endgültig vernichten und seine Anhänger gleich mit? Obwohl ich bereits viele Fantasygeschichten aus diesem Untergenre gelesen habe, finde ich das Geschehen immer noch spannend. Ich lasse mich gerne von den Intrigen und Wendungen überraschen.

Das Buch trifft genau meinem Geschmack. Unterhaltsame Fantasy mit sympathischen Hauptfiguren, tyrannischen, unsympathischen Bösewichten und ganz viel Romantik. Ich freue mich auf Band 2 der Dilogie.

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Highlight

Bright Young Women
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Im Jahr 1978 dringt in der Nacht ein Mann in ein Studentinnen-Wohnheim ein und misshandelt mehrere junge Frauen. Die einzige Person, die den Täter gesehen hat, ist Pamela, die Vorsitzende der studentischen ...

Im Jahr 1978 dringt in der Nacht ein Mann in ein Studentinnen-Wohnheim ein und misshandelt mehrere junge Frauen. Die einzige Person, die den Täter gesehen hat, ist Pamela, die Vorsitzende der studentischen Verbindung. Nach dieser Nacht verändert sich das Leben von Pamela und allen anderen Frauen des Wohnheims…

Das Buch „Bright Young Women“ von Jessica Knoll nimmt die Taten des realen Serienmörders Ted Bundy als Vorlage Die Autorin konzentriert sich jedoch auf die Opfer und nicht auf den Täter. Dieser nimmt nur eine Nebenrolle im weiteren Geschehen ein.

Vielmehr bringt uns die Autorin das Leben junger Frauen in den USA in den 70er Jahren näher. Von ihren Eltern sind sie mit den Regeln, Normen und Ansprüchen der letzten Generationen aufgezogen worden: Frauen haben sittsam, still, fleißig zu sein und sich einen passenden Ehepartner an der Universität zu sichern.

Das führt Jessica Knoll besonders an drei Beispielen aus. Da ist die fleißige, strebsame Pamela, die sehr pflichtbewusst ist und als Vorsitzende der studentischen Verbindung stets ein Auge auf alle und alles im Wohnheim hat. Sie ist mit einem Mann verlobt, der wie sie Rechtswissenschaften studieren will. Besonders wichtig ist, dass sie sich ihm unterordnet und nicht versucht, schlauer als er zu sein. Als Zeugin bei dem Überfall ist sie die einzige Person, die den Täter gesehen hat. Doch weder die Polizei, der Wachdienst der Universität noch ihr Verlobter schenken ihrer Beschreibung und ihren Beteuerungen Aufmerksamkeit.

Tina wiederum ist eine junge Frau, die nach einer Ehe mit einem wesentlich älteren Mann zu Reichtum gelangt ist. Sie ist selbstbewusst, mutig und zielstrebig. Doch auch sie wird beruflich von ihren Kollegen im besten Fall mit Ignoranz gestraft oder gebeten, Kaffee zu holen.

Tina ist maßgeblich an der Entwicklung von Ruth beteiligt. Ruth leidet unter dem Tod ihres Vaters und ihrer hartherzigen, einengenden Mutter, für die das Bild nach außen das wichtigste im Leben ist – Hauptsache die Fassade stimmt.

Mich hat es immer wieder beeindruckt, wie pointiert die Autorin es schafft, uns diese drei Frauen nahezubringen und damit die Grenzen aufzuzeigen, in denen sie sich bewegen. Alle drei machen im Buch eine Entwicklung durch und weiten ihre Grenzen aus. Doch das hat auch immer einen Preis.

Als Gerüst dient dabei über die gesamte Länge des Buches der Überfall, die Suche nach dem Täter und die Gerichtsverhandlung. Für mich hat die Autorin es perfekt geschafft, beides miteinander zu verweben.

Das Geschehen läuft auf drei Zeitebenen ab. Das sorgt für Abwechslung. Dabei wird immer wieder auf Ereignisse vorgegriffen, was mich extrem neugierig auf den weiteren Ablauf der Handlung gemacht hat. Jessica Knoll ist eine Autorin, die ich auf jeden Fall im Blick behalten werde.

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