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ElisaMorti

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2018

Das unbeschreibliche Grauen eines Serienkillers in Amarantrot und Rost

Körpersammler
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Magnus Craig, auch bekannt als „Schritter“ ist als Sonderermittler in einer Spezialeinheit beim FBI beschäftigt. Er besitzt zwar keine polizeiliche Ausbildung, hat dafür aber eine geheimnisvolle und ganz ...

Magnus Craig, auch bekannt als „Schritter“ ist als Sonderermittler in einer Spezialeinheit beim FBI beschäftigt. Er besitzt zwar keine polizeiliche Ausbildung, hat dafür aber eine geheimnisvolle und ganz besondere Gabe. Er kann den „Schein“ lesen, welcher eine unverkennbare Spur ist, die Menschen hinterlassen. Er kann diese Spur lesen wie andere die Fußabdrücke eines Täters. Sein aktueller Fall führt ihn zu einem Serienkiller, welcher an Brutalität und Kaltblütigkeit kaum zu überbieten ist. Als die Ermittler auf den Fall aufmerksam werden beginnt nicht nur ein Wettlauf mit der Zeit um weitere Opfer zu schützen, Schritter muss sich zudem noch seinen eigenen, inneren Dämonen stellen, welche er als Kind in einem schrecklichen Erlebnis im Wald tief in sich verschlossen hat. Zu allem Überfluss kommt auch noch Schritters langjähriger Albtraum Leonardo hinzu, welcher sich immer wieder blicken lässt.

Spencer Kope wirkt als Thriller Autor absolut authentisch. Er weiß wovon er schreibt, da er selbst als Ermittler tätig ist. Seine Beschreibungen von Tatorten und Opfern lassen einen das Blut in den Adern erfrieren. Dennoch schafft es Kope sehr gelungen, sich nicht in Details zu verlieren und damit das sowie so schon traurige Schicksal der Opfer weiter auszubreiten. Hinter der Idee des Scheins steckt ein genialer Gedanke, welchen den Thriller „Körpersammler“ zu etwas besonderen werden lässt. Als Leser wünscht man sich mehr über diese Fähigkeiten zu erfahren, welche auch nach und nach in Details aus der Vergangenheit aufgedeckt werden.
An manchen Stellen des Buches gibt es viele Hintergrundinformationen über Schritter und sein Leben, welche aber niemals langweilig werden, da Kope seinen Thriller immer wieder mit lockeren Sprüchen und ausgeprägtem Humor würzt. Das macht die schwere der Handlung irgendwie erträglicher und lässt erahnen, welche Strategien viele Ermittler benötigen um das Grauen zu verarbeiten, welchem sie immer wieder ausgesetzt sind. Gerne hätte ich mir mehr Hintergründe zum Täter gewünscht sowie auch zu Schrittes Kindheitstrauma im Wald. Mit dieser Leere lässt der Autor den Leser leider zurück. Dennoch ein gelungenes Buch, dass den Leser zum Schaudern, Lachen und Weinen bringen kann.

Veröffentlicht am 30.10.2017

Fulminanter Einstieg der nicht gehalten werden kann

Sie zu strafen und zu richten
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Alles begann damit, dass Paul Elkins auf brutale Weise ermordet wurde. Dies geschah in einer Art und Weise, wie es die Welt wohl noch nie erlebt hat. Paul Elkins ist ein reicher Mensch, der durch die Bankenkrise ...

Alles begann damit, dass Paul Elkins auf brutale Weise ermordet wurde. Dies geschah in einer Art und Weise, wie es die Welt wohl noch nie erlebt hat. Paul Elkins ist ein reicher Mensch, der durch die Bankenkrise wohl unbeschadet davon gekommen war. Er wurde hingerichtet, life im Internet und das vor hunderten oder sogar tausenden Zuschauern. Der vermummte Mörder erklärte den Zuschauern die Schuld, welche das Opfer auf sich geladen hat. Wie grotesk und verstörend ist es dann, wenn alle Zuschauer abstimmen können, ob sie Paul Elkins Tod sehen wollen? Wie würden Sie machen?

Luke Delaneys Thriller trifft den Nerv der Zeit. Unsere Zeit, welche noch nie so schnelllebig war und in der in Sekunden elektronisch sogar Meinungen und Gedanken ausgetauscht werden können. Ein Like oder Not Like kann erheitert, frustrieren oder sogar krank machen, dies ist Fakt. Aber sich an einem Mord beteiligen mit einem Mausklick? Dem Leser lässt der Einstieg zu diesem Buch die Nackenhaare aufstellen und die ersten Fragen von Moral und Gesetz, von Grenzen und Grenzüberschreitungen melden sich unaufhörlich bei dem Lesen und schweben wie ein Damoklesschwert über den ersten Kapiteln. Delaney zieht den Leser wie so oft sofort in seine Welt voller Hass und Wut. So genial die Idee und der Einstieg gelungen sind, so schafft es Delaney aber kaum den Spannungsbogen bis zum Ende beizubehalten. Immer wieder werden Nebenhandlungen angesprochen, welche gedanklich aber nicht zu Ende geführt werden oder an einem späteren Zeitpunkt nicht nochmals eine Rolle spielen. Auch lässt die Intensität der Ermittlungen wenig Nervenkitzel zu. Völlig unklar ist beispielsweise, warum Lebensläufe erst nach mehreren Opfern abgeglichen werden. Zudem heisst es, dass die Nachforschungen der letzten Arbeitsplätze viel Zeit bedeuten würde. Es gibt wohl kaum jemand im gehobenen Management, der nicht seinen Lebenslauf wie seine Visitenkarte aus dem Ärmel ziehen kann. Ein Blick in die Unterlagen oder dem PC hätte gelanget. Das sind Details, machen aber Konsistenz und Glaubwürdigkeit der Story leider kaputt.
Nichtsdestotrotz ein unterhaltsamer Thriller, welcher durchwegs gut zu Lesen ist.

Veröffentlicht am 26.04.2017

Eine Reise mit Folgen...

Das Geheimnis von Chaleran Castle
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Die junge Journalistin Felicia aus Deutschland macht sich auf nach Schottland, um eine Reisereportage über die Ilse of Skye zu schreiben. Das Schicksal führt sie dort bald nach Chaleran Castle, welches ...

Die junge Journalistin Felicia aus Deutschland macht sich auf nach Schottland, um eine Reisereportage über die Ilse of Skye zu schreiben. Das Schicksal führt sie dort bald nach Chaleran Castle, welches eine Pension für Touristen betreibt. Auf ungewöhnliche Art fühlt sich Felicia sehr schnell in das Familienleben des dort ansässigen Clans ein und scheint fast dazu zugehören. Als sie die Familie Chaleran einmal bei einem seltsamen Abendessenritual überrascht, erfährt sie von einem traurigen und mysteriösen Schicksal, welches sie nicht mehr loslässt. Felicia verlängert ihren Aufenthalt auf der Isle of Skye und beschliesst zu recherchieren. Dabei wird sie immer tiefer in ein dunkles Geheimnis hineingezogen, ohne das es ihr zunächst bewusst wird. Was sie dabei entdeckt, übertrifft alle Erwartungen und wird ihr Leben für immer verändern.

Elaine Winter versteht es sehr gut mit ihrem flüssigen Schreibstil den Leser schnell und die Geschichte eintauchen zu lassen. Neben einem spannenden Handlungsaufbau wird mit Parallelen zwischen Generationen jongliert und ein verwobenes Netz der Familiengeschichte Chaleran nach und nach aufgedeckt. Nebenher lässt sich durch ihre bildhafte Sprache herrlich von der faszinierenden Landschaft Schottlands träumen. Kurzum ein gelungener Roman, nicht nur für Schottlandfans!

Veröffentlicht am 28.10.2016

Die dunklen Geheimnisse von Cherringham

Tiefer Grund
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Als die passionierte Webdesignerin Sarah mit ihren Kindern Chloe und Daniel endlich in ihr Traumhaus ins beschauliche Cherringham zieht, dauert es nicht lange, bis sie einen Anruf von ihrem alten Bekannten ...

Als die passionierte Webdesignerin Sarah mit ihren Kindern Chloe und Daniel endlich in ihr Traumhaus ins beschauliche Cherringham zieht, dauert es nicht lange, bis sie einen Anruf von ihrem alten Bekannten Tony erhält. Tony, ein erfolgreicher Anwalt und die neue Schulleiterin aus Cherringham Louise, bitten in einem vertraulichen Treffen Sarah um Mithilfe bei der Lösung eines mysteriösen Mordfalls, welcher sich nach der Abschlussfeier einer Schulklasse zugetragen hatte. Sarah war früher schon öfter mal für Tony als Privatdetektivin tätig. Doch diesmal ist alles anders. Sarah zögert und hat Sorge, dass ihr nun ach so beschauliches Leben erneut auf den Kopf gestellt wird. Als dann wenig später aber auch noch ihr ehemaliger Detektivkollege Jack aus den Staaten für eine einen Besuch in Cherringham anreist, überschlagen sich die Ereignisse. Nun sind es zwei Exprivatdetektive die erst zögerlich, doch dann gemeinsam bestärkt, sich entschliessen den Fall anzunehmen. Sarah und Jack sind scheinbar wieder zurück und nichts kann sie aufhalten!

Cosy Crime so wird das Genre genannt, zu dem auch dieser Krimi gehört. Tiefgründige Hintergrundinformationen oder ausschweifende Nebenschauplätze sind hier fehl am Platz. Im Cherringham Krimi geht es dagegen direkt zur Sache - und das ist wirklich packend! Der Handlungsaufbau ist stringent und es folgen kurze Dialoge und Szenenwechsel, bei dem der Leser wirklich gerne dran bleibt.
Der Krimi ist mit teilweise amüsanten Details aus dem englischen Alltag gespickt und erfreut mit seiner bildlichen Sprache sicher nicht nur Englandfans.
Schade das Sarah nur mit ihrem männlichen Kollegen zusammen dem Fall lösen mag und sich zu Beginn der Ermittlungen, so sehr nach seiner Unterstützung sehnt. Es wäre toll wenn die weibliche Hauptfigur dabei etwas mehr Mut beweisen würde. Das sie den eigentlich hat, zeigt ihre natürliche Neugier und die gute Nase für detektivische Kleinarbeit. Aber so hat ein tolles Team sich offensichtlich wieder zusammengefunden.
Rundum ein guter Krimi, der Lust auf die nächste Folge macht.