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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.01.2026

Zwischenzeit

Oxen. Interregnum
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Geheimdienstchef Axel Mossmann bittet Niels Oxen und Margrethe Frank um Hilfe. Er hat Hinweise darauf, dass der zerschlagen geglaubte Geheimbund Danehof vor dem Wiederaufbau steht. Mossmann bleibt ...

Geheimdienstchef Axel Mossmann bittet Niels Oxen und Margrethe Frank um Hilfe. Er hat Hinweise darauf, dass der zerschlagen geglaubte Geheimbund Danehof vor dem Wiederaufbau steht. Mossmann bleibt nicht viel Zeit, da er nur vorübergehend den Geheimdienst leiten darf. Niels, Margrethe sowie Polizistin Sally stehen im Laufe der Ermittlungen vor einigen Rätseln. Sie gelangen nicht voran, zudem kommt es zu weiteren tödlichen Zwischenfällen.

Bereits das düster gestaltete Cover lässt Schlüsse auf den Inhalt des Buches zu. Nachdem ich bereits den Vorgängerroman "Pilgrim" mit Begeisterung gelesen habe, wurde ich auch von dem neuen Thriller des Autors Jens Henrik Jensen nicht enttäuscht. Hier geht es neben skrupellosen politischen Machtspielen im eigenen Land auch um Einflüsse fremder Regierungen.

Dem Autor gelingt es meisterhaft, zahlreiche Wendungen einzubauen, so dass die Lektüre nie langweilig wird. In den einzelnen Kapiteln kommen die verschiedenen Protagonisten abwechselnd zu Wort. Haben der Mord an einem dänischen Generalstaatsanwalt und einem chinesischen Studenten miteinander zu tun? Außerdem kommen weitere Menschen ums Leben.

Ich hatte mich schon für Niels gefreut, dass er endlich mehr Zeit für seinen Sohn Magnus erübrigen kann, als Mossmann ihn mit der neuen, vom Danehof ausgehenden Gefahr konfrontiert. Wieder kommt das nicht einfache Privatleben von Niels und Margrethe nicht zu kurz. Die Balance zwischen den persönlichen Bereichen der beiden und ihrer Arbeit gelingt dem Autor perfekt. Die bewährten Ermittler Niels, Margrethe und Sally erhalten bei diesem Fall tatkräftige Unterstützung von der engagierten Polizistin Dajana Djukic.

Skrupellose politische Machtspiele sowie der Einfluss fremder Mächte – das von Jens Henrik Jensen aufgegriffine Thema erscheint mir leider nicht völlig realitätsfremd. Authentische Charaktere, eine fesselnde und temporeiche Handlung, ich habe mich mit diesem brillanten Politthriller bestens unterhalten gefühlt. Ich vergebe fünf Sterne und spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 28.12.2025

Gefährliches Stalking

Der Kuckucksjunge
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Im Prolog lernt der Leser eine Schülergruppe auf Klassenfahrt kennen. Dabei kommt es zu beunruhigenden Ereignissen. Jahre später wird in Kopenhagen die geschiedene Mutter Silje Thomsen vermisst. ...

Im Prolog lernt der Leser eine Schülergruppe auf Klassenfahrt kennen. Dabei kommt es zu beunruhigenden Ereignissen. Jahre später wird in Kopenhagen die geschiedene Mutter Silje Thomsen vermisst. Vor ihrem Verschwinden hat sie verstörende Abzählreime auf ihrem Handy erhalten. Die letzte Nachricht lautete Hab dich. Die Kommissarin Naia Thulin  übernimmt die Ermittlungen und erinnert sich an den Fall einer 19-jährige Schülerin, die vor ihrer Ermordung dieselbe Botschaft erhielt. Naia arbeitet in der Folge erneut mit Mark Hess zusammen. Die beiden Ermittler werden bald mit neuen Leichen konfrontiert sowie derselben letzten Nachricht Hab dich.

Allein das düster gestaltete Cover weckt Beklemmung und macht gleichzeitig neugierig auf den Inhalt des Thrillers.
Es handelt sich vorliegend um den ersten Thriller, den ich von Søren Sveistrup gelesen habe. Der Autor versteht es, von der ersten Seite an Spannung zu erzeugen. Alleine die beängstigenden Geschehnisse auf der Klassenfahrt sowie die Mitteilungen auf den Handys der späteren Opfer erzeugen Gänsehaut.
Der Leser hat das Gefühl, im Rahmen der schwierigen Ermittlungen Naia und Mark zu begleiten und ihnen über die Schulter zu schauen. Auch das Privatleben der beiden Ermittler kommt nicht zu kurz, ohne einen zu breiten Rahmen einzunehmen.
Die weiteren Figuren des Thrillers hat der Autor vielschichtig gezeigt. Er überzeugt durch eine düstere Stimmung und atemberaubende Wendungen. Wenn man glaubt, denn Täter zu kennen, ergeben sich wieder andere Verdachtsmomente. Das Ende hat sich dann völlig überraschend gestaltet. Völlig überzeugen konnte mich „Der Kuckucksjunge“ jedoch nicht. Ich vergebe für das Buch vier Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Harte Nachkriegszeit

Die weiße Nacht
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Der Nachkriegswinter des Jahres 1946 in Berlin ist hart – Kälte, Hunger und Tod bestimmen das Leben der Menschen. Die junge Fotografin Lou Faber durchstreift Berlin auf der Suche nach geeigneten ...

Der Nachkriegswinter des Jahres 1946 in Berlin ist hart – Kälte, Hunger und Tod bestimmen das Leben der Menschen. Die junge Fotografin Lou Faber durchstreift Berlin auf der Suche nach geeigneten Fotomotiven, die sie an Zeitschriften verkauft. Zufällig entdeckt sie im Schnee eine weibliche Leiche. Lou findet es merkwürdig, dass die Hände der Toten gefaltet sind. Kriminalkommissar Alfred König leitet die Ermittlungen. Bald wird auch mit Hilfe von Lous Fotos klar, dass es sich um Mord handelt. Es soll nicht bei der einen Toten bleiben. Die Verdachtsmomente weisen zurück in die finstere Vergangenheit der NS-Zeit.

Das ebenso schlicht wie ansprechend gestaltete Cover hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Viel brauchte es dazu nicht, denn Anne Stern zählt seit langem zu meinen Lieblingsautorinnen. Mit Begeisterung habe ich von ihr die Reihe um die Hebamme „Fräulein Gold“ gelesen. Mit dem Roman „Die weiße Nacht“ ist Anne Stern ein grandioser Auftakt zur neuen Krimiserie gelungen.
Die Autorin beschreibt die Atmosphäre im Berlin des Nachkriegswinters 1946/1947 so atmosphärisch dicht und zielsicher, dass der Leser das Gefühl hat, dabei zu sein. In dem präzise formulierten Plot geraten verschiedene Milieus miteinander in Berührung. Anne Stern hat vielschichtige, beeindruckende Charaktere geschaffen. Da sind die Jugendlichen Gerti und Justus, eigentlich noch fast Kinder. Beide sind trotz ihrer Jugend mit allen Wassern gewaschen und mit dem Schwarzmarkthandel bestens vertraut. Eine andere Möglichkeit, in dieser harten Zeit zu überleben, bleibt ihnen nicht. Der einäugige Kommissar Alfred und die Fotografin Lou können auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein. Doch nicht nur ihre schwere Vergangenheit in Nazideutschland schweißt sie zusammen, sondern auch der unbedingte Wille, den oder die Täter zu finden. Aber auch das Privatleben der sympathischen Hauptprotagonisten kommt nicht zu kurz.
Anne Stern ist nicht nur ein sehr lesenswerter Krimi gelungen, sondern zugleich ein lebendiges, historisches Zeitporträt. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt, vergebe für diesen Krimi fünf Sterne und spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Tödlicher Skiurlaub

Lügennebel
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Eine Gruppe junger Leute verbringt Winterferien im romantischen, aber auch eiskalten Bergdorf Åre. Die sechs Studenten sind befreundet und wohnen in einem noblen Ferienhaus. Auf ihrer Feier fließt ...

Eine Gruppe junger Leute verbringt Winterferien im romantischen, aber auch eiskalten Bergdorf Åre. Die sechs Studenten sind befreundet und wohnen in einem noblen Ferienhaus. Auf ihrer Feier fließt reichlich Alkohol und am nächsten Morgen liegt eine junge Frau aus der Gruppe tot im Schnee. Nun verdächtigt jeder jeden, mit der Freundschaft scheint es vorbei zu sein. Dennoch wagen sie sich an riskante Skiabfahrtmanöver. Bis plötzlich alles aus dem Ruder läuft.

Das mystisch gestaltete Cover lässt einige Vermutungen zu und hat mich sofort in Bann gezogen. Der ersehnte vierte Teil der schwedischen Krimi-Queen Viveca Sten um das sympathische Ermittlerduo Hanna Ahlander und Daniel Lindskog ist endlich da. Sie müssen den Tod einer jungen Frau aufklären, wobei am Anfang noch von einem Unfall und nicht von Mord ausgegangen wird. Doch die Anzeichen hierfür verdichten sich im Laufe der Ermittlungen. Nicht nur einige der Freunde geraten in Verdacht, sondern auch Einwohner des kleinen Ortes. Die Autorin hat mit der Gruppe junger Studenten interessante und sehr authentische Charaktere gezeichnet. Ich habe mir sofort Sorgen um die schüchterne Fanny gemacht. Sie scheint eine Außenseiterin in der Gruppe zu sein.Wie immer versteht es Viveca Sten meisterhaft, atemlose Spannung zu erzeugen.Dazu tragen die wechselnden Erzählperspektiven entscheidend bei. Wie immer bildet die Kulisse der eisigen Winterlandschaft eine passende Atmosphäre. Auch das Privatleben der sympathischen Ermittler, wozu neben Hanna und David auch Anton und Ruffe gehören, spielt eine Rolle. Wobei die Erlebnisse von Hanna aus meiner Sicht einen etwas zu breiten Raum einnehmen. Der Thriller war insgesamt an Dramatik nicht zu überbieten. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt, vergebe fünf Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Dramatische Zeitreise

Lebensbande
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Im Mittelpunkt des neuen historischen Romans von Mechthild Borrmann stehen drei Frauen, die miteinander in Freundschaft verbunden sind, sowie deren Schicksale. Lene, Nora und Lieselotte lernen ...

Im Mittelpunkt des neuen historischen Romans von Mechthild Borrmann stehen drei Frauen, die miteinander in Freundschaft verbunden sind, sowie deren Schicksale. Lene, Nora und Lieselotte lernen sich während des zweiten Weltkrieges kennen. Nora ist Krankenschwester und bemüht sich nach Kräften, Lene zu helfen, das Leben ihres Kindes Leo zu retten. Im Jahr 1942 trifft Lene in Danzig auf Lieselotte. Beide werden später in ein Gulag Stalins verschleppt, wo Lieselotte sich selbst aufgibt, um Lene die Rückkehr nach Deutschland zu ermöglichen. Das Schicksal der Freundinnen ist untrennbar miteinander verknüpft. Viele Jahre später wird Nora durch einen Brief an die Vergangenheit erinnert.

Bereits das eindrucksvoll gestaltete Cover mit den zwei sympathischen, aber ernst blickenden Frauen, stimmt auf den Inhalt des Buches ein. Nachdem ich von Mechthild Borrmann den Roman "Feldpost" gelesen habe, war ich auf ihr neues Buch gespannt. Mit ihrer Erzählung spannt die Autorin einen Bogen zwischen den Ereignissen im und nach dem 2.Weltkrieg bis hin zum Mauerfall und der Zeit danach. Der Roman beginnt im Jahr 19991 in Kühlungsborn, wo eine zunächst noch unbekannte Frau einen Brief erhält, der sie schmerzlich an ihre Vergangenheit erinnert. Schließlich beginnt sie ihre Erlebnisse aufzuschreiben. Der Leser begleitet drei Freundinnen, die Unvorstellbares erleiden. Anhand von Leo, dem kleinen Sohn Lenes, verdeutlicht die Autorin die Grausamkeit des Euthanasieporogramms der Nazis. Die unmenschliche Bedingungen in den Gulags Stalins werden am Schicksal von Lene und ihrer Freundin Lieselotte geschildert.
Der Roman ist in einzelne Kapitel unterteilt. Mechthild Borrmann erzählt abwechselnd von Vergangenheit und Gegenwart, was den Spannungsfaktor steigert. In den klug durchdachten Rückblenden bleibt dem Leser Zeit für eigene Überlegungen, wie sich das weitere Schicksal der drei Frauen gestalten könnte. Der Autorin ist es meisterhaft gelungen, Zeitgeschichte mit der Tragödie von Familien zu verbinden. Mechthild Borrmann erzählt ebenso bewegend wie bildhaft, ihre Charaktere sind glaubhaft und berühren zutiefst. Ich vergebe für diesen fesselnden historischen Roman fünf Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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