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Veröffentlicht am 02.12.2020

Das Warten hat sich gelohnt

Die Farben der Schönheit – Sophias Triumph
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Achtung: Hier sind Spoiler zu den Bänden 1 und 2 enthalten.

Darum geht‘s:
Dieser dritte und letzte Teil von „Die Farben der Schönheit“ knüpft an die Zeit an, in der Henny Sophia nach New York gefolgt ...

Achtung: Hier sind Spoiler zu den Bänden 1 und 2 enthalten.

Darum geht‘s:
Dieser dritte und letzte Teil von „Die Farben der Schönheit“ knüpft an die Zeit an, in der Henny Sophia nach New York gefolgt und vor ihrer Tür zusammengebrochen ist. Henny wird im Krankenhaus gepflegt und aufgepäppelt. In einem Sanatorium soll sie von ihrer Opium-Sucht loskommen.

Als Sophia die Chance bekommt wieder für Helena Rubinstein zu arbeiten scheint sich alles endlich zum Guten zu wenden. Doch der 2. Weltkrieg, der in Europa tobt, beeinflusst auch Sophias Leben. Als sich ihr Mann Darren nach einem Streit freiwillig für die Front meldet, muss sie wieder all ihre Kräfte sammeln und für ihr Glück kämpfen.

= Ich glaube an dieser Stelle gibt es einen Fehler im Klappentext, in dem von Elisabeth Arden die Rede ist.

So fand ich‘s:
Wie hatte ich mich auf die Fortsetzung von Sophias Geschichte gefreut. Und schon nach den ersten Seiten war klar, dass sich das Warten tatsächlich gelohnt hatte.

Auch in diesem dritten Teil musste Sophia so einiges durchmachen. Mir kam dann auch schon Mal der Gedanke, „nicht das auch noch“. Trotzdem kam die Geschichte nie zu überladen rüber und es blieb alles in einem realistischen Rahmen.

Ganz besonders gefallen hat mir Sophias Entwicklung vom verzweifelten jungen Mädchen, das ungewollt schwanger wurde, bis hin zur selbstbewussten Ehefrau. Es ist eine Protagonistin, die man schnell ins Herz schließt und dessen Werdegang man als Leser gebannt mitverfolgt – wie bei einer guten Freundin. Man bangt und hofft mir ihr, ist stolz auf sie, erlebt mit, wie sie fällt und begleitet sie beim wieder aufstehen.

Corina Bomann erzählt Sophias Erlebnisse auf sehr einfühlsame und gefühlvolle Art, jedoch ohne jemals kitschig zu werden. Die Figuren sind lebendig und haben Ecken und Kanten. Auch Sophia hat ihre Fehler, was sie umso sympathischer macht.

Man soll bekanntlich aufhören, wenn es am Schönsten ist und ich denke, dass die Autorin einen würdigen und passenden Abschluss für diese Trilogie gestaltet hat. Dennoch bin ich ein wenig wehmütig, Sophia jetzt einfach so zurück zu lassen. Dieses Gefühl zeigt, wie sehr mir die Reihe „Die Farbe der Schönheit“ gefallen und mich berührt hat. Und auch wenn ich mich (wie schon nach dem zweiten Band) wiederhole, spreche ich gerne nochmals eine begeisterte Leseempfehlung aus. Ich beneide alle Leser, die Sophia noch erst kennenlernen werden und die diese Bücher noch vor sich haben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 02.12.2020

Ein wahrer Pageturner

Raum der Angst
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Darum geht's:
Sieben freiwillige Probanden treffen sich, um an einem geheimen Experiment eines bekannten Professors teilzunehmen. Da sie zusammen den Weg aus einem Escape-Room finden sollen, nehmen sie ...

Darum geht's:
Sieben freiwillige Probanden treffen sich, um an einem geheimen Experiment eines bekannten Professors teilzunehmen. Da sie zusammen den Weg aus einem Escape-Room finden sollen, nehmen sie an, dass ihre Teamfähigkeit getestet wird. Das Experiment beginnt recht vielversprechend und die sieben unterschiedlichen Charaktere müssen sich zwar zusammen raufen, scheinen sich aber auch zu ergänzen. Bis dann Furchtbares geschieht und sie erkennen müssen, dass sie in einem perfiden Spiel gefangen sind.

Gleichzeitig wacht Hannah in einem dunklen Raum auf und sie kann sich nicht erinnern, wie sie da hingekommen ist. Auch sie versucht einen Weg nach draußen zu finden und trifft dabei auf die Probanden des Experiments. Die Aufgaben in den verschiedenen Räumen haben es in sich und fordern so manches Opfer. Wird da überhaupt jemand lebendig rauskommen?


So fand ich's:
Ein Escape-Room als Schauplatz für einen Thriller klang für mich sehr vielversprechend. Es ist schon bei einem „normalen“ Spiel ein bisschen beklemmend so eingesperrt zu sein. Wie müssen sich die Probanden des Experiments wohl gefühlt haben. Es ist eine schaurige Vorstellung, die es einem kalt den Rücken runter laufen lässt – und das schon bevor ich überhaupt angefangen habe zu lesen. Das konnte was werden…

Und es wurde tatsächlich was! Der Beginn erforderte zwar ein bisschen Konzentration bis ich mich mit den verschiedenen Figuren und Erzählsträngen vertraut gemacht hatte. Aber dann war ich von der Geschichte wie hypnotisiert und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen.

Durchatmen konnte ich bei den Abschnitten, in denen es um die Ermittlungsarbeit ging. Dieser „Erzählrahmen“ ist dem Autor meiner Meinung nach auch gut gelungen und man konnte als Leser so Informationen sammeln, um den Protagonisten ein bisschen voraus zu sein. Die Auflösung konnte ich jedoch so nicht voraussehen und kam für meinen Geschmack eine Spur zu unvermittelt.

Als ich mit der Lektüre begann, war mir nicht bewusst, dass dieses Buch der Auftakt einer Reihe ist. Daher hat mich das nicht ganz abgeschlossene Ende entsprechend kalt erwischt und einen kurzen Moment enttäuscht.

Nach wie vor überwiegt jedoch die Begeisterung für diesen Pageturner, der dieser Bezeichnung im wahrsten Sinne des Wortes gerecht wird. „Raum der Angst“ bietet dem Thrillerleser, was sein Herz begehrt. Und ich bin froh, dass ich bereits einen Escape-Room erleben durfte. Denn zurzeit bin ich unsicher, ob ich mich das wieder trauen würde. So gesehen, hat Mac Meller alles richtig gemacht.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.12.2020

Ein rasantes Weihnachtsabentuer

Mission: Weisse Weihnachten
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Hinweis: Das Buch spielt in der Schweiz und entsprechende Formulierungen und Schreibweisen (z.B. „ss“ statt „ß“) wurden beibehalten. Als Heimwehschweizerin habe ich mir erlaubt, das so in meinem Leseeindruck ...

Hinweis: Das Buch spielt in der Schweiz und entsprechende Formulierungen und Schreibweisen (z.B. „ss“ statt „ß“) wurden beibehalten. Als Heimwehschweizerin habe ich mir erlaubt, das so in meinem Leseeindruck weiter zu führen.

Darum geht‘s:
„Die Sonnengäng“, so nennen sich die fünf Seniorinnen und Senioren, die sich im Speisesaal des Altersheims „Abendrot“ im Zürcher Oberland den Tisch Nr. 11 teilen. Doch wirklich glücklich ist im streng geführten Heim keiner der fünf Freunde. Daher ist die Vorstellung, der todkranken Maria den letzten Wunsch nach einer weissen Weihnacht in den Bergen zu erfüllen und so eine Zeitlang dem Heimalltag zu entkommen, sehr verführerisch. Hans, der ehemalige Primarschullehrer, die pensionierte Putzfrau Frida, Inge, eine Dame von Welt und Luky, der an Narkolepsie leidet, sind sich rasch einig, dass sie ihrer Freundin Maria diese letzte Freude bereiten wollen. Doch woher bekommen sie das Geld, das sie für das Chalet in den Bergen benötigen?

Hans entwickelt einen abenteuerlichen Plan und ein paar Tage später wird eine Bijouterie von einem Samichlaus und zwei Schmutzlis überfallen. Hans‘ Plan hat jedoch einige Schwächen und so beginnt eine turbulente Flucht quer durch die Schweiz.

So fand ich‘s:
Andreas Benz hatte die Geschichte ursprünglich als Drehbuch für einen Fernsehfilm geschrieben. Die entsprechenden Verträge waren bereits unter Dach und Fach. Aber bevor die Dreharbeiten beginnen konnten, machte ein Virus alle Pläne zunichte. Und so schrieb der Autor das Drehbuch zu seinem ersten Roman um. Aufgrund der vielen kleinen Details, die die Szenen sehr bildlich beschreiben, kann ich mir „Mission: Weisse Weihnachten“ tatsächlich gut als Film vorstellen. Beim Lesen lief jedenfalls das Kopfkino auf Hochtouren.

Man hört immer wieder den Spruch „Älter werden ist nichts für Feiglinge“ und das müssen auch die Protagonisten in diesem Buch erfahren. Es sind jedoch alles andere als Angsthasen, sondern richtige Charakterköpfe, die sich im Altersheim „Abendrot“ zu einer bunt gemischten Truppe zusammengefunden haben. Jeder hat seine Macken – aber alle haben eines gemeinsam: das Herz am richtigen Fleck. Während ihres Abenteuers wachsen sie als Gruppe noch mehr zusammen, was mir wirklich sehr gut gefallen hat.

Die Figuren waren hie und da etwas überzeichnet – ich denke da zum Beispiel an die überstrenge und spiessige Heimleiterin. Doch der Autor versteht das Spiel mit den Klischees und es wirkt nie überzogen. Die Geschichte wird auf sehr charmante Weise mit viel Augenzwinkern und genauso viel Herz erzählt.

Es ist ein rasantes Weihnachtsabenteuer, das fast ganz ohne Kitsch auskommt und trotzdem das Herz berührt. Das Buch hat mir wunderbare Lesestunden geschenkt. Ich habe gelacht und geweint, habe gebangt, ob die Polizei die „Sonnengäng“ wohl erwischt. Kurzum: ich habe die Lektüre auf jeder Seite genossen. So gibt es von mir ohne Zögern eine klare Leseempfehlung.​​

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Veröffentlicht am 13.11.2020

Ein solider dritter Band

Die Hornisse
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Darum geht‘s:
Der berühmte Rockmusiker Brad Galloway wird ermordet im Gästehaus der Polizei aufgefunden. Erste Hinweise auf den Täter erhoffen sich LKA-Ermittler Tom Babylon und seine Kollegin Sita Johanns ...

Darum geht‘s:
Der berühmte Rockmusiker Brad Galloway wird ermordet im Gästehaus der Polizei aufgefunden. Erste Hinweise auf den Täter erhoffen sich LKA-Ermittler Tom Babylon und seine Kollegin Sita Johanns von der geheimnisvollen Frau, die am Vorabend auf Galloways Konzert dem Musiker einen mysteriösen Umschlag überbrachte. Die Suche nach dieser Frau bringt die Beamten auf die Spur der „Hornisse“ – einem Decknamen einer Person, die vor dreißig Jahren an einer Kindesentführung beteiligt war. Tom Babylon bemerkt erst mit der Zeit wie sehr seine eigene Geschichte mit den aktuellen Ereignissen verwoben ist.


So fand ich‘s:
Wie schon in den ersten beiden Tom-Babylon-Bänden lässt Marc Raabe seinen Lesern nicht viel Zeit für den Einstieg in das Buch. Bereits beim Prolog habe ich mich dabei ertappt, wie ich zeitweise die Luft anhielt und gebannt weiter las. Und schon hatte der Autor mich am Haken…

Die Geschichte wird dann auch nicht etwa gemächlicher – im Gegenteil. Mit den kurzen Kapiteln und den Sprüngen zwischen zwei Zeitebenen blieb mir keine Zeit zum durch atmen. Diese Art von Spannungsbogen ist jedenfalls Marc Raabes große Stärke.

Seinen Schreibstil im Präsens muss man allerdings mögen. So gerne ich die Bücher lese und so gut mir die Ver- und Entwicklungen zwischen den verschiedenen Bänden gefallen, muss ich mich jedes Mal wieder erst an diese Erzählweise gewöhnen. Es vermag wohl dem Leser das Gefühl zu geben, dass die Ereignisse gerade in dem Moment geschehen. Dennoch wirkt es etwas holperig.

Der Plotaufbau bringt in diesem dritten Teil keine Überraschungen. Marc Raabe erzählt die Geschichte routiniert in seinem eigenen Erzählrhythmus, angefangen beim packenden Prolog bis hin zum spannungsgeladenen Showdown. Die Spannung wird dadurch permanent sehr hoch gehalten – aber auch für den Leser entwickelt sich das zu einer Routine, die einem beim Lesen ein bisschen den Fahrtwind nimmt.

Ungeachtet dessen wurde ich auch mit diesem soliden Thriller gut unterhalten und der Cliffhanger am Ende des Buches hat es wieder in sich. Ich kann also nicht anders und muss dann auch nach dem vierten Band Ausschau halten.

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Veröffentlicht am 09.11.2020

Eine Hommage an die Trümmerfrauen

Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück
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Darum geht‘s:
Das Mädchen Anna wächst in Köln in den 40er-Jahren bei ihrer Tante Marie auf, die mit dem Bäcker Matthias verheiratet ist. Die Bäckerei ist Annas Zuhause und sie liebt den Geruch von frischem ...

Darum geht‘s:
Das Mädchen Anna wächst in Köln in den 40er-Jahren bei ihrer Tante Marie auf, die mit dem Bäcker Matthias verheiratet ist. Die Bäckerei ist Annas Zuhause und sie liebt den Geruch von frischem Brot und den großen Ofen aus Vulkanstein. Ihre beste Freundin Ruth wohnt mit ihrer Familie im selben Haus. Die Mädchen sind unzertrennlich bis eines Tages Ruths Familie flüchten muss. Das ist nur der Anfang von all dem Unglück, was der Krieg mit sich bringen wird. Erst muss der Onkel in den Krieg ziehen und dann wird die Bäckerei bei einem Luftangriff zerstört. Anna und ihre Tante haben nur einen Traum: sie wollen die Bäckerei wieder aufbauen. Dafür müssen sie auch unkonventionelle Wege gehen.

So fand ich‘s:
Vorhin beim Frühstück habe ich mein frisches Brötchen ganz bewusst genossen und habe an Anna und Marie gedacht. Und obwohl „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ keine leichte Lektüre ist, musste ich doch dabei lächeln. Ich sah vor mir, wie die kleine Anna früh am Morgen in die Backstube ihrer Tante und ihres Onkels stürmt und staunend vor dem großen Ofen aus Vulkanstein stehen bleibt. Ein so friedliches Bild….

Im Nachwort berichtet Lilly Bernstein, dass ein solcher Ofen in ihrer Familie eine größere Rolle spielte. Und ich finde, dass es der Autorin gelungen ist, diese besondere Erinnerung in ihrem Buch aufleben zu lassen und beim Lesen spürt man diese persönliche Note, die die Geschichte noch intensiver macht.

Zu Beginn musste ich mich etwas an die schlichte Erzählweise gewöhnen. Als Leser erlebt man die Ereignisse zu großen Teilen aus der Sicht der sehr jungen Anna und da passt der Schreibstil doch recht gut. Außerdem nahm mich die Geschichte selber immer mehr mit, so dass dies für mich nicht mehr wichtig erschien.

Die Lektüre von „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ hat mir an manchen Stellen einiges abverlangt. Es war bedrückend zu sehen, was Anna in ihren jungen Jahren erleben musste und wie sie gezwungen war, so früh Verantwortung zu übernehmen. Umso bewundernswerter ist die Hoffnung, die Anna und ihre Tante nie verlieren und die Kräfte, die sie aufbringen, immer weiter zu machen. Sie sind für mich ein Sinnbild für all die Trümmerfrauen, die während dem Krieg und in den Jahren danach so viel bis hin zu Unmenschlichen geleistet haben.

Daher ist das so ein wichtiges Buch – ein Buch gegen das Vergessen – ein Buch als Dankeschön an all diese starken Frauen. Vielen Dank, Lilly Bernstein, für dieses berührende und intensive Buch!

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