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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.01.2026

Absolute Leseempfehlung

Die Psychoanalytikerin
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Zum Inhalt:
Hamburg, 1920: Vera übernimmt nach dem Tod ihres Mannes seine Praxisräume, um als Psychoanalytikerin zu arbeiten. Die meisten ihrer Patienten tragen schwere seelische Wunden aus dem Ersten ...

Zum Inhalt:
Hamburg, 1920: Vera übernimmt nach dem Tod ihres Mannes seine Praxisräume, um als Psychoanalytikerin zu arbeiten. Die meisten ihrer Patienten tragen schwere seelische Wunden aus dem Ersten Weltkrieg. Plötzlich sterben mehrere dieser Patienten unter mysteriösen Umständen und bei Vera keimt der Verdacht auf, dass es eine Verbindung zwischen den verschiedenen Todesfällen gibt. Auch Kommissar Bender vermutet einen Zusammenhang und tut sich mit Vera zusammen, um auch die psychologischen Aspekte in die Ermittlungen einfließen zu lassen. Als Willi Schuster, ebenfalls ein Kriegsveteran und Ehemann einer von Veras Patientinnen ebenfalls verschwindet, erhärtet sich die Vermutung, dass es jemand gezielt auf die Mitglieder eines bestimmten Regiments abgesehen hat.

Meine Gedanken zum Buch:
Die Kurzbeschreibung und vor allem die Tatsache, dass Melanie Metzenthin die Autorin ist, haben mich schnell neugierig auf dieses Buch gemacht. Und genauso schnell war ich beim Lesen mitten im Hamburg der 20er Jahre angekommen. Die Autorin versteht es einfach, die damalige Zeit lebendig werden zu lassen. Auch ihre Figuren sind lebensnah gezeichnet und jede hat ihre Ecken und Kanten, was alles noch realistischer erscheinen lässt.
Dass sich die Geschichte zu einem intensiven und spannenden Kriminalfall entwickelt, hatte ich so nicht erwartet. Der Plot entwickelt sich auf jeden Fall in sich schlüssig und die Autorin hat das Zusammenwirken der Polizeiarbeit mit Veras Kompetenz in Sachen Psychoanalytik absolut glaubhaft dargestellt.
Die Geschichte ist in sich abgeschlossen. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass das Ermittlertrio, das sich hier zusammengefunden hat, auch weiterhin gut zusammen funktioniert und ich würde mich jedenfalls auf ein Wiedersehen mit Vera und Co. freuen.
Von mir gibt es für „Die Psychoanalytikerin“ eine begeisterte Leseempfehlung für alle, die gerne historische Romane und Krimis lesen.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Ein besonderes Krimi-Erlebnis

HEN NA IE - Das seltsame Haus
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Zum Inhalt:
Vor dem Kauf eines Hauses, wendet sich der potenzielle Käufer an einen jungen Autor mit einer Affinität für das Okkulte, mit der Bitte, sich den Grundriss des geheimnisvoll anmutendes Hauses ...

Zum Inhalt:
Vor dem Kauf eines Hauses, wendet sich der potenzielle Käufer an einen jungen Autor mit einer Affinität für das Okkulte, mit der Bitte, sich den Grundriss des geheimnisvoll anmutendes Hauses anzusehen und zu beurteilen. Dabei fällt ihm ein versteckter, sprich "eingeschlossener" Raum ins Auge. Da ihm dieses Detail keine Ruhe lässt, kontaktiert er seinen Bekannten Kurihara, der als Architekt arbeitet. Zusammen finden sie immer mehr Hinweise darauf, dass in dem besagten Haus ein oder gar mehrere Verbrechen geschehen sein könnten. Je länger sie sich mit dem Grundriss beschäftigen, umso näher scheinen sie dem Geheimnis des versteckten Raumes auf die Spur zu kommen. Kann es sein, dass ein Kind dort eingesperrt wurde? Und hatte dieses Kind gar mehrere Morde begangenen?

Meine Gedanken zum Buch:
Die Kurzbeschreibung und die Aufmachung des Buches versprachen einen Krimi, der aus dem Genre-Standard heraussticht. Und da ich über Uketsus "Seltsame Bilder" schon so viel Gutes gehört hatte und dann die Möglichkeit bekam, "Das seltsame Haus" zu lesen, konnte ich nicht widerstehen. Und von Anfang an wurde meine Erwartung nach einer "ewas anderen und originellen Lektüre" erfüllt. Der Erzählstil ist in der Tat sehr eigen - durchaus auf positive Art. Die Geschichte wird in Form eines Dialogs erzählt und besticht vor allem in einer einfachen, aber dennoch eindringlichen Weise. Ich hatte das Gefühl zusammen mit dem Protagonisten und seinem Bekannten Kurihara an einem Tisch zu sitzen und den beiden ganz gebannt zuzuhören.

Es faszinierte mich, was die beiden alles aus dem Grundriss rauslesen konnten. Und auch wenn die Theorie, den versteckten Raum betreffend, auf den ersten Blick abstrus und von weit hergeholt erschien, blieb es auf fesselnde Weise plausibel und man konnte sich das beim Lesen gut vorstellen.

Die erste Hälfte las sich dadurch auch sehr flott, was natürlich auch an der eher ungewöhnlich kleinen Seitenzahl lag. Zudem wurde der Grundriss immer wieder mit abgedruckt, was ein wenig als "Seitenfüller" empfunden werden könnte. Für mich als Ebook-Leserin war das jedoch hilfreich, da man sich so die Theorien der beiden "Ermittler" immer wieder selbst anhand des Grundrisses vor Augen führen konnte.

In der zweiten Hälfte hat mich der Autor dann leider nicht mehr ganz so überzeugt. Ich hätte mir da die eine oder andere zusätzliche Überraschung gewünscht. Das hätte das Gefühl, einen Thriller zu lesen, bestimmt intensiviert. Stattdessen ging für mich die Spannung etwas verloren. Dennoch blieb sich der Autor mit seinem Erzählstil durchgehend treu, was mich auch weiterhin über die Seiten hat fliegen lassen. Für mich als Nicht-Japan-Expertin kam jedenfalls die Mentalität und die asiatische Zurückhaltung in diesem Buch sehr gut zur Geltung, was es für mich zusätzolich besonders macht.

Auch wenn die Begeisterung im zweiten Teil der Geschichte einen Dämpfer erlitten hat, habe ich das Buch sehr gerne gelesen. In der Zwischenzeit habe ich auch erfahren, dass "Das seltsame Haus" Uketsus eigentliches Debüt war. Daher freue ich mich umso mehr auf die Lektüre von "Seltsame Bilder", da er sich bei diesem zweiten Buch gesteigert zu haben scheint.

"Das seltsame Haus" ist für mich auf jeden Fall ein besonderes Leseerlebnis, das ich allen gerne weiterempfehle, die auch gerne Mal aus den üblichen Genre-Standards "ausbrechen" möchten.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 03.08.2025

Gibt es eine Zukunft für die Menschheit?

All An!
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Zum Inhalt:
Der Autor Kai-Holger Brassel nimmt uns mit in eine dystopische Zukunft, in der der Kampf gegen den Klimawandel verloren zu sein scheint. Doch dann lässt er uns drei ungewöhnliche Helden kennenlernen: ...

Zum Inhalt:
Der Autor Kai-Holger Brassel nimmt uns mit in eine dystopische Zukunft, in der der Kampf gegen den Klimawandel verloren zu sein scheint. Doch dann lässt er uns drei ungewöhnliche Helden kennenlernen: einen Slumbewohner, eine Umweltschützerin und einen Systemwissenschaftler. Wird es ihnen gelingen mit ihrem unkonventionellen Plan, die Katastrophe zu verhindern? Und welche Rolle spielen die "Maschinellen" in diesem utopischen Roman mit den Hauptthemen Klimawandel, Rolle der Technologie und Generationskonflikten?

Meine Gedanken zum Buch:
Wie kann man dieses Buch beschreiben? Das ist eine Frage, die mich seit einiger Zeit umtreibt – seitdem ich die letzte Seite umgeblättert habe. Am liebsten würde ich einfach schreiben: Unbedingt lesen! Denn es ist für mich schwierig in Worte zu fassen, was ich alles beim Lesen gefühlt und gedacht habe, was bestimmt auch daran liegt, dass ich bisher noch nichts Vergleichbares gelesen hatte. Und das meine ich durchweg positiv.

Es hat nur wenige Abschnitte gedauert, bis ich mittendrin war in dieser ganz besonderen Geschichte, die im Jahre 2084 beginnt und sich bis ins Jahr 2192 weiterentwickelt. Die tiefgreifende Entdeckung, die ein Hobby-Astronom gleich zu Beginn macht, bringt einen Stein ins Rollen, der die Menschheit bis spät ins 22. Jahrhundert beschäftigen wird. Im Weiteren schenkt uns der Autor in zwei Epilogen einen eindrücklichen und anschaulichen Ausblick darauf, wie es im 27. Jahrhundert sein könnte.

Der Schreibstil ist wirklich einnehmend und es werden auch technische Details bildlich und verständlich erklärt. Da ich allgemein technisch nicht im Speziellen versiert bin, bin ich doch ab und an über Details gestolpert und musste dann den einen oder anderen Abschnitt nochmals lesen. Aber auch das wurde nie langweilig. Im Gegenteil: Mir eröffnete sich damit eine neue (Lese-)Welt.

Kai Brassel hat ein mögliches Zukunfts-Szenario auf sehr intelligente, spannende und originelle Weise gezeichnet. Von unserer heutigen Welt aus in die Zukunft blickend, haben die meisten von uns ein mulmiges Gefühl, welches uns auch der Autor hier nicht nehmen kann. Aber so düster sich auch manches abzeichnet, lässt er trotzdem stets die Hoffnung wie eine Wolke über der Menschheit schweben.

Mit „All an!“ schaut man beim Lesen weit über den üblichen Tellerrand hinaus. Auch das ist ein Grund, warum dieses Buch für mich ein besonderes Leseerlebnis war und ich es ohne Zögern sehr gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Originelle Grundidee

Das Ministerium der Zeit
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Zum Inhalt:
Eine junge Frau ergattert einen geheimnisvollen Job beim Ministerium der Zeit, ohne zu wissen, was genau auf sie zukommen wird. Umso erstaunter ist sie, als sie erfährt, dass ihre Aufgabe sein ...

Zum Inhalt:
Eine junge Frau ergattert einen geheimnisvollen Job beim Ministerium der Zeit, ohne zu wissen, was genau auf sie zukommen wird. Umso erstaunter ist sie, als sie erfährt, dass ihre Aufgabe sein wird, einen Zeitreisenden zu betreuen. Das Ministerium arbeitet an einem Geheimprojekt, bei dem verstorbene Menschen aus ihrer jeweiligen Zeit in das heutige London geholt werden. Der Schützling, den unsere Protagonistin unter ihre Fittiche nehmen soll, ist der 1847 verstorbene Polarforscher Graham Gore. Während die beiden sich zusammenraufen und Graham die Annehmlichkeiten aber auch die Tücken des 21. Jahrhunderts kennenlernt, kommen sich die beiden immer näher. Doch welchen mysteriösen Plan verfolgt das Ministerium der Zeit? Und was bedeutet es für das Paar, das sich gerade erst gefunden hat?

Meine Gedanken zum Buch:
Ich liebe Zeitreisegeschichten und ich finde es vor allem immer spannend mitzuerleben, wie die Menschen aus der Vergangenheit mit den modernen Errungenschaften umgehen. Auch in diesem Buch wird das auf spannende und auch humorvolle Weise erzählt. Und so hatte mich die Geschichte recht schnell am Wickel. Auch der Schreibstil empfand ich als angenehm und so freute ich mich jeweils auf das Weiterlesen. Soweit, so gut – bis dann die Geschichte an Fahrt verloren hat und auch der Plot sich in eine Richtung entwickelte, die einerseits originell aber auch irgendwie immer ominöser wurde. Gegen Ende wurde es dann nochmal spannend, was mich dann wieder etwas mit dem Buch versöhnt hat.

Alles in allem habe ich das Buch nicht ungern gelesen. Ich fühlte mich gut unterhalten. Doch trotz des spannenden und originellen Ansatzes, hat die Autorin das Potenzial für meinen Geschmack leider etwas verspielt und mich damit nicht gänzlich überzeugt.

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Ein Familienalbum wie kein anderes

Familienalbum
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Mit diesem Büchlein schenkt uns die Autorin Gabriela Alemán neun Kurzgeschichten, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Und doch zieht sich der eigenwillige und sehr eingängige Erzählstil durch sämtliche ...

Mit diesem Büchlein schenkt uns die Autorin Gabriela Alemán neun Kurzgeschichten, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Und doch zieht sich der eigenwillige und sehr eingängige Erzählstil durch sämtliche Erzählungen durch wie ein roter Faden. Oder besser gesagt wie ein bunter Faden – genauso bunt wie die unterschiedlichen Charaktere, mit denen die Autorin ihre Figuren ausgestattet hat.

Man könnte so viel über die einzelnen Geschichten berichten und gleichzeitig fehlen mir dafür die richtigen Worte. Für mich ist es schwierig, die Gefühle, die diese Erzählungen bei mir ausgelöst haben, zusammenzufassen. Ich befürchte, ich würde dieser kleinen Kostbarkeiten einfach nicht gerecht werden. Und auch auf die einzelnen Inhalte möchte ich lieber nicht eingehen. Ich bin überzeugt, dass jede Leserin und jeder Leser für sich selbst eine ganz persönliche Besonderheit in jeder einzelnen Geschichte findet. So will jede Erzählung ganz individuell entdeckt werden.

Ich liebe Bücher, die mich so in den Bann ziehen, so dass ich nicht aufhören kann weiterzulesen. Hier war für mich jedoch alles anders – aber nicht weniger faszinierend. Nach jeder Geschichte konnte ich nicht anders, als innezuhalten, das Gelesene sacken zu lassen und das Büchlein erstmal wegzulegen. Zu intensiv sind diese einzelnen Geschichtsperlen, die sich nach und nach zu einer einzigartigen Kette zusammenfügen. Für mich ist das kein Buch, das man in einem Rutsch liest. Aber so hatte ich auch viel länger etwas von dieser ganz besonderen literarischen Reise nach Südamerika.

Gabriela Aléman hat etwas in mir drin hallen lassen. Daher wünsche ich mir ganz viele Leserinnen und Leser für dieses ganz besondere „Familienalbum“.

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