Genauso, wie ich historische Romane mag :-)
Töchter der verlorenen HeimatZum Inhalt:
Paula hat sich ihren Platz als Ärztin an einer Münchner Klinik hart erkämpft. Doch im Jahr 1961 ist die Welt dann doch noch nicht bereit für Frauen in Führungspositionen und so wird sie bei ...
Zum Inhalt:
Paula hat sich ihren Platz als Ärztin an einer Münchner Klinik hart erkämpft. Doch im Jahr 1961 ist die Welt dann doch noch nicht bereit für Frauen in Führungspositionen und so wird sie bei der Beförderung übergangen – ein Rückschlag, der sie an ihrem zukünftigen Weg zweifeln lässt. Eine Auszeit käme ihr gerade recht. So zögert sie auch nicht, mit ihrer Mutter die Fahrt von München nach Südtirol auf sich zu nehmen, um an der Beerdigung ihres bislang unbekannten Großvaters teilzunehmen. In ihrem Heimatdorf angekommen, stoßen die beiden Frauen auf Ablehnung und einer Mauer des Schweigens. Paula entdeckt ein schwerwiegendes Familiengeheimnis, das auch Leben und ihre Zukunft beeinflusst.
Meine Gedanken zum Buch:
Die Autorin Eva Grübl-Widmann nimmt uns mit nach Südtirol – für mich bis dahin noch ein unentdecktes Setting – und erzählt auf eindringliche Weise eine Geschichte über Frauen, Familie und die Suche nach Wahrheit und Identität in einer traditionellen Gesellschaft. Ich muss gestehen, dass ich sehr wenig über die historischen Hintergründe des Südtirols kannte, und dieses Buch hat mich auf interessante Art und vor allem auch durch starke Bilder an den Südtirol-Konflikt herangeführt. Man spürt die fundierte Recherchearbeit der Autorin und das macht das Buch neben der eindrucksstarken Familiengeschichte zusätzlich spannend.
Auch wenn ich die Hauptfiguren zeitweilig als unnahbar empfand, passte das perfekt zur Geschichte. Mit der Zeit versteht man ihr Verhalten und ihre Distanziertheit immer besser. Ich konnte mich jedenfalls immer intensiver in sie hineinfühlen.
Eva Grübl-Widmanns flüßiger Erzählstil, der spannend und gefühlvoll, aber nie überladen ist, hat mich zusätzlich begeistert.
Ich muss bestimmt nicht mehr betonen, wie gut mir das Buch gefallen hat. Aber ich möchte trotzdem unbedingt eine Leseempfehlung aussprechen für alle, die gerne historische Romane lesen.