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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.12.2019

Draussen

DRAUSSEN
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Es gibt keine langweilige Stelle im Buch. Dafür perfekt gesetzte Spannungsbögen, super beschriebene und angelegte Action, sehr sparsam auch Humor. Die Figuren überzeugen sofort, egal, ob mäklige, rebellische ...

Es gibt keine langweilige Stelle im Buch. Dafür perfekt gesetzte Spannungsbögen, super beschriebene und angelegte Action, sehr sparsam auch Humor. Die Figuren überzeugen sofort, egal, ob mäklige, rebellische Pubertierende oder sie schützender Ausbilder. Dazu das Geheimnis, das die beiden umweht, es wurde ein wahres Thriller-Menü vorgesetzt. Das Ende ist atemberaubend: hochspannend.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.11.2019

Verwirrend

Alles, was wir sind
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Anfangs fand ich den Stil und die Art, wie Lara Prescott schreibt, gut. Bis zur halben Mitte ungefähr. Dann verlor ich ein wenig den eh schon geringen Überblick, wer eigentlich gerade spricht. Das Problem: ...

Anfangs fand ich den Stil und die Art, wie Lara Prescott schreibt, gut. Bis zur halben Mitte ungefähr. Dann verlor ich ein wenig den eh schon geringen Überblick, wer eigentlich gerade spricht. Das Problem: Wer erzählt, steht (mehr oder weniger) in der Kapitelüberschrift, die Ich-Erzählenden werden namentlich nie genannt. Man weiß nicht: Frau oder Mann? Man weiß nur: Bürger der Sowjetunion, Inhaftierte/r der UDSSR, Mitarbeitende des CIA.

Autorin geht nie in die Tiefe

Man erfährt, wenn jemandem etwas Schlimmes widerfährt. Und auch, dass Pasternak von den Russen daran gehindert werden sollte, "Dr. Schiwago" zu schreiben und einen Verlag dafür zu finden. Während die U.S.A. unbedingt wollten, das es erscheint. Die jeweiligen Warums erfährt man nicht. Stattdessen erfährt man sehr viel über das Leben berufstätiger Stenotypistinnen, die für den CIA arbeiteten. Und manchmal auch Schlimmes. Das wird dann ausgewalzt, in zugegebenen gutem Schreibstil. Aber das Buch bleibt an der Oberfläche. Ähnlich, wie die Höflichkeit der U.S.-Amerikaner: viel Smalltalk, wenig Tiefe. Ein smalltalkendes Buch sozusagen. Das trifft es ziemlich. Ich habs gern umgekehrt oder, wenn schon seicht, dann so, dass ich mir zumindest die Erzählenden, die Umgebungen, vorstellen kann. Hier fehlt mir ziemlich viel.

Äußerliches & Umweltschädliches

Was mir überhaupt nicht gefiel: Der Verlag wickelt das gebundene Buch in einen Schutzumschlag aus transparenter Plastikfolie ein. Jeder weiß, das Plastik umweltschädlich ist. Andere Verlage, wie Ullstein z. B., finden umweltfreundliche Alternativen. Diese Folie ärgerte mich richtig.

Veröffentlicht am 11.11.2019

Wunderbar nachdenkliche Geschichten

Weihnachtszauber
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Nicht eine, sondern viele Kurzgeschichten enthält dieses lesenswerte Taschenbuch! Geschichten von Truman Capote, Grégoir Hevier, Heinrich Böll und vielen anderen Autoren. Jede für sich besitzt ihren besonderen ...

Nicht eine, sondern viele Kurzgeschichten enthält dieses lesenswerte Taschenbuch! Geschichten von Truman Capote, Grégoir Hevier, Heinrich Böll und vielen anderen Autoren. Jede für sich besitzt ihren besonderen Charme. So finden sich sowohl bissige als auch nachdenkliche Inhalte als auch durchaus amüsante Geschichten. Bei den amerikanischen kommt ziemlich oft ein alter Mann mit weißem Bart vor, bei anderen wiederum engelartige Wesen. Jede Geschichte berührte mich innerlich, ging mir auf eine bestimmte Weise nahe. Sie sind sehr passend zusammengestellt worden.
Ein gutes Buch zum Verschenken, aber auch zum Vorlesen geeignet. Keine ist übermäßig lang, die meisten liegen zwischen zehn und zwanzig Taschenbuchseiten. Könnte ich mit gut unterm Weihnachtsbaum vorstellen, nachdem die Geschenke ausgepackt wurden und man es sich gemütlich macht!

Veröffentlicht am 06.11.2019

Für Erwachsene

Josef, mach die Musik leiser!
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Ein Buch, das etwas größer als meine Hand ist, und Glitzer auf dem vorderen Deckel hat. Im ersten Moment dachte ich an kleine Geschichten für Kinder. Weit gefehlt. Drinnen verstecken sich, aufgelockert ...

Ein Buch, das etwas größer als meine Hand ist, und Glitzer auf dem vorderen Deckel hat. Im ersten Moment dachte ich an kleine Geschichten für Kinder. Weit gefehlt. Drinnen verstecken sich, aufgelockert durch frivol-liebevolle Illustrationen von Thorsten Saleina, feine Kurzgeschichten und lockere Sprüche. Einige sind zwei Seiten kurz, andere etwas länger. Von Kaminer, Kästner, Kaléko, Dickens, Gernhardt und anderen: weder Zeichnungen noch Texte sind für Kinder gedacht.

Die Geschichten bringen mich zum Schmunzeln, das Büchlein passt in ein größeres Kuvert und in die Weihnachtspost für Leute, mit denen man sich zu Weihnachten gern Kleinigkeiten schenkt. Oder auch mal die ein oder andere Winzgeschichte als Beigabe zur Weihnachtskarte

Veröffentlicht am 27.10.2019

Unglaublich spannend!

Im Schatten des Turms
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Ein historischer und sehr spannend erzählter Roman rund um die Zeit als die erste Psychatrie in Wien entstand. Insofern auch ein Stück weit Medizingeschichte rund um die Insassen des Narrenturms enthält.

Bildhafter ...

Ein historischer und sehr spannend erzählter Roman rund um die Zeit als die erste Psychatrie in Wien entstand. Insofern auch ein Stück weit Medizingeschichte rund um die Insassen des Narrenturms enthält.

Bildhafter Wortschatz

Es gibt sie noch, die scharfen Einteilungen in die Herrschaften - ob adlig oder kaufmännisch -, ebenso wie die Hierarchien in deren Familien war auch die Dienerschaft hierarchisch gegliedert, auch die Leibeigenschaft wird hier gut beschrieben. Ebenso, wie Anour ganz nebenbei einige Geschichtskenntnisse auffrischt, ob Wiener oder Habsburger Geschichte betreffen, und immer in die Handlung einbezieht. So entstand eine dichte Geschichte, deren Figuren genauso gut beschrieben wurden, wie die Umstände in die sie geraten. Das Ganze untermalt von etlichen österreichischen Ausdrücken. Deren Bedeutung man im Glossar erfährt, ahnte man sie nicht bereits beim Lesen. 



Krimi mit Liebesgeschichte

Eine berührende Liebesgeschichte wob Anour auch mit hinein, dazu einen dichten Krimi samt Intrigen, Mord und Verrat. Er teilte seinen Roman in zwei Handlungsstränge, jedem seiner Protagonisten widmete er einen, und jeder Strang ist mindestens so spannend wie die eingewobenen medizinischen Fakten zu den Narren. 

Sehr gut, atmosphärisch dicht geschrieben - eindeutig kein Roman, um ihn abends vor dem Einschlafen zu lesen oder gar zwischen Tür und Angel. Man braucht Zeit, um in die Erzählungen einzutauchen und darin zu versinken.