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Veröffentlicht am 25.03.2026

Zauberhafte Geschichte voller Magie, Herz und origineller Ideen

Maries Glücksküche – Die Schule am Meer
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Inhalt:

Es ist erst ein paar Wochen her, dass Marie mit ihrer Familie nach Frankreich gezogen ist. Genauer gesagt nach Saint Amour an der Atlantikküste, wo ihre Großmutter lebt. Während ihr Bruder sich ...

Inhalt:

Es ist erst ein paar Wochen her, dass Marie mit ihrer Familie nach Frankreich gezogen ist. Genauer gesagt nach Saint Amour an der Atlantikküste, wo ihre Großmutter lebt. Während ihr Bruder sich schnell einlebt, das Surfen liebt und die Aufmerksamkeit seiner Mitschülerinnen genießt, fühlt sich Marie fehl am Platz. Anschluss findet sie kaum.

Ihre Lage wird zusätzlich erschwert, da Maries Mutter eine Stelle als Schulköchin angenommen hat und die Sporthalle in der Folge zur Familienwohnung umgebaut wurde. Für die anderen Schüler bedeutet das: Sie müssen nun zum Sportunterricht in eine weiter entfernte Halle fahren. Dafür machen sie Marie verantwortlich.

Maries einziger Lichtblick ist ihre Oma Aveline, die mit ihrer lebensfrohen Art und ihrer Leidenschaft fürs Kochen jede freie Minute verschönert. Als Maries Mutter vorübergehend nach Deutschland reist, weiht die Großmutter sie in ein besonderes Geheimnis ein: Mit den richtigen Zutaten und etwas Geschick lässt sich beim Kochen Magie entfalten.

Marie sieht darin ihre Chance, ihre Probleme zu lösen und endlich dazuzugehören. Doch schon bald merkt sie: Zauberkochen ist alles andere als einfach und ein kleiner Fehler kann ungeahnte Folgen haben …



Meinung:

Als ich das süße Cover von „Maries Glücksküche – Die Schule am Meer“ das erste Mal gesehen habe, war ich - wortwörtlich - verzaubert. Besonders das traumhafte Setting an der Atlantikküste und die Verbindung zu magischen Gerichten haben mich sofort in die Geschichte gezogen. Da Kochen und Backen auch zu meinen persönlichen Leidenschaften zählen, fand ich die Idee einfach wunderbar: Was wäre das nicht toll, wenn ein paar magischen Zutaten kleine Zauber wirken könnten?

Claudia Schaumann erzählt eine kindgerechte, fantasievolle Geschichte voller Magie und Herz.
Marie hat es an ihrer neuen Schule nicht leicht, findet nur schwer Anschluss und fühlt sich oft ausgegrenzt. Besonders gern würde sie mehr Zeit mit dem Mädchen Coco verbringen, das von allen für seine freundliche Art und sein Selbstbewusstsein bewundert wird.

Ein ganz besonderes Highlight ist für mich die magische Küche von Oma Aveline. Als Oma Marie zum ersten Mal einweiht, begreift man schnell: Hier gelten ganz eigene Regeln. Die Zutaten dürfen nicht einfach geerntet werden. Sie müssen auf ganz besondere Weise behandelt werden.
Die Bananen zum Beispiel müssen laut lachend gepflückt werden, und beim Nachreifen muss man ihnen Witze erzählen, bis ihre Schale genau die richtige Anzahl an Sommersprossen hat. Das Salzkraut hingegen muss getanzt werden, damit es seine magische Wirkung entfalten kann. Und natürlich braucht es auch beim Kochen selbst ein ganz besonderes Talent.

Diese liebevollen und originellen Ideen machen den Zauber der Geschichte aus und verleihen ihr eine ganz eigene Atmosphäre.

Als Marie schließlich versucht, Magie für sich zu nutzen, verläuft natürlich nicht alles nach Plan. Heimlich mischt sie einige Zutaten in das Curry der Schulkantine. Das Ergebnis ist ein großes Chaos. War der Schuss Ehrlichkeitselexier vielleicht zu großzügig bemessen? Oder hat sie zur falschen Paste gegriffen? Plötzlich ist nicht nur die Situation außer Kontrolle, sondern auch der Job ihrer Mutter in Gefahr!

Doch damit ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende. Immer neue Ereignisse, spannende Kochexperimente und die Suche nach weiteren magischen Zutaten sorgen dafür, dass es nie langweilig wird. Auch das Geheimnis um die Zauberküche droht immer wieder aufzufliegen und beim Schulfest scheint ein wenig magische Unterstützung dringend nötig zu sein.

Besonders gefallen haben mir die vielen kleinen, liebevollen Details, zum Beispiel, dass die Großmutter den Kindern abends nicht aus Märchenbüchern, sondern aus ihren Kochbüchern vorliest, die dabei genauso spannend wirken wie ein Krimi. Oder die Szene, in der der Kochtopf plötzlich anfängt zu sprechen.

Abgerundet wird das Buch durch detailreiche, humorvolle Schwarz-Weiß-Illustrationen von Nadine Jessler, die perfekt zum Stil der Geschichte passen und das Leseerlebnis wunderbar begleiten.

Ein schönes Extra sind zudem zwei Rezepte am Ende des Buches, die zur Not auch ohne magische Zutaten auskommen und direkt ausprobiert werden können.



Fazit:

„Maries Glücksküche – Die Schule am Meer“ ist ein zauberhafter, fantasievoller Auftakt einer Kinderbuchreihe, der mit viel Herz, Humor und originellen Ideen überzeugt. Die heilende Kraft der Magie scheint zuweilen Wunder zu wirken und vertreibt das Graue des Alltags und die Unsicherheit des Morgen.
Das alles ist gelungen und spricht besonders junge Leser an.

Ein liebevoll erzähltes Buch, das nicht nur zum Träumen einlädt, sondern auch Lust aufs Kochen macht.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Eine warmherzige Geschichte darüber, im Kleinen das Besondere zu entdecken

Zwei ganz besondere Freunde
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Inhalt:


Theo wünscht sich ein ganz besonderes Haustier. Vielleicht eines, das groß und stark ist, eines, auf das er stolz sein kann oder das ihn sogar beschützt. Doch egal, welches Tier Theo sich auch ...

Inhalt:


Theo wünscht sich ein ganz besonderes Haustier. Vielleicht eines, das groß und stark ist, eines, auf das er stolz sein kann oder das ihn sogar beschützt. Doch egal, welches Tier Theo sich auch vorstellt: Bei genauerem Nachdenken merkt er schnell, dass jedes von ihnen auch seine Nachteile hat.

Auch Oskar hat einen großen Wunsch: Er möchte unbedingt einen Menschen an seiner Seite haben. Aber natürlich nicht irgendeinen. Es soll ein ganz besonderer Mensch sein. Einer, der stark ist, mit ihm Abenteuer erlebt oder vielleicht einfach viel Platz hat, den er mit ihm teilen würde. Doch so sehr Oskar auch überlegt, welcher Mensch zu ihm passen könnte: Irgendwie hätte auch jeder von ihnen seine Nachteile …



Meinung:


Als ich „Zwei ganz besondere Freunde“ zum ersten Mal in den Händen hielt, fiel mir sofort die wunderschöne Illustration auf dem Klappendeckel und die hochwertige Verarbeitung des Buches auf.

Das Cover hat mich direkt angesprochen. Es zeigt Theo zusammen mit einem der Tiere, von denen er träumt: einem Löwen. Sein Mut und seine Stärke machen ihn zu einem Tier, das Theo nur zu gern an seiner Seite sehen würde. Ein Löwe könnte ihn schließlich beschützen! Doch als Theo etwas genauer darüber nachdenkt, kommen ihm Zweifel. Ein Löwe ist schließlich auch gefährlich. Und was wäre, wenn plötzlich einmal kein Futter mehr im Haus wäre?

In „Zwei ganz besondere Freunde“ stellt Aline Portman in einer kindgerechten und charmanten Weise die Frage, ob es im Leben wirklich immer die großen Wünsche sein müssen. Ist es nicht manchmal gerade das Unscheinbare, das uns wirklich glücklich macht? Oft sind wir so sehr auf große Pläne fixiert, dass wir die kleinen Möglichkeiten übersehen, die sich ganz nebenbei ergeben, obwohl sie vielleicht viel wertvoller sind.

Auch die Illustrationen tragen viel zur besonderen Atmosphäre des Buches bei. Sie orientieren sich stilistisch am Cover und kommen mit nur wenigen Farben aus. Die schwarz-weißen Zeichnungen werden durch ein warmes, kräftiges Orange ergänzt, das immer wieder Akzente setzt. Die Bilder selbst sind eher schlicht gehalten, stecken dafür aber voller liebevoller Details.

Beim genaueren Hinsehen entdeckt man auf vielen Seiten kleine, wiederkehrende Elemente, wie etwa einen Vogel oder Theos Ball. Diese Details laden dazu ein, die Seiten immer wieder neu zu betrachten.

Besonders schön sind die kleinen humorvollen Szenen, die sich in den Illustrationen verstecken. Beispielgebend zeigt dies das Cover sehr schön: Theo sitzt entspannt mit einem Buch in der prachtvollen Mähne des Löwen und liest. Solche Momente sorgen beim Lesen immer wieder für ein Schmunzeln.



Fazit:


„Zwei ganz besondere Freunde“ ist ein liebevoll gestaltetes Bilderbuch, das nicht nur durch seine Geschichte, sondern auch durch seinen feinen, leisen Humor überzeugt.

Besonders die Illustrationen laden dazu ein, das Buch mehr als einmal zur Hand zu nehmen, denn auf fast jeder Seite lassen sich neue kleine Details entdecken: Ein Hase hoppelt immer wieder mal durchs Bild, der Wikinger trägt scheinbar ganz selbstverständlich einen Knochen am Gürtel, und eine Leine verwandelt sich plötzlich in einen Astronautenhelm. Diese verspielten Ideen machen das Bilderbuch zu etwas ganz Besonderem.

Gleichzeitig vermittelt die Geschichte eine schöne Botschaft: Manchmal lohnt es sich, genauer hinzusehen und im scheinbar Gewöhnlichen das Besondere zu entdecken. Denn nicht alles, was auf den ersten Blick großartig wirkt, ist automatisch perfekt. Schließlich hat auch das Beste seine kleinen Nachteile.
Und manchmal findet man das wahre Glück genau dort, wo man es zuerst gar nicht vermutet hätte.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Düster, komplex und gnadenlos spannend – ein intensiver Fantasyroman mit starken Krimi-Elementen

This Monster of Mine
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Inhalt:

Vier Jahre ist es her, dass Sarai in Edessa Opfer eines grausamen Attentats wurde. Ihr Körper wurde auf bestialische Weise verstümmelt, bevor ihr Peiniger sie vom Balkon des Sidranturms in die ...

Inhalt:

Vier Jahre ist es her, dass Sarai in Edessa Opfer eines grausamen Attentats wurde. Ihr Körper wurde auf bestialische Weise verstümmelt, bevor ihr Peiniger sie vom Balkon des Sidranturms in die Tiefe stieß. Nur einem unbekannten Retter hat sie es zu verdanken, dass sie überlebte und Jahre später in einem kleinen Dorf als Schankmaid ein neues, verborgenes Leben beginnen konnte. Mithilfe von Magie hat Sarai ihre Narben versteckt. Ihre Erinnerungen an den Tathergang sind lückenhaft. Eines weiß sie jedoch ganz genau: Sie will nach Edessa zurückkehren und Rache nehmen.

Als die Gutachter in dem wohl abgelegensten Dorf von Ur Dinyé eintreffen, um im Auftrag der vier Tetrarchen von Edessa neue Petitoren auszuwählen, erkennt Sarai ihre Chance. Für einen kurzen Moment lässt sie ihre Magie aufblitzen und wird prompt von einem der Gutachter bemerkt und ausgewählt.

Ob sie tatsächlich in den Dienst eines Tetrarchen aufgenommen wird, entscheidet sich jedoch erst bei der Einkleidungszeremonie. Sarai hat dabei nur einen Wunsch: keinesfalls dem einzigen Tetrarchen zugeteilt zu werden, der über Jahre hinweg keine Petitorin erwählt hat. Kadra gilt als brutal und unbarmherzig. Zwar wird er vom Volk als gerecht verehrt, doch seine Taten erzählen eine andere Geschichte.

Ausgerechnet Kadra erhebt Anspruch auf Sarai. Als seine Stimme erklingt, durchfährt sie ein eisiger Schock, denn genau diese Stimme hat sie am Tag des Attentats gehört …



Meinung:

Als ich den Klappentext von „This Monster of Mine“ zum ersten Mal gelesen habe, war mir sofort klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Düster, geheimnisvoll und voller Spannung. Es war genau das, wonach ich gesucht habe.

Zugegeben: Die ersten Seiten erfordern Konzentration. Shalini Abeysekara entwirft eine komplexe, durchdachte Welt, in der Frauen kaum eine Teilhabe eingeräumt wird und das Recht des Stärkeren gilt. An der Spitze dieses Systems stehen vier Tetrarchen, Richter die im Falle eines Vergehens über Leben und Tod entscheiden können. Jedem von ihnen steht jeweils ein Petitor zur Seite steht. Diese sind mithilfe von Magie in der Lage, Wahrheit und Lüge zu erkennen und Tathergänge visuell offenzulegen.

Aufgrund jüngster Vorfälle gibt es jedoch kaum noch Bewerber für diese Position. Die vorherigen Petitoren sind auf grausame Weise gestorben. Offiziell soll es sich um Selbstmorde gehandelt habe. Sarai kennt diese Gerüchte, weiß jedoch mehr als die meisten: Das geheimnisvolle Mädchen vom Sidranturm, und somit der erste Todesfall in einer Reihe von mehreren, um dessen Tod sich zahllose Legenden ranken, war sie selbst. Um jeden Preis will sie verhindern, dass dieses Geheimnis ans Licht kommt. Gleichzeitig will sie herausfinden, was damals wirklich geschah und was hinter den Todesfällen der anderen Petitoren steckt.

Als Sarai schließlich ausgerechnet Kadra zugeteilt wird, ist das Entsetzen groß. Er ist ihre einzige Chance, Zugang zu den versiegelten Akten des damaligen Attentats zu erhalten, doch zugleich stellt er eine massive Bedrohung dar. Seine Stimme erkennt sie wieder, und seine brutale Vorgehensweise bei Verurteilungen bestätigt schnell die Gerüchte, die ihn umgeben. Bereits beim Auswahlverfahren wird Sarai gezwungen, entgegen ihrer moralischen Überzeugungen zu handeln und öffentlich grausame Entscheidungen zu treffen.

Mir war bewusst, dass mich eine düstere Geschichte erwarten würde, doch die Intensität hat mich dennoch überrascht. Die Triggerwarnung zu Beginn ist absolut berechtigt und sollte ernst genommen werden. Schon der Prolog gibt einen eindringlichen Vorgeschmack auf das, was folgt, und lässt erahnen, welches Leid Sarai widerfahren ist.

Sarai ist eine starke, vielschichtige Protagonistin, deren Leben früh von Gewalt geprägt wurde. Bereits als Vierzehnjährige kam sie mit Gewalt in Kontakt; ein Muster, das sich auch Jahre später fortsetzt. Als sie in Kadras Turm zieht, spitzt sich die Situation weiter zu. Als einzige Petitorin muss sie dort wohnen, täglich unzählige Fälle bearbeiten und Entscheidungen treffen.

Schnell wird deutlich, dass Kadras Methoden nicht immer gesetzeskonform sind. Sarai steht immer wieder vor der Wahl, sich ihm zu beugen oder sich ihm entgegenzustellen. Doch egal, wie sie sich entscheidet, Kadra scheint ihr stets einen Schritt voraus zu sein. Dieses Gefühl permanenter Kontrolle und Manipulation erzeugte bei mir eine konstante, beinahe beklemmende Spannung.

Gemeinsam mit Sarai versucht man als Leser, die Wahrheit hinter den Ereignissen vom Sidranturm und den mysteriösen Todesfällen der Petitoren aufzudecken. Während aktuelle Fälle verhandelt werden, zieht einen die Geschichte immer tiefer hinein in eine Welt voller Machtmissbrauch, Gewalt und moralischer Grauzonen.



Fazit:

This Monster of Mine ist weit mehr als eine düstere Fantasygeschichte. Shalini Abeysekara schreibt bildhaft und intensiv und erschafft ein komplexes, atmosphärisch dichtes Worldbuilding, das von moralischen Konflikten, struktureller Gewalt und einer deutlich patriarchal geprägten Gesellschaft durchzogen ist. Die Handlung ist schonungslos, brutal und emotional fordernd, verliert dabei jedoch nie ihre erzählerische Sogkraft.

Besonders gelungen ist die Verbindung aus Fantasy und Krimi: Die mysteriösen Todesfälle der Petitoren, die versiegelten Akten und Sarais bruchstückhafte Erinnerungen verleihen der Geschichte eine investigative Spannung. Gemeinsam mit der Protagonistin sucht man nach Wahrheit, Hinweisen und Zusammenhängen, stets begleitet von der Frage, wem man trauen kann.

Die düstere Atmosphäre, die stetige Bedrohung und die psychologische Dynamik zwischen Sarai und Kadra haben mich zunehmend in ihren Bann gezogen. Abeysekara scheut sich nicht, unangenehme Themen anzusprechen, und fordert ihre Leserinnen und Leser heraus, sich mit Macht, Schuld und Gerechtigkeit auseinanderzusetzen.

Wer eine kompromisslose, spannungsgeladene Geschichte mit starken Figuren, Krimielementen und einer beklemmenden Atmosphäre sucht, wird hier fündig, sollte sich jedoch bewusst sein, dass dieses Buch nichts beschönigt und lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 28.12.2025

Epische Fortsetzung voller Spannung, Emotionen und unerwarteter Wendungen

To Love a God
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Achtung, Spoilerwarnung!
Da es sich um den zweiten Band einer Reihe handelt, gehe ich in dieser Rezension auch auf zentrale Ereignisse aus dem ersten Band ein.



Inhalt:

Nur knapp waren Colden und Aurora ...

Achtung, Spoilerwarnung!
Da es sich um den zweiten Band einer Reihe handelt, gehe ich in dieser Rezension auch auf zentrale Ereignisse aus dem ersten Band ein.



Inhalt:

Nur knapp waren Colden und Aurora ihren Verfolgern entkommen. Sie waren nach Elysion geflüchtet. In die Stadt, die Colden mithilfe seiner Freunde im Geheimen wieder aufgebaut hatte und von deren Existenz der Exarch auf keinen Fall erfahren durfte.

Hier plante Colden vor Kurzem noch seinen Widerstand. Er wollte Galadon, der sich jahrelang als sein Vater ausgegeben hatte, der ihn belogen, betrogen, hintergangen und gequält hatte, stürzen. Sein großes Ziel, die Götter zurück in ihre eigene Welt zu schicken und ihre Schreckensherrschaft zu beenden, war zum greifen nah gewesen.

Doch als Colden die Augen öffnete, wurde schnell klar, dass sich etwas Wesentliches verändert hatte. Beim jüngsten Angriff war er mit einer Waffe aus Entrolit, dem einzigen Element, das einem Gott tödlichen Schaden zufügen konnte, verletzt worden. Dass Colden überlebt hatte, war Glück im Unglück. Doch der Preis war hoch: Ihm fehlten 200 Jahre seiner Erinnerung. Gedanklich wurde er zurückgeworfen in eine Zeit, in der er noch für Galadon gekämpft hatte, in der ihn Ehrgeiz zerfraß und Menschen für ihn als minderwertig galten.

Colden befand sich aktuell geistig wieder in jener Epoche, als er als Hochgeneral des Exarchen den Auftrag hatte, die Rebellion der anderen Götter niederzuschlagen. Er glaubte sich mitten in der Schlacht um Sapphire Spire. In seiner Wahrnehmung hatte er vor einer Stunde den Rückzug der Truppen befohlen.

In Wirklichkeit jedoch lag er in einem Bett in einem Haus mitten in Elysion, umringt von seinen Freunden und von Aurora. Während er seine Gefährten aus alten Tagen wiedererkannte, war Aurora, die Frau, für die er noch vor wenigen Stunden alles geopfert hätte, eine Fremde für ihn. Er erinnerte sich an nichts mehr: Weder daran, wie sie sich kennengelernt hatten, noch daran, dass er ihr das Leben gerettet und sie zu seiner Valet gemacht hatte. Und nicht einmal an die jüngsten Enthüllungen, dass Aurora selbst das Atherionzepter war, das wichtigste und mächtigste Relikt des Universums.



Meinung:

„To Love a God“ war eine der von mir am sehnsüchtigsten erwarteten Fortsetzungen dieses Jahres. Bereits der erste Band hatte mich so sehr begeistert, dass ich ihn als Jahreshighlight und All-Time-Favoriten betrachte. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an den zweiten Band der Götterlicht-Saga und sie wurden für mich übertroffen.

Nachdem ich das Buch zur Hand genommen hatte, konnte ich es kaum noch aus der Hand legen. Innerhalb von zwei Tagen verschlang ich die Geschichte. Beim Lesen entstanden vor meinem inneren Auge Bilder wie bei einem Kinofilm.

Anna Benning zählt für mich zu den talentiertesten Autorinnen im Fantasybereich. Ihre Geschichte ist durchdacht, die Ereignisse greifen logisch ineinander. Auf über 500 Seiten erwartet den Leser Spannung mit Wendungen, die man nicht vorhersehen kann. Besonders beeindruckt hat mich, wie konsequent Benning ihre Figuren an deren Grenzen führt.Vor allem zeigt die Autorin, dass immer ein Hoffnungsschimmer auf ein unschuldiges Glück überleben kann.

Nach Coldens Erwachen und dem Verlust seiner Erinnerungen verändert sich die Dynamik der Geschichte. Aurora muss begreifen, dass der Gott vor ihr nicht mehr der ist, dem sie kürzlich noch vertraut hatte. Sie verschweigt entscheidende Wahrheiten, um sich und andere zu schützen, und kämpft weiterhin mit ihren Gefühlen für Colden, während dieser ihr distanziert gegenübersteht.

Diese Konflikte bilden das Fundament des zweiten Bandes. Stück für Stück spinnt Benning die Geschichte weiter, führt neue Charaktere ein und behält gleichzeitig auch bereits bekannte Figuren im Blick. Der Exarch und die Götter bleiben stets präsent, während die Autorin eine kinoreife Atmosphäre erzeugt, die die Handlung intensiv trägt.

Auch das Setting überzeugt. Die Figuren sind vielschichtig, man kann sich in sie hineinversetzen und mit ihnen fühlen. Das Worldbuilding wird konsequent erweitert. Kleine Details wie die geheimnisvollen Weber tragen zur Tiefe der Welt bei. Besonders zentral für die Handlung ist Sapphire Spire: Eine Stadt voller Fallen, Illusionen und tödlicher Gefahren, in der ein großer Teil der Handlung spielt.

Zudem erfahren wir durch Rückblenden mehr über Coldens Vergangenheit und seine Entwicklung. Durch seinen Erinnerungsverlust werden wir als Leser Zeugen seiner transformativen Charakterentwicklung. Die Frage, ob Colden wieder zu dem Gott werden würde, der er einst war, erhält durch die aktuellen Ereignisse neue Relevanz und bildet einen zentralen Spannungspunkt.



Fazit:

„To Love a God“ ist für mich eine Fortsetzung, die in jeder Hinsicht überzeugt. Anna Benning punktet mit konsequentem Worldbuilding und ideengetriebener Spannung.

Die Geschichte ist emotional, spannungsgeladen und erzählerisch stark. Ich habe jede Seite genossen. Für Leserinnen und Leser, die epische Fantasy mit starken Charakteren und intensiven Konflikten lieben, ist dieser Band ein absolutes Highlight.

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Veröffentlicht am 25.12.2025

Winterromanze mit rauem Charme

24 Dates To Fall In Love
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Inhalt:


Trotz eindringlicher Verkehrswarnungen, bei dem winterlichen Ausnahmewetter besser zu Hause zu bleiben, macht sich Romy auf den Weg zum Geburtstag ihrer Mutter. Auf der Rückfahrt zahlt sie jedoch ...

Inhalt:


Trotz eindringlicher Verkehrswarnungen, bei dem winterlichen Ausnahmewetter besser zu Hause zu bleiben, macht sich Romy auf den Weg zum Geburtstag ihrer Mutter. Auf der Rückfahrt zahlt sie jedoch den Preis: Das dichte Schneetreiben macht ein Weiterkommen fast unmöglich.

Schnell wird klar, dass sie ihr Date mit ihrem Freund verpassen wird. Vollends bestätigt sich das, als sie am Straßenrand auf ein liegengebliebenes Auto stößt. Spontan bietet sie dem jungen Mann, Oliver, ihre Hilfe an. Der Zufall will es, dass er ausgerechnet in dem Hotel untergebracht ist, in dem Romy als Rezeptionistin arbeitet.

Romy verschweigt ihm diese Tatsache, um ihn am nächsten Tag überraschen zu können. Doch zu Hause erwartet sie das nächste Desaster: Ihr Freund Ben macht mit ihr Schluss, wegen einer anderen. Genau an dem Tag, an dem Romy ihm ihren selbstgebastelten Adventskalender mit 24 Datingideen überreichen wollte.

Von da an beginnt Romys Pechsträhne. Am nächsten Tag erfährt sie, dass Oliver, dem sie gerade noch geholfen hat, von ihrem Chef als neue rechte Hand eingestellt wurde, mit der unausgesprochenen Möglichkeit, das Hotel irgendwann zu übernehmen. Oliver wirkt vom ersten Moment an arrogant, kritisiert alles und alle und tritt den Mitarbeitenden herablassend gegenüber.

Als dann auch noch Romys Datingadventskalender, den ihre Kolleginnen ihr heimlich stibitzt haben, beim Weihnachtswichteln auf Olivers Platz landet, ist das Chaos perfekt. Romy möchte die Dates auf keinen Fall mit dem neuen Vorgesetzten durchziehen. Doch bevor sie Einspruch erheben kann, läuft bereits eine Wette unter den Kollegen: Wenn Oliver und Romy alle 24 Dates bis Weihnachten absolvieren, bekommen sie den Jackpot: Eine ansehnliche Summe, die die neugierigen Kollegen für Klatsch und Beweisfotos großzügig in den Topf geworfen haben. Und Romy könnte dieses Geld gut gebrauchen: Die Trennung, die Kaution für eine neue Wohnung und hohe Tierarztkosten für ihr Pferd bringen sie finanziell an ihre Grenzen …



Meinung:


Kurz vor Weihnachten hatte ich große Lust auf eine winterliche Liebesgeschichte. „24 Dates To Fall in Love“ versprach angesichts des Klappentexts nicht nur Romantik, sondern weckte besonders meine Neugierde auf die vierundzwanzig originellen Dates. Ich hoffte auf süße Ideen, herzerwärmende Momente und ein paar Überraschungen.

Doch Stefanie Diem erzählt keine klassische, zuckersüße Weihnachtsromanze. Romy ist ein Charakter, dem das Leben immer wieder Stolpersteine in den Weg legt. Und Oliver ist keinesfalls der typische Love Interest, der wie ein rettender Engel ins Geschehen tritt. Vielmehr merkt man schnell, dass Romy ein unglückliches Händchen für Männer hat.

Ben zeigt kaum Verständnis für ihre Leidenschaft fürs Pferd, behauptet, sie hätten sich auseinandergelebt, und eröffnet ihr im nächsten Moment, dass er sich in eine andere verliebt habe. Oliver hingegen gibt sich im beruflichen Umfeld überheblich, kritisiert sie öffentlich und handelt ohne Rücksicht auf Verluste. Zwar zeigt er bei den Dates gelegentlich eine freundliche, fast zarte Seite, doch im Hotel wirkt er kühl und distanziert.

Romy lässt sich davon nicht einschüchtern. Zwischen den beiden entstehen hitzige Wortgefechte, Sticheleien und gegenseitige Provokationen.

Die Idee des Adventskalenders mit den Datingaktivitäten hat mir besonders gefallen. Hier steckt viel Kreativität drin: Schlittschuhlaufen, Schneemannbauen, ein Dinner mit verbundenen Augen oder ein romantisches Fotoshooting am zugefrorenen See. Diese Einfälle bringen Charme und Wärme in die Geschichte.

Gleichzeitig prallen Romantik und harte Realität immer wieder aufeinander. Neben Olivers oft verletzendem Verhalten gibt es Streitigkeiten unter Kolleginnen, Romys finanzielle Sorgen und die Frage, warum gerade jetzt alles schiefläuft. Und auch während der Dates geht nicht alles glatt …



Fazit:


„24 Dates To Fall in Love“ ist weniger eine gemütliche, glitzernde Weihnachtsromanze als vielmehr eine winterliche Geschichte über Chaos, Selbstzweifel und die Frage, ob man sich trotz Rückschlägen wieder für neue Gefühle öffnen kann.

Die kreative Adventskalender-Idee bringt viel Charme in den Roman, doch die Dynamik zwischen Romy und Oliver wirkt manchmal fragmentiert und etwas unausgewogen.

Wer eine Wohlfühlgeschichte sucht, könnte enttäuscht werden. Wer jedoch realistische Figuren sucht, wer Imperfektion in harten und emotional schmerzhaften Lektionen nicht scheut, wer ein romantisches Konzept mit Ecken und Kanten mag, findet hier eine unkonventionelle, teils bittersüße Lovestory.

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