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Veröffentlicht am 07.02.2021

Thüringer Spielzeug

Wo wir Kinder waren
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“Wo wir Kinder waren” ist zugleich die Geschichte der Familie Langbein als auch die der Thüringer Spielzeugproduktion, die einst einen weltweiten Ruf hatte.
Von 1910 an bis in die heutige Zeit begleiten ...

“Wo wir Kinder waren” ist zugleich die Geschichte der Familie Langbein als auch die der Thüringer Spielzeugproduktion, die einst einen weltweiten Ruf hatte.
Von 1910 an bis in die heutige Zeit begleiten wir über vier Generationen die Familie, für die sich das Leben immer in erster Linie um ihre Fabrik drehte. Selbst die Kinder waren davon nicht ausgenommen. „Die aufregendste Tätigkeit, die sie jemals ausgeübt hatte, war die einer Spielzeugtesterin gewesen. Ihre Karriere begann, als sie fünf Jahre alt war, und endete mit ungefähr dreizehn.“
Sorgen bereiteten dem Familienunternehmen unter anderem die Weltkriege oder die Umwandlung in einen Volkseigenen Betrieb der DDR. Daneben gibt es die ganz normale Interaktion zwischen Eltern und Kindern, Kontakte zwischen Ost und West oder Erbstreitigkeiten.
Es ist diesem Roman anzumerken, wie intensiv sich die Autorin mit der Geschichte Thüringens beschäftigt hat. Sie schafft eine authentische Atmosphäre und hat mir damit erneut eine vergnügliche Lesezeit beschert.

Veröffentlicht am 17.01.2021

Suche nach der Wahrheit

Zwei fremde Leben
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Die Geschichte beginnt 1973 in Dresden mit einer Frau, die nicht glaubt, dass ihr Kind bei der Geburt gestorben sei, und einem Polizisten, der in der Sache privat ermittelt. Erst Jahre nach der Wende erfahren ...

Die Geschichte beginnt 1973 in Dresden mit einer Frau, die nicht glaubt, dass ihr Kind bei der Geburt gestorben sei, und einem Polizisten, der in der Sache privat ermittelt. Erst Jahre nach der Wende erfahren die Beteiligten, was damals wirklich geschah.
Die Umstände werden authentisch mit den typischen Details gespickt, die die DDR ausmachten. Schon alleine das Besorgen eines Kinderwagens wird abenteuerlich geschildert. Dieser Alltag wird durchdrungen von den ungewollten Aktivitäten einiger Bürger, von freier Meinungsäußerung bis hin zu Fluchtversuchen, die von den Behörden unterbunden werden mussten.
Seinen anfänglichen Reiz durch die historische Einbettung verlor der Roman, als es über Jahrzehnte ihres Lebens weiter hauptsächlich um die Zweifel der Hauptfigur an den Menschen und der Gesellschaft geht. Etwas zu viel Melodrama für meinen Geschmack!

Veröffentlicht am 08.01.2021

60 Jahre später

Die Chroniken von Elexandale
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Sechzig Jahre nach den Ereignissen der ersten Geschichte aus Elexandale kehrt das Böse zurück, und die sieben Gefährten versammeln sich erneut, um ihre Welt zu retten.
Es ist wichtig zu betonen, dass wir ...

Sechzig Jahre nach den Ereignissen der ersten Geschichte aus Elexandale kehrt das Böse zurück, und die sieben Gefährten versammeln sich erneut, um ihre Welt zu retten.
Es ist wichtig zu betonen, dass wir es nicht mit einer Truppe greiser Helden zu tun haben, „denn wer durch Welten und Zeiten reist, altert nur, wenn er sich in seiner eigenen Welt aufhält. Die Sieben sind keinen Tag älter als damals, als sie Elexandale verlassen haben.“ Auf der Suche nach neuen Verbündeten ziehen sie in sieben Gruppen durch das Land, und so begegnen wir in diesem Teil zusätzlich zu den zuvor eingeführten Arten zahlreichen neuen Kreaturen, wie Zentauren, Drachen und Zwergen.
Das wirkt mitunter etwas überfrachtet, war es doch vorher schon schwierig, den Überblick über die besonderen Fähigkeiten der Figuren zu behalten, bringt aber auch frischen Wind in die ansonsten solide Fantasy-Handlung. Über die geringfügigen sprachlichen Mängel sehe ich bei diesem selbstverlegten Buch hinweg. Ich habe es gern gelesen.

Veröffentlicht am 03.01.2021

Fund tut kund

Sturmwand
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Während Nicolas Guerlain alle Handvoll zu tun hat, um den Staatspräsidenten vor einer Gruppe Aktivisten zu beschützen, erfordert ein Flaschenpostfund in der Normandie seine Aufmerksamkeit. Auf der darin ...

Während Nicolas Guerlain alle Handvoll zu tun hat, um den Staatspräsidenten vor einer Gruppe Aktivisten zu beschützen, erfordert ein Flaschenpostfund in der Normandie seine Aufmerksamkeit. Auf der darin enthaltenen Todesliste stehen fünf Namen, darunter auch seiner.
Nach bewährter Manier kombiniert der Autor einen aktuellen Fall mit der Weiterentwicklung der persönlichen Geschichten. Es macht Freude, die bekannten Figuren im fünften Teil der Krimireihe erneut zu treffen, unter anderem “zusätzlich zur Fahrerin einen schlecht gelaunten Polizisten mit Beziehungsproblemen, einen körperlich und seelisch angeschlagenen Personenschützer, der zudem noch suspendiert war, und einen alten und nach feuchtem Gras riechenden Mischlingsrüden“.
Besonderen Charme erhält „Sturmwand“ durch die idyllischen Chausey-Inseln als Handlungsort. Und sehr französisch und spannend ist der Roman allemal, so dass es mir wieder einmal ein Vergnügen war, den „Bodyguard“ in Aktion zu erleben.

Veröffentlicht am 30.12.2020

Abgekaspert

Apollokalypse
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„Apollokalypse“ skizziert das Leben des Protagonisten Georg Autenrieth im Berlin der 80er und 90er Jahre.
Der Roman ist sprachgewaltig inszeniert, doch leider bleibt von der Handlung nicht viel hängen, ...

„Apollokalypse“ skizziert das Leben des Protagonisten Georg Autenrieth im Berlin der 80er und 90er Jahre.
Der Roman ist sprachgewaltig inszeniert, doch leider bleibt von der Handlung nicht viel hängen, außer dass es ständig um Sex oder Fäkalien geht. Ersteres reicht mir alleine dann doch nicht aus, um ein Werk genießen zu können, oder, um es aus dem Buch zu zitieren, ist man „‚als Leser fortwährend auf der Suche nach einem Zusammenhang‘, und es könne ja nicht Sinn eines Romans sein, ‚sich bis zu seinem Ende abzukaspern, einen solchen Zusammenhang zu entdecken.‘ ... Man hat sich im Leben wirklich mit Wichtigerem abzukaspern.“