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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.07.2022

Bewegend und sehr gut gelungen

Du darfst nicht alles glauben, was du denkst
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Alexander Bojcan, bekannt als der Komiker Kurt Krömer, erzählt in seinem neusten Buch von seiner Diagnose „Depressionen“.
Auch über seine Zeit als Alkoholiker erfahren wir einiges. Und auch wie er sein ...

Alexander Bojcan, bekannt als der Komiker Kurt Krömer, erzählt in seinem neusten Buch von seiner Diagnose „Depressionen“.
Auch über seine Zeit als Alkoholiker erfahren wir einiges. Und auch wie er sein Leben nun mit dieser Diagnose in den Griff bekommen hat.

Ich habe lange überlegt, ob dieses Buch etwas für mich ist. Irgendwie war mir Kurt Krömer anfangs nicht wirklich sympathisch. Bei der Amazon Prime Sendung „LOL“ von Michael Bully Herbig fand ich seinen Auftritt eher semi gut.
Dann war er zu Gast bei der Sendung von einem meiner Lieblingskabarettisten, Thorsten Sträter. Dort haben sie über Depressionen gesprochen, ich fand das auf der einen Seite so authentisch und auf der anderen Seite auch irgendwie emotional, dass ich am nächsten Tag in die Buchhandlung bin und mir das Buch gekauft habe. Innerhalb kürzester Zeit habe ich die Geschichte von Alexander Bojcan gelesen. Der Erzählstil war einfach göttlich. Klar und ohne Drumherum zu reden, dazu die Berliner Schnauze.
Die Krankheit wurde aber nicht „in den Dreck gezogen“ und auch nicht beschönigt.

Ich kann mir nur schwer vorstellen wie es ist mit Depressionen zu leben, aber in meinem Augen wird diese Krankheit in unserer Gesellschaft viel zu klein gehalten. Das Buch zeigt, dass es jeden treffen kann, auch einen Komödian, der eigentlich immer gut drauf sein sollte uns viel lachen muss.

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Veröffentlicht am 30.05.2022

Ein Krimi der etwas anderen Art

Der letzte Schrei
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Oded Chefer ist Privatermittler, aber so richtig gut läuft es in seinem Job nicht. Als ihn ein berühmter PR- Manager anheuert, wittert er seine Chance. Auf ein 15 jähriges Mädchen aufzupassen kann ja nicht ...

Oded Chefer ist Privatermittler, aber so richtig gut läuft es in seinem Job nicht. Als ihn ein berühmter PR- Manager anheuert, wittert er seine Chance. Auf ein 15 jähriges Mädchen aufzupassen kann ja nicht so schwer sein, außerdem kommt man so den Stars und Sternchen bestimmt viel näher, handelt es sich bei dem Mädchen doch um eine Sängerin. Doch schon bald stellt sich raus, dass auch diese Menschen schwarze Schafe sein können und dass sich Odeds Fall von einem Netz aus Lügen und Geheimnissen gestrickt wurde.

Das Cover ist mega, es hat mich ein bisschen an die „Rocky Horror Picture Show“ erinnert. Auch die Handlung dieses Krimis hat etwas mit dem Musical aus den 70ern zu tun. Oded zum Beispiel ist Homosexuell und fühlt sich eher als Frau. Das erkennt man auch schnell in dem Geschriebenen wieder, denn Oded bezeichnet sich selbst oft als „sie“ oder als Frau. Das hat mich anfangs noch etwas verwirrt, wenn man den Hintergrund aber kennt, ist schnell klar, was los ist.

Oded ist manchmal ziemlich mürrisch. In meinen Augen wird er von seiner Familie als Schwarzes Schaf angesehen, aufgrund seiner Sexualität und seines Jobs. Trotzdem oder gerade deshalb hab ich den Hauptprotagonisten schnell ins Herz geschlossen und fand es ziemlich schade, wie unsicher er von sich als Person ist.

Die anderen Protagonisten sind gut beschrieben, was mir sehr gut gefällt.

Odeds Familie ist ziemlich eingefahren und zeigen keine Akzeptanz oder hinterfragen das Ganze nicht mehr, was ich sehr schade finde. Bei einem Essen kommen viele Punkte zu Wort, die mich auch zum Nachdenken gebracht haben, wie ich zu diesen Themen stehe: (Cyber-)mobbing
kann ich den Erwartungen von meinen Eltern gerecht werden?
Wer oder was bin ich eigentlich?

Die Familie von Carine, dem 15 jährigen Popsternchen waren mir anfangs ganz sympathisch, haben dann aber nach und nach ihr wahres Gesicht gezeigt und klar gemacht, dass sie etwas besseres sind. Sowas finde ich ekelhaft. Das Wohlergehen ihrer Tochter sind ihnen fast egal, hauptsache der gute Ruf bleibt bestehen.

Leider kam die Spannung erst recht spät und dann ist auf einmal so viel passiert, dass ich den Überblick ein bisschen verloren habe.

Was ich persönlich sehr gut gefunden habe, waren die kurzen Kapitel. In meinen Augen gab es ein kleines Happy End für Oded, was mich sehr gefreut hat.

Manche Beschreibungen fand ich ein bisschen sonderbar, haben mich aber auch zum Schmunzeln gebracht. Grundsätzlich musste ich mich zuerst einmal an den Schreibstil gewöhnen. Der israelische Autor feiert mit diesem Buch sein Debüt, was man beim Schriftbild schnell erkennt, denn manche Wörter sind auf hebräisch oder aber auch auf französisch. Außerdem gab es viele Gespräche in einer Jugendsprache, mit vielen englischen Worten, das fand ich etwas störend, aber doch auch vollkommen passend zu diesem Thema.

Ich fand diesen Krimi frech, gut und einfach mal was Anderes. Ich konnte mir selbst über manche Themen einen Kopf machen und ich finde der Autor hat viele Punkte treffend geschrieben, die das Leben im 21. Jahrhundert ausmachen.

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Veröffentlicht am 20.05.2022

Ein guter Mix aus Thriller und Humor

Schreib oder stirb
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David Dolla ist Literaturagent und glücklich mit Isolde zusammen, die bald ein Kind von ihm erwartet. In seinem Leben läuft es nicht schlecht, bis er eines Tages einen fragwürdigen Deal angeboten bekommt. ...

David Dolla ist Literaturagent und glücklich mit Isolde zusammen, die bald ein Kind von ihm erwartet. In seinem Leben läuft es nicht schlecht, bis er eines Tages einen fragwürdigen Deal angeboten bekommt. Carl Vorlau gibt bekannt, dass er die kleine Pia entführt hat und darüber soll ein Buch veröffentlicht werden. Ein True-Crime-Buch, das er nur mit Hilfe von Dolla schreiben möchte, mit einer Millionen Euro als Vorschuss. Sollte David diesem Deal nicht zusagen, wird niemand erfahren, wo die kleine Pia ist und sie wird sterben müssen. Also würde David Dolla doch eigentlich zum Helden werden? Doch er glaubt nicht daran und plötzlich passieren schreckliche Dinge, die sein Leben komplett auf den Kopf stellen und viele Zweifel aufkommen lassen.

Ich bin absoluter Sebastian Fitzek Fan und war auf diese neue Art von Thriller sehr gespannt. Der Schreibstil ist ein bisschen anders, als man ihn gewohnt ist. Aber auch hier gibt es einige Wendungen und Verwirrungen, was die Geschichte spannend macht. Gesamt muss ich aber sagen, dass es eher ein Auf und Ab mit der Spannung war.

Die Protagonisten sind sehr interessant und jeder hat so seine Eigenart, was ich toll finde. Vor allem Engin, ein Klient von David finde ich einfach genial.

Beim Lesen hab ich mich oft gefragt, wie das Autoren-Duo wohl auf die ganzen Namen gekommen sind. Da sind teilweise schon echte Knaller dabei. Auch manche witzigen Passagen fand ich sehr gelungen, an manchen Stellen, war es für mich aber eher erzwungen und nicht so lustig. Ich fand es sehr schön, dass es im Gesamten ein Happy End gab. Auch wenn ich mit der letzten Wendung und damit mit der Lösung überhaupt nicht gerechnet habe.

Dieses Buch hat mir gezeigt, dass ein guter Thriller auch eine Prise Humor vertragen kann. Aber leider wird diese Geschichte nicht mein Favorit unter den Fitzek-Thrillern.

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Veröffentlicht am 20.05.2022

Mal was Einfaches für zwischendurch

Einmal ist keinmal
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Stephanie Plum ist arbeitslos. Aber ohne Geld lässt es sich schlecht leben, also muss ein neuer Job her. Ihr Vetter hat ein Kautionsbüro und sucht eigentlich eine Bürohilfe. Leider ist diese Stelle schon ...


Stephanie Plum ist arbeitslos. Aber ohne Geld lässt es sich schlecht leben, also muss ein neuer Job her. Ihr Vetter hat ein Kautionsbüro und sucht eigentlich eine Bürohilfe. Leider ist diese Stelle schon besetzt, aber nicht die von einem Kopfgeldjäger. Hier ist schnell Geld gemacht: einen Kautionsflüchtling schnappen und zur Polizei bringen. So denkt sich das zumindest Stephanie. Sie hat aber nicht mit Joe Morelli gerechnet. Sie bekommt eine Woche Zeit um ihn zu fassen, da er wegen Mordes gesucht wird. Schafft sie es, die Frist einzuhalten ohne selbst dabei geschnappt zu werden? Und was sagt Morelli eigentlich zu dieser Geschichte?

Zwischendurch muss es einfach mal was seichtes sein zum Lesen, genau das passt zu dieser Reihe und das meine ich nicht negativ. Der Schreibstil ist einfach zu lesen. Manche Stellen sind etwas plump formuliert, aber das finde ich nicht extrem schlimm. Nur die Rechtschreibfehler, die vermehrt vorkommen, stören mich.

Die Protagonisten sind recht spärlich beschrieben. Stephanie Plum als Hauptcharakter ist in meinen Augen manchmal zu naiv und blauäugig, eine gewisse Tollpatschigkeit kommt noch dazu. Aber sympathisch ist sie alle mal. Am besten gefällt mir Grandma Mazur, Stephanies Oma. Sie ist ein bisschen verrückt und quirlig aber auch einfach zum Lachen. Joe Morelli, der geheimnisvolle Kautionsflüchtling gefällt mir auch sehr gut. Er ist der Bad Boy in der Geschichte und trotzdem zuckersüß. Alpha und Ramirez sind richtige Ekelpakete über die beiden habe ich mich manchmal sehr geärgert.

Alles in allem ist das ein ganz guter Auftakt in eine sehr lange Reihe aber nicht überragend, ich wurde gut und kurzweilig unterhalten und denke, dass es nicht das letzte Buch dieser Reihe für mich war.

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Veröffentlicht am 17.05.2022

Nicht zu blutig, aber trotzdem spannend

Der Prinzessinnenmörder
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In einer Nacht entdeckt Polizeiobermeister Kreuthner eine Mädchenleiche im Spitzingsee. Ihr wurde ein goldenes Kleid angezogen, außerdem hat sie eine sonderbare Plakette im Mund. Nach den ersten Ermittlungen ...

In einer Nacht entdeckt Polizeiobermeister Kreuthner eine Mädchenleiche im Spitzingsee. Ihr wurde ein goldenes Kleid angezogen, außerdem hat sie eine sonderbare Plakette im Mund. Nach den ersten Ermittlungen durch das Team rund um Kommissar Clemens Wallner wird eine zweite Leiche gefunden, die genau so dargestellt wird wie die erste. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn Wallner merkt, dass es mit diesen Opfern nicht vorbei sein wird. Werden er und sein Team den Täter rechtzeitig schnappen? Und werden sie die Hintergründe zu den Taten rausfinden?

Ich liebe ja Krimis mit regionalem Bezug erst recht, wenn die Geschichten in Bayern spielen. Daher wollte ich auch unbedingt die Reihe um Wallner und Kreuthner von Andreas Föhr beginnen. Ich wurde nicht enttäuscht. Es war nicht so blutig oder derbe, dafür spannend.

Zwischendurch gibt es Sequenzen von einem verjährten Skiunfall, was ich anfangs recht verwirrend fand, doch nach und nach kamen immer kleine Stücke zur Lösung. Etwa bei der Mitte hatte ich eine leise Ahnung, wie, wer und warum, doch das hat der Spannung keinen Bruch abgetan.

Clemens Wallner war mir schnell sympathisch. Er lebt bei seinem Großvater, Manfred. Dieser ist mir an manchen Stellen unpassend sexistisch. Kreuthner gefällt mir sehr gut, genau so stell ich mir einen bayerischen, älteren Ermittler vor. Rustikal ist ein passendes Wort an dieser Stelle. Die meisten haben einen Dialekt, was mir sehr gut gefällt und der Sprecher des Hörbuchs auch ordentlich umgesetzt hat.

Am Anfang waren diese viele Namen verwirrend und auch anstrengend für mich, doch irgendwann habe ich immer mehr den Durchblick bekommen.

Ich freue mich jetzt schon auf die anderen Teile der Reihe und bin gespannt, wie es mit Wallner und Kreuthner weiter geht.

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