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Veröffentlicht am 07.08.2022

Kitty Talbot - geschickt wie eine Schachspielerin

Wie man sich einen Lord angelt
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Inhalt (Klappentext)

Kitty Talbot, die charmanteste Debütantin der Ballsaison von 1818

Nichts wird Kitty Talbot davon abhalten, ihre vier Schwestern vor dem Armenhaus zu bewahren - denn das steht den ...

Inhalt (Klappentext)

Kitty Talbot, die charmanteste Debütantin der Ballsaison von 1818

Nichts wird Kitty Talbot davon abhalten, ihre vier Schwestern vor dem Armenhaus zu bewahren - denn das steht den jungen Frauen bevor, nachdem ihr Vater ihnen lediglich einen Berg Spielschulden hinterlassen hat. Getreu dem Motto, dass das Glück immer mit den Tapferen ist, wagt Kitty sich für ihre Schwestern auf das gefährlichste Pflaster Englands: Um einen gut situierten Ehekandidaten zu finden, nimmt sie die Bälle der vornehmen Londoner Gesellschaft ins Visier. Tatsächlich erliegt bald ein reicher Junggeselle Kittys Charme, doch dessen älterer Bruder durchschaut ihr Spiel und unternimmt alles, um eine Hochzeit zu verhindern. Lord Radcliffe wäre ein wunderbar ebenbürtiger Gegner für Kitty - hätte die Liebe nicht längst ihre eigenen Pläne …

Meine Meinung

Wer meinen Blog verfolgt, weiß, dass der Bridgerton-Hype auch bei mir nicht Halt gemacht hat und seit dem wollte ich gerne auch noch andere historische Liebesromane lesen. Da hat sich die Leserunde auf Lovelybooks gerade angeboten!

„Wie man sich einen Lord angelt“ ist Sophie Irwins Debutroman und schon nach wenigen Seiten konnte mich die Autorin begeistern. Ihr Schreibstil ist so locker leicht, dass ich das Buch in nur drei Tagen beendet habe. Mir ist kaum aufgefallen, wie die Zeit beim Lesen verflogen ist.
Es fällt schnell auf, dass die Autorin einige Charaktere ein wenig überspitzt darstellt, doch dies passte einfach perfekt in die Geschichte und hatte einen ganz eigenen Charme.

Kitty Talbot, die Protagonistin, mochte ich sehr gerne. Sie ist eine starke und kluge Frau, die man nur bewundern kann. Obwohl das Buch Anfang des 19. Jahrhunderts spielt, wird sie nicht als naiv und einem Mann vollkommen verfallend dargestellt, wie es gerne mal üblich ist. Stattdessen ist sie zielstrebig, pragmatisch und schlagfertig. Kitty weiß genau, wie die Gesellschaft Frauen gegenüber steht und wie sie die Begebenheiten zu ihrem Vorteil ausnutzt. Sie agiert wie eine geschickte Schachspielerin, die Veranstaltungen der Londoner Elite sind ihr Schachbrett. Auch wenn sie nur hinter dem Geld der Londoner Junggesellen her war, konnte ich ihr Handeln in ihrer Situation gut nachvollziehen und habe sie schnell ins Herz geschlossen.

Lord James Radcliffe ist da wohl anderer Meinung - zumindest noch zu Beginn des Buches. Als seine Mutter ihm berichtet, sein jüngerer Bruder sei dabei einer fragwürdigen junge Dame zu verfallen, tut er es erstmal ab. Immerhin wäre es nicht das erste Mal, dass seine Mutter überreagiert. Doch schon bald muss er selbst feststellen, dass sie dieses Mal nicht ganz Unrecht haben könnte…
Nach dem Tod seines Vaters ist es seine Aufgabe als Familienoberhaupt das Vermögen und den Titel seiner Familie zu schützen. So muss er also gezwungenerweise zurück nach London, auch wenn dies der letzte Ort ist an dem er gerne wäre. Radcliffe scheint lange Zeit eher kühl, distanziert und hält nichts von den Gepflogenheiten. Doch um Miss Talbot ein für alle Mal von seiner Familie fernzuhalten, muss er auf ihren Deal eingehen und mehr Zeit mit ihr verbringen als ihm lieb ist.

Kitty und Radcliffe kommen sich langsam näher. Es gibt keine Liebe auf den ersten Blick, nein, viel mehr sehen sie einander als Hürde, die es zu beseitigen gibt. Als Radcliffe sich schließlich auf Kittys Deal einlässt, entwickelt sich diese Zweckbeziehung langsam in Richtung Freundschaft - auch wenn die beiden da etwas anderes sagen würden, würde man sie fragen. Mir hat das sehr gut gefallen, denn so hat sich diese Beziehung ganz natürlich entwickelt: sie haben sich so an die Anwesenheit des jeweils anderen gewöhnt, dass sie langsam angefangen haben zu vergessen, einander als Dorn im Auge zu sehen.
Ihre Gespräche waren ebenfalls sehr erfrischend als kleine Pause von den sonstigen Nichtigkeiten der gehobenen Londoner Gesellschaft. Die beiden offenbaren einander Seiten ihrer selbst, die niemand sonst zu Gesicht bekommt.

Das Tempo der Handlung ist sehr angenehm, nicht zu langsam und nicht zu schnell … bis die Autorin versuchen musste, auf den letzten Seite noch ein wenig Action einzubringen. An sich war die Idee in ihren Grundzügen gut, doch leider blieben knappe 50 Seiten für alles und durch wirkte die Wendung eher erzwungen und oberflächlich. Auch die Auflösung des ganzen und Kittys und Radcliffes Liebesgeständnis kamen dadurch einfach zu kurz und weckten kaum Emotionen bei mir. Das hat mich wirklich geärgert, da ich bis dahin sogar 5-Sterne-Potenzial gesehen habe. Ich muss aber dennoch sagen, dass ich mich auch mit diesem Wissen wieder dafür entscheiden würde, das Buch zu lesen. Da überwiegen die positiven Aspekte eindeutig.

Fazit

Ich würde gerne mehr von Sophie Irwin lesen - hoffentlich in einem zweiten Band der Reihe, auch wenn ich mir diesmal wünschen würde, dass die Autorin sich ein wenig mehr Zeit beim Übergang von Freundschaft zu Liebe lässt. Trotz meiner Kritik zum Ende der Geschichte, würde ich das Buch wirklich weiterempfehlen. Das Buch ist perfekt für alle, die schlagfertige weibliche Protagonisten in historischen Liebesromanen suchen. Mit Kitty wird es auf jeden Fall nicht langweilig.

Bewertung

4-4,5/5☆


Vielen Dank an den Knaur Verlag und Lovelybooks für das Rezensionsexemplar und dass ich bei der Leserunde dabei sein durfte! ♥

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.08.2022

Eine Liebesgeschichte für alle, die sich nie ganz zugehörig fühlten

Like water in your hands
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Inhalt (Klappentext)

"Ich denke, Heimat ist auch Ankommen bei den richtigen Leuten."
"Bei der richtigen Person."
Die 19-jährige Arwa ist gerade erst für ihr Studium nach Wien gezogen. Aber statt Freundschaften ...

Inhalt (Klappentext)

"Ich denke, Heimat ist auch Ankommen bei den richtigen Leuten."
"Bei der richtigen Person."
Die 19-jährige Arwa ist gerade erst für ihr Studium nach Wien gezogen. Aber statt Freundschaften zu knüpfen, verliert sie sich in ihrer Kunst und meidet den Kontakt zu anderen, wo sie nur kann. Das ändert sich, als sie auf Tariq trifft, der vom ersten Augenblick an nie gekannte Gefühle in ihr weckt. Doch Tariq, dem es zunehmend schwerer fällt, die Traditionen seiner Familie mit dem Wunsch nach Freiheit zu vereinbaren, kämpft gegen seine eigenen Dämonen. Und je näher sich Arwa und Tariq kommen, desto klarer wird, dass ihre Liebe nur eine Chance hat, wenn sie sich ein für alle Mal ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft stellen …
"Mit Like water in your hands schenkt uns Mehwish Sohail die Stimme der Vielfältigkeit und Sichtbarkeit, die uns solange gefehlt hat. Einblicke in Mental Health, die Angst vor den persönlichen Grenzen und die Suche nach Antworten münden in eine zarte Liebe voll widerstreitender Gefühle." Dinablogsyou

Meine Meinung

Als ich mir die LYX Programmvorschau angesehen habe, was „Like water in your hands“ das Buch, dass sofort meinen Blick gefangen hat. Konnte es wirklich sein? Ja, ich war überrascht diese Geschichte zu finden, denn zwei Protagonisten mit pakistanischem (Migrations-)Hintergrund? Wer viel New Adult liest, wird wohl leider schon bemerkt haben, dass sich die deutschen Verlage und vielleicht auch die deutsche Leserschaft kaum für solche Geschichten offen zeigt. Deshalb habe ich mich umso mehr gefreut, endlich mal ein wenig Diversität in einem der größten Deutschen Verlage zu finden.
Und das Beste dabei? „Like water in your hands“ von Mehwish Sohail ist ein Own-Voice-Roman - sie selbst wurde in Pakistan geboren und ist dann in jungen Jahren nach Österreich gezogen. All die Aspekte von Setting bis Kultur sind ihr vertraut und (darauf werde ich später genauer eingehen) so war ich noch gespannter, eine authentische Geschichte zu lesen.

Aber natürlich war dies noch nicht alles, was mich angesprochen hat. Das Cover hat einfach etwas Magisches an sich und irgendwie erinnert es mich ein wenig an “Die Schöne und das Biest“ mit den Blumen und dem blauen Hintergrund. Es ist gleichzeitig schlicht, hervorstechend und elegant. Und auch der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht und als ich gesehen habe, dass ich das Buch rezensieren darf, habe ich mich unglaublich gefreut - es gab schon lange keinen Liebesroman mehr, den ich so dringend lesen wollte! (Besonders nachdem ich ausschließlich Positives darüber auf Bookstagram gehört habe.)

Ich würde ja gerne zum inhaltlichen Teil übergehen, aber das Buch ist so wunderschön gestaltet, wie man es bei New Adult Romanen nur selten sieht. Als erstes, als ich das Buch in den Händen gehalten habe, sind mir die Illustrationen zweier Szenen aufgefallen, die sich auf den Innenseiten der Klappenbroschur verstecken. Aber auch zwischen den Kapiteln finden sich immer wieder kleinere Illustrationen, die einem beim Lesen direkt ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Außerdem gibt es zwei Playlists, eine davon mit Bollywood Musik, die ich beide bem Lesen gehört habe und die perfekt zur Stimmung der Geschichte gepasst haben.

Aber nun zu den Protagonisten: Zunächst lernen wir Arwa kennen und das in einer Situation, die uns schon direkt zu Anfang einen Einblick in ihren Kopf bietet. Sie befindet sich auf einer großen pakistanischen Hochzeit, obwohl sie den Abend eigentlich viel lieber alleine zuhause verbringen würde. Doch ihre Tante hat sie mitgenommen und ist nun in der Menschenmenge verschwunden. Arwa fiel es noch nie leicht unter Menschen zu gehen und wann immer sie ein Gespräch führen muss, verschließt sie sich innerlich und es kommt Panik in ihr auf. Dabei hatte sie sich ihr neues Leben in Wien eigentlich ganz anders vorgestellt. Statt zu studieren und endlich richtig Freunde zu finden, fehlt ihr an manchen Tagen die Kraft, überhaupt an ihr Studium zu denken.
Als Arwa sich von der Hochzeit nach draußen flüchtet, trifft sie unerwartet auf Tariq, der ihr nach dieser Begegnung nicht mehr aus dem Kopf gehen möchte und der ihr immer wieder zufällig über den Weg läuft. Tariq, der der einzige zu sein scheint, mit dem sie offen reden kann und der ihr immer zuhört. Sie weiß aber noch nicht, dass auch er mit eigenen Problemen zu kämpfen hat.

Ich habe die beiden direkt lieb gewonnen, denn sie waren einfach so wunderbar authentisch. In der Geschichte gab es so viele Momente, Sätze, Worte, in denen ich mich selbst wiedergefunden habe. Es heißt immer, es gäbe zu wenig Diversität und diese sei wichtig, aber wie sehr das wirklich zutrifft und wie sehr das einem fehlt, merkt man erst, wenn man so ein Buch gelesen hat. Mehwish Sohail hat mich mit „Like Water in your Hands“ daran erinnert. Ich glaube, dass sich hier besonders Kinder von MigrantInnen mit einigen Situationen identifizieren können. Es muss dabei nicht zwingend einer der beiden Charaktere vol und ganz sein, aber trotzdem habe ich für mich selbst bemerkt, wie ich beim Lesen inne gehalten habe und Mehwishs Worte einfach gefühlt habe.

Arwa und Tariq gehören zu den Protagonisten, die man immer mehr ins Herz schließt, je mehr man von ihnen erfährt. Deshalb mochte ich es ganz besonders, dass die Perspektive der Kapitel sich etwa nach der Hälfte des Buches änderte — so erleben wir die Geschichte erst aus Arwas und dann aus Tariqs Sicht. So konnte man sich direkt noch besser in die beiden hineinversetzen.
Ihre Liebesgeschichte entwickelt sich langsam und zart, was mir ganz besonders gefallen hat. Ich habe schon so viele Bücher gelesen, in denen mir das alles zu schnell ging und Gefühl abhanden ging - hier war das Gegenteil der Fall. Immer wieder haben mich die beiden zum Grinsen gebracht und ich wollte dass Buch gar nicht aus der Hand legen.

Außerdem hat die Autorin hier auch noch Nebencharaktere geschaffen, die ebenso authentisch waren wie die Protagonisten und die die Geschichte noch um einiges besser gemacht haben. Zwar wirken solche Charaktere oft nebensächlich, aber für mich sind sie immer wichtige Faktoren, die mit entscheiden, ob mir ein Buch so richtig gefällt. Alles wirkte so real, gerade da ich den meisten anfangs genauso unsicher gegenüberstand wie Arwa und zusammen mit ihr mit der Zeit gelernt habe, wie toll sie alle eigentlich sind. auch ihre Gespräche wirkten einfach glaubwürdig und nicht so gezwungen oder naja, nicht altersgemäß.

Und zuletzt muss ich ganz besonders den Schreibstil der Autorin hervorheben. Es wirkte nahezu poetisch, wie Mehwish Sohail mit ihren Worten Bilder gemalt hat.

Fazit

Ich schätze, das war die längste Rezension, die ich bisher geschrieben habe - wenn ihr bis hierher gelesen habt, hoffe ich, dass ihr es nicht bereut, und ich euch überzeugen konnte, das Buch auf eure Wunschliste zu setzen. Für mich war dieses Buch das erste New Adult Lesehighlight 2022 und ich fiebere schon den Erscheinungsterminen der nächsten Bände zu. Ich hoffe, noch viel mehr von der Autorin zu lesen.
Wer einen wunderschönen Schreibstil, authentische Charaktere, viel und ungezwungene Diversität, sowie eine zarte Liebesgeschichte sucht, bekommt all das in „Like Water in your Hands“ geboten!

Bewertung

5+/5☆


Vielen, vielen Dank an den LYX Verlag und die Bloggerjury, die mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben! ♥

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 05.08.2022

Aschenputtel meets Jane Austen

Bridgerton – Wie verführt man einen Lord?
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Inhalt (Klappentext)

Ein rauschender Maskenball im Hause Bridgerton. Doch unter all den Gauklern, Prinzessinnen und Harlekinen hat Benedict Bridgerton nur Augen für die unbekannte Schöne mit den funkelnden ...

Inhalt (Klappentext)

Ein rauschender Maskenball im Hause Bridgerton. Doch unter all den Gauklern, Prinzessinnen und Harlekinen hat Benedict Bridgerton nur Augen für die unbekannte Schöne mit den funkelnden Augen. Auch Sophie spürt, dass diese Begegnung Bestimmung ist – und muss doch gehen, bevor die Masken fallen. Was bleibt, ist ein unauslöschliches Sehnen und Benedicts Schwur, nie eine andere zu begehren als sie! Doch die Probe, auf die das Schicksal die Liebenden stellt, ist hart – und der Ausgang ungewiss.

Meine Meinung

Schon im Prolog wurde mir schnell klar, dass dieser Band der Bridgerton-Reihe etwas anders sein würde, als die ersten beiden Bände. Kurz zuvor hatte ich Band 2 beendet und war danach sehr motiviert, auch direkt Band 3 zu lesen.

Diese Geschichte erschien mir bereits zu Beginn an Aschenputtel angehaucht zu sein und das hat mich sehr neugierig gemacht, weil ich auch gerne Mal Märchenadaptionen gucke oder lese. Sophia führt kein leichtes Leben, denn nach dem Tod ihres Vaters, der sie als sein uneheliches Kind nie offiziell anerkannt hatte, lebt sie als Dienstmädchen bei ihrer Stiefmutter und ihren zwei Stiefschwestern. Sie wird gezwungen niedere arbeiten zu verrichten und wird geradezu von ihrer Stiefmutter versklavt. Nur an einem einzigen Abend gelingt es ihr, sich mithilfe der anderen Bediensteten auf einen Maskenball der Bridgertons zu schleichen. Verkleidet erkennt sie keiner wieder und doch fällt sie auf — ganz besonders dem zweitältesten Sohn des Hauses Bridgerton. Zwischen Sophie und Benedict scheint die Chemie auf Anhieb zu stimmen, doch Sophie darf ihm ihren Namen nicht verraten, denn ihre Stelle als Dienstmädchen ist alles, was sie hat. Und sie weiß, dass Benedict, der Sohn eines Viscounts, niemals ein uneheliches Kind wie sie heiraten würde. Also bleibt es ihr nur, zu verschwinden.

Die Magie dieser Begegnung war wirklich spürbar und ich war sehr gespannt, wie die beiden sich wieder begegnen würden. Leider folgte darauf ein Zeitsprung von zwei Jahren, was mir persönlich nicht ganz so gut gefallen hat. Ich hätte gerne gelesen, wie es den beiden in der Zwischenzeit ergangen ist, doch wir erfahren kaum etwas. Benedict hat Sophie noch immer nicht vergessen und ist fest entschlossen, seine große Liebe wieder zu finden … bis sie sich dann plötzlich vor ihm befindet, und er sie nicht erkennt. Auch Sophie hat Benedict nicht vergessen, mit dem Unterschied, dass sie ihn sofort wieder erkennt. Benedict findet sie, als sie gerade von mehreren Männern bedrängt wird und rettet sie aus der Situation. Er bietet ihr über Nacht eine Bleibe auf seinem Cottage und sogar neue Arbeit an.
Als Benedict krank wird, bleibt Sophie bei ihm und pflegt ihn gesund. Die beiden lernen sich besser kennen und werden Freunde.

Sophie mochte ich schnell ziemlich gerne. Sie ist eine richtige Kämpferin und obwohl ihr Leben nie leicht war, gibt sie nicht auf und arbeitet hart. Außerdem ist sie Realistin und gibt sich nicht so einfach dem Wunschdenken und Träumen hin, denn sie ist sich möglicher Konsequenzen bewusst. Ich mochte diese Eigenschaft sehr gerne und sie hat Sophie zu einem interessanten und starken Charakter gemacht.
Benedict hat es mir etwas schwerer gemacht, ihn zu mögen. Er hatte so eine besitzergreifende Art, was Sophie anging, die mir gar nicht gefallen hat. Natürlich hatte sein Charakter auch einige sympahische Seiten, aber es gab einige Szenen, in denen ich sein Verhalten einfach nicht nachvollziehen konnte. Das hat mich ein wenig überrascht, weil ich ihn als Nebencharakter in anderen Bänden eigentlich gerne mochte.

Die Liebesgeschichte hatte ihre Höhen und Tiefen. In manchen Momenten wirkte alles authentisch und ich konnte nicht aufhören zu lesen, während ich in anderen nur den Kopf schütteln konnte. Sehr gestört hat mich vor allem in der ersten Hälfte des Buches, dass Benedict Sophie nicht erkennen konnte, obwohl er die maskierte Unbekannte die gesamte zeit über im Kopf behielt.
Das Buch konnte mich zum Ende hin jedoch wieder mehr begeistern und es wurde sogar noch spannend. Aber die Kurve hat es besonders durch die Nebencharaktere bekommen, wie die anderen Bridgertons. Ich achte immer sehr, auf gut ausgearbeitete Nebencharaktere, denn diese machen Bücher immer authentischer. Dementsprechend war das ein großer Pluspunkt.

Ebenso hat der Schreibstil dazu beigetragen, dass ich dann doch noch recht gut fand. Julia Quinn hat einen sehr entspannten und lockeren Stil, der es einem erlaubt, beim Lesen zu entspannen und schnell voranzukommen.

Fazit

Leider war dieser Band der Bridgerton-Reihe in meinen Augen ein wenig schwächer als die zwei Vorgänger. Was mir gut gefallen hat, was dass es diesmal eine ganz andere Geschichte war, dennoch bleiben natürlich auch meine anderen Kritikpunkte.
Ich hoffe, dass mir der vierte Band wieder besser gefallen wird, denn dort geht es um Penelope und Collin, die auch schon in diesem Band einen kleinen Auftritt zusammen haben. Weiterlesen werde ich die Reihe auf jeden Fall.

Bewertung

3,5/5☆

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Veröffentlicht am 05.08.2022

Der älteste Bridgerton

Bridgerton – Wie bezaubert man einen Viscount?
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Inhalt (Klappentext)

Der begehrteste Junggeselle der Londoner Gesellschaft und die aussichtsreichste Debütantin der Saison: Lord Anthony Bridgerton und Edwina Sheffield gäben ohne Frage ein schönes Paar ...

Inhalt (Klappentext)

Der begehrteste Junggeselle der Londoner Gesellschaft und die aussichtsreichste Debütantin der Saison: Lord Anthony Bridgerton und Edwina Sheffield gäben ohne Frage ein schönes Paar ab. Wären da nicht Edwinas überaus besorgte Schwester Kate und der durchaus zweifelhafte Ruf des Lords. Kate ist fest entschlossen, ihre Schwester vor dem Herzensbrecher zu schützen – bis der Viscount sie eines Tages in seine Arme reißt und sie einfach küsst. Entsetzt erkennt Kate, dass sie den Mann, der ihre Schwester hofiert, selbst heimlich begehrt …

Meine Meinung

Da nun schon bald die zweite Staffel der Netflix-Serie „Bridgerton“ erscheint, wollte ich vorher unbedingt auch die Buchreihe weiterlesen. Band 1 habe ich schon letztes Jahr gelesen und sehr gemocht, weshalb ich gespannt war, wie es weitergeht und was Julia Quinn sich für den ältesten Bridgerton ausgedacht hat.

Anthony Bridgerton kam schon zuvor als Nebencharakter in „Der Duke & Ich“ vor, der sich sehr beschützerisch gegenüber seiner jüngeren Schwester Daphne zeigte und unbedingt ihre Ehre verteidigen und schützen wollte. Doch dass er dabei selbst eine Vergangenheit als Frauenheld hat, scheint er wohl zu übersehen. Als es nun plötzlich heißt, der Viscount Bridgerton wolle heiraten, kann die Londoner Gesellschaft es kaum glauben.

Außer Anthony selbst kennt keiner den Grund für seine Entscheidung. Sein Vater, der ehemalige Viscount, ist im Alter von achtunddreißig Jahren gestorben und so musste Anthony mit nur achtzehn Jahren die Rolle einer Vaterfigur für seine Geschwister einnehmen und seine Mutter unterstützen. Anthony vergötterte seinen Vater und ist fest davon überzeugt, dass er diesen großartigen Mann niemals übertreffen könnte. Und so begleitet ihn bei seiner Hochzeitsentscheidung nicht nur seine Überzeugung, er könnte jederzeit sterben, sondern auch der Gedanke, er dürfe sich niemals in seine Frau verlieben - das würde nämlich alles noch viel schmerzvoller gestalten.

Das meiste davon wird uns Lesern bereits im Prolog, der aus Anthonys Sicht geschrieben ist, vermittelt. Zwar klang schon der Klappentext ganz nett, aber so richtig neugierig haben mich dann diese ersten Seiten gemacht. Diese Thematik hat die Liebesgeschichte direkt interessanter gemacht — und ihr könnt euch bestimmt denken, dass Anthony noch ein ziemlicher harter Brocken sein würde.

Zu gut, dass es da noch Kate Sheffield gibt, die Anthonys Meinung noch ändern würde, auch wenn das noch keiner der beiden erwartete bei ihrem ersten Aufeinandertreffen. Eigentlich möchte Anthony Edwina Sheffield, Kates Schwester, einen Antrag machen, denn wer würde sich besser an seiner Seite machen als die wunderschöne und aussichtsreichste Debütantin dieser Saison? Doch da hat er seine Rechnung ohne die beiden Schwestern gemacht: Edwina vertraut auf die Meinung ihrer Schwester Kate und hat bereits laut verkündet, sie würde nicht ohne ihr Einverständnis heiraten. Kate wiederum hat es sich zum Ziel gemacht, das Herz ihrer Schwester zu schützen und der vermeintliche Schürzenjäger gefällt ihr gar nicht.

Die beiden Protagonisten ähneln einander mehr als man auf den ersten Blick glaubt. Sie sind beide genauso stur, setzen ihre Familie immer an oberste Stelle und halten sich mit schlagfertigen und sarkastischen Kommentaren nicht zurück. Diese Kombination hat für viele Szenen gesorgt, die mich zum Grinsen gebracht haben und ich mochte den Humor der Autorin in diesem Band sogar noch lieber als in Band 1. Auch die langsam voranschreitende Beziehung der beiden konnte mich von sich überzeugen, weshalb ich das Buch einfach nicht weglegen konnte, ohne zu erfahren, wie es weiter geht. Letztlich habe ich dann etwa 80% des Buches an nur einem Tag gelesen.

Allerdings hatte ich auch kleinere Kritikpunkte. Der Plot Twist zum Ende hin hat mich leider etwas zu sehr an den ersten Band erinnert, auch wenn die Hintergründe andere waren. Vielleicht hätte es mich weniger gestört, wenn dies nicht in direkt aufeinander folgenden Bänden der Fall wäre.
Hinzu kommt noch, dass Anthony sieht manchmal für meinen Geschmack viel zu besitzergreifend verhalten hat und Kate anfangs nahe gekommen ist, ohne dass sie wirklich ganz einverstanden war. Selbstverständlich ist dieses feministische Denken schwer auf das 19. Jahrhundert anzuwenden, aber so hatte ich ab und an ein paar Probleme mit Anthony und musste manchmal ziemlich mit den Augen rollen.

Fazit

Insgesamt ein guter und unterhaltsamer zweiter Band der „Bridgerton“-Reihe, dessen Charaktere ich sogar etwas lieber als die in Band 1 mochte. Nun möchte ich auch so bald wie möglich Band 3 der Reihe lesen und freue mich, wieder in die Welt der Bridgertons einzutauchen.
Die Reihe eignet sich perfekt für diejenigen, die nach historischen Liebesromanen suchen, die einen gewissen Jane Austen Charme haben, ohne dabei kompliziert zu lesen zu sein.

Bewertung

4-4,5/5☆


Ich bedanke mich herzlich beim HarperCollins Verlag für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars. ♡

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Veröffentlicht am 05.08.2022

Jede Seite ein Meisterwerk

The Witcher Illustrated – Der Hexer
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Klappentext

Sein Name ist Geralt. Geralt von Riva. Als Hexer macht er Jagd auf Monster, die sich in den Sümpfen verstecken, in kalten Verliesen und in der Dunkelheit. Seinen Waffen sind ein normales Schwert ...

Klappentext

Sein Name ist Geralt. Geralt von Riva. Als Hexer macht er Jagd auf Monster, die sich in den Sümpfen verstecken, in kalten Verliesen und in der Dunkelheit. Seinen Waffen sind ein normales Schwert zur Verteidigung – und ein Silberschwert für die Ungeheuer. Oft genug, so scheint es dem Hexer, sind es allerdings die Menschen, die sich als die eigentlichen Monster erweisen.

Meine Meinung

Gestaltung

Ich weiß nicht so recht, was ich erwartet habe, als ich gesehen habe, dass die erste Vorgeschichte der „Witcher“-Reihe als illustrierte Ausgabe erscheint, doch was schließlich bei mir angekommen ist, hat all meine Vorstellungen übertroffen. Das Buch hat nur rund 60. Seiten und kostet 28 Euro, sodass man sich natürlich fragt, wieso so teuer? Die Antwort hält schon die wunderschöne Coverillustration bereit, denn schlägt man das Buch auf, erwarten einen viele weitere dieser Art.



Der Künstler, Thimothée Montaigne, übertrifft sich wahrlich mit jeder Illustrastion selbst. Dieses gesamte Buch ist in meinen Augen ein Meisterwerk. Es handelt sich nicht um kleine Zeichnungen auf jeder dritten Seite, nein, auf jeder Doppelseite befindet sich eine beidseitige Illustration. Ich konnte mich an ihnen gar nicht satt sehen!

Inhalt

Diese Geschichte ist die Erste, die ich von Andrzej Sapkowski gelesen habe. Zuvor kannte ich nur die Netflix Verfilmung und diese mochte ich bereits sehr gerne. Dementsprechend war ich auch wirklich gespannt auf die Buchvorlage.

„Der Hexer“ ist die erste Geschichte über den Hexer Geralt von Riva. Es handelt sich dabei um die Vorgeschichte zur eigentlichen Hauptreihe und es wird empfohlen, mit den Vorgeschichten zu beginnen.
Da es sich um Kurzgeschichten handelt, nimmt die Handlung schnell an Fahrt auf. Wir werden damit in eine neue High Fantasy Welt hineingeworfen, allerdings muss ich sagen, dass mir der Einstieg dennoch nicht schwer fiel.
Das Setting und der Inhalt fokussieren sich auf einen einzelnen Ort und Handlungsstrang, gleichzeitig werden aber auch schon einzelne Anspielungen auf andere Ereignisse in jener Welt gemacht. Das hat mich direkt neugierig auf die weiteren Geschichten über den Hexer gemacht.

Über Geralt von Riva erfahren wir noch nicht sehr viel und ihn umgibt eine Aura des Mysteriösen. Er scheint ein sehr mächtiger Hexer zu sein, bleibt dabei aber lieber für sich und öffnet sich anderen gegenüber kaum. Seinen Charakter kann ich noch nicht beurteilen, doch nach dieser Geschichte würde ich ihn zumindest als eindrucksvoll bezeichnen.

Fazit

Diese Illustrierte Ausgabe stellt eine tolle Ergänzung für alle Fans und Sammler dar und ist ihr Geld wirklich wert! Auch die Geschichte ist spannend und unterhaltsam, allerdings würde ich Einsteigern eher die Sammelbände der Vorgeschichten empfehlen, da man sich damit länger und womöglich besser in die Welt des Hexers hineinversetzen kann. Ganz gleich, welche Ausgabe ihr wählt, ich kann euch die Geschichte empfehlen!

Bewertung

Gestaltung 5+/5☆
Inhalt 4,5/5☆



Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an das Randomhouse Bloggerportal und den Heyne Verlag! ♡

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