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FranziskaBo96

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.03.2023

Guillaume, bist du's?

Uns bleibt immer New York
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Marketing-Chefin Lorraine ist gerade neu in New York angekommen, nachdem sie in Paris von einem anonymen Stalker belästigt wurde. Zeitgleich wird Kunstfälscher Léo nach drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen ...

Marketing-Chefin Lorraine ist gerade neu in New York angekommen, nachdem sie in Paris von einem anonymen Stalker belästigt wurde. Zeitgleich wird Kunstfälscher Léo nach drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen und muss sich in der Realität wieder zurechtfinden. Die beiden begegnen sich auf schicksalshafte Weise und verlieben sich ineinander - doch Lorraines Stalker ist ihnen auf den Fersen...

Schon beim Lesen des Klappentextes fühlte ich mich sehr an die Geschichten von Guillaume Musso erinnert, von dem ich großer Fan bin. Während des Lesens hat sich dieser Eindruck stark gefestigt, sodass ich schon fast denke, dass er sich hinter dem Pseudonym Mark Miller verbringt - wenn nicht, ist es zumindest definitiv jemand, der Mussos Arbeit bewundert und sich hat von ihm inspirieren lassen. Ich denke, die Musso-Fans werden hier wieder ihre Freude haben - und die, die ihn nicht mögen, werden diesem Buch sicher auch nichts abgewinnen können.

Musso-Standardelemente wie die teilweise doch recht absurde Obsession mit New York (inklusive Songtexte am Kapitelanfang, die ich meistens ziemlich sinnlos fand) sowie nicht ganz so überraschende Wendungen werden nicht jedem gefallen, doch nachdem ich mich darauf eingelassen hatte, war ich irgendwie voll dabei. Auch das manche Figuren doch recht klischeehaft gezeichnet wurden, hat mich irgendwie nicht so sehr gestört.

Einziger wirklicher Kritikpunkt war für mich das Ende, das etwas zu überdreht für mich war, daher nur vier Sterne.

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Veröffentlicht am 21.02.2023

Nach einem Drittel abgebrochen

Not exactly love. Wer braucht schon ein Happy End?
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Leider wird "Not Exactly Love" meine erste 1-Sterne-Bewertung des Jahres, was sehr schade ist, da man merkt, dass die Autorin viele wichtige Themen verarbeiten wollte, aber das Buch war einfach mal so ...

Leider wird "Not Exactly Love" meine erste 1-Sterne-Bewertung des Jahres, was sehr schade ist, da man merkt, dass die Autorin viele wichtige Themen verarbeiten wollte, aber das Buch war einfach mal so gar nichts.

Das schlimmste war für mich der extrem banale und schlicht unprofessionelle Schreibstil, den ich selbst im Selfpublishing (was dieses Buch nicht ist) unakzeptabel gefunden hätte. Auch die deutsche Übersetzung ist an einigen Stellen wirklich mangelhaft, ich frage mich echt, was an beiden Enden hier im Lektorat passiert ist.

Hinzu kommt eine extrem überladene Handlung mit zu vielen Personen, um die ich mich sorgen soll, die mir aber letztendlich alle komplett egal sind, weil die Autorin es einfach nicht schafft, ihren Figuren Tiefe zu geben. Ständig passiert irgendwo etwas Neues, Perspektiven werden regelmäßig gewechselt und ich habe irgendwann auch den Überblick darüber verloren, wer wer ist.

Kirsche auf der Torte ist ein ganz seltsamer Einsatz von Sexszenen, die jedes Mal komplett überraschend eintreten und nie irgendwie erotisch/witzig/erschreckend oder sonst irgendetwas sind, was Sexszenen eigentlich sein sollten, sondern stets eklig und seltsam herüberkommen.

Das war leider so überhaupt nichts für mich.

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Veröffentlicht am 20.02.2023

Midlife Crisis in den 50ern

Das verbotene Notizbuch
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Am 26. November 1950 kauft sich Valeria das titelgebende Notizbuch - verboten ist es nicht nur, weil es ihr illegalerweise am Sonntag verkauft wird, sondern auch, weil sie das Gefühl hat, dass sie es vor ...

Am 26. November 1950 kauft sich Valeria das titelgebende Notizbuch - verboten ist es nicht nur, weil es ihr illegalerweise am Sonntag verkauft wird, sondern auch, weil sie das Gefühl hat, dass sie es vor ihrer Familie geheim halten muss, weil es sich für sie nicht gehört, ein Tagebuch zu führen. Wir Leser bekommen nun Valerias Einträge zu lesen und erleben, wie sie immer selbstreflektierter, aber auch unzufriedener mit ihrem Leben wird und in diesem zu immer ungewöhnlicheren Entscheidungen greift.

"Das verbotene Notizbuch" nimmt uns mit auf eine Reise in die Gedanken einer italienischen Ehefrau in den 50ern. Valeria kommt aus gutem Hause, hat aber arm geheiratet, ist (für ihre Zeit ungewöhnlicherweise) berufstätig und hat mit zwei fast erwachsenen Kindern zu kämpfen, die nicht so recht ihren Vorstellungen des Lebens folgen. Im Laufe des Buches werden in diesen Zusammenhängen immer wieder interessante Fragen, vor allem zur Rolle der Frau und zur Entwicklung des Feminismus aufgeworfen, die ich stets sehr interessant fand.

Auch ist dieses Buch quasi ein Plädoyer für das Tagebuchschreiben. Wir können ganz genau beobachten, wie Valeria sich zunächst albern vorkommt, ein Tagebuch zu schreiben, ihre Einträge aber immer länger werden und sie immer selbstreflektierender wird. Das Buch unterstreicht also genau das, was wir wohl alle schon mal als Vorteile des Führens eines Tagebuchs gehört haben. Dass Valeria durch das Schreiben auch zu einer unsympathischeren Person wird, die immer fragwürdigere Entscheidungen trifft, steht da sicher noch auf einem anderen Blatt.

Leider nahm meine Begeisterung für das Buch ab der Hälfte etwas ab. Sicher war es eine bewusste Entscheidung der Autorin, das Tempo der Handlung und vor allem von Valerias Gedankengängen immer weiter anzuschrauben, jedoch wurde es mir irgendwann zu hektisch und ich hatte Probleme, so richtig zu verstehen, welche Beweggründe Valeria für ihre Handlungen hat und woher bestimmte Reflexe kamen. Dabei kann es sicherlich auch gut sein, dass mir aufgrund des großen Altersunterschieds zwischen mir und der Protagonistin mir einfach der Bezug fehlt. Letztendlich beobachten wir hier, was man heutzutage als Midlife Crisis bezeichnen würden und mit vielen Situationen, die hier beschrieben wurden, konnte ich mich einfach nicht identifizieren.

Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass das bei einer etwas älteren Zielgruppe deutlich besser ankommt. Trotz leichter Kritik konnte ich gute Gedanken mit aus dem Buch nehmen.

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Veröffentlicht am 18.02.2023

Brutalität und Liebe

Young Mungo
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Das Leben des 15-jährigen Mungo im Glasgow der 90er ist geprägt von Brutalität und Armut. Sein von Gewalt besessener Bruder ist in Straßenschlachten mit Polizei und verfeindenden Gangs verwickelt, seine ...

Das Leben des 15-jährigen Mungo im Glasgow der 90er ist geprägt von Brutalität und Armut. Sein von Gewalt besessener Bruder ist in Straßenschlachten mit Polizei und verfeindenden Gangs verwickelt, seine alkoholsüchtige Mutter ist für die Kinder nie so da, wie sie sein sollte und auch sonst kann Mungo in seinem Viertel fast nur Elend beobachten. Ein Lichtblick ist dagegen James, ein Junge aus der Nachbarschaft, in den er sich verliebt. Doch Homosexualität ist in seiner Welt ein absolutes Tabu.

"Young Mungo" ist definitiv keine leichte Kost. Den Figuren passiert so ziemlich alles Schlimme, das einem Menschen passieren kann und diese Aktivitäten werden auch oft recht grafisch beschrieben. Wer bei bestimmten Themen etwas empfindlich ist, sollte Abstand von diesem Buch halten - die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Thema hier aufkommt ist ziemlich hoch.

Trotz alldem fand ich fantastisch, wie Stuart es schafft, Elend mit Wunderschönem abwechseln zu lassen. Mungo ist ein sensibler, liebender und wahrscheinlich für seine Welt zu naiver Mensch, der es aber trotzdem schafft, in der Welt immer etwas Schönes zu sehen, was er auch uns Lesern vermittelt. Dieser Kontrast hat mir unheimlich gut gefallen und so blieb ich auch am Ende der Lektüre durchaus optimistisch zurück.

Der Autor schafft es außerdem, ein sehr gutes Bild von Mungos Welt zu schaffen. Wir lernen zahlreiche Charaktere aus seinem Viertel kennen, hin und wieder erfahren wir auch, wie andere Figuren die Ereignisse beobachten und so kann sich der Leser sehr gut vorstellen, wie das Glasgower East End zu dieser Zeit ausgesehen hat.

Von mir bekommt "Young Mungo" fünf wohlverdiente Sterne und ist jetzt schon eines meiner Jahreshighlights!

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Veröffentlicht am 15.02.2023

Was will mir der Autor damit sagen?

Gleißendes Licht
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In "Gleißendes Licht" lernen wir Kaan kennen, einen Musiker mit türkisch-armenischen Wurzeln, der in den 70ern in Deutschland geboren wird. Dabei springen wir immer nicht nur zeitlich durch Kaans Leben, ...

In "Gleißendes Licht" lernen wir Kaan kennen, einen Musiker mit türkisch-armenischen Wurzeln, der in den 70ern in Deutschland geboren wird. Dabei springen wir immer nicht nur zeitlich durch Kaans Leben, sondern auch durch die zahlreicher Mitglieder seiner Familie, die alle eine Menge erlebt haben.

Mir ist bewusst, dass diese Zusammenfassung echt dürftig ist, aber es ist so unheimlich schwer zusammenzufassen, worum es in diesem Buch geht, vor allem, wenn man nicht spoilern will. Leider hatte ich extrem oft das Gefühl, dass selbst der Autor nicht so richtig wusste, welche Geschichte er erzählen wird. Während die erste Hälfte noch so ein bisschen wie eine Coming-of-Age-Story eines Kindes mit Migrationshintergrund recht gut anfängt, wird es irgendwann unübersichtlich und zeitweise auch echt absurd. Ich hatte zwischendurch echte Probleme zu folgen und wusste nicht mehr so recht, was für die Story jetzt wichtig war und was nicht.

Das Buch gab mir irgendwie sehr häufig das Gefühl, dass ich irgendwie "zu dumm" bin oder dass mir wichtige Informationen fehlen. So habe ich nie so ganz die Funktion bestimmter Stilmittel verstanden, auch wenn ich dem Autor anrechne, dass er hier immer mal was Neues ausprobiert hat. Ich finde auch, dass recht viel Wissen über den Türkei-Armenien-Konflikt vorausgesetzt wird, das ich einfach nicht hatte, aber das nehme ich dem Buch nicht übel. Ich denke, wer sich mit der Thematik besser ausgeht, wird vielleicht mehr aus der Geschichte ziehen.

Hinzu kommen zeitweise unnötige Gewalt und sexuelle Szenen, die für mich oft gar keine erkennbare Funktion hatten, die mich ab knapp der Hälfte fast dazu gebracht haben, das Buch abzubrechen.

Das Buch war leider so gar nichts für mich, tut mir leid.

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